Hallo! Ich stelle uns auch mal vor... (Suse mit Tobias)

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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Susekie
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Hallo! Ich stelle uns auch mal vor... (Suse mit Tobias)

Beitragvon Susekie » 14.12.2004, 13:22

Hallo Ihr Lieben!

Da ich gerade gezwungenermaßen zuhause bin, erzähl ich Euch mal, wer wir sind. :-)

Also, da gibt es vor allem Tobias (7), unser besonderes Kind, zu dem ich gleich noch mehr schreibe, seine kleine Schwester Marlene (4), die ich heute morgen kurz nach 8 Uhr schon wieder vom Kindergarten abholen "durfte", weil sie sich scheinbar nen Magen-/Darmvirus eingefangen hat, aber seitdem putzmunter und fit ist (mal gucken, wie lange noch...), außerdem gibt es noch den Papa zu diesen beiden Mäusen und gleichzeitig mein Göttergatte: Michael (45) und zuletzt ich, Rita, genannt Suse (36).

Tobias hat eine äußerst seltene Muskelerkrankung, naja, eigentlich eher eine "Muskelreifungsstörung", aber es gehört zu der "Familie" der Muskelkrankheiten, die allerdings wie die meisten anderen gerade nicht fortschreitend ist. Das ganze nennt sich Zentronukleäre (oder Myotubuläre) Myopathie und ist zumindest in seinem Fall genetisch bedingt. Vor ein paar Wochen hat sich schon eine Familie hier vorgestellt (*winke* Elke), ansonsten habe ich wenig Hoffnung, hier jemanden zu treffen, dessen Kind diese Erkrankung auch hat, weil sie einfach zu selten ist.

Tobis größtes Problem ist, daß die gesamte Skelettmuskulatur betroffen ist und damit vor allem auch das Zwerchfell. Dies bedeutet, er ist quasi von Anfang an beatmet. Anfangs, eigentlich viel zu lange über einen Nasentubus, nach rund 4 Monaten bekam er dann einen Luftröhrenschnitt. Zwei Monate danach wurde der letzte verbliebene Schlauch in der Nase - die Magensonde - durch einen Button ( PEG ) ersetzt.

Als Neugeborener hat er sich so gut wie gar nicht bewegt und wenn Bewegungen an Füßen oder Händen da waren, waren diese fast wie in Zeitlupe - es läßt sich schwer beschreiben, sah aber so aus, als ob jede noch so kleine Bewegung ungeheuer Kraft kostete. Richtig toll motorisch entwickelt hat er sich dann, als er nach knapp 7 Monaten endlich das Krankenhaus, die Intensivstation verlassen konnte und nach Hause kam!

Allerdings sind wir auch heute noch weit entfernt vom selbständigen Sitzen oder gar Krabbeln geschweige denn Gehen. Er kann mittlerweile seinen Kopf ganz gut kontrollieren, wenn man ihn aufsetzt und im Rücken hält. Eigentlich hält er dann auch seinen Oberkörper oder aber es reicht ein einzelner Finger als "Stütze".

Durch den Luftröhrenschnitt hat er noch nie sprechen können, hieran arbeiten wir jetzt seit ein paar Monaten mit einem äußerst engagierten Logopäden, auf den Tobias endlich mal reagiert! Nur...eine Therapiestunde pro Woche bringt soooviel auch wieder nicht, also geht es im Schneckentempo weiter...

Ansonsten "leiden" wir weniger an seiner Situation an sich, sondern vor allem unter seiner - leider privaten - Krankenversicherung, die sich für kaum etwas zuständig fühlt. Wahrscheinlich müssen wir schon dankbar ohne Ende sein, daß er damals zumindest ein Beatmungsgerät bezahlt bekommen hat, um nach Hause zu können. Das zweite, "Ersatzgerät" wird bis heute verwehrt, weil 1. nicht medizinisch notwendig und 2. das erste nur aus Kulanzgründen gezahlt wurde. Nun ja...

Ach, seit ungefähr 2 Jahren ist Tobias stolzer Besitzer eines Elektro-Rollstuhls, der es ihm endlich ermöglicht, sich eigenständig fortzubewegen. Im übrigen wurde dieser auch nur "kulanzweise" von der Versicherund bezahlt, mit einem gewissen, bereits zwei Jahre vorher festgelegten Betrag (15.000 DM!!! - weil man hierfür "locker" einen umgebauten Rehabuggy bekommen hätte, ha ha ha...)

Apropos Versicherung... ich hätte da gleich zu Beginn eine riesengroße Bitte an Euch, nämlich DAUMEN DRÜCKEN!!!
Übermorgen, also am Donnerstag, ist unser erster Gerichtstermin, "morgens halb zehn in Deutschland" - aber ohne Knoppers *g* Wir haben nämlich die Versicherung verklagt, weil diese nicht die Einsicht hat, daß ein "Intensivkind" mit 24stündiger Beatmung "rund um die Uhr" Behandlungspflege benötigt. Nachdem wir jahrelang nicht nur die Grundpflege, sondern auch die Behandlungspflege tags wie nachts fast allein gemacht haben, fordern wir mehr, zumal wir längst feststellen mußten, daß die meisten Familien mit beatmeten Kindern viel mehr Stunden am Tag von einem Pflegedienst "betreut" werden! Und eins wollen wir ganz sicher nicht "erreichen": daß Tobias ins Heim abgeschoben wird!

So, ich habe sicherlich nicht alles über uns bzw. Tobias erzählt, aber ich denke, es ist schon lang genug geworden...

Eine Sache möchte ich aber noch erwähnen, auch wenn es nochmal länger wird (sorry): Tobias ist seit August 2004 Schulkind! Wir hatten schon befürchtet, er müßte zuhause bleiben, hätte ggf. "Hausunterricht" erhalten, und sind daher froh, daß er zur Schule gehen "darf". Nur haben wir leider noch den Eindruck - und schon vor einem Jahr die Befürchtung -, daß die von den "schlauen Leuten" erwählte Schulform (Schule für Geistigbehinderte) nicht wirklich für ihn geeignet ist. :( Hauptgrund für die Entscheidung der begutachtenden Lehrkräfte war damals, daß er nicht sprechen kann und deshalb nicht die Körperbehindertenschule besuchen könne. Er sollte deshalb "ein, zwei Jahre" lang die GB-Schule besuchen und dann ggf. wechseln, wenn seine Kommunikationsmöglichkeiten (wir haben zwar einen Computer für ihn, aber noch kein "Sprachprogramm") deutlich besser geworden sind und er zudem auf Aufforderung IMMER mitarbeitet. Nur auf der GB-Schule könne er so individuell gefördert werden, wie er es braucht.
Versteht mich bitte nicht falsch: die Schule hat einen sehr guten Ruf, gefällt uns prinzipiell auch gut, ist aber auf Kinder wie Tobias überhaupt nicht eingestellt. Ich habe auch kein grundsätzliches Problem damit, ein Kind auf einer GB-Schule zu haben, aber ich sehe mein Kind fast täglich unglücklich nach Hause kommen und höre von den Krankenschwestern, die ihn begleiten, auch fast täglich, daß sie den Eindruck haben, er langweilt sich. Irgendwie fehlt da noch der "Input", den er benötigt. An seinen Kommunikationsfähigkeiten wird in unseren Augen dort gar nicht "gebastelt", die Dinge, die sie machen (wie kochen, tischdecken, abwaschen etc.), kann er nicht erlernen, weil ihm die Kräfte dafür fehlen, zudem interessiert es ihn nicht, weil er ja nicht mit dem Mund ißt, und wenn sie denn z. B. einkaufen gehen, geht das Klassenteam mit den übrigen 5 Kindern voraus, egal ob die Krankenschwester mit Tobias zurückfällt, weil z. B. abgesaugt werden muß, oder nicht. Vielleicht sind unsere Erwartungen auch einfach zu hoch gesteckt, aber wir kommen uns so ziemlich veräppelt und verschaukelt vor, weil wir kaum eine Chance für ihn sehen, "jemals" auf eine andere Schulform wechseln zu können! Er hat sich vor knapp drei Jahren schon mit seinem Spielcomputer selbst beigebracht, Buchstaben zu erkennen oder plus/minus im Zahlenraum bis 10 zu rechnen - hier müßte es eigentlich mal "vorwärts" gehen, damit es interessant für ihn bleibt, und nun ist eher das Gegenteil der Fall.

Jedenfalls kann niemand von uns auch nur ansatzweise "individuelle Förderung" erkennen. Wenn die Kinder mal an den Computer im Klassenraum herandürfen, gehört Tobias hierzu gerade nicht oder sitzt "in zweiter Reihe" und darf gerade mal zuschauen - warum kommen die Pädagogen nicht auf die Idee, daß ihn das vielleicht interessieren könnte und das Bedienen der Maus oder der Tastatur wahrscheinlich zu leisten wäre? Die Ergotherapeutin in der Schule scheint sich fast nur mit dem Thema "Wahrnehmung" bei ihm zu befassen, obwohl er in diesem Bereich keinerlei "störungen" hat. Ihre Begründung: er fände es so toll, auf dem Wasserbett oder im Bällebad zu sein! na klasse... Tja, und der für einmal wöchentlich angesetzte "Sprachförderunterricht" ist bisher mehr ausgefallen als durchgeführt worden. Wirklich "fördernd" ist es aber inhaltlich auch (noch?) nicht für ihn.

Vielleicht nimmt uns diese blöde Klage gegen die Versicherung aber auch zu sehr mit und wir sehen deshalb kaum noch etwas durch eine rosarote Brille. :?:

So, nun ist's aber endgültig lang genug - ich muß auch mal wieder nach meiner "kranken" Tochter sehen. *g*

Seid lieb gegrüßt und denkt bitte Donnerstag an uns!

Bis dann...
Suse

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*Beate*
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Beitragvon *Beate* » 14.12.2004, 13:46

Hallo Suse,

ein herzliches Willkommen hier im Forum.
Ich hoffe Du hast einen regen & positiven Gedankenaustausch !


Es grüßt Dich Beate

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Beitragvon Sabine » 14.12.2004, 17:11

Hallo Suse,

herzlich Willkommen bei REHAkids und viel Spaß beim Austausch hier!
Zu der Schulproblematik bei Tobias hätte ich folgende Frage: Sind schon einmal seine kognitiven Fähigkeiten in einem SPZ getestet worden? Falls er keine oder nur geringe geistige Einschränkungen hat, könnte er doch zumindest stundenweise in Begleitung einer Krankenschwester eine Körperbehindertenschule besuchen und man könnte dann testen, inwieweit er dem Unterricht folgen kann.

Lieben Gruß,
Sabine
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Beitragvon Susekie » 16.12.2004, 17:58

Hallo Sabine!

Das mit den "kognitiven Fähigkeiten" bzw. mit dem Testen derselben ist irgendwie ein großes Problem:
Nein, in einem SPZ ist noch nichts dergleichen gemacht worden. Wir müssen aber - nach einem Umzug vor drei Jahren und bis dahin absoluter Unzufriedenheit mit dem SPZ - uns immer noch "neu orientieren" in Bezug auf ein anderes SPZ, was uns aber aufgrund der schlechten Erfahrungen nicht einfach fällt, aber auch, weil wir kaum an eine Person geraten werden, die sich mit seiner Erkrankung wirklich auskennt.
"krankheitsbedingt" gibt es jedenfalls keine Anhaltspunkte für irgendwelche geistigen Einschränkungen, auch ansonsten spricht nichts gegen "normale Intelligenz", aber durch sein langes, sehr langes nur zuhause (und von Erwachsenen umgeben) sein - immerhin bis über seinen 5. Geburtstag hinaus - sind sicherlich Entwicklungsverzögerungen in allen Bereichen da! Was nicht bedeutet, daß er Defizite im kognitiven Bereich nicht aufholen könnte.

"Getestet" hat seine kognitiven Fähigkeiten ein Psychologe in einer Reha-Klinik vor ca. 1,5 Jahren. Niemand von uns war bei diesem Test dabei, d. h. wir wissen bis heute nicht genau, WAS der eigentlich mit ihm gemacht hat. Fakt war aber, daß Tobias diesen Menschen von der ersten Sekunde an offensichtlich nicht mochte und deshalb noch weniger auf ihn reagiert hat (leider ist er ein Weltmeister im Ignorieren und "weghören"!). Durch Herumfragen bei Psychologen, die uns anschließend so "über den Weg gelaufen" sind, hat sich dann herausgestellt, daß der Psychologe einen "nichtsprachlichen Intelligenztest" mit ihm gemacht hat, der aufgrund der gesamten Umstände, also auch der mangelnden Erfahrung in vielen Bereichen, nur scheitern konnte! Entsprechend negativ ist dieser Test ausgefallen und unsere Meinung ist, daß sich Schule und auch Behörden im vorgeschalteten Verfahren vorrangig diesem Bericht aus der Rehaklinik gewidmet haben und das "Ergebnis" als richtig einstufen.
Gerade die zuständige, aber gut 1 Stunde Fahrtzeit entfernte KB-Schule hat ihn aber quasi von vornherein schon abgelehnt - u. a. ja mit der Begründung der fehlenden Sprache! Von dieser Seite bzw. von Seiten Landkreis/Bezirksregierung besteht sicherlich NULL Bereitschaft, ihn einmal in den Unterricht dieser Schulform schnuppern zu lassen. Wenn wir hiernach fragen würden, wird es garantiert sofort abgeschmettert! In dem letzten Gutachten vor Einschulung, das ja von Lehrkräften der GB-Schule erstellt wurde, ist - entgegen dem uns gegebenen Versprechen - nicht explizit erwähnt, daß Tobias' Fähigkeiten nach ein bis zwei Jahren erneut überprüft werden sollen! Angeblich macht die Schule das sowieso, wobei ich in Bezug auf Tobias wirklich Zweifel habe - und leider stehe ich damit nicht allein da!
Abgeschmettert würde eine solche Frage aber sicherlich auch, weil niemand bereit wäre, die Fahrtkosten für den Besuch an der KB-Schule zu übernehmen! Genehmigt sind die Fahrtkosten zur GB-Schule (ca. 15 Min.), aber auch nur zum und vom Unterricht, bei "sonderveranstaltungen" schon nicht, ein "Hospitieren" in einer anderen Schule würde garantiert nicht übernommen. Wir können ihn mangels Bus nicht selbst fahren und der Behindertenfahrdienst gilt nur in unserem Landkreis - SÄMTLICHE (!) KB-Schulen liegen außerhalb des Landkreises!!!
Ach ja..."unsere" Kinderkrankenschwestern, selbst solche, die noch nicht oft bei uns waren, und sämtliche Therapeuten (die nach Hause kommen - von denen in der Schule weiß ich nichts) haben nicht den Eindruck, daß Tobias größere Einschränkungen in seinen geistigen Fähigkeiten hat! Im Gegensatz zu dem Psychologen damals sind sie nämlich der Auffassung, daß nicht "jeder geistig behinderte Mensch" so E-Rolli fahren kann wie er! Und einige andere Dinge gibt es noch, die eigentlich dagegen sprechen - was aber den Psychologen damals nicht überzeugen konnte! :-(
Leider ist die Krankenversicherung auch überzeugt, daß es an "normalen" geistigen Fähigkeiten mangelt, ansonsten hätten sie kein Heim vorgeschlagen, in dem nur Kinder mit (auch) geistiger Behinderung aufgenommen werden DÜRFEN! Wir haben uns auch bisher nicht getraut, den Kostenvoranschlag für das Computerprogramm, das wir haben wollen, einzureichen - würden sie mit einer Begründung in die Richtung "kann er ja doch nicht benutzen" ablehnen. Derzeit lauern wir darauf, daß unser Logopäde das Programm kennenlernt, damit er uns bestätigen kann, daß es sehr wohl für Tobias geeignet und vor allem wichtig ist!

Unser Gerichtstermin ist übrigens ausgefallen *heul* So kommen wir auch in diesem Punkt überhaupt nicht vorwärts...

Achja...nen guten Psychologen, der sich wirklich mit Kindern wie Tobias auskennt, hat unser Kinderarzt bisher nicht finden können - ansonsten hätten wir noch vor der Einschulung andere Tests angeleiert! Dies ganze Verfahren auf Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs ist überhaupt sehr merkwürdig gelaufen, allerdings hat seine jetzige Schulleiterin erklärt, daß er - angeblich? - nicht eingeschult werden könne/dürfe, wenn wir dem letzten Gutachten widersprochen bzw. die Einberufung einer Förderkommission verlangt hätten! Wir wollten aber, daß er auf jeden Fall eingeschult wird, eine entsprehchende Feier mitmachen kann und haben deshalb "still" gehalten, auch wenn uns die Schulform immer noch mißfällt und wir nicht den Eindruck haben, daß sich für Tobias jemals etwas ändern könnte, außer: er lernt lesen und schreiben (dann wohl außerhalb der Schule) oder vielleicht sogar sprechen (wir sind ja dabei, ihn daran zu gewöhnen, daß er "töne" machen kann, aus denen dann hoffentlich irgendwann richtiges sprechen wird!

Lieben Gruß,
Suse

Margarete
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Beitragvon Margarete » 16.12.2004, 18:45

Hallo Suse,

ich möchte Dir dringend raten, das Sprachprogramm für Deinen Sohn zu besorgen! Tatsache ist, dass man die kognitiven Fähigkeiten bei Kindern, die nicht sprechen können, häufig unterschätzt. Davon abgesehen ist es für Deinen Sohn wichtig sich anderen besser mitteilen zu können. Wenn er den Sprachcomputer beherrscht, kann er sich auch in der Schule(und nicht nur da!) besser äußern zu dem was er will und was er nicht will. Ich habe mit diesen Hilfsmitteln schon reine Wunderdinge erlebt!

Weiterhin würde ich mit den Therapeuten in der Schule einen Gesprächstermin vereinbaren, um zu klären, was sie mit dem Jungen tun und was sinnvoll ist.

Warum sprichst Du nicht mit den Lehrern über das Unglücklichsein von Tobias? Das wäre das Erste, was ich tun würde, wenn ich den Eindruck hätte meinem Kind würden nicht die richtigen Angebote gemacht.

Im Schulgesetz ist es festgeschrieben, dass die Schüler an GB-Schulen immer wieder neu daraufhin überprüft werden, ob ein Wechsel in eine andere Schulform möglich ist. Fordere das an der Schule von Tobias ein!

Aber besorge als Erstes das Computerprogramm, denn nur so wird Tobias mit all seinen körperlichen Einschränkungen zeigen können, was er kognitiv drauf hat. Davon abgesehen wird es bestimmt seiner Seele gut tun, wenn er von anderen besser verstanden wird.

Liebe Grüße

Margarete

Susekie
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Beitragvon Susekie » 16.12.2004, 19:20

Hallo Margarete!

Lieben Dank für die Antwort! Ich weiß, daß das Programm - wir haben ja längst eins "ausgesucht" - äußerst wichtig ist, aber ohne entsprechende "empfehlung" unseres Logopäden haben wir bei der Versicherung gar keine Chance!!! Leider. Und unser Logopäde kann nicht empfehlen, was er nicht kennt...(ist aber sehr angetan von dem Ding - und die Hardware, einen Compi mit Touchscreen, haben wir ja längst) Wenn wir "mal eben" 1.300 Mäuse übrig hätten, wäre solch ein Programm schon längst unser eigen!!!

Therapeuten in der Schule gibt es nur zwei, naja, eigentlich ist es nur eine Therapeutin, nämlich eine Ergotherapeutin, die hauptsächlich mit ihm im Bereich Wahrnehmung etwas macht (2 x pro Woche), weil er das scheinbar "so toll findet" - wir hätten uns gewünscht, sie macht mehr im Hinblick auf z. B. Feinmotorik (stift halten etc.), aber selbst unsere "haus"-Ergotherapeutin ist an dieser Stelle bisher auf Granit gestoßen. Gespräch mit dieser Dame wollten wir zum Jahresanfang führen - angeblich wollten sich die Therapeuten sowieso mit UNS in Verbindung setzen, sobald sie eine Weile mit tobias gearbeitet haben.
die zweite "Therapie" ist Sprachförderunterricht und wird von einem der Sonderschullehrer erteilt, wenn es denn stattfindet! Allerdings geht es dabei bisher maximal - wenn überhaupt - um ja/nein-"Dinge", soll heißen, die berühmten "buttons" kommen zum einsatz. Weitergehendes hat es bisher nicht gegeben - und ein telefonat zwischen "Haus"-Logopäde und entsprechendem Lehrer hat ergeben, daß der lehrer "dasselbe" macht wie er, was unser Logopäde eher belächelt...
Das Unglücklichsein von Tobias habe ich bereits angesprochen, allerdings mehr "nebenbei", als abends ein laternenumzug veranstaltet wurde. (Da hieß es nämlich, Tobi käme inzwischen doch schon viel lieber zur Schule - was ich so gar nicht bestätigen konnte) Es steht aber sowieso ein Gesprächstermin mit Klassenlehrerin etc. an, wird wohl erst im Januar stattfinden. An dem Abend bekam ich jedenfalls von der pädagogischen Mitarbeiterin nur zur Antwort "wir können ja nicht den ganzen Tag mit Tobias am computer sitzen, weil wir uns um noch 5 Kinder kümmern müssen" - merkwürdig, daß ich - wie in meiner Vorstellung beschrieben - erst EINMAL überhaupt davon gehört habe, daß Tobias am Computer saß, allerdings in zweiter Reihe!
Ich bin übrigens ziemlich stinkig, daß die Reha vor 1,5 Jahren letztlich aufgrund der Psychologenmeinung dazu geführt hat, daß unser eigenes Ziel, nämlich quasi "von dort" endlich einen Sprachcomputer "mitzubringen", gescheitert ist. Der Psychologe hat insofern daran "schuld", als daß er damals das Gegenteil einer Empfehlung aussprach - ich weiß nicht mehr, wie er es formuliert hat, jedenfalls hielt er es für nicht-notwendig. Blöd war auch, daß man unserem Sohn beim ersten Sprachtherapie-Termin dort gleich einen Computer vor die Nase gehalten hat und er - wie so oft bei neuem - erstmal komplett abgeblockt hat (er "testet" lieber "heimlich"). Tobias hatte bis zu diesem zeitpunkt noch NIE einen Computer gesehen geschweige denn genutzt, abgesehen von seinem Spielcomputer in Laptop-Form! Als er dann bei der zuerst für ihn tätigen Psychologin erstmals vor einem riesigen Computermonitor saß und sie ihm einige "Spielchen" präsentiert hat (wenn auch mit besonderer "tastatur"), wuchs sein Interesse merklich - nur war es dann für den Rest der Reha-Zeit damit vorbei...und damals wäre noch ein Jahr Zeit bis zur Einschulung gewesen!
Wir hoffen aber, daß sich computermäßig relativ kurzfristig etwas tut: unser Logopäde wird sich bestimmt spätestens Anfang des Jahres mal mit dem menschen, der dies Programm verkauft, in Verbindung setzen (und ich werde nachhaken, sobald ich ihn mal persönlich sehe!). Naja...und dann ist da noch die leise Hoffnung, Tobias doch noch zum "richtigen" Sprechen zu bekommen, trotz Beatmung und obwohl er das momentan meistens noch ziemlich blöd findet und dann dagegen preßt (ein Ton kam schon letzte Woche schon einmal heraus)

Achja...HEUTE muß er Schule irgendwie dann doch gut gefunden haben. Er hat jedenfalls seine Klassenlehrerin total angestrahlt, als diese zur 3. Stunde kam! (und da war nicht nur sie baff!) Na, morgen ist "weihnachtsfrühstück" mit Eltern und ich werde hingehen, obwohl ich eigentlich arbeiten müßte. Ich werde dann vielleicht zumindest mitbekommen, ob das Klassenteam seit dem "Tür-und-Angel-Gespräch" vielleicht etwas an seiner Meinung geändert hat - teilweise kommt es von unseren Kinderkrankenschwester so rüber (und wäre ja schön).

Lieben Gruß - und sorry, daß es schon wieder so lang geworden ist,
Suse

Martina Staub
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Beitragvon Martina Staub » 28.10.2005, 21:26

Hallo Suse,
danke fuer Dein mail - auch wenn es natuerlich nicht gerade Mut macht....
Ich habe gehoert, dass die Privaten auch unterschiedlich stur sein koennen und dass unsere, die Allianz wohl zu den schlimmsten gehoert. Da nuetzt uns auch unser "Topvertrag", fuer den wir immer unheimliches Geld gezahlet haben nichts. :evil:

Was habt Ihr denn fuer kanuelen? Tim singt und "plappert" immer wieder, wenn auch nicht immer und oft auch nicht ganz kontrolliert. :o Wir haben flexible Kanuelen, vermutlich eine Groesse zu klein und ein ordentliches Leck, das ab und zu Probleme macht, aber dafuer die Sprachentwicklung ermoeglicht. Klar wird Tim spaeter Lokopaedie brauchen, aber immerhin is etwas da! :wink:
Viel Glueck bei Euren Vorhaben, Martina


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