Warum haben es manche Menschen einfacher mit Krankenkassen, Ämter u.v.m als andere Menschen

Diese Rubrik braucht man einfach immer! Sie umfasst alle Infos, Tipps, Fragen und Antworten zu Themen, die sich nicht in die oben genannten Kategorien einordnen lassen.

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Senem
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Re: Warum haben es manche Menschen einfacher mit Krankenkassen, Ämter u.v.m als andere Menschen

Beitrag von Senem »

Hallo und vielen Dank für eure Antworten.

Ich bin nicht neidisch, sondern traurig. Weil es eben nicht gereicht verteilt ist.
Gruß

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Inga
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Re: Warum haben es manche Menschen einfacher mit Krankenkassen, Ämter u.v.m als andere Menschen

Beitrag von Inga »

Hallo Senem,
aber was ist gerecht? Es gibt IMMER besser und schlecht als bei einem selbst. Ist es gerecht, dass du eine Behinderung hast? Nein, aber du hast es besser, als andere, die z.B. verhungern, weil sie nicht genug zu essen haben. Ist das gerecht? Nein!
Wir gehören auch zu denen, die scheinbar "immer" Glück haben. Ja, uns geht es wirklich gut! Aber es ist auch harte Arbeit, ich glaube, die wenigsten wöllten unser Leben leben. :wink:
Aktuell arbeiten wir täglich von morgens um 5 bis abends um 22 Uhr - 7 Tage die Woche. 1-2 x die Woche habe ich mal 2 oder 3 Stunden frei, mein Mann ebenso. Absoluter Luxus ist zusammen mal paar Stunden frei zu haben. Dank Corona war das aber die letzten Monate nicht der Fall.
Ist das gerecht?

Gruß, Inga
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ElaM
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Re: Warum haben es manche Menschen einfacher mit Krankenkassen, Ämter u.v.m als andere Menschen

Beitrag von ElaM »

Hallo Senem,

ich schließe mich da tatsächlich Ullaskids an.
Ja es kommt auf den Sachbearbeiter an, aber auch auf die Argumentation/Dokumentation.
Und man muss "am Ball" bleiben, auch wenn man am liebsten ausrasten oder hinschmeissen möchte.Denn akzeptierst du ein-oder zweimal eine Ablehnung, merken die sich das. Wenn allerdings bekannt ist, dass du nicht alles hinnimmst, hast du wenigstens für eine kurze Zeit weniger "Probleme".

Inzwischen schreibe ich nicht nur selber sondern bitte dann auch Ärzte, Therapeuten und sogar die Schule um Statements, die ich dann weiter an die KK leite.

Beispiel 2. Therapiestuhl für die Schule : der Bericht Physio und Ärztin war der KK nicht ausführlich genug. Nach einem Gespräch mit der Sachbearbeiterin habe ich nochmal einen ausführlichen, sachlichen Bericht geschrieben und Fotos gemacht. Zudem habe ich geschrieben dass in der Vergangenheit auch schon (mehrfach) ein 2.Therapiestuhl für die Schule wachstumsbedingt genehmigt wurde. Anhand dessen haben wir das Ding dann endlich durchbekommen.

Also was nach außen hin einfach aussieht, bedeutet im Hintergrund eine große Investition an Arbeit und Zeit.

Liebe Grüße

Ela
Michaela(*80) für Felix(10/2010),
bil. spast. CP, Epilepsie, Baclofenpumpe, Dystonie, Button, Reflux

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Re: Warum haben es manche Menschen einfacher mit Krankenkassen, Ämter u.v.m als andere Menschen

Beitrag von Silvia & Iris »

... und man muss auch Mut haben zur Veränderung... wir haben in den 18 Jahren wohl schon die 4. Versorgerfirma... (ein Wechsel war aber auch wegen Todesfall, jetzt ist auch die Distanz zu groß geworden, früher fuhr der Techniker noch ein paar km, macht er jetzt nicht mehr... einer hat so absolut nicht das gemacht, was ich wollte... - so sind wir nun bei Nummer 4) - man darf auch nicht einfach alles gegeben hinnehmen... und so ist es nun auch, dass der Rollstuhl von einem kommt, die Nachtlagerungsschienen von jemanden anderen... usw... - leider gibt es da nicht wirklich jemanden, der alles optimal abdecken kann...
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

RikemitSohn
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Re: Warum haben es manche Menschen einfacher mit Krankenkassen, Ämter u.v.m als andere Menschen

Beitrag von RikemitSohn »

Hallo Senem,

ich denke, dass jeder mal frustriert ist, wenn das Leben anstrengend ist. Mir hilft es, wenn ich mir klar mache, was andere erleiden müssen und wieviel Glück wir hier eigentlich haben. Ich finde momentan das Lager Moria in Griechenland ein guter Gedankenzurechtrücker. Dort leben Menschen, von denen viele krank sind, fast ohne ärztliche Versorgung, mit Hunger und Dreck. Ich möchte meine Erkrankungen in so einer Lage nicht ertragen müssen und bin dann froh, dass hier Ärzte und Medikamente zur Verfügung stehen, auch wenn besagte Ärzte mich oft nerven.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

hiltrud
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Re: Warum haben es manche Menschen einfacher mit Krankenkassen, Ämter u.v.m als andere Menschen

Beitrag von hiltrud »

eine interessante Frage.
Meine Erfahrung dazu :
Ich fahre oft besser damit, mich in Situationen in denen es um Antragstellung oder ähnlichem geht, anfangs den persönlichen Kontakt mit den jeweiligen Stellen zu suchen, und mich dumm und hilflos zu geben.
Das führt nicht immer, aber oft dazu, dass mein Gegenüber in eine Art Helferpostion geht, was schon oft sehr hilfreich für mich war.
Und meinem Gegenüber gibt das auch noch ein gutes Gefühl.
Wenn das nicht funktionieren sollte, habe ich immer noch die Möglichkeit, angeeignetes "Fachwissen" in den Ring zu werfen, und den Kampf aufzunehmen.
Gelernt habe ich das durch Beobachten von Menschen.
Ich war und bin jemand, der erst einmal alles alleine wuppen will.
Und das strahle ich in Situationen auch irgendwie aus, und da kommt keiner auf die Idee Hilfe anzubieten.
"Die kann das ja"
Diejenigen, vor allem Frauen, die - ich sag immer : " das hilflose Weibchen" raushängen lassen, kommen viel schneller und leichter zum Ziel.
Seitdem ich das festgestellt habe, überlege ich immer erst einmal, ob ich das "hilflose Weibchen" oder den "zähnefletschenden Drachen" raushängen lasse.
Vielleicht mal eine Überlegung wert, und Versuch macht kluch :lol:

SabineTo
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Re: Warum haben es manche Menschen einfacher mit Krankenkassen, Ämter u.v.m als andere Menschen

Beitrag von SabineTo »

Hallo,
genau diese Frage (wie machen Sie das eigentlich mit der KK, dass bei Ihnen vieles relativ einfach durchgeht?) wurde mir vor Kurzem von unserem SAPPV Team gestellt. Ich habe lange mit der Mitarbeiterin dort gesprochen und Folgendes möchte ich mit euch teilen:
Ich habe anfangs seeeeeehr viel Energie in den Kontakt mit der KK gesteckt. Heißt ich habe mich durchtelefoniert, um den jeweilgen Sachbearbeiter für alles herauszufinden und mir alle Durchwahlen und Emailadressen abgespeichert. Ich habe mehreren Mitarbeitern in aller Ausführlichkeit die Problematiken meiner Tochter geschildert und detailliert erzählt, warum und wieso ich das jeweilige Hilfsmittel benötige und welche krassen Auswirkungen es hätte, wenn ich es nicht habe. Weiter bin ich zu der Servicestelle unserer Kasse vor Ort gegangen. Dort sitzen zwar keine Personen, die etwas entscheiden, aber der persönliche Kontakt war zwischendurch schon hilfreich, wenn ich beispielsweise niemanden bei der Hilfsmittelabteilung erreicht habe, habe ich bei der Servicestelle angerufen und die haben mich intern mit der Hilfsmittelabteilung verbunden und schwups hatte ich doch jemanden am Telefon. Auch hat schon ein Anruf bei der Servicestelle eine Entscheidung über ein Hilfsmittel deutlich beschleunigt. Auch haben wir entschieden, der Kasse Bilder von meiner Tochter zu mailen, da sich dort nur aufgrund der Diagnosen die Mitarbeiter wenig darunter vorstellen können. Jetzt sind an der digitalen Krankenkassenakte Bilder meiner Tochter hinterlegt (wir sind uns im Klaren, dass man dies kontrovers diskutieren kann, wir sind bisher mit der Entscheidung zufrieden).
Auch haben wir sehr schnell zu einer kleineren KK gewechselt, ob das wirklich hier und da etwas gebracht hat, kann ich nicht 100%ig sagen, allerdings scheint es im Austausch mit anderen Eltern für mich einfacher zu sein, direkt an den jeweiligen Sachbearbeiter/Entscheider durch zu gelangen.
Im Kontakt und in den Gesprächen mit den Krankenkassenmitarbeitern wurde mir klar, dass die Mitarbeiter dort oft keine Ahnung haben (können!), über was sie da eigentlich entscheiden (beispielsweise habe ich einer Mitarbeiterin lange erklärt, dass die Aircon kein weiteres Beatmungsgerät ist und warum man einen Befeuchter für die Astral benötigt) und gerade deshalb ist reden reden reden meiner Meinung nach sehr entscheidend.
Vor Kurzem habe ich zwei Mitarbeitern, mit denen ich viel Kontakt hatte, eine kurze Mail mit einem einfachen DANKE und einem Bild von meiner Tochter geschickt. Hierzu meinte die SAPPV Mitarbeiterin, dass dies sicherlich hilfreich ist, weil die Mitarbeiter bei den KK oft gar nicht wissen, wie das genehmigte Hilfsmittel im Alltag eigentlich eingesetzt wird, sie erzählte mir, dass sie von Familien weiß, die z.B. Bilder von der genehmigten Autoumbauten gemail haben.
Weiter hilft mir, das System so halbwegs verstanden zu haben. Ich weiß jetzt, welche Firma den Bestand meiner Krankenkasse verwaltet und habe auch hier einen Namen und Durchwahl der zuständigen Mitarbeiterin. Ein Beispiel möchte ich noch geben: ich wollte die Polster des early activity systems für mein Tochter haben (sicherlich eine Kleinigkeit im Vergleich zu Rehabuggy oder Rollstuhl, aber trotzdem als Beispiel). Ich habe direkt bei dem Hersteller angerufen, der hat mir einen genauen Rezepttext für den Arzt geschickt. Mit dem Rezept bin ich NICHT zu einem Sanitätshaus, sondern direkt zu der Sachbearbeiterin der KK mit der Frage, ob sie bitte eine Prüfung des Bestandes in Auftrag geben kann. Denn dies machen die Kassen sowieso zuerst, wenn eine Anfrage eines Sanitätshauses eingeht. Wir hatten Glück und die Polster waren im Bestand und zwei Wochen nach Rezeptausstellung hatten wir sie zuhause. Auch mit dem Pflegebett lief es so, es hat drei Wochen gedauert. Sicherlich war auch hier Glück dabei, dass gerade eines passendes im Bestand unserer Kasse war.
Und noch was: bei einer Anfrage/Antragstellung sehr zeitnah direkt nachfragen! Als es um die Genehmung des Airvos ging, habe ich bei der Servicestelle angerufen, um den Sachstand zu erfragen. Der Mitarbeiter teilte mir mit, dass der Airvo abgelehnt sei und zwar vom System!!!!!! weil er keine Hilfsmittelnummer hat. Heißt, den Antrag auf den Airvo hat scheinbar nicht mal ein Mensch wirklich angesehen, sondern automatisch wurde erst einmal eine Ablehnung verfasst... nach drei Tagen habe ich einen Rückruf bekommen, dass er Airvo nun genehmigt sei und ich bin mir sicher, dass dies der vielen Zeit und vielen Telefonate mit den Mitarbeitern geschuldet ist.
Viele Grüße
Kämpfermaus *04/19 mit Giant Omphalozele (Organe noch nicht in Bauchhöhle zurückverlagert), Z.n. 10 Operationen, sauerstoffpflichtig mit High Flow und CPAP, Nasensonde weil PEG anatomisch nicht möglich, allgemeiner Entwicklungsrückstand

Senem
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Re: Warum haben es manche Menschen einfacher mit Krankenkassen, Ämter u.v.m als andere Menschen

Beitrag von Senem »

Hallo und vielen Dank für eure Antworten.

Ich würde gern noch Wissen, ob Ihr folgende Erfahrungen gemacht habt.

Undzwar, wenn bei euch eine Einzelfallentscheidung, von der Krankenkasse oder so, für etwas, was sonst nicht bezahlt wird, gemacht wurde, haben dann andere Eltern mit besonderen Kindern euch gefragt, warum Ihr das bekommen habt und die nicht??

Denn mir hat man gesagt, das wenn es bei mir eine Einzelfallentscheidung gibt und ich dann eine Genehmigung hätte, andere Menschen dann neidisch wären und sich fragen, warum das bei denen nicht auch so ist, das sie es genehmigt bekommen, wenn die es mitbekommen.
Gruß

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Sinale
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Re: Warum haben es manche Menschen einfacher mit Krankenkassen, Ämter u.v.m als andere Menschen

Beitrag von Sinale »

Hallo Senem,

du solltest den Neid anderer Menschen nicht zu deinem Problem machen!
Viele Grüße
Sinale

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Regina Regenbogen
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Re: Warum haben es manche Menschen einfacher mit Krankenkassen, Ämter u.v.m als andere Menschen

Beitrag von Regina Regenbogen »

Senem hat geschrieben:
02.08.2020, 21:38
Denn mir hat man gesagt, das wenn es bei mir eine Einzelfallentscheidung gibt und ich dann eine Genehmigung hätte, andere Menschen dann neidisch wären und sich fragen, warum das bei denen nicht auch so ist, das sie es genehmigt bekommen, wenn die es mitbekommen.
Kann es sein, dass dir mit dieser Begründung etwas nicht genehmigt wurde? Dann war diese Aussage nur ein vorgeschobener Grund.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

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