Rollstuhl für Läuferkind (10) - welches Modell?

Hier könnt ihr die Hilfsmittel eurer Kinder vorstellen, z. B. Reha-Buggy, Pflegebett, Stehtrainer, Therapieliege usw. - gerne auch mit Foto.
Ihr könnt hier übrigens auch Fragen bezüglich Technik und Anwendung verschiedener Hilfsmittel stellen.

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heidipet
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Re: Rollstuhl für Läuferkind (10) - welches Modell?

Beitragvon heidipet » 13.09.2019, 20:30

Hallo Elke,
frag bei 4ma3ma per Telefon einfach mal nach, was ihre Rollis wiegen. Wir hatten einen allerdings uralten Ebay-Buddy, ursprünglich von 4ma3ma und der war mit einer Hand bequem hochzuheben. Hast Du in dem Sanitätshaus die Rollis in der Hand gehabt und Dich reingesetzt (sofern es geht ;-) ?

Vergiß nicht: Sanitätshäuser verkaufen und wie bei jedem Verkäufer gibt es so'ne und so'ne.
Gruß
Heidi
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Heidi

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MichiF
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Re: Rollstuhl für Läuferkind (10) - welches Modell?

Beitragvon MichiF » 15.09.2019, 09:40

Hallo Elke,
unser 4ma3ma Rolli wiegt knapp 10kg. Vorher hatten wir den Mio von Sorg. Kleinere Größe aber deutlich schwerer. Und als Rollifahrer merkst du jedes Gramm weniger. Gerade beim kipppeln. :wink:
Wir haben ein Starrahmenrolli und noch nie Probleme den in ein Auto zu bekommen. Räder ab und gut ist.
Schönen Gruß
Michi

Gesa
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Re: Rollstuhl für Läuferkind (10) - welches Modell?

Beitragvon Gesa » 15.09.2019, 12:26

Moin,

ehrlich gesagt würde ich bei einem aktiven Fahrer mit einigermaßen Kraft eher überlegen, etwas Gewicht in Kauf zu nehmen, als einen nicht so stabilen zu nehmen. Es ist dann doch oft viel kaputt, wenn es viel genutzt wird, und das ist auf Dauer echt super nervig.

Eine Überlegung wäre, ob es sinnvoll ist, einen Buddy über 4ma3ma zu nehmen, da könnten die "normalen" Reparaturen eigentlich alle über ein anderes Sanitätshaus laufen, nur die Wachstumsanpassungen müssten direkt laufen, damit er dann auch schön leicht bleibt.

Gut, dass Ihr keinen Falter wollt, darin sitzt man nie so gut wie in einem starren, egal wie fit man ist, das hat auch meist nicht allzuviel mit aktiv Sitzen zu tun. Ich kenne bis jetzt, gerade im Kinderbereich, keinen einzigen Falter, der ansatzweise akzeptabel ist. Im Erwachsenenbereich, wenn es unbedingt sein muss, gäbe es ein oder 2.

Gut auch, dass Ihr die Verordnung erst holen wollt, wenn Ihr wißt, was für ein Stuhl es werden soll. Im Zweifelsfall könntet Ihr es ja jetzt schon ansprechen bei einem Termin, und fragen, ob Ihr das Rezept dann raus holen könnt, wenn Ihr den genauen Wortlaut wißt, der nötig ist. Oft sind Ärzte darüber sogar ganz dankbar.

Mit dem Kippeln lernen hängt sehr vom Kind, der Behinderung und der Versorgung (hier auch der Einstellung) ab, Ich würde es auf jeden Fall anfangs versuchen, mit Person hinter dem Rolli zu üben, also quasi als "Fänger wenn nötig", und erstmal den Punkt spüren lassen, wo der Stuhl kippt. Vieles hängt dann auch von der Fitness des FAhrers ab, insbesondere beim Fallen, wenn jemand sehr spastisch ist und der Kopf in Gefahr ist oder Glasknochen hat oder ähnliches, dann geht es natürlich nicht so, wie wenn jemand wirklich gut abrollen kann und damit den Kopf schützen. Vielleicht habt ihr ja eine Rollstuhlsportgruppe in der Nähe oder die Möglichkeit ein Mobilitätstraining zu besuchen?

Liebe Grüße

Gesa
Rollstuhlfahrerin mit unklarer Diagnose, vor vielen Jahren Unfall mit Kopf- und Beinverletzungen, über die Jahre Verschlechterung, seit mittlerweile 15 Jahren Rollifahrerin; Erfahrungen in Rollisport, Rollstuhlversorgung sowie behindertengerechtem Autoumbau

Silvia & Iris
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Re: Rollstuhl für Läuferkind (10) - welches Modell?

Beitragvon Silvia & Iris » 15.09.2019, 13:13

Hallo Elke,

und du bist dir ganz sicher, dass du prompt und problemlos die Verordnung für einen Starrahmenrolli erhalten wirst?
Andererseits weiß ich auch, dass ich auch Eltern in meinem Bekanntenkreis hatte, die wollten für ihren damals 10-jährigen Sohn unbedingt einen Buggy haben... (Autist)…
... weil der leichter zum Mitnehmen sei...
ein Buggy verhindert aber die aktive Mitarbeit eines Insassen... - daher eh keine Option für euch!
… Ich hatte beim Transport des Starrahmenrollstuhls auch keine Probleme, aber mit der Zeit haben wir uns dann entschieden einen Family-Van zu kaufen... Davor kam alles in den Kombi... - Welches Auto habt ihr? - aber auch das kann man ändern...
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

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Re: Rollstuhl für Läuferkind (10) - welches Modell?

Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 15.09.2019, 14:38

Hallo Sylvia,
das geht. Wir sind gerade am gleichen Thema dran und bei uns kam der Vorschlag auch von der Stelle, die das Rezept ausstellt.
Ich muss aber gestehen, ich weiß nicht mal welches Modell uns vorgeschlagen wurde- ich bin froh, dass es bei uns in der "Nähe" überhaupt jemanden gibt, der auf die Versorgung von Kindern spezialisiert ist.

Lg
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

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Re: Rollstuhl für Läuferkind (10) - welches Modell?

Beitragvon Silke Bu » 15.09.2019, 16:13

Hallo Elke,
wir haben auch einen Teilzeitrollifahrer. Mal steht das Ding undbenutzt über Wochen in der Garage, das Kind radelt oder schafft den Alltag zu Fuß. Und dann ist der Rolli über Tage oder auch Wochen das wichtigste tägiche Fortbewegungsmittel. Wir hatten den von dir schon genannten Zippie, der hat gute Dienste geleistet, wobei mein Sohn es tatsächlich geschafft hat, die Rahmen zu verziehen. Jetzt haben wir den easy life rt von sopur, der ist etwas stabiler, aber auch schon für größere kids. Rollis von 4ma3ma oder andere "teurere" Modelle zahlt unsere Krankenkasse nur für Kinder, die tatsächlich täglich drauf angewiesen sind.

Leichtes Gewicht ist sicher ein guter Ansatz, wenn die Kinder fit sind, sollte Stabilität aus meiner Sicht aber vor Gewicht gehen. Auf weiten Strecken ist dein 10jähriger nicht alleine unterwegs und ihr könnt schieben. Aber das kurzzeitige Toben fordert so einen Rolli schon heraus. Daher ist ein Foltrolli sicher - wie schon oft geschrieben - scheinbar praktisch, aber keine Alternative.

Zu Anfang solltet ihr unbedingt mindestens eine Kippstütze hinten dran haben, damit das Kind das Kippen lernen kann. Unser Sohn hat im Alter von ungefähr 11 Jahren angefangen, das Stützrad durchgängig weggeklappt zu lassen. Vorher war es ihm selbst v.a. in der Schule wichtig, damit ihn nicht jemand anderes unbedacht nach hinten zum kippen bringt. Auch den Beckengurt hat er freiwillig immer dran. Schon allein um zu verhindern, dass er nach vorne rauskippt, wenn Mama (!) mal wieder ungebremst gegen einen Bordstein knallt...
Bei uns ist zudem immer die Vorrichtung für ein outdoor-Rad dran, obwohl das in Sachen Gewicht natürlich völlig kontraproduktiv ist. Über ein solches Rad solltet ihr auch von Beginn an nachdenken, wenn das Kind im Gelände oder im Schnee unterwegs ist.

Für den Umgang mit Bordsteinen, U-Bahnen, , das bergaufschieben und später mal das Auf den Rädern fahren u.a. gibt es eine Menge Techniktipps, die man sich sicher auch theoretisch zeigen lassen kann. Am besten lernt man das natürlich von erfahrenen Rollifahrern. Auch im Internet findet man gute Tipps und natürlich gibt es die einwöchigen Mobilitätstrainigs, die nicht jede Kasse zahlt.

Viele Grüße und viel Erfolg
Silke
Silke mit Martin (07/06, Tibiapseudarthrose beidseits aufgrund NF1 oder Osteofibröser Dysplasie in beiden Unterschenkeln, ADS, LRS
Hannah (01/03), Theresa (07/01) und Elisabeth (03/00, Sternenkind seit der 28. SSW)

Unsere Bilder: http://www.REHAkids.de/phpBB2/album_per ... r_id=13641

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Re: Rollstuhl für Läuferkind (10) - welches Modell?

Beitragvon elke.theaterfisch » 17.09.2019, 09:32

Liebe Gesa, Silke, und Silvia,
danke für eure Anregungen! Gesa, das ist total überzeugend. Also lieber einen stabilen Rolli als einen leichten reparaturanfälligen. Tatsächlich ist unser Kind vergleichsweise fit, hat ein spastisches Gangmuster aber keine Spastiken, ist hypoton aber verglichen mit anderen recht stark. Und die Tipps zum Kippeln sind sehr konkret. Genauso üben wir, und unser Kind hat ja normale Knochen und kann sich abrollen bzw es lernen.
Unser Kind ist sicher ein Gelegenheitsfahrer und Herumtober mit dem Rolli und lässt andere wilde Kinder mit dem Ding fahren und herumtoben. Das ist ja auch ok. Deshalb sollte der Rolli stabil sein, mit möglichst wenig Anbauten. Es darf ein einfacher Starr-Rahmenrolli sein.
Sind 4ma3ma nicht viel zu teuer und von daher nicht angemessen für unser Kind? Im Sanihaus sagten sie, 4ma3ma ist nur für kleinere Kinder. Unser Kind ist 1,40 m groß mit verhältnismäßig langen Beinen und kurzem Oberkörper. 28 Kilo wiegt das Kind, Hüftbreite unter 30 cm.
Ich denk jetzt wieder neu nach. Was ist denn ein einfacher, stabiler Rolli?
Was sind die wichtigsten Körpermaße, die passen müssten?
Ich fänd es völlig ok, einen gebrauchten aus dem Krankenkassen-Fundus zu bekommen. Er müsste halt von den Maßen her passen. Wer berät mich denn dazu? Das Sanihaus profitiert nur von einem neuen, oder wie läuft das dann?
Oder ich könnte auch einen gebrauchten selbst erwerben.
In eBay Kleinanzeigen gibt es einige. Wie kann ich denn da gucken, ob der Rollstuhl passt?
Liebe Grüße Elke
Elke + Mann mit Sohn früh geboren im Mai 2009, 29. Woche, 1200 g. Motorisch entwicklungsverzögert. Muskulär hypoton, schwache Bänder, Knick-Senk-Füße. Erste Schritte mit dreieinhalb Jahren. Trug jahrelang Unterschenkel-Orthesen und Ringorthesen. Seit zwei Jahren ohne Orthesen.

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Re: Rollstuhl für Läuferkind (10) - welches Modell?

Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 17.09.2019, 09:51

Hallo Elke,
die Sanitätsäuser kümmern sich auch um den Wiedereinsatz gebrauchter Rollstühle etc. und wissen auch sehr gut, was ihr bekommen könnt und was nicht. Ich würde das Haus eures Vertrauens einfach mal Vorschläge machen lassen.
Lg
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

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Re: Rollstuhl für Läuferkind (10) - welches Modell?

Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 17.09.2019, 09:54

Achso, beim Krümel wurde die Breite im Hüftbereich, die Schulterbreite und Rückenhöhe und auch die Länge an den Oberschenkeln gemessen um eine etwa passende Größe zu finden.
Lg
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

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heidipet
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Re: Rollstuhl für Läuferkind (10) - welches Modell?

Beitragvon heidipet » 17.09.2019, 10:54

Hallo Elke,
gebraucht über Ebay haben wir auch gemacht, braucht aber Zeit, um den passenden zu finden.
Die meisten Rollis sind in mehrere Richtungen verstellbar, frag ggfs. beim Verkäufer genau nach.
Wichtige Maße:
- Sitzbreite. Hintern plus 0,5cm an jeder Seite.
- Sitztiefe: Hinterseite bis 2cm vor Kniekehle
- Unterschenkellänge: Kniekehle bis Boden plus 2cm.
- Radgröße: Empfehlung 24", kleinere werden nicht lange passen.
- Die Hände sollten mit den Fingerspitzen etwa auf Radnabenhöhe baumeln.
und: Gewicht, Gewicht, Gewicht!

Aber:
Wenn der Rolli der Kasse gehört, sind sie auch für Reparaturen/Wartung/Anpassungen zuständig. Selbst zahlen geht ziemlich ins Geld. Selbst kaufen würde ich nur für einen Zweitrolli oder für besondere Anlässe (z.B. Geschwister, Strand mit Sand, Sport, ...)

Mach Dir um den Preis doch erst mal keine Gedanken. Die Kasse soll Dein Kind ordentlich versorgen! Und wenn es dann eben ein 4ma3ma sein soll, dann beantrage den.
Widerspruch ist häufig, fast normal. Nicht ins Bockshorn jagen lassen!

Gruß
Heidi
Gruß

Heidi


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