Ausschleichanfälle

Hier geht es um Epilepsie und die Behandlung verschiedener Epilepsie-Formen mit Medikamenten.

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Katharina S.
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Ausschleichanfälle

Beitragvon Katharina S. » 31.01.2019, 21:30

Hallo in die Runde,

Hat jemand Erfahrungen mit sog. Ausschleichanfällen bzw. kann mir Links und Literatur zum Nachlesen empfehlen? Sind Ausschleichanfälle mit Entzugsanfällen gleichzusetzen?

Danke euch!
Katharina

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 31.01.2019, 21:47

Hallo Katharina,

ich würde sagen, das ist das selbe, ja!

Wir hatten das schon mehrfach, beim Ausschleichen von Ospolot, von Levetiracetam, von Briviact...
Dienstag hatten wir nachmittags einen Entzugsanfall, nachdem Leve fast raus war, Mittwoch noch einen, nachdem es ganz raus war.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

Katharina S.
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Beitragvon Katharina S. » 01.02.2019, 12:33

Hi Alex,

Ich frage mich halt, woran man merkt, dass es ein Anfall ist, weil man das Medikament nicht mehr gibt, der Körper quasi auf Entzug ist oder ob der Anfall eben aufgrund der Epilepsie kommt. Verstehst du was ich meine?!

Stellt ihr gerade die Medis um?

LG Katharina

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 01.02.2019, 17:38

Hallo Katharina,

naja, genau wissen kann man das ja quasi nie. Die Anfälle sehen bei uns dann auch genauso aus, wie „normale“ Anfälle.
Wenn man aber gerade ein Medikament stark (wenn auch schleichend) reduziert hat, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass es damit zusammen hängt.

Bei uns war das anfangs recht einfach zu definieren, weil das Kind nur schlafgebundene Anfälle hatte. Wenn wir dann Medikamente reduziert haben und fast damit raus waren, kam plötzlich ein einzelner fokaler Anfall tagsüber und dann war wieder Ruhe.

Wenn jetzt die Anfälle über mehrere Tage wiederkommen, würde ich persönlich nicht mehr von nur „Entzug“ ausgehen.

Genau, wir haben gerade Levetiracetam ausgeschlichen.
Montag Abend haben wir die abendliche Dosis von 250 auf 125 mg reduziert (morgens war schon raus) und Dienstag am späten Nachmittag hatten wir dann einen sehr oberflächlichen fokalen Anfall, der aber 7 Minuten anhielt. Am Dienstag Abend haben wir dann das Levetiracetam komplett weggelassen und hatten am nächsten Morgen um 5:30 Uhr den nächsten ganz leichten fokalen Anfall, der auch nur eine Minute dauerte. Seit dem ist wieder Ruhe.

Wir haben zwar zeitgleich auch Orfiril reingenommen, aber das war eben noch sehr niedrig dosiert. Die Zieldosis erreichen wir erst nächste Woche.

Aufpassen muss man, wenn sich die Anfallsfrequenz deutlich erhöht. Dann verträgt Kind entweder das neue Medi nicht oder es hilft nicht wie erwartet. Oder aber, man hat das alte Medi zu schnell runterdosiert.

Stellt ihr auch gerade um?

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Beitragvon Sylke » 05.02.2019, 07:53

wir hatten vor Kurzem eine Reduzierung vom Frisisum, und 3 GM in 20 Stunden.... absolut untypisch....darum sicher Reaktion auf die Reduzierung.


Dann hatten wir mal kurzfristig das Valproat sehr stark reduziert: bämm.... 5 GM in einer Nacht

Wir haben die Reduzierungen also eindeutig gemerkt
Sylke (*3/70) mit Kimberly (*5/05),
Unseren Alltag rund ums Dravet-Syndrom kann man bei Facebook nachlesen- Aufmerksam machen und aufklären über diese Krankheit ist das Ziel!
Kimberly - anders aber einzigartig

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Beitragvon Katharina S. » 23.02.2019, 21:24

Danke für eure Antworten.

Wir hatten versucht, ganz ohne Medikamente auszukommen. Leider hat es nicht funktioniert. Die Frage stellt sich mir immer noch - Ausschleichanfälle oder Epi. Jetzt hoffe ich, dass das alte Medikament wieder wirkt.

Musstet ihr schon oft die Medis wechseln?

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Beitragvon Alexandra2014 » 24.02.2019, 08:07

Hallo Katharina,

wenn euer Neuropädiater das Medi wieder reingenommen hat, wird er wohl nicht von reinen Entzugsanfällen ausgegangen sein...
Wieviele Anfälle waren es denn über welchen Zeitraum?

Wir mussten schon öfter wechseln.
Wir hatten erst Levetiracetam, dann Brivaracetam, Ospolot, Oxcarbazepin, Apydan (retardiertes Oxcarbazepin) und nun noch Valproat. Aktuell sind Apydan, Ospolot und Valproat zusammen drin.

Gruß
Alex
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Katharina S.
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Beitragvon Katharina S. » 24.02.2019, 13:09

Hey Alex, ja, er ist allgemein kein großer Anhänger des Themas Ausschleichanfälle. Er hält es für möglich, aber sehr unwahrscheinlich. Ich schätze ihn sehr und vertraue ihm.
Wir haben über zwei Monate die Dosis minimiert und am ersten Tag, wo es keine Medis mehr gab, folgten drei Anfälle, darunter ein Status. Zum Glück waren wir im Epilepsiezentrum.

Darf ich fragen, warum ihr so oft wechseln musstet?

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Beitragvon Alexandra2014 » 24.02.2019, 13:53

Katharina S. hat geschrieben:Hey Alex, ja, er ist allgemein kein großer Anhänger des Themas Ausschleichanfälle. Er hält es für möglich, aber sehr unwahrscheinlich. Ich schätze ihn sehr und vertraue ihm.
Wir haben über zwei Monate die Dosis minimiert und am ersten Tag, wo es keine Medis mehr gab, folgten drei Anfälle, darunter ein Status. Zum Glück waren wir im Epilepsiezentrum.

Darf ich fragen, warum ihr so oft wechseln musstet?


Drei Anfälle und ein Status und danach? Wie schnell wurde das Medi wieder reingenommen, also wie lange nach den drei Anfällen ohne Medis?

Das klingt für mich schon sehr nach Entzugsanfällen. Als wir Leve zurletzt ausgeschlichen haben, hatten wir auch zwei Entzugsanfälle. Ohne dass wir danach etwas geändert haben, kamen aber keine weiteren.

Leve hat bei uns nicht geholfen gegen die „großen“ nächtlichen Anfälle. Davon hatten wir nach wie vor 3-5 im Jahr. Bei höherer Dosis wurde Kind davon auch aggressiv, deswegen der Versuch auf Briviact zu wechseln. Davon wurde es aber nicht besser. Ospolot war ein Versuch und brachte deutliche Besserung im Verhalten, jedoch nicht bei den Anfällen.
Danach kam Oxcarbazepin und vermeintlichen 1,5 Jahre Anfallsfreiheit, die aber im Nachhinein betrachtet nicht ganz anfallsfrei waren. Das EEG zeigte passende Verlangsamungen und deswegen kam dann letztlich Valproat dazu.

Gruß
Alex
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