Raphael (selbstbetroffen, Nabelschnur um den Hals m. Folgen)

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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r.bircher
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Raphael (selbstbetroffen, Nabelschnur um den Hals m. Folgen)

Beitragvon r.bircher » 13.09.2005, 18:06

Hallo zusammen

Ich bin selbst ein besonderes Kind gewesen, und bin heute noch alles ausser normal. Aber nun alles der reihe nach.

Ich kam mit der Nabelschnur um den Hals auf die Welt. Statt die ersten Schreie von mir zu geben lief ich nur blau an. Nur dank der schnellen Reaktion der beteiligten Ärzte konnte ich überleben. Sofort wurde ich mit dem Rettungshelicopter nach Zürich ins Universitäts-Kinderspital geflogen. Eine Woche kämpfte ich dort um mein Leben. Dann stand fest. Ich bin über dem Berg.

Mit einem Jahr kam für meine Eltern die bittere Pille. Raphael ist schwerst Behindert und wird für sein Leben an dieser Behinderung leiden. Wie sich meine Eltern damals fühlten, könnt ihr wohl besser nachfühlen als ich.

Nach einer sehr intensiven Therapie machte ich mit knapp 6 Jahren am 10. August 1986 entgegen allen Prophezeiungen der Ärzte meine ersten selbständigen Schritte.

Aufgrund der Einschuhlung musste dann die Therapie abgebrochen werden. Für mich war das ein sehr schlimmer moment. Denn ich koppelte alle Fortschritte mit dieser Therapie. "Jetzt sind alle Fortschritte vorbei" dachte ich.

Mein Weg zum Sport
Mit einem Fahrrad von Haverich begann die ganze Geschichte. Meine Eltern wollten, dass ich auch nach der Therapie Körperlich aktiv bleibe. Darum musste ein Fahrrad mit Stützräder her. Wenn man mich da drauf setzte, hatte man für eine Stunde ruhe von mir. Denn ich strampelte leidenschaftlich gerne. Schon bald musste ein Km Zähler her.
Dass sie mit diesem Fahrrad den Grundstein für eine Spitzensportkarriere legten, waren sich meine Eltern absolut nicht bewusst. In mir schwebten aber Träume von Spitzensport, denn ich stand immer gerne im Rampenlicht.

Schule das leidige Thema
Intelligent bin ich eigentlich, und so schafften es meine Eltern, mich in die öffentliche Schule einzugliedern. Doch ich wahr ein furchtbarer Träumer, und wenn mich was nicht interessierte, dann träumte ich einfach nur vor mich hin. Im gegensatz hatte ich ein sehr gutes Auffassungsvermögen. Ich musste etwas nur einmal lesen, und ich wusste es. Ab der 4. Klasse musste ich dann in eine Sonderschuhle wechseln, die aber den normalen Stoff durchging.

Unihockey - oder wie aus einem Spiel eine "Sucht" wurde
Unihockey ist eine In DE kaum verbreitete Sportart. Komment aus Schweden erreichte sie in der frühen 90ern auch die Schweiz. Da brach vieler Orts eine regelrechte Seuche aus. Viele Jeunge Menschen waren dem Unihockey-Virus unterlegen. Mich traf es besonders hart. Mit neun verliebte ich mich regelrecht in diese Sportart. und nein, da helfen keine Medikamente ;-)

Integration, oder selbst auf Leute zugehen
Mit 13 hatte ich eines meiner grössten Tiefs die ich je hatte. Ich weiss noch gut, wie ich untröstbar, heulend im Bett lag. Anfangs wusste ich gar nicht, warum ich weine. Dann wurde mir plötzlich klar, dass ich ausserhalb meiner Familie im Dirf sehr wenig Kontakte hatte. Ich hatte angst ausgelacht zu werden. Tags darauf raffte ich den ganzen Mut zusammen, und ging raus. Ganz alleine auf die Suche nach Gleichaltrigen. Die anderen Jugendlichen fragten nur kurz was ich habe, und wie ich heisse. Dann war die sache schon geritzt.
Noch extremer war es als ich des öfteren bei Anlässen des Unihockeyclub auftauchte. Da kam nur die Frage nach dem Namen. Die Behinderung war dort überhaupt kein Thema.

- Fortsetzung folgt -

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Betty1205
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Beitragvon Betty1205 » 13.09.2005, 18:22

Hallo Raphael,

willkommen in diesem Forum und viel Spaß.

Eine beeindruckende Geschichte. Vieles hast du aus eigener Kraft geschafft. Toll!

Liebe Grüße

Petra
Sohn geb. 94, Fragiles X, 100 % SBA, Epilepsie

angela
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Beitragvon angela » 13.09.2005, 19:22

Hallo raphael,

ich begrüße Dich auch ganz herzlich und warte schon dringend auf die Fortsetzung Deiner Vorstellung!! :lol:

LG - Angela
unsere Vorstellung: hier
Angela mit Eric (*93) und Franz (*98);
beide Dravet-Syndrom

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Kate
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Beitragvon Kate » 13.09.2005, 19:39

hallo raphael,

willkommen im Forum. Eine sehr schöne Vorstellung. Auch ich wünsche dir viel spaß und tolle bekanntschaften im Forum. Ich bin auch eine selbstbetroffene :wink: wie genau bist du geschädigt? Wie funtioniert dieses Unihockey???? Das würde mich sehr interessieren!
liebe grüße
Kate
29 J. Studentin, ICP-spastische Tetraparese, angeborener Herzfehler, Wirbelsäulendeformitäten, Hüftdysplasie, Nervenschädigungen Z.n. OP mit chronisch neuropathischem Schmerzsyndrom, Rollinutzerin
"Ich bin nicht so oder so, sondern so und so und so." (Peter T. Schultz) "Liebt einander oder geht zu Grunde." (W.H. Auden)

sylvia-kerstin

Beitragvon sylvia-kerstin » 13.09.2005, 20:07

Hallo Raphael,

Deine Geschichte ist sehr spannend! Ich bin schon neugierig. Wann geht es weiter?

Willkommen hier im Forum - ich bin auch noch ganz neu. Aber alle sind hier sehr nett.

LG Sylvia-Kerstin

mine
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Beitragvon mine » 13.09.2005, 20:33

Hallo Raphael,

herzlich Willkommen, sind auf den 2. Teil gespannt :lol:
Alexandra 11.03.1973 mit Yasmin 27.01.2004 verstorben am 05.08.2013 nd Lena Henriette 14.06.2010

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Beitragvon *Beate* » 13.09.2005, 20:48

Hallo Raphael,

wir kennen uns schon seit gestern aus dem Chat und möchte Dich nochmals hier herzlich Willkommen heißen.
Toll das Du Dich vorgstellt hast und uns Deinen Sport Unihockey vorgestellt hast.

Gruß,

Beate
..es gibt nichts,was uns die Abwesenheit eines geliebten Menschen ersetzen kann;und man soll das auch gar nicht versuchen,man muss es einfach aushalten und durchhalten;das klingt zunächst sehr hart,aber es ist doch zugleich ein großer Trost,denn indem eine Lücke wirklich unausgefüllt bleibt,bleibt man durch sie miteinander verbunden.D. Bonhoefffer

r.bircher
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Beitragvon r.bircher » 14.09.2005, 05:46

- vortsetzung -

Ja, meine Geschichte würde tatsächlich ein Buch füllen, Das will ich nun hier nicht gleich tun. Ich möchte noch sagen, was heute aus mir geworden ist.

Ich bin heute Spitzensportler, ich glaube so darf man sich nennen, wenn man 5 - 10 Trainingseinheiten Wöchentlich absolviert. Behindert bin ich zwar immer noch. (komische Gangart) Untrainierte Nichtbehinderte hätten aber in vielen Sportlichen bereichen gegen mich das Nachsehen. Verdienen tue ich zwar noch nichts durch den Sport, das wird allerdings nur noch eine Frage der Zeit sein. Ich habe eine Mission die ich erfüllen möchte, und die heisst "Behinderung Ade" ich trainiere daher nur noch unter Nichtbehinderten. Ich lebe inzwischen alleine 120 km von meinen Eltern entfernt in einer Unihockeyhochburt der Schweiz und bin froh, diesen Schritt gemacht zu haben.

Wer den Real Player hat kann hier mal meine Trick-Show ansehen. http://www.raphaelbircher.ch/image/floorball1h.rm wer den QuickTime Player mehr mag nimmt http://www.raphaelbircher.ch/image/floorball1h.mov
natürlich ist http://www.raphaelbircher.ch auch meine Homepage, allerdings momentan nicht so aktuell ;-) Hinweis: Bei Windows braucht es den Real Player 10

Dies ist natürlich reine Show, auf dem Spielfeld kann ich solche Tricks nicht gebrauchen. Da spiele ich viel einfacher. Vorallem Taktisch und Körperlich.

Warum bin ich hier
Mit 17 Jahren hatte ich meine Abschlusskontrolle im der Reha Klinik des Kinderspital /ürich in Affoltern a.A. Dieses kannte ich nur von einigen wenigen Kontrollen. Der Chefarzt Dr. Knecht kam rein und sagte zu mir: "Raphael, dir kann ich nur gratulieren, das was du erreicht hast, schaffen nur ganz wenige. Mach weiter so, und gib deine Erfahrungen weiter." Ich war völlig baff, und wusste überhaupt nicht was ich antworten sollte. Aber vorallem der letzte Satz blieb wie eingraviert in mir drin.

Ich wurde dann auch noch Juniorentrainer Nichtbehinderter Junioren. Sie nannten mich liebevoll Sklaventreiber ;-) Dieses ämtchen führte ich während einer Pause (keine Lust mehr auf Spitzensport) aus. Ich war sicher ein harter Trainer wenn es um den Sport ging, Konnte aber durchaus auch meine Menschlichen Seiten zeigen.

Ja und nun seht ihr was aus so einem "Schwehrstbehinderten" kind so alles werden kann. Sag niemals aber wirklich niemals nie.

Ja, ich möchte Euch allen Mut machen, es geschehen immer wieder Sachen die man nicht glaubt. Wenn es etwas gibt das wirklich ansteckend sein kann, dann ist das die Freude am Leben (auch Motivation genannt)

Ich möchte Euch an meinen Erfolgen und auch an den Tiefs in einem kleinen Tagebuch teilhaben lassen.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen einen schönen Tag.

Liebe Grüsse Raphael

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michaelDD
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Beitragvon michaelDD » 14.09.2005, 07:47

hallo raphael,

ich hab gerade deine vorstellung gelesen, und mir deinen kleinen film angesehen.

" HUT AB FÜR DAS WAS DU ERREICHT HAST" mach so weiter!!!!!

viele liebe grüße und ganzzzzzzzzzzzzz viel kraft michael
Michael Beate und Marcus, nov.87 , Benedikt, mai 94 + Laura april 06

unsere vorstellung:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic4066.html

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ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 14.09.2005, 09:49

Hallo Raphael,
Deine Geschichte rührt mich fast zu Tränen. Nach solchen Geschichten habe ich gegiert, als ich noch hoffte, dass sich für Malte noch alles anders entwickelt...
Jetzt beziehe ich so was nicht mehr auf mein schwerst mehrfach behindertes Kind (mit zwei Jahren keine Kopfkontrolle, keine gezielten Bewegungen usw.), finde sie einfach nur noch so toll.
Willkommen!
Vera


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