Schulbegleitung in Österreich

Zum Teil unterscheiden sich die rechtlichen und organisatorischen Strukturen zwischen Deutschland und den verschiedenen Nachbarländern erheblich. Hier in dieser Rubrik sammeln wir alle landesspezifischen Infos.

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Silvia & Iris
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Beitragvon Silvia & Iris » 08.10.2018, 20:07

Liebe Yvonne,


nein, das Förderprogramm gibt es ja auch nicht... - nicht einmal ansatzweise, da die Schule ausschließlich zum Erwerb der Rechen-, Lese- und Schreibtechnik gedacht ist und ein wenig drum herum... Auch ich hatte schon Gespräche mit dem Schulamt, die zu mir meinten, wenn mein Kind sich nicht selbständig an- und ausziehen kann, nicht auf das Klo gehen kann, nicht seinen Namen schreiben kann und ein paar weitere Punkte... - dann ist es nicht schulpflichtig! - Ich solle doch froh sein, wenn sie dennoch eine schulische Einrichtung besuchen darf... - auch wenn es dort keine Therapie gibt, denn das ist ausschließlich Aufgabe des Elternhauses... - Maria Theresia lässt grüßen!


- Die kannte diese Probleme nicht und hat das damals natürlich auch nicht berücksichtigt...


LG

Silvia
Liebe Grüße
Silvia
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Beitragvon Bastelia » 08.10.2018, 21:03

Hallo zusammen,

NATÜRLICH ist es gut, dass jedes Kind, egal wie beeinträchtigt, in die Schule gehen kann und prinzipiell muss! Und ich rede auch nicht von einer phasenweiser Schulfreistellung, sondern dezidiert vom häuslichen Unterricht und der ist prinzipiell regulär auch für KINDER MIT SPF offen und zugänglich! DU musst allerdings schon angeben welche Personen dein Kind vorwiegend unterrichten werden - natürlich wird da auf eine fachliche Eignung geschaut und ob der Unterrichtserteiler überhaupt den Lehrplan kennt und solche Sachen! Die Gleichwertigkeit zum klassischen Unterricht sollte gegeben sein!
Häuslicher Unterricht bedeutet ja auch nicht automatisch, dass man sein Kind selber als Elternteil unterrichtet!
Ich klammere jetzt die Sinnesbehinderung und das damit verbundene Problem des mündlichen Teils der Prüfung dezidiert aus, aber mit dem klassischen SPF auf Grund von kognitiven Einschränkungen kannst du, wenn du das möchtest, dein Kind zum häuslichen Unterricht anmelden!
Natürlich wird es wenig genutzt, das weiß ich und ist auch gut so, denn das Schulsetting kann man nicht einfach so ersetzen- aber trotzdem besteht die Möglichkeit!
Es gibt ja auch alternative Schulformen ohne Öffentlichkeitsrecht, wo die KK offiziell zum häuslichen Unterricht angelemdet werden und in einigen dieser Formen sind auch KK mit SPF erwünscht/erlaubt! Wie es dort mit der Förderung ausschaut ist natürlich wieder eine andere Sache!

Übrigens war mein eigenes Kind im letzte Schuljahr schon für die 0. Schulstufe im häuslichen Unterricht angemeldet (inoffiziell: verlängertes KIGA- Jahr) und hatte zum Schluss da auch schon den SPF- Bescheid!

Liebe Grüße
Bastelia mit Sohn (geb. Mai 2011) , kombinierte Entwicklungsstörung, myoklonische Epilepsie (erkannt Jänner 2015) und seit 2017: Störung des Knochenstoffwechsels - idiopathische Osteoporose
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Beitragvon Elke35 » 24.11.2018, 21:31

Also geht es nun in Österreich für SPF Kinder mit Sinneseinschränkung? Ja oder nein?

Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 24.11.2018, 21:53

Elke35 hat geschrieben:Also geht es nun in Österreich für SPF Kinder mit Sinneseinschränkung? Ja oder nein?


Meinst du homeschooling? Kommt auf die Sinnesbehinderung an! Für gehörlose Kinder definitiv nicht, weil die Prüfung ja in deutscher Lautsprache abgelegt werden MUSS.

Ansonsten kommt es darauf an, ob SPF besteht und wenn ja, ob man eine Ausnahmegenehmigung bekommt (zumindest als ich mich vor 2 Jahren erkundigt habe, brauchte man die bei SPF noch). Ohne SPF ist es dann möglich, wenn das Kind imstande ist, die Prüfung sowohl mündlich als auch schriftlich abzulegen, und wenn es diese besteht (auf Anhieb, wie bei allen Externistenprüfungen!). Bei korrigerter Fehlsichtigkeit oder Schwerhörigkeit kann ich mir das durchaus vorstellen. Aber Braille wird vermutlich (weiß ich nicht sicher) ebensowenig zulässig sein wie Gebärdensprache.
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

Silvia & Iris
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Beitragvon Silvia & Iris » 21.02.2019, 12:26

Hallo ihr Lieben,

es gibt Neues!
Der Stadtschulrat bastelt an einem neuen Wert der Schulbegleitung. In Zukunft soll es da einen Lehrgang geben, ähnlich wie für die schulische Nachmittagsbetreuung. Angedacht ist ein etwa 2-semestriger Lehrgang, der am Wochenende statt findet.

Da man sich immer mehr von Integrationsklassen verabschiedet und daher nur mehr bei Bedarf auf Schulbegleiter zurück greifen möchte, und diese dann für bis zu 2 Schüler verantwortlich sind, wird das System dahingehend verändert... - Der Schulbegleiter läuft zahlungstechnisch der Gemeinde und untersteht weisungstechnisch dem Direktor.

Das habe ich nun herausgefunden, vielleicht kann ich mit diesen Infos jemanden helfen?


Und ja, der Stadtschulrat denkt schon daran, dass Sonderpädagogen in Zukunft fast ausschließlich in den Sonderschulen unterrichten sollen, nur, wenn mehr als 3 Schüler einen sonderpädagogischen Förderbedarf in einer Klasse haben, dann gibt es auch mal ausnahmsweise eine Integrationsklasse, ansonsten sind Kinder mit SPF durch die Hilfe von Schulassistenten zu betreuen...
Liebe Grüße

Silvia

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