Kampf um das Pflegebett

Hier könnt ihr die Hilfsmittel eurer Kinder vorstellen, z. B. Reha-Buggy, Pflegebett, Stehtrainer, Therapieliege usw. - gerne auch mit Foto.
Ihr könnt hier übrigens auch Fragen bezüglich Technik und Anwendung verschiedener Hilfsmittel stellen.

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LenchensMom
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Kampf um das Pflegebett

Beitrag von LenchensMom »

Hallo zusammen,

seit 1,5 Jahren kämpfen wir für die Kostenübernahme für ein Pflegebett. Wir sind privat versichert und der Versicherer zahlt nur ein Bett mit bis zu 80 cm Seitenhöhe. Das sei so in den Empfehlungen des Pflegeausschusses der Spitzenverbände zu lesen. Da unsere Tochter das Bett aber langfristig haben soll, und sie aufgrund ihrer Behinderung kein Gefahrenbewusstsein hat, wird eine Seitenhöhe von 80 cm nicht reichen.

Das Bertt, was wir brauchen, kostet ca. 7000 €, die KK übernimmt aber maximal 4000.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen und dann doch irgendwie Erfolg gehabt?

Wir haben sogar eine Anwältin für Medizinrecht etc. damit betraut, aber das hat auch nichts gebracht.

Bin für jegliche Tipps dankbar. Und nein, ein gebrauchtes Bett ist keine Option, da ich finde, dass mein Kind im Sinne der Teilhabe ein RECHT auf dieses Bett hat.

Viele Grüße
Sanne
Sanne *1978
Papa *1971
Lenchen * Juli 2013 (entwicklungsverzögert wegen pränatalem Schlaganfall oder Anämie, strukturelle Epi, die süßeste Maus überhaupt)
kleine Schwester * Juli 2015, ganz fit
Unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... enchensmom

kati543
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Re: Kampf um das Pflegebett

Beitrag von kati543 »

Hallo,
würde das Bett denn für JETZT reichen? So wie du es beschreibst, siehst du das Bett als eine einmalige Investition an. So wie es klingt, argumentiert die Kasse damit, dass die Notwendigkeit bei einem Kind in dem Alter absolut nicht da ist und verweist auf die Spitzenverbände.
Was die Kasse nun wiederum übernimmt ist Sache des Vertrages. Insbesondere bei der PKV habe ich da auch nur schlechte Erfahrungen gesammelt. Auch wir haben damals immer nur „Zuschüsse“ bekommen. Positiv daran war natürlich am Ende, dass es unser Eigentum war und wir es am Ende wieder verkaufen konnten. Dadurch war es wenigstens fast ein Nullsummenspiel - wenn man die Zinsen nicht berücksichtigt.
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

Elisab
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Re: Kampf um das Pflegebett

Beitrag von Elisab »

Hallo Sanne,
ich habe leider keinen Tip für Dich. Aber ich hätte jetzt auch gesagt, dass ihr dann rechtzeitig ein neues Bett beantragen müsst, wenn absehbar wird, dass die 80cm nicht mehr reichen. Dann müssen sie sogar noch mehr zahlen. Schade dass die Kasse da kein Bewusstsein für Nachhaltigkeit hat.
Bei unserem Therapiestuhl (die Beihilfeverordnung ist veraltet) hat die Eingliederungshilfe die Restkosten getragen. Ich habe auf Gleichstellung mit gesetzlich Versicherten und Teilhabe am Familienleben plädiert. Aber beim Bett muss man glaub bisschen um die Ecke denken und argumentieren.
Ich drücke Euch die Daumen.

Viele Grüße Elisabeth

LenchensMom
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Re: Kampf um das Pflegebett

Beitrag von LenchensMom »

Danke für die Rückmeldung.

Wir haben schon ganz viel argumentiert. Kind ist 115 cm groß und kann stehen und turnt viel rum. Daher sind 80 cm Seitenhöhe langfristig zu niedrig.

Scheint so als wolle die KK zweimal viel Geld ausgeben. Das kann ich nicht nachvollziehen.
Sanne *1978
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Lenchen * Juli 2013 (entwicklungsverzögert wegen pränatalem Schlaganfall oder Anämie, strukturelle Epi, die süßeste Maus überhaupt)
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s.till
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Re: Kampf um das Pflegebett

Beitrag von s.till »

Hallo,

unser KK (gesetzlich), hat ohne Problem ein Bett mit extra hohen Gittern gezahlt. Da war wichtig, dass auf der Verordnung stand, dass er sich selbergefährdet und dadurch Verletzungen verhindert werden. Wir haben allerdings auch "nur" ein Kinderbett bekommen und müssen, sobald er zu groß ist wieder ein neues beantragen.

LG Susanne
M *2010 Frühchen der 27SSW, Pneumothorax, Meningitis, diverse RSV Infektionen, Pneumonien, dystroph, kleinwüchsig, stimulationsbedürftige Apnoen, Asperger Autismus, Koordinationsstörung, PEG/PEJ seit 07/16 weg :D Pflegegrad 4 und SBA von 80% aG,B,H.
B*2008 ADS Pflegegrad 2

CoraStarfish
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Re: Kampf um das Pflegebett

Beitrag von CoraStarfish »

Bei uns stand in der Stellungnahme vom SPZ auch "nächtliche Unruhe und Schlafstörungen" dabei. Es geht ja darum dem Kind eine sichere Umgebung zu schaffen. Die Eltern müssen sich außerdem entspannen können. Schlafen mit einem Auge offen ist wirklich keine Option. Die Kräfte der Pflegepersonen sollen möglichst geschont werden um langfristig erhalten zu bleiben.
Wir haben mittlerweile sogar ein Netz über den Betten mit Gitterhöhe 1,80 m. Hier gibt's auch nächtliche Parties und Kletterpartieen. Seit dem letzten Umbau geht es uns Großen schlafmäßig wirklich gut.
Cora und Schatz mit Schätzle *2013, Tick *2015, Trick *2015
Frühtraumatisiert, tiefgreifende Entwicklungsverz. , Aggressionen u. Autoaggressionen...
(ich bin Kinderkrankenschwester, FWB Palliative Care, FWB Ambulante pädiatrische Intensivpflege Schwerpunkt Beatmungspflege, Elementarpädagog. Fachkraft)

else
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Re: Kampf um das Pflegebett

Beitrag von else »

Hallo Sanne,
wir sind zum Glück aus der Privaten vor ein paar Jahren rausgekommen und hatten kurz vorher auch noch den Kampf mit dem Pflegebett. Hat auch über ein Jahr gedauert, aber letztendlich hatte die PKV einen Gutachter für Pflege (keinen Arzt) geschickt und der hat dann das Kinderpflegebett genehmigt. Der Krankenpfleger hat mir beim Pflegen im alten Pflegebett zugesehen, mein Kind hatte sich zum Glück wie immer verhalten, wollte sich in die Tiefe stürzen und damit war das dann durch. Ich glaube diese Art von Gutachten hieß Pflegefachliche Stellungnahme. Hat Euch das die PKV schon angeboten? Alle anderen Argumente, die oben schon genannt wurden, haben unsere PKV damals nicht interessiert. Bin so froh, dass ich dieses Thema hinter mir habe.
LG
Else

Patrizia_1
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Re: Kampf um das Pflegebett

Beitrag von Patrizia_1 »

Hallo Sanne,

Wir kämpfen seit Januar 2019 um ein geeignetes Pflegebett.
Die Sache liegt beim Sozialgericht und wir warten auf einen Termin. Wir haben einen guten Anwalt für Sozialrecht.

Viel Erfolg und Durchhaltevermögen!

VG
Patrizia
"Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen" - Aristoteles

EmanuelsMama
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Re: Kampf um das Pflegebett

Beitrag von EmanuelsMama »

Hallo Sanne,

PKV und Pfelge, das sit ein Kapitel....

Auch wir hatten Ärger wegen des Kinderpflegebettes. Sie wollten uns nur den Preis für einen Mittelwert bezahlen, den sie angeblich aus drei Kinderpfelgebetten berechnet haben. Welche dies waren, wurde mir nicht gesagt. Die Differenz zu dem von uns benötigten wären 3000 Euro gewesen. Ich würde mich auf keinen Fall auf den Kompromiss mit einem Bett einlassen, dass euch nicht wirklich genügt. Die Idee, später ein neues zu beantragen, ist leider nicht zielführend. Denn dann habt ihr ja schon eins und die Bewilligung wird noch schwieriger (so denken die!)

Uns hat damals der WEg über den Ombudsmann der PKV geholfen. Dem habe ich meine ganzen Unterlagen zugeschickt (Antrag, Gutachten, Argumente), die fehlende Mitarbeit der PKV eingeschlossen (sie wollten mir nicht sagen, welche drei Kinderpflegebetten ihrer Kaklulation zugrund lagen). Diese Preise weiß ich bis heute nicht, aber das nächste, was nach der Anrufung des Ombudsmanns kam, war die Bewilligung des von uns benötigten Bettes.

https://www.pkv-ombudsmann.de/

Viel ERfolg.

Gruß Ingrid

Medizinrechtist übrignens meiner Meinung nach nicht der richtige Zweig. Eher schon Sozial oder noch eher Vertrags/Versicherungsrecht (denn die PKV beruft sich ja immer auf ihren Vertrag, der solche Leistungen angeblich nicht zulässt)

JeanetteundLinus
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Re: Kampf um das Pflegebett

Beitrag von JeanetteundLinus »

Hallo,
Ich hatte vor ca. 8 Jahren auch das Problem ein geeignetes Bett für meinen Sohn zu bekommen. Die Krankenkasse hat alles abgelehnt, dann habe ich bei Billi Bolli Kindermöbel ein Bett bestellt. Wir brauchten damals nur etwas, dass mein Kind nicht rausfallen kann. Die Krankenkasse Barmer hat dann das Bett bezahlt, weil es dort wesentlich günstiger war, als ein echtes Pflegebett. Habe das Bett dann noch erweitert, so hatten wir ein Etagenbett. Aktuell verkaufe ich es. Ich dachte ich schaue hier mal vorbei, ob es jemand mit einem besonderen kKind genauso gut gebrauchen kann wie ich damals. Auf der Seite Billi-Bolli unter Secondhand kann man es finden. Da es mitwächst kann man es auch Jahre behalten und die Qualität ist super!
LG Jeanette
Wenn ihr Kind
zum ersten Mal "Mama" sagt, wird
ihr klar sein, dass sie ein Wunder erlebt....

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