Autismus wegen Impfung ?

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kati543
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Re: Autismus wegen Impfung ?

Beitragvon kati543 » 05.05.2019, 22:12

Hallo Saskia,
mein Jüngster „verstummte“ im gleichen Alter. Ich bin weit davon entfernt, das als Impfschaden abzutun. Er ist Stiko geimpft und hat die Autismusdiagnose...unter anderem.
Ich glaube hier spielen ganz viele Faktoren mit rein. Es ist einfach alles auf die Impfung zu schieben.
Du schreibst, das Kind ist neu in eurer Nachbarschaft - wie alt ist es denn ungefähr? So ein Umzug kann heftige Auswirkungen auf ein Kind haben. Vielleicht gab es aber auch irgendetwas anderes - Scheidung, Trennung, Tod, neues Geschwisterkind, Krankenhausaufenthalt,... Kinder werden manchmal von Dingen traumatisiert, das realisieren wir Erwachsenen gar nicht (mein Ältester hatte so z.B. mal einen Kurzfilm in der Schule gesehen über eine tiefgründige Freundschaft zwischen Mensch und Tier über den Tod hinaus - ihn hat das so geschockt, dass er Wochen nicht gesprochen hat; danach kamen massive Verlustängste und eine Fremdelphase und dann erzählte er erst, was ihn bedrückte).
Dazu kommt, dass das Gehirn eines Kindes genau in dieser Entwicklungsphase ohnehin sehr viel durchmacht. Selbst gesunde Kinder sehen da oft autistisch aus.
Gerade Autismus ist einfach auch eine Behinderung, die man nicht selten „erst später“ überhaupt bemerkt. Das Kind entwickelt sich anfangs, so glaubt man, normal. Stellt der KJP dann seine Fragen, fällt nicht selten auf, dass das Kind schon ab Geburt „irgendwie anders war“. Man konnte es nur nicht in Worte fassen.

Ansonsten sehe ich Autismus keinesfalls als ausschließlich genetisch bedingte Behinderung an. Meine Kinder wurden in der Schwangerschaft mit Valproat vergiftet und haben daher Autismus - und dieser Zusammenhang ist heutzutage anerkannt. Ich weigere mich schlichtweg, mich so weit aus dem Fenster zu lehnen und zu behaupten, dass ein Impfschaden unter sehr seltenen bestimmten Bedingungen nicht möglich sei.

Ich denke eure Nachbarn sollten sich zunächst darum kümmern, ob die Autismusdiagnose bestätigt wird. Danach kann man sich um den Impfschaden kümmern.

LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
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bellsaskia
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Re: Autismus wegen Impfung ?

Beitragvon bellsaskia » 05.05.2019, 23:55

Guten Abend,

hmm seltsam hatte schon geantwortet, anscheinend nicht richtig.

Danke für eure Antworten und die links. Da lese ich mich gleich mal ein.

Ja angeblich haben alle behandelnden Ärzte das bestätigt. U.a. SPZ, KJP etc.

Also an die Ärzte möchte ich irgendwie nicht geraten. Wobei wir ja auch schon den ein oder anderen Griff daneben hatten. Aber wer hat das nicht ?

Das Kind ist fast im Schuleingangsalter.

Habt einen schönen Abend!
VG
Saskia

kati543
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Re: Autismus wegen Impfung ?

Beitragvon kati543 » 06.05.2019, 09:00

Hallo Saskia,
da stimmt doch etwas nicht. Ein Kind, welches noch nicht mal eine Autismusdiagnose hat und fast im Schulalter ist...gut, kann sein (war bei meinen nicht anders).
Aber doch nicht, wenn bei dem Kind irgendwann ab dem 14. Monat ein Verdacht auf Autismus durch Impfschaden von SPZ UND (!) KJP gestellt wurde. Da hätte doch mal eine Autismusdiagnostik inkl. Gendiagnostik erfolgen müssen - ein SPZ leiert garantiert die humangenetische Untersuchung an und die KJP führt den Autismustest durch (der geht auch ohne Sprache).
Ich weiß ja, dass Ärzte gern mal versagen...aber nicht so. Ich kenne auch absolut gar keinen seriösen (!) Arzt, der sich so weit aus den Fenster lehnen würde und eine Behinderung, die noch nicht mal diagnostiziert ist, einer Impfung in die Schuhe zu schieben. Das ist höchst unprofessionell - noch dazu von SPZ und KJP. Ich kann dir sagen, wie unglaublich schwer es ist, schon Dinge die akzeptiert und nachgewiesen wurden, nachträglich für dein Kind als Diagnose zu erhalten. Meine Jungs wurden in der Schwangerschaft von Valproat überschwemmt. Die Folgen sind mittlerweile bekannt und akzeptiert, das Medikament für Frauen im gebärfähigen Alter verboten. Meine Söhne haben so ziemlich alle Folgeerscheinungen, die man eben dadurch haben kann. Trotzdem war kein Arzt jemals bereit, diese Diagnose zu vergeben...als Verdacht ja, aber mehr auch nicht.
Ein Verdacht auf Autismus (obwohl die Diagnose nich nicht mal gestellt wurde) aufgrund eines Impfschadens ist gar nichts. Solange das niemand als Diagnose in ein Gutachten schreibt und begründet, bringt das gar nichts.

Noch etwas...auch Kinder mit geistiger Behinderung entwickeln sich zunächst geglaubt zeitgleich. Das fällt nicht gleich auf. Schon mal gar nicht Eltern, die ihr Kind täglich sehen und keinen Vergleich haben.

Kann es vielleicht sein, dass die Eltern die Ärzte falsch verstanden haben?

LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
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Re: Autismus wegen Impfung ?

Beitragvon Engrid » 06.05.2019, 09:21

Hallo,

manchmal tun Eltern sich sehr schwer, zu akzeptieren, dass ihr Kind eine Behinderung hat. Da kann es passieren, dass sie alles vor sich herschieben, was „festnagelt“, was konkret ist. Allerlei Unkonkretes wird dann vermischt, Halbsätze von Ärzten umgedeutet, ...
Eine gute Adresse für Diagnostik, oder Therapie, wirkt da vielleicht Wunder ...

Mir geht es wie Kati. Da muss irgendwas durcheinandergeraten sein bei dem Vater ...

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

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Re: Autismus wegen Impfung ?

Beitragvon Michaela44 » 07.05.2019, 12:51

Hallo,

manchmal tun Eltern sich sehr schwer, zu akzeptieren, dass ihr Kind eine Behinderung hat. Da kann es passieren, dass sie alles vor sich herschieben, was „festnagelt“, was konkret ist. Allerlei Unkonkretes wird dann vermischt, Halbsätze von Ärzten umgedeutet, ...
Eine gute Adresse für Diagnostik, oder Therapie, wirkt da vielleicht Wunder ...

Mir geht es wie Kati. Da muss irgendwas durcheinandergeraten sein bei dem Vater ...

Grüße
Manchmal ist es auch schlichtweg einfacher/angenehmer jemanden oder etwas zu haben, dem man "die Schuld" geben kann. Es fällt nicht allen leicht, einen angeborenen Autismus zu akzeptieren.
Asperger Autistin
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Re: Autismus wegen Impfung ?

Beitragvon Leasanne » 15.08.2019, 18:51

Aktuellste Studie übe den Zusammenhang zwischen ASS und MMR-impfungen. Ergebnis: Es gibt keinen Zusammenhang.
https://www.merkur.de/leben/gesundheit/ ... 28717.html

Ein kleiner Exkurs über die Ursachen von ASS:
https://www.neurologen-und-psychiater-i ... /ursachen/

Es gibt noch eine recht neue

Mehr braucht man nicht. Aber selbst das wird dem Vater schon zu viel sein und er wird alles leugnen und herunterspielen.

Gruß, Eva
Liebe Grüße
Leasanne
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Jonas (*’95), Lutz (*’02), ASS, ADHS, Dyskalkulie, extreme Knick-Senk-Füsse, Skoliose, seit 2019: LQTS, Til (*’05) extrem nervendes Pubertier

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Re: Autismus wegen Impfung ?

Beitragvon Leasanne » 15.08.2019, 18:53


Kann es vielleicht sein, dass die Eltern die Ärzte falsch verstanden haben?

LG
Katrin
Kann es sein, dass die Eltern die Ärzte anders verstanden haben wollen?
Liebe Grüße
Leasanne
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