MRT-Befund: Primäre Hypoplasie linker Temporallappen, etc.

In dieser Rubrik könnt ihr euch über diverse Krankheitsbilder austauschen - z. B. Skoliose, Kyphose, Cerebralparese usw.

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Angelika74
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MRT-Befund: Primäre Hypoplasie linker Temporallappen, etc.

Beitragvon Angelika74 » 22.04.2005, 19:51

hallo!!

wir haben heute unseren befund bekommen und ich bin schon ganz irre im kopf vom "googeln". aber zu einen wirklichen ergebnis bin ich noch nicht gekommen.

KANN MIR BITTE JEMAND SAGEN, WAS DIES HIER WIRKLICH BEDEUDET???!!!

Primäre Hypoplasie des linken Temporallappens mit konsekutiver Ausbildung flacher Arachnoidalzysten am ventroccaudomedialen temporalpol links sowie im bereich der linken inselzisterne. eine flache arachnoidalzyste auch im ventralen temporalpol rechts. dysplasie der vorderen schädelbasis mit hypoplastischen clivus, tiefstehendem sellaboden, intrasellär hypoplastischer adneo- und neurohypophyse mit nur schmalen parenchymsaum am boden der sella. cortikale und subcortikale liquorräume frontotemporoparietal bds. etwas betont.

:shock: :shock: :shock: :shock: :shock: :shock: :shock: :shock:

laut meiner interpretation der gefundenen berichte im internet ist mein kind schwerstbehindert!!! eigentlich war das mrt aber unauffällig!!!???ich weiß aber auch, das man selbst der schokolade einen beipackzettel beiliegen könnte, sodaß man sie nicht mehr anfassen würde...

bitte helft mir. wie gesagt, eigentlich kann mich nun nichts mehr schocken....
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Beitragvon Conny » 22.04.2005, 20:04

Hallo Kathrin,

das klingt wirklich abenteuerlich... leider kann ich dir auch nicht wirklich helfen.
Wo habt ihr das MRT machen lassen?
Meiner Meinung nach hätte der Arzt dir ruhig etwas mehr erklären können. Hast du keine Möglichkeit noch einmal nachzufragen?

Lg

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Beitragvon Isolde » 22.04.2005, 20:05

Hallo Kathrin,

viel gelesen habe ich in den letzten Jahren schon, und manche Worte kann man auch sich sicher in manchen Berichten zusammen reimen, wenn es insgesamt einen Sinn ergibt.

Aber dieses hier glaube ich kann Dir nur ein Mediziner erklären. Und das müsste Dir als allererstes der untersuchende Arzt übersetzen können.
Oder es müsste hier ein guter Lateiner sein, der das alles miteinander verknüpfen kann.
Selbst die einzelnen Worte im Pychrembel sich raussuchen, bringt nichts, weil es nur in der Gesamtheit einen Sinn ergibt der für Euch zutrifft. Jedes Wort einzeln sind vielleicht Schreckensbotschaften, aber in der Gesamtheit doch evtl. relative Entwarnung.

LEIDER kann ich Dir nicht helfen - bin aber selber gespannt, ob es jemand zu übersetzen weiß.

Ich drücke Dir feste die Daumen.

Lieben Gruß - Isolde
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Beitragvon Angelika74 » 22.04.2005, 20:58

hallöchen,

ich habe nun heute auch noch zusätzlich einen brief vom kk bekommen."es wäre kürzlich ein befund eingegangen, der einer nochmaligen überprüfung bedarf" ich habe gerade eben mit dem arzt gesprochen. er meinte, man vermutet eine angeborene stoffwechselstörung :? , müsse dies aber nochmals abklären...
ich habe nun am 6.mai nochmals einen termin im kk und werde ihn natürlich auch wegen dem obigen befund mächtig löchern. wenn mir im vorfeld trotzdem jemand helfen kann, bin ich sehr dankbar!!! (er war ein wenig überrascht, daß ich den befund in meinen händen habe...) ich lasse mir aber in letzter zeit immer alles kopieren, weil alle ämter den ganzen kram ja haben wollen und ich so wenigstens die "postwegedauer" einspare.

liebe conny!!

das MRT wurde in döbeln gemacht. zur untersuchung waren wir im kk in leisnig, daß ich ansonsten eigentlich sehr empfehlen kann.

liebe isolde!!

ich glaube, genau so, wie du es beschrieben hast, ist es sicherlich.
ich bin bei fast jedem eingegebenen begriff fast umgefallen...aber den letztendlichen sinn konnte ich nicht entschlüsseln :?

l.g. kathrin
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Beitragvon Isolde » 22.04.2005, 22:02

Das ist richtig Kathrin,
lass Dir die Sachen ruhig zuschicken - denn laufend benötigt man irgendwelche Befunde und wenn die dann im Krankenhaus abgeheftet sind, kommt so schnell keiner mehr dran, weil keine Zeit da ist, laufend für so Sachen Kopien zu machen.

Ich habe auch ALLES von Jonathan zu Hause und kann bei Bedarf schnell kopieren.

Na dann bin ich mal gespannt, was hinter all diesem schönen Wörtersalat, bei dem man beim Lesen schon Knoten in die Zunge bekommt, herauskommt.
Ich drücke Euch die Daumen, dass das Ergebnis nicht niederschmetternd ist, sondern Ihr damit gut leben könnt.

Lieben Gruß - Isolde
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Beitragvon Narcanti » 23.04.2005, 22:51

Hallo,

ich weiß leider auch nur jemanden, der das weiß, aber den werd ich mal fragen und dann versuchen zu antworten.

Lieben Gruß

Anja

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Beitragvon Angelika74 » 24.04.2005, 11:47

hallo anja,

DANKESCHÖN! freue mich schon darauf!!

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Beitragvon Roswitha » 29.04.2005, 16:21

Hallo!

Habe Deinen Hilferuf eben erst entdeckt und ich denke, dass ich Dir als Ärztin wenigsten etwas helfen kann, was die Übersetzung betrifft. Komme zwar aus der Augenheilkunde, aber Anatomie ist und war mir nie ein Fremdwort. Da ich Anatomie unterrichte, bekomme ich von anderen immer wieder bestätigt, dass das „einfache Erklären“ eines meiner Stärken ist :roll: . Ich werde mich also für Dich etwas bemühen, obwohl ich heute zeitlich etwas eingespannt bin. Wenigstens verschaffe ich Dir damit ein ruhigeres Wochenende :wink: .


Das „primär“ in diesem Fall heißt, das etwas von vornherein so angelegt ist (also angeboren) im Gegensatz zu „sekundär“, womit eine Folgeschädigung gemeint ist.

Eine „Hypoplasie des linken Temporallappens“ ist ein (zur Norm) kleiner geratener Teil des Schläfenlappens. Doch keine Panik! Das ist aber nur auf die äußere Morphologie (Form) dieses Gehirnanteils bezogen und sagt noch lange nichts über eine mögliche Behinderung aus. Es ist inzwischen allgemein bekannt, dass der Mensch einen Großteil seines Hirns gar nicht nutzt und dass zuviel Hirnmasse lange nicht zuviel Intelligenz gleichzusetzen ist!

„mit konsekutiver ….“ mit daraus sich ergebender ….

„Arachnoidalzysten“: Also, die Arachnoidea ist ein Teil der weichen Hirnhaut. Zur Anatomie nur kurz: unser Gehirn wird von Liquorflüssigkeit umspült, dann folgt die weiche Hirnhaut und dann die harte Hirnhaut.
„Zysten“ sind umgangssprachlich kleine Bläschen, fachmännisch sind das mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume. Gibts übrigens überall im Körper (auch Bindehaut, Netzhaut und und und ...) Allgemein können Zysten von allein verschwinden und ohne irgendwelchen Grund halt wieder kommen. Beim Gehirn kann ich zwar keine 100%ige Aussage dazu machen, soweit ich aber informiert bin, sind diese Veränderungen nicht bösartig, also harmlos. In anderen Worten: viele haben sowas ohne es zu wissen (wer macht schon von sich ohne Grund ein Schädel-MRT).

Also zurück. Diese Bläschen gehen von der weichen Hirnhaut aus, entsprechende Lokalisation „am ventrocaudomedialen temporalpol rechts“ wurde angegeben also nach vorne unten und zur Mitte und nach vorne zur hinteren Schläfe nach rechts. Falls später mal ein MRT wiederholt wird, kann man diesbezüglich gucken, ob die Zysten noch da sind, kleiner/größer bzw. weniger geworden sind.

„Dysplasie“ heißt erstmal allgemein nicht vollständig ausgebildet oder Fehlentwicklung/Fehlbildung (Kennen viele hier im Forum auch aus dem Begriff Hüftdysplasie). Auch das ist noch nicht wertend, denn es ist auf die Morphologie, d.h. äußere Form bezogen und es gibt natürlich, wie bei allem, verschiedene Ursachen und Schweregrade.

Die "vordere Schädelbasis" ist der Anteil des Schädelkochens an der Basis (also nicht Schädeldeckel) vorne mit „hypoplastischem clivus“ = kleingeratenem Hinterhauptsknochen.
Mit „Sellaboden“ ist eine knöcherne Ausbuchtung/Vertiefung gemeint, wo bei jedem die „Adeno- und Neurohypophyse“ (Hirnanhangdrüse) drinsitzt. Auch diese Drüse erscheint „hypoplastisch“ also zu klein geraten. Hier werden verschiedene Hormone gebildet (u.a. Wachstumshormone).

Der Rest ist beschreibende Morphologie der Hirnflüssigkeitsgefüllten Räume.

Ich kann das alles natürlich nicht bewerten, nur insgesamt kann man schon sagen es passt das eine zum anderen. D.h. wenn ich eine kleine Körpergröße hätte, dann würden lange Arme und Beine eben nicht dazu passen. Ebenso würde ich das jetzt grob auch auf die Morphologie/Form bestimmter Hirnteile und Knochenteile beziehen, die in dem MRT Befund beschrieben sind und eben noch etwas kleiner/unterentwickelt sind.

Wie schon vorhin gesagt, aus der Größe bestimmter Hirnstrukturen lässt sich nicht so einfach auf die Funktion schließen…Also, erstmal keine Panik sondern abwarten und ich denke, dass es irgendwann mal mit einem späteren Befund verglichen wird, ob alles aufgeholt wurde.

Also, Kopf hoch :wink: und lieben Gruß Roswitha

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Beitragvon Angelika74 » 29.04.2005, 19:17

hallöchen,

vielen lieben dank!!!! :lol:

da bin ich erst einmal beruhigt!! ich war schon ganz wuschig, weil der arzt nach dem MRT zwar meinte, daß das gehirn recht klein sei und flüssigkeitsansammlung da wären, aber alles relativ unbedenklich wäre, bzw. man noch keine aussagen machen könne...(man wollte den befund nach leipzig schicken, zur überprüfung). nun dachte ich schon, der spezi in leipzig hat hier im nachgang sonstwas festgestellt...da sieht man mal wieder, daß man doch lieber erst einmal einen fachmann bzw,. fachfrau :wink: fragen sollte, bevor man sich kopflos durch das netz googelt.

nochmals vielen dank für deine mühe und liebe grüße!!!!! :D
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Beitragvon hannefloh » 11.08.2009, 10:49

Hallo kathrin l., bin heute erst über deinen Bericht gestolpert. Bei meinem Florian fehtl auch ein großes Stück vom Temporallappen links und er hat eine Arachnoidalzyste 8x4x4cm .
Wie ist es euch nun weiter ergangen hat sich Eric noch normalisiert? :D
Wir haben alles erst letztes Jahr erfahren und alles kam ins rollen. Siehe meine Vorstellungrunde.
Würde mich gerne mal mit dir austauschen? Was bedeutet Syndromaler Autismus?
Meiner hat auch starke Entwicklungsverzögerung, Wahrnehmungsstörungen Strabismus Feinmotorikstörungen. :P :wink:
Liebe Grüße Hannefloh
Hanne Bj. 67, Harald Bj.60, Kathy Bj.92, Martin Bj. 95 und unser Schatz Florian Bj.03
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