Purpura Schönlein Henoch

In dieser Rubrik könnt ihr euch über diverse Krankheitsbilder austauschen - z. B. Skoliose, Kyphose, Cerebralparese usw.

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laraluca
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Purpura Schönlein Henoch

Beitragvon laraluca » 08.06.2009, 17:06

Hallo,

komme gerade mit der Diagnose vom Kia. Unser Kleiner hat Bauchweh, überall rote Punkte, leichtes Fieber und isst fast nix.

Gerade vor zwei Wochen hatte er einen Lungenentzündung, Bronhitis+Asthmaanfall.

Kennt sich jemand mit der Krankheit aus? Wir hoffen sehr , dass es nicht chronisch wird. Er bekommt ja fast alles immer chronisch.
Worauf muß ich besonders achten? Wie war bei Euch der Verlauf?

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markuss
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Beitragvon markuss » 08.06.2009, 17:15

Hallo,

wir waren damit 3 Tage zur Beobachtung im Krankenhaus.

Es wurden immer mehr blaue Flecken und laufen wollte mein Sohn auch nicht.

Er hatte Bettruhe und wir konnten nur abwarten das keine gefährlichen Blutergüsse entstehen.

Nach 3 Tagen klang es dann auch wieder ab und wir sind mit dem Schrecken davon gekommmen.

Die Anfangsdiagnose der Notaufnahme war nämlich äußerliche Gewalteinwirkung....

Das war sehr stressig und die Diagnose hat 2 Tage gedauert.

Gut war das mein Kleiner selber so auf sich aufgepasst hat und ganz vorsichtig mit sich gewesen ist als er die Flecken hatte.
Daher hat ihm die Bettruhe auch nicht gestört weil er ja selber gemerkt hat das etwas nicht in Ordnung war..

Gruß Markus

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corinna26
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Beitragvon corinna26 » 08.06.2009, 21:14

Hallo....

mein Sohn hatte es auch schon und unser KiA sagte nur das er viel Ruhe braucht und auch 4 Wochen kein Sport machen darf.....ha ha und das bei einem ADHS Kind PRIMA :D und wenn es schlimmer geworden wäre hätte er uns ins KH geschickt.....

LG Corinna
Alleinerziehend Bj.1980/ Sohn Nico Bj.2000 ADHS v.s Autistische Züge und Wahrnehmungsstörungen wird aber alles gerade Getestet, dazu Spitzfuß /
Tochter Sarah Bj. 2004 mehrfach Körperlich Schwerstbehindert geboren mit einer Omphalozele (offener Bauch), und bis Oktober 08 eine Peg und Tracheostomaträgerin mit Beatmung Nachts und Sauerstoffgabe,

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corinna26
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Beitragvon corinna26 » 08.06.2009, 21:21

Purpura Schönlein-Henoch
Die Purpura Schönlein-Henoch gehört zu den sogenannten Hypersensitivitäts-Vaskulitiden, also eine Gefässentzündung. Andere Bezeichnungen sind "anaphylaktoide Purpura" oder "allergische Purpura", da einige Befunde dafür sprechen, daß es sich bei der Purpura Schönlein- Henoch um eine allergieartige Erkrankung in der Folge von viralen oder bakteriellen Infekten handelt. Die Erkrankung kann Menschen aller Altersgruppen befallen, am häufigsten kommt sie allerdings bei Kindern zwischen dem 4. und 11. Lebensjahr vor.

Man kennt einen jahreszeitlichen Häufigkeitsgipfel der Erkrankung im Frühjahr, oft nach einem Infekt der oberen Luftwege. Die Erkrankung äußert sich bei den meisten Patienten (etwa 80%) mit der klassischen Trias (tri = griech. 3, d.h. gleichzeitiges Autreten von drei Symptomen) von typischen Hautveränderungen (sogenannte palpable Purpura), Arthritis und Bauchschmerzen. Die Hautveränderungen finden sich am stärksten an den abhängigen Körperpartien, also den Gliedmaßen (Füße > Unterschenkel > Oberschenkel > Gesäß; Hände > Unterarme > Oberarme). Die Gelenkentzündung - Arthritis - befällt hauptsächlich große Gelenke der unteren Körperhälfte, am häufigsten die Sprunggelenke und die Kniegelenke. Die Bauchsymptome äußern sich zumeist in Form von Bauchschmerzen und schwerer Krämpfe, oft begleitet von teils blutigen Durchfällen. Sehr selten kann es zum Darmdurchbruch kommen.

Gefürchtet ist eine Nierenbeteiligung, die etwa bei einem Drittel der Patienten auftritt. Sie kommt häufiger bei Erwachsenen als bei Kindern vor.

Die Therapie richtet sich nach der Schwere der Erkrankung und muß individuellen Gegebenheiten Rechnung tragen. Bei milden Verläufen sind cortisonfreie Entzündungshemmer (Antiphlogistika) ausreichend. In den meisten Fällen kann auf eine Cortisonbehandlung nicht verzichtet werden.

In der Regel klingt die Erkrankung im Verlauf von durchschnittlich 6 bis 16 Wochen ab. Etwa 5- 10% der Patienten erleiden einen Rückfall nach Wochen bis Monaten. Langfristig chronische Verläufe sind selten und dann in der Regel durch Komplikationen von Seiten der Niere geprägt.
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laraluca
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Beitragvon laraluca » 09.06.2009, 07:38

Danke Euch vielmals für die Infos. Was mich noch aufgefallen ist, dass er sehr viel piselt. Die Windel ist innerhalb von 2 Stunden total voll und nachts ist er total durchnässt, muß ihn da ca. 4 mal wickeln. Sonst kenne ich das nicht von ihm. Hängt das mit der purpura zusammen?

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Beitragvon corinna26 » 09.06.2009, 08:13

Hallo....

trink er im Moment vielleicht ein bischen mehr.....!!!
Ansonsten hab ich das bei der Erkrankung nicht gehört, das man dann mehr piselt (süsses Wort :wink: ).....

LG Corinna
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Beitragvon bety » 09.06.2009, 09:03

Hallo,

mein Grosser hatte auch Purpura Schönlein Hennoch vor vielen Jahren, allerdings in einer schweren Form, mit Beteiligung der Nieren.

Er hatte damals eine längere Cortisontherapie, die sehr spät erst anschlug, aber er hat es überstanden, war jedoch mehrere Monate nicht oder kaum in der Schule.
Aber GsD hat er sich erholt und keine bleibenden Nierenschäden erhalten, diese haben sich regeneriert und er hat auch nicht den befürchteten Rückfall erlitten. Wir mussten jedoch lange Zeit immer in Kontrolluntersuchungen gehen.

Mittlerweile habe ich viele Kinder kennengelernt, die das auch schon hatten und bei denen es ein milder Verlauf war.

Liebe Grüße und gute Besserung

Bettina59

Birgitz
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Beitragvon Birgitz » 09.12.2009, 18:27

Hallo,

seit euren Beiträgen ist ja schon eine Weile vergangen. Aber ich wollte mal nachfragen, wie es den Kindern so danach ergangen ist.

Meine Pflegetochter ist jetzt eine Woche im KKH gewesen, heute Vormittag ist sie entlassen worden. Verdacht schwankt zwischen Schönlein Henoch und Gianotti Crosti Syndrom.

Bis gestern hatte sie Bettruhe, die sie nur sehr wenig einhielt, weil sie stark ADHS hat und sehr Verhaltensauffällig ist. Nun haben wir gerade beim Waschen gesehen, die ersten Pickel sind schon wieder da. Mir ist gerade das Herz in die Hose gerutscht. Bald ist Weihnachten und den Jahreswechsel wollten wir bei dem Tschechen verbringen.

Geht die Behandlung eigentlich auch ohne KKH. Nachdem sie dort ein Bad mit angrenzendem Patientenzimmer unter Wasser gesetzt hat und einige andere schöne Sachen, hätte ich sie lieber hier, wo ich auch die Bettruhe besser kontrollieren kann.

Wäre schön ihr meldet euch mal.

Liebe Grüße Birgit

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Beitragvon corinna26 » 09.12.2009, 18:55

Hallo Birgit,

mein Sohn hatte es seid dem letzten mal nicht nochnal bekommen, Hautprobleme wie Warzen und öfters Ausschlag ist seid dem nur häufiger.

Wenn sie allerdings wieder mit den Flecken anfängt, würde ich sie dem Kinderarzt nochmal vorstellen um zu hören was er sagt.

Sie muss wirklich selber begreifen, das sie viel Ruhe braucht.
Bei meinem Sohn war es auch sehr schwer ihn ruihg zu stellen, da er sehr
unter Bewegungsdrann leidet und auch täglich tobt.

Zu Not musst Du sie den ganzen Tag vor den Fernsehen setzen oder eine andere alternative finden um sie zur Ruhe zu bringen :roll: .
Am wichtigsten ist nämlich das sie sich so wenig wie möglich bewegen.
Auch keinen Schulsport.

Gruß Corinna
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Karenjappy
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Beitragvon Karenjappy » 09.12.2009, 19:54

Hallo Birgit,

wir haben diese nette Krankheit auch gerade hinter uns gebracht, allerdings mit meiner (sonst) gesunden 16jährigen Tochter.
Wir sind jetzt im 4.Monat nach den ersten Symptomen und so langsam heilen die Purpuraflecken ab. Wir waren zweimal in der Klinik, allerdings nur zur Beobachtung. Eine Beteiligung der Nieren konnten wir zum Glück ausschließen. Wir merken jetzt immer noch, wenn sie zu enge Strümpfe trägt, dann sind ganz schnell wieder kleine Einblutungen zu erkennen.
Die Ärzte in der Klinik haben uns gesagt, dass Krankenhaus eigentlich nicht notwendig ist, denn gemacht haben sie dort nichts außer Beobachtung. Dagegen hat unser Hausarzt immer sehr ängstlich reagiert, wenn er neue Einblutungen gesehen hat. Somit haben wir uns auf einen Kompromiss geeinigt: Meine Tochter hat Urinsticks für zu Hause verschrieben bekommen und jeden Tag selber ihren Urin überprüft. Sollten sich dort Auffälligkeiten finden, hätten wir jederzeit in der Klinik anrufen können, um zu klären, ob ein Krankenhausaufenthalt nocheinmal nötig ist. Zum Glück ist alles in Ordnung und wir sind nie in die Verlegenheit gekommen.
Ich denke das Wichtigste ist wirklich Beine hochlegen. Ob im Krankenhaus oder zu Hause ist letztendlich egal, wenn die Organe nicht betroffen sind.
LG
Karen (*67) mit Johanna (*93), Anton (*94, 1p36 Deletion (www.anton-1p36.jimdo.com), schwerstmehrfachbehindert, Seh- und Hörbehinderung, operierte Skoliose, keine Sprache, 01/2010 bis 02/2011 Wohnheim, jetzt zu Hause) und Paulina (*98)

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