Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

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Anne_mit_2
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Re: Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

Beitrag von Anne_mit_2 »

Hallo,

dies ist wieder so ein Fall von 'der Ton macht die Musik'. In der Anzeige stand 'Parkett/hochwertige Böden'. Da würde ich als Mutter eines gesunden Kindes unter 10 Jahren schon Abstand nehmen, denn 'hochwertige Böden' sind im Ferienwohnungssprech gleichzusetzen mit 'immer Schuhe aus!!!'. Und das kann bis 10 Jahre im Eifer des Gefechts schon mal schiefgehen.

Als ich mal für den Besuch meines 80-jährigen Onkels, der auch heute noch in den Bergen Touren mit seinen Kindern und Enkeln unternimmt, eine Ferienwohnung suchte und dort die Ablehnung bekam, dass sie keine Personen unter 18 oder über 60 nehmen, weil die Treppe sehr steil ist, war ich etwas verblüfft und habe dann dort angerufen. Es stellte sich als Sicherheitsauflage für die Nutzung der Räume als Ferienwohnung heraus -- verständlich, aber missverständlich in der Mail formuliert und aus dem Fotos, die die Treppe nicht zeigten, nicht zu erkennen.

Wenn ich Rezensionen schreibe (was ich nur tue, wenn ich eine wichtige Information weitergeben möchte), dann bin ich in der Formulierung extrem vorsichtig. So könnte ich z.B. schreiben, dass man sich bzgl. einer konkreten Situation (die ich natürlich dann hinreichend präzise umschreibe) besser vorher telefonisch mit dem Vermieter besprechen sollte wegen der räumlichen/praktischen Gegebenheiten, wenn es bei einem ganz normalen und machbaren Wunsch ein Problem gab und ich andere Kunden darauf hinweisen möchte. Eine Rezension ist die Kunst eine wichtige negative Information so zu verpacken, dass die wenigen, die diese zwingend brauchen, sie erhalten und verstehen, ohne dass die Mehrheit, die daran nicht interessiert ist, dadurch abgeschreckt wird.

In diesem Sinne würde ich Dir vorschlagen, die Rezension zu löschen, da es Dir offensichtlich nicht gelungen ist, sie gut genug zu verpacken. Wenn die Sache an einen Anwalt geht, dann kann es teuer werden und vor allem sehr viele Nerven kosten -- die gerade wir als Eltern besonderer Kinder nicht haben.

Viele Grüße,
Anne

Rebekka7
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Re: Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

Beitrag von Rebekka7 »

Generell zu Bewertungen, egal ob Ärzte auf Jameda oder Restaurant-Bewertungen auf Google etc.:

Wichtig ist, dass in der ganzen Bewertung immer die subjektive, persönliche Meinung zum Ausdruck kommt:
Nicht: "Der Arzt war unfreundlich", sondern "Ich habe den Arzt als unfreundlich empfunden". Nicht: "Die Ferienwohnung war schmutzig", sondern "Die Wohnung hat unseren persönlichen Ansprüchen an Sauberkeit nicht entsprochen".

Wenn nicht nachprüfbare Sachen als Fakten dargestellt werden, kann der Arzt, der Vermieter oder der Restaurantbetreiber verlangen, dass jameda, Google etc. die Rezension löschen oder man selber sie löschen muss. Wenn es aber durchgehend so formuliert ist, dass klar wird, dass es die persönliche Meinung ist, kann ein Löschen nicht durchgesetzt werden.

Im Zweifelsfall, falls Du das Obige nicht beachtet hast, kannst Du die ursprüngliche Rezension löschen und noch einmal eine neue abgeben, bei der Du darauf achtest, dass Du keine vermeintlichen Fakten schreibst, sondern es immer als Deine persönliche Meinung darstellst. Den Inhalt bringst Du dann ja trotzdem rüber, Du bist aber rechtlich auf der sicheren Seite.

Martina Tinchen
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Re: Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

Beitrag von Martina Tinchen »

Hallo ihr Lieben,
vielen Dank für alle Beiträge. Ihr habt mir sehr geholfen.
Ich wollte in meiner Anfrage nur fair sein und den Vermieter darauf hinweisen, dass der Rehabuggy in den Wohnbereich muss.
Ansonsten hätte das Haus all unsere Anforderungen erfüllt, der Jackpot sozusagen.
Ich hätte das nicht schreiben sollen. Fairness kann nach hinten losgehen. Das nächste Mal warte ich die Buchung ab und teile unsere Behinderung erst vor der Anzahlung mit. Denn nein, wir wollen nicht in einem Haus wohnen, in dem man nicht erwünscht ist.
Der Vermieter wirbt mit Kinderhochstuhl, Sandkasten, ... Wie passt das zum Parkett?
Haustiere sind nicht erlaubt.
Ich sehe da einen Zusammenhang in der Ablehnung.... natürlich nicht nachweisbar.
Es gibt eine riesige Bandbreite an Behinderung. Nach 6 Jahren mit der Behinderung und verschiedenen Urlauben können wir sehr gut einschätzen, was geht und was nicht. Außerdem haben wir noch gesunde Kinder, die auch zu ihrem Recht kommen sollen.
Der Vermieter kann nicht einschätzen, wie barrierefrei das Haus für uns sein muss und garade deshalb sollte ein familienfreundlicher Gastgeber nachfragen.
Ich werde die R. löschen und neu formulieren.
Dabei werde ich meine Meinung kennzeichnen, sachlich bleiben und schreiben, wie und wem das helfen kann.
Danke für die Anregungen.
Alles Liebe
M
Wir mit 💜 *2014, mehrf. schwerstbehindert, 💗
*2014, 💙 *2018

Martina Tinchen
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Re: Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

Beitrag von Martina Tinchen »

Hallo ihr Lieben,
vielen Dank für alle Beiträge. Ihr habt mir sehr geholfen.
Ich wollte in meiner Anfrage nur fair sein und den Vermieter darauf hinweisen, dass der Rehabuggy in den Wohnbereich muss.
Ansonsten hätte das Haus all unsere Anforderungen erfüllt, der Jackpot sozusagen.
Ich hätte das nicht schreiben sollen. Fairness kann nach hinten losgehen. Das nächste Mal warte ich die Buchung ab und teile unsere Behinderung erst vor der Anzahlung mit. Denn nein, wir wollen nicht in einem Haus wohnen, in dem man nicht erwünscht ist.
Der Vermieter wirbt mit Kinderhochstuhl, Sandkasten, ... Wie passt das zum Parkett?
Haustiere sind nicht erlaubt.
Ich sehe da einen Zusammenhang in der Ablehnung.... natürlich nicht nachweisbar.
Es gibt eine riesige Bandbreite an Behinderung. Nach 6 Jahren mit der Behinderung und verschiedenen Urlauben können wir sehr gut einschätzen, was geht und was nicht. Außerdem haben wir noch gesunde Kinder, die auch zu ihrem Recht kommen sollen.
Der Vermieter kann nicht einschätzen, wie barrierefrei das Haus für uns sein muss und garade deshalb sollte ein familienfreundlicher Gastgeber nachfragen.
Ich werde die R. löschen und neu formulieren.
Dabei werde ich meine Meinung kennzeichnen, sachlich bleiben und schreiben, wie und wem das helfen kann.
Danke für die Anregungen.
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JanaSnow
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Re: Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

Beitrag von JanaSnow »

Hallo Martina,

auch wenn Du inzwischen für Dich eine Lösung gefunden hast, möchte ich dennoch meine Gedanken dazu schreiben, weil es vielleicht dazu beiträgt, eine empfundene Behindertenfeindlichkeit ein bisschen abzumildern.

Die Vermieter schreiben "Haus ist nicht barrierefrei" und "Sohn muss ins EG fahren". Vielleicht ist es auch einfach so, dass die Vermieter gar keine Angst um die Böden hatten, sondern schlichtweg der Zugang zum Haus als Zumutung für Euch empfunden wurde. Vielleicht ist der Eingang nur über einen schlecht befahrbaren Sandweg oder einen steilen Berg oder viele Stufen erreichbar. Das ist uns nämlich mal passiert. Wir hatten angefragt, ob es ein Problem sei, wenn wir vorab einen Sauerstofftank anliefern lassen und ob wir einen Parkplatz dazumieten können. Tja, sehr freundliche Antwort. War alles kein Problem. Vor Ort dann: Parkplatz unten, dann musste man einen echt steilen Berg hoch, der Weg war unbefestigt, teilweise Schotter (ICH hatte keine Chance, den Buggy da hoch zu schieben, sondern musste das Kind und den Sauerstoff, ... täglich tragen), am Haus dann Zugang über viele Gittereisentreppen, teilweise Wendeltreppe.... Das war ein echt anstrengender Urlaub. Ich wünsche Euch, dass Euch einfach nur ein anstrengender Urlaub erspart geblieben ist, weil Euch die fehlende Barrierefreiheit mitgeteilt wurde. Hätte man uns damals darauf hingewiesen, dass dass Haus nicht barrierefrei ist, hätte ich wenigstens die Chance gehabt anzurufen und zu fragen, was genau denn nicht barrierefrei ist. Aber so, war es einfach komplett ungeeignet. Bei uns war das damals auf keinem der Bilder ersichtlich. Dumm gelaufen.

Alles Spekulation, ich weiß. Ich wollte nur bewirken, dass Du Dich vielleicht ein kleines bisschen weniger ärgern kannst.

Jedenfalls wünsche ich Euch, dass Ihr noch ein wunderschönes Plätzchen für Euch findet.

Gruß
Jana

Theas

Re: Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

Beitrag von Theas »

Hallo,

in der Konstellation sind die Vermieter immer die Verlierer. Wenn sie die Buchung angenommen hätten, hättest du so wie du drauf bist, garantiert vor Ort noch einiges zu meckern gefunden. Eltern von Behinderten sollten auch mal auf andere Rücksicht nehmen und nicht immer nur "hier" rufen. So.

Martina Tinchen
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Re: Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

Beitrag von Martina Tinchen »

Theas, no comment.
Wünsche dir auch ein schönes Leben.
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Martina Tinchen
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Re: Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

Beitrag von Martina Tinchen »

An alle, die auch mit Rehabuggy- oder Rollikind, und nur mit einem Gefährt für innen und außen verreisen:
teilt ihr dem Vermieter vor der Buchung mit, dass ihr einen Rolli o. ä. in der Unterkunft benutzt oder nicht?
Mietet ihr auch Unterkünfte mit Parkett, ohne vorher darüber gesprochen zu haben, an?
Gab es schon Ärger, wenn der Vermieter das erst vor Ort sah?
Ich bin mittlerweile total verunsichert, wo ich noch anfragen kann und wie.
Alles Liebe.
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Christiane81
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Re: Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

Beitrag von Christiane81 »

Guten Morgen,

Es tut mir leid, aber Theas hat auch ein wenig Recht. Warum will man eine FeWo mieten, wenn sie für die Bedürfnisse nicht passend ist?
Die Absage ist eine formlose, sachliche Absage, von "behindertenfeindlich" kann keine Rede sein. Eine negative google-Rezension als Antwort finde ich unmöglich.
Was meinst Du, was für Mieter einer FeWo erst alles überhaupt kein Problem, vor Ort dann aber ein Drama ist?
"Hochwertige Böden" würde mich schon abschrecken, wenn ich mit einem Rehabuggy drauf fahren wollte. Auch, wenn ich Kleinkinder ohne Behinderung hätte. Im Urlaub hat man doch keine Lust, ständig aufzupassen das bloß nichts kaputt geht.
Und wie andere schon schrieben, der Vermieter kennt die Gegebenheiten und befürchtet vielleicht, dass da noch mehr als die Böden nicht passen.
An Stelle des Vermieters würde ich Dir eine Frist zur Entfernung der Rezension setzen und danach das Ganze einem Anwalt übergeben.
Den Schluss, den Rehabuggy bzw die Anforderungen an eine Wohnung nicht mehr zu erwähnen finde ich grundfalsch. Kannst Du so machen, aber beschwere Dich dann halt nicht über Probleme wie eine nicht erwähnte Stufe, schmale Türen, steile Treppe etc. Oder verlangst Du dann Geld zurück, weil das nicht beschrieben war?

Es gibt doch auch Ferirnwohnungsvermittlungen. Überleg doch mal, was genau ihr möchtet und braucht und frag dort nach. Oder bei der Touristeninformation. Einfach anrufen, Sachlage schildern und um Unterstützung bitten. So findest Du sicher eher eine geeignete Unterkunft.
Wo solls denn überhaupt hingehen? Es gibt ja auch Orte/Inseln, die mit Familienfreundlichkeit werben. Da gibts dann sicher auch Wohnungen ohne Parkett. Oder mal bei centerparcs, landaal oder anderen Ferienparks gucken.

Viele Grüße

LovisAnnaLarsMama
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Re: Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

Beitrag von LovisAnnaLarsMama »

Es ist schon sinnvoll nach barrierefreien Wohnungen/ Hotelzimmern zu suchen.
Wir hatten im Sommer den Rollstuhl vom Kind mit, auch wenn er nicht in der Wohnung benötigt wird, muss er doch irgendwo hin. Kind war auch noch krank/ schlapp, da war ich wirklich dankbar, den Knödel vom Rolli gleich ins Bett legen zu können.
Mein Mann hatte gebucht- da waren gleich mehrere Dinge schief gelaufen- inzwischen weiß er, dass ein barierrefreies Zimmer doch gewisse Vorzüge hat...
Centerparks ist Geschmackssache, das hatten wir auch schon häufiger...
Mein Tipp wären noch Ferienhäuser in Dänemark...
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

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