Ende Elternzeit - weitere unentg. Freistellung von Arbeit

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Yvonne Henrichs
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Ende Elternzeit - weitere unentg. Freistellung von Arbeit

Beitragvon Yvonne Henrichs » 01.12.2016, 08:24

Hallo !
Ich hätte gerne mal Eure Erfahrungen / Meinungen gehört...
Meine Elternzeit endet Anfang Januar 2017. Direkt im Anschluss nehme ich für 6 Monate Pflegeurlaub. Ich habe meinen Arbeitgeber dann gefragt, ob die Möglichkeit besteht mich nach dem Pflegeurlaub für ein weiteres Jahr freizustellen... Die Antwort war: Können wir leider nicht machen, da du einen gesetzl. Urlaubsanspruch nach 30 Tagen Freistellung hast......

Mmmhhh wie sieht es bei Euch aus ? Gibt es Betroffene die länger als 30 Tage freigestellt worden sind ?

Ich habe das Gefühl, dass man mich los werden möchte.

Freue mich über Antworten

Yvonne

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else
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Beitragvon else » 01.12.2016, 14:02

Hallo,

habe das im Haufe gefunden:
"Hat ein Beschäftigter über mehrere Monate unbezahlten Sonderurlaub, ändert dies nichts am Entstehen des gesetzlichen Urlaubsanspruchs. Der Arbeitgeber darf den Erholungsurlaub in solchen Fällen nicht kürzen, so das Bundesarbeitsgericht (BAG): Bei längerem unbezahltem Sonderurlaub ruhen zwar die Hauptleistungspflichten, der gesetzliche Urlaubsanspruch des Mitarbeiters besteht aber in voller Höhe.
Der gesetzliche Urlaubsanspruch aus § 1 BUrlG setzt nur den rechtlichen Bestand des Arbeitsverhältnisses und die einmalige Erfüllung der Wartezeit (6 Monate) voraus. Er besteht daher auch im ruhenden Arbeitsverhältnis. Soweit es keine gesetzlichen Sonderregelungen gibt, wie z. B. bei der Elternzeit und der Pflegezeit, darf er auch nicht gekürzt werden. Für den über den gesetzlichen Mindesturlaub hinausgehenden Urlaubsanspruch können tarif- oder einzelvertraglich Kürzungsregelungen vereinbart werden.
Die Frage, ob bei unbezahlten Freistellungen Urlaub entsteht und besteht, ist häufig auch tarifvertraglich festgelegt."

Also wenn Du keinem Tarifvertrag unterliegst, der eine Kürzungs-Regelung enthält, hat Dein Arbeitgeber wohl Recht.
Grüße
Else

Biancamit2
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Beitragvon Biancamit2 » 01.12.2016, 17:22

Ich frag mal blöde, da ich ja deine Hintergründe nicht kenne.

Du bist verheiratet, ihr lebt vom Einkommen des Mannes? Und du möchtest dich freistellen lassen und verdienst dann nix?
Dann kannst du doch einfach kündigen und als Hausfrau zuhause bleiben. Krankenversichert bist du dann über deinen Mann (sofern er gesetzlich versichert ist) und alles andere brauchst du ja nicht, bzw würde ja auch sonst nix gezahlt werden bei einer Freistellung.

Oder?

LG
Bianca
Bianca mit Sohn (2004, Skoliose, LRS) und Tochter (02.2009 Frühchen 29+0, ICP, PVL, spastische Diparese, und manch anderes) und zwei Sternchen *2003 *2008 fest im Herzen

Andrea1
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Beitragvon Andrea1 » 01.12.2016, 17:50

Hallo Yvonne Henrichs,
also ich bin seit 2008 freigestellt. Habe keinen Urlaub bekommen (ob ich anspruch hätte, weiß ich nicht). Der Vorteil ist, dass man trotzdem immer wieder Kontakt hat zum Betrieb und eine geeignete Stelle jederzeit antreten kann. Ich würde sonst die internen Stellenangebote gar nicht mehr mitbekommen. Bei meinem Arbeitgeber kann ich aber erst ab 16 Std. arbeiten. Das ist mir derzeit noch zu viel. So dass ich momentan, bei einem anderen Arbeitgeber, auf 450 EUR arbeite.

LG
Andrea
Julian geb. 18.01.07; 28/0 SSW 1090g. Ventrikelseptumdefekt, Atemnotsyndrom,Pneumothorax rechts, BPD,Lungenhypoplasie, Tracheostoma, derzeit CPAP beatmet, Krampfanfälle, Leistenbruch, Lungenbiopsie,Gedeistörung,deshalb PEG,Nov. 09 Reflux-op, seit April 09 ohne Beatmung mit Sauerstoff, Aug 10 Tracheostomaverschluß

Yvonne Henrichs
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Beitragvon Yvonne Henrichs » 01.12.2016, 20:51

@Else Danke für die Info, da mache ich mich schlau

@Bianca Ja ich bin verheiratet und lebe vom Einkommen meines Mannes mit. Ich bin seit 22 Jahren bei der Bank beschäftigt und möchte gerne wieder einsteigen aber zum jetzigen Zeitpunkt ist das nicht möglich...ich habe auch Angst wieder etwas zu verlieren

@Andrea Genau wie du schreibst, ähnelt es meiner Situation. Unter 20 Stunden kann ich dort nicht wieder einsteigen. Meine Tochter wird ab August 2017 in den Kindergarten gehen..Und ich wünschte mir eine Freistellung bis Sommer 2018. Wie ich sehe, funktioniert es ja bei anderen...

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Beitragvon ChristinaZ » 01.12.2016, 21:17

Hallo Yvonne,
falls die Bank in einem größeren Verbund ist, gibt es doch auch einen Betriebsrat. Frag doch da mal an, die vertreten die Interessen der Mitarbeiter.
Viel Erfolg!
Christina
mit Hummel *2013 normal-besonders und Biene *05/2015 mit Down-Syndrom

else
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Beitragvon else » 01.12.2016, 21:23

Hallo Yvonne,

bei Familienpflegezeit wäre die Mindeststundenzahl nur 15. Wie es beim Teilzeitgesetz aussieht weiß ich jetzt nicht, ich denke das waren auch 15. Eine Bank ist jedenfalls so groß, dass dort diese Ansprüche gelten müssten.

Grüße
Else

Roy1969
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Beitragvon Roy1969 » 01.12.2016, 21:56

Hallo Yvonne,

leider finde ich nirgends wie alt deine Tochter ist und ob du schon 3 Jahre Elternzeit in Anspruch genommen hast. Daher ist es schwierig hier zu raten.

Viele Grüße
Roy 69, GöGa 74, D. 98, A. 05
D. HB mit ADS (ADS seit Februar 11 lt SPZ nicht mehr), A. seit 12/2010 Diagnose frühkindlicher Autismus
Alle mit Talent zum Glücklichsein :-)

Yvonne Henrichs
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Beitragvon Yvonne Henrichs » 02.12.2016, 07:47

Hallo Roy,

sorry...wir haben uns hier im Forum noch nicht vorgestellt. Meine Tochter Antonia wird im Januar 3 Jahre alt. Bis zu diesem Zeitpunkt bin ich in Elternzeit. Im Anschluss werde ich 6 Monate Pflegeurlaub nehmen. Sprich bis Anfang Juli bin ich nicht tätig...Toni wird im August in den Kindergarten gehen. Ich habe Antonia außer durch Freundin nie fremdbetreuen lassen. In der ersten Zeit im Kindergarten werde ich mitkommen.. Daher mein Wunsch noch 1 Jahr Freistellung von der Arbeit so das ich dann evtl. sagen kann, Antonia wird gut betreut und ich kann mit gutem Gewissen arbeiten gehen.

Es tut weh wenn man nach der Geburt nicht einmal von den Führungskräften angesprochen wird, wie es Antonia geht...Den einzigsten Anruf den ich jetzt hatte war die Erkundigung wie es nach der Elternzeit weitergeht mit mir.... Der erste Satz lautete: Wie du weisst sind wir auf der Suche nach flexiblen Mitarbeitern.... das war für mich wie ein Schlag ins Gesicht...und der Satz, na dann wirst du mal nicht am 03.01. hier stehen...

Ich werde mal Kontakt mit unserem Betriebsrat aufnehmen. Mittlerweile mache ich mir auch Gedanken ob ich dort nach solchen Aussagen überhaupt wieder starten möchte...

Danke für Eure Antworten !

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Susanna.E.
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Beitragvon Susanna.E. » 02.12.2016, 11:57

Hallo Yvonne,
ich habe noch einmal nachgelesen. Leider hat Dein Arbeitgeber Recht: Man erwirbt auch während einer unbezahlten Freistellung Urlaubsansprüche. Dagegen kann man wohl auch überhaupt nichts tun. Dass ein Arbeitgeber daran wenig Interesse hat – schlussendlich endet das Arbeitsverhältnis im ungünstigen Fall direkt nach der Freistellung und er zahlt dann Urlaub aus – kann ich bestens verstehen.
Gibt es echt keine Möglichkeiten? Z.B., dass ihr für ein Jahr lang deine Arbeitszeiten deutlich reduziert – notfalls auf einen 450€-Job – und danach auf 20 Stunden hochfahrt?
Alles Gute!
Susanna


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