spezielle Krankenbeobachtung bei Selbstgefährdung?

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

Moderator: Moderatorengruppe

Benutzeravatar
Inga
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7187
Registriert: 18.03.2005, 20:14
Wohnort: RLP

Re: spezielle Krankenbeobachtung bei Selbstgefährdung?

Beitragvon Inga » 31.03.2019, 07:38

Hallo Senem, was soll in der Psychatrie mit ihm gemacht werden, "arbeiten" kann man nicht mit ihm, er ist ja nicht psychisch krank, sondern "nur" extrem geistig behindert. Heißt er würde dort (noch mehr) mit Medikamenten ruhig gestellt und (noch mehr) fixiert. Auch (oder gerade) in solchen Einrichtungen gibt es Personalmangel, da kann man keine Person zu seinem Schutz abstellen.

Gruß, Inga
Michelle 02 Apert-Syndrom & Epi
Josephine 05 Albinismus
Emma 07
Nico 09 ADHS,...
"Joshua" 14 Epi, Hemi, Blind
Joleen 16 Schinzel-Giedion-Syndrom

Betreuer von Danielo '96 und Steven '98

Unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic2393.html
Unsere Galerie: http://www.REHAkids.de/phpBB2/album_per ... er_id=1278

Werbung
 
Manuela1304
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 931
Registriert: 14.05.2013, 21:24

Re: spezielle Krankenbeobachtung bei Selbstgefährdung?

Beitragvon Manuela1304 » 31.03.2019, 12:40

Hallo Inga

Mein Mann arbeitet in der akuten Psychiatrie, da gibt es zwar mehr als genug Personal und 1:1 Betreuung ist kein Problem aber das ist grundsätzlich nur für recht kurze Zeit gedacht, auch wenn es da mal einen Patienten gab der über Jahre da war.
Ich werde meinen Mann beauftragen auf der Arbeit nachzufragen welche Optionen man im euren Fall hat.
Befürchte aber das sie ausser einer geschlossenen Einrichtung auch kein Tip haben, da so Härtefälle bestimmt nicht oft vorkommen. Vor allem ist es bei vielen nur eine relativ kurze Episode das sie so arg reagieren.
Das doofe ist das man bei so seltenen Situationen keinen Ansprechpartner hat wo man alle Infos bekommt.
Ich werde es meinen Mann schildern, ggf gibt es bei ihm auf der Arbeit auch einen geschulten Sozialdienst der sich mit sowas auskennt, wie man Patienten nach dem stationären Aufenthalt unter stützen kann, welche Gelder zur Verfügung stehen.
Er arbeitet da erst sehr kurz, daher kennt er sich damit noch nicht aus.

Ganz liebe Grüsse
Manu

HeikeLeo
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 596
Registriert: 18.05.2015, 19:34
Wohnort: Fellbach

Re: spezielle Krankenbeobachtung bei Selbstgefährdung?

Beitragvon HeikeLeo » 31.03.2019, 13:10

Liebe Inga,

so einen Kandidaten haben wir hier auch, deshalb lese ich mit größtem Interesse mit.

Ich weiß nur, dass Gisela Maubach für ihren Sohn sehr um ein PB kämpft. Nachdem sie das Bundesverdienstkreuz zurückgegeben hatte, war ihr das PB für ein Jahr bewilligt worden. Anschließend ist es aber zunächst nicht verlängert worden. Ich weiß nicht, wie jetzt gerade der Stand ist.

Liebe Grüße
Heike

Charlotte4444
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 25
Registriert: 11.06.2012, 14:37

Re: spezielle Krankenbeobachtung bei Selbstgefährdung?

Beitragvon Charlotte4444 » 31.03.2019, 15:05

Hallo,

Kennt ihr die ambulante, psychiatrische Pflege? Das ist grob gesagt die Entsprechung zum normalen Pflegedienst bei körperlichen Erkrankungen. Leider gibt es solche Angebote meist nur in den größeren Städten, aber Kostenträger ist die Krankenkasse.
Es ist in nicht leicht durchzusetzen, aber prinzipiell ist es möglich, dass z.B zweimal am Tag so eine Krankenpflegerin kommt und für 90 Minuten nach ihm schaut. Das ist natürlich ein Stein auf dem heißen Stein, aber könnte im eurem Fall vielleicht helfen z.B die Pausenzeiten der Assistenten abzudecken bzw. Zeiten zu schaffen, in den die Assistenz mal die Wäsche machen kann oder so.

LG Charlotte

mariannna
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 249
Registriert: 07.02.2015, 16:06
Wohnort: werl

Re: spezielle Krankenbeobachtung bei Selbstgefährdung?

Beitragvon mariannna » 31.03.2019, 22:02

Inga hat geschrieben:
Es geht um einen schwer geistig behinderten Menschen (Erwachsen, Entwicklungsstand ca. 1 Jahr).
Er ist NICHT aggresiv, verletzt sich nur selbst um sich selbst zu spüren. Beist tiefe Fleischwunden bis auf den Knochen, schluckt ein komplettes "Windeltuch" unter, ... Er ist schon mit jede Menge Schutzorthesen u.ä. ausgestattet, aber er findet immer wieder Wege sich zu verletzten.
Zudem rennt er ohne Unterlass. Man dreht sich einmal um und weg ist er. :shock: Rennt über Stock und Stein, einfach quer über die Strasse, durch Gewässer,...Er isst auch alles was erreichbar ist, Pflanzen, Pilze, Sand, Murmeln, halt alles war irgendwie klein genug zum Schlucken ist oder halbwegs zerkaubar...


Hallo Inga, also ganz ehrlich: so wie du das beschreibst glaube ich nicht, dass eine ambulante Betreuung zu stemmen ist. Das hört sich ja schon sehr extrem an. Und in so einem schweren Fall finde ich auch den Einsatz von Medikamenten oder zeitweiser Fixierung gerechtfertigt. Medikamente sind nicht per se etwas schlechtes, sondern können manchmal auch ein Segen sein.

Inga hat geschrieben:Nach jahrelanger Suche steht fest, keine Einrichtung kann ihn nehmen, selbst mit dem Angebot vom Kostenträger, dass eine Zusatzkraft bewilligt würde, gibt es keine Einrichtung, die ihn aufnehmen kann


Ich denke, mit der richtigen medikamentösen Einstellung würden die selbstverletzende Tendenzen deutlich zurückgehen und dann ist der junge Mann auch wohnheimfähig. Die Einstellung kann aber eine Weile dauern und sollte möglichst stationär gemacht werden.
Einen Psychiatrieaufenthalt halte ich definitiv für gerechtfertigt, denn solch ein selbstverletzendes Verhalten ist nicht alleine durch eine geistige Behinderung zu erklären (1 jährige Babys beissen sich ja auch nicht blutige Wunden).

Wo bzw sie lebt denn der junge Mann momentan bzw er betreut ihn? Das hört sich auf jeden Fall sehr belastend und anstrengend an- für beide Seiten!

Viel Glück, dass ihr eine Lösung findet!
LG,Marianna

Benutzeravatar
Inga
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7187
Registriert: 18.03.2005, 20:14
Wohnort: RLP

Re: spezielle Krankenbeobachtung bei Selbstgefährdung?

Beitragvon Inga » 31.03.2019, 22:55

Hallo

Danke, Charlotte, das kannte ich noch nicht, werde mal nach mehr Infos dazu suchen.

Marianna, was denkst du denn? Meinst du wirklich, es wurden noch keine Medikamente versucht? Es wird nun schon seid vielen, vielen Jahren versucht eine optimale Einstellung zu finden. Bezweifel, dass sie jetzt in den nächsten Wochen plötzlich das "Allheilmittel" finden...
Fakt ist, bis zum Sommer muß eine Lösung her!

Das Selbstverletzen sind Wahrnehmungsstörungen, er möchte sich selbst spüren.

Gruß, Inga
Michelle 02 Apert-Syndrom & Epi

Josephine 05 Albinismus

Emma 07

Nico 09 ADHS,...

"Joshua" 14 Epi, Hemi, Blind

Joleen 16 Schinzel-Giedion-Syndrom



Betreuer von Danielo '96 und Steven '98



Unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic2393.html

Unsere Galerie: http://www.REHAkids.de/phpBB2/album_per ... er_id=1278

JanaSnow
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1902
Registriert: 18.02.2010, 11:01

Re: spezielle Krankenbeobachtung bei Selbstgefährdung?

Beitragvon JanaSnow » 16.04.2019, 15:14

Hallo Inga,

oh dies klingt wirklich schwierig. Das ist eine ganz andere Hausnummer als der von mir beschriebene Fall. Vielleicht wurde bei ihm die Behandlingspflege auch genehmigt, weil absehbar war, dass der verflixte Tumor letztendlich siegen wird.

Ich wünsche Euch, dass Ihr eine Verordnung vom Facharzt bekommt und Eure "Idee" auch von den Kostenträgern unterstützt wird. Und Ihr dann auch Menschen findet, die diese Aufgabe leisten können.
Welche Möglichkeiten soll es denn sonst noch geben, wenn jede Einrichtung ablehnt? Ich finde ja schon schlimm, wenn in Heimen, Menschen mit Medikamenten "sediert" werden, weil einfach nicht genug Personal da ist.

Ich wünsche Euch sehr, dass Ihr eine Lösung findet.

Auch wenn ich nichts beitragen kann: Daumen drücken kann ich, und das tu ich ganz, ganz fest.

Gruß
Jana

Werbung
 
Julia+Ferdl
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 131
Registriert: 23.03.2009, 22:42

Re: spezielle Krankenbeobachtung bei Selbstgefährdung?

Beitragvon Julia+Ferdl » 17.04.2019, 21:48

Hallo Inga,

es gibt psychiatrische Stationen, die auf Menschen mit geistiger Behinderung spezialisiert sind, hier zum Beispiel

https://kbo-iak.de/index.php?id=985

Vielleicht wissen die dortigen Fachleute was ...

Meine Daumen sind auf alle Fälle gedrückt!

Liebe Grüße, Julia
Tochter (*2002), gesund, Sohn (*2005) mit Gendefekt (muskuläre Hypotonie, Sprachstörung, heterogenes Intelligenzniveau), Autismusspektrumstörung, Aufmerksamkeitsstörung


Zurück zu „Rechtliches (Krankenvers., Pflegegeld etc.)“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste