Umbau uraltes Bad

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Engrid
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Umbau uraltes Bad

Beitragvon Engrid » 06.02.2019, 08:46

Hallo,

wir haben im Haus ein quasi ungenutztes Bad. Damit Junior selbständig duschen lernt, denke ich schon länger über einen Umbau nach, hab mich aber noch nicht aufraffen können, da das doch ein ziemlicher Act wird, wenn man es vernünftig macht. Denn das Bad ist aus den sechziger Jahren, fast museumsfähig quasi.

Dass eine für Junior barrierefrei bedienbare Armatur samt Einbaukosten übernommen wird als Maßnahme, ist mir klar.
Die jetzige Wanne geht zum Duschen nicht, die Rohre sind sechzig Jahre alt, läuft schlecht ab, man steht nicht gut, Wanne ist saukalt (Metall).

Wenn ich jetzt eine ganz neue Duschbadewanne mit Duschwand einbauen lasse, dann muss die alte Wanne raus, teils oder ganz die Fliesen auch, und evtl Rohre erneuert. Dann muss das Neue rein, und neu verfliest werden.
Was davon zahlt denn die KK innerhalb dieser 4000 Euro?
(Junior ist nur autistisch, Mobilität nicht eingeschränkt, aber er kann die Temperatur an normaler Armatur nicht regulieren, die Strahlstärke nicht gut, er kann ohne Duschwand nicht duschen, ohne das Bad unter Wasser zu setzen. Er soll im Sinne von Aktivierung lernen, alleine zu duschen.)


Wenn wir das Bad nicht für Junior, sondern einfach so renovieren würden, würden ja fast die gleichen Arbeiten anfallen.
Allerdings würde ich das dann erst in weiter Ferne machen lassen, denn wir haben ja ein „gutes“ Bad im EG, das alle nutzen können (das ist auch ohne Dusche).

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
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Beitragvon NataschaSte » 06.02.2019, 08:53

Hallo,

Wir hatten unser vorheriges Bad in einem umgebauten Pferdestall, da war im Boden ein Abfluss, war das toll, ganz leicht abschüssig, ist dort alles abgeflossen... Zusätzlich zur Badewanne. Ich vermisse das gerade jetzt mit dem kleinen total und wenn es irgendwie machbar wäre, sofort wieder.


Grüße
Natascha und Thaddäus, geb 12/15, atypischer Autismus, absoluter kuschelbär und kichererbse

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Beitragvon RolliTanteSilvi » 06.02.2019, 13:58

Hallo Engrid,

die wohnumfeldverbessende Maßnahme zielt ja nicht nur auf die selbständige Lebensführung des zu Pflegenden ab (bediengerechte Amatur) sondern das die Leistungskraft des Pflegenden (Du) nicht überfordert wird. Die bodengleiche Dusche oder auch eine Badewanne mit Tür :wink: - https://www.aventas-care.de/produkte/av ... cher-tuer/ - https://www.badewolke.de/krankenkassenzuschuss/ erleichter Euch beiden den angesträbte Selbständigkeit.

https://sozialversicherung-kompetent.de ... erung.html

LG Silvi
Moritz (geb.2007) - richtiger Sonnenschein und "Wirbelwind" mit Muskeldystrophie des Typs Duchenne - hat beide Eltern bei einem Autounfall verloren - seit 2017 Diffuser Ösophagusspasmus (Schluckstörung) - seit 2018 Tracheastoma & GastroTube
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Re: Umbau uraltes Bad

Beitragvon Ronja-und-Mini » 06.02.2019, 16:30

Engrid hat geschrieben:Dann muss das Neue rein, und neu verfliest werden.
Was davon zahlt denn die KK innerhalb dieser 4000 Euro?


Wir mussten erstmal einen Kostenvoranschlag vom Sanitärunternehmen schicken zusammen mit dem Antrag auf die wohnumfeldverbessernden Maßnahmen.

Ich hatte das ganze Bad eingereicht, was abgelehnt wurde. Uns wurde mitgeteilt, das lediglich der Einbau einer barrierefreien (ebenerdigen) Dusche bewilligt würde. Ich habe dann die Firma gebeten, in ihrem KV den Satz reinzuschreiben "Einbau einer barrierefreien Dusche" (das Wort "barrierefrei" ist wichtig).

Der Einbau der Dusche wurde nach Prüfung durch den MDK bewilligt. Davon aber alles - vom Stundenlohn der Arbeiter über die notwendigen Materialien (Rohre etc.) bis hin zu den Fliesen. Dieser Teil alleine hat die 4.000 Euro schon überschritten, so dass wir dann die 4.000 Euro hinterher in voller Höhe ausgezahlt bekamen und den Rest der Dusche bzw. des Bades aus eigener Tasche bezahlen mussten. [Was wir ja sowieso gemusst hätten im Zuge der Renovierung des Hauses].

Was vielleicht wichtig ist (ich habe gerade nochmal das Schreiben meiner KK durchgelesen): eine reine Renovierung wäre nicht gezahlt worden. Es muss schon ein Umbau stattfinden, der - wie der Name schon sagt - das Wohnumfeld der pflegebedürftigen Person verbessert.

Aber bei euch ist ja auch ein kompletter Umbau geplant, von daher sollte das kein Problem werden. Ich kann mir auch vorstellen, dass jede KK das anders handhabt, was sie davon unter "Umbau" akzeptiert. Bei euch würde sicherlich auch das Waschbecken (also die Arbeitskosten für den Umbau) bezuschusst werden.
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Engrid
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Beitragvon Engrid » 06.02.2019, 18:32

Hallo,

vielen Dank für Eure Antworten!

Barrierefrei heißt bei uns halt nicht bodengleiche Dusche oder so, sondern:
- überhaupt eine Duschmöglichkeit (statt nur Wannenbaden) für Junior zu haben, damit er fürs Erwachsenenleben lernen kann, sich selbstständig zu säubern. (In Wohneinrichtungen wird es gewöhnlich Duschen geben, nicht unbedingt Wannen. Und in der Wanne gibt es für ihn mehr Barrieren beim Waschen)
- eine Armatur, mit der er trotz gB und feinmotorischen Schwächen exakt seine Temperatur u.a. einstellen kann.
- das Gleiche dann noch am Waschtisch, dazu noch gute Beleuchtung.


Gewöhnlich geht es bei Barrierefreiheit um Mobilitätsbarrierefreiheit. Deshalb bin ich unsicher, womit ich rechnen kann.

Und mir war bisher nicht klar, ob Vorarbeiten und Verfliesen auch verlässlich dazuzählen.

Grüße
Engrid
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Badumbau

Beitragvon melanie03 » 06.02.2019, 20:13

Hallo Engrid,
wir haben gerade den kompletten Umbau eines gerade erst 10 Jahre alten Bades hinter uns. Wir hatten das Projekt "Bad" folgendermaßen angestoßen. Wir haben bei den halbjährigen Beratungseinsätzen jeweils vermerken lassen, dass ein Umbau des Bades aus den und den Gründen empfohlen wird. Unsere KK hat uns daraufhin einen Antrag auf wohnumfeldverbessernde Maßnahmen zugeschickt. Der Kostenvoranschlag des Fliesenlegers lautete auf "×.××× Euro für Fliesenarbeiten Bad". Das hat der Krankenkasse gereicht. Der Sanitärmensch hat genauer aufgeschlüsselt. Allein der Einbau einer bodengleichen Dusche mit Duschwand und "Umverlegung" der Fußbodenheizung hat die 4.000 Euro "verschlungen"
Freundliche Grüße melanie03

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Beitragvon Ronja-und-Mini » 07.02.2019, 02:16

Engrid hat geschrieben:Und mir war bisher nicht klar, ob Vorarbeiten und Verfliesen auch verlässlich dazuzählen.


Es zählt alles dazu, was an der Stelle des Umbaus nötig ist. Vorarbeiten und Verfliesen auf jeden Fall auch, wenn die Fliesen beim Umbau unweigerlich beschädigt werden (bei uns zumindest). Auch die neuen Fliesen an sich werden bezuschusst.

Unsere KK wollte gern den Begriff "barrierefrei" sehen... in unserem Fall war barrierefrei = ebenerdig, kann aber in eurem Fall auch evtl. was anderes sein. Wichtig ist der KK nur die Notwendigkeit der Barrierefreiheit.
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Susanne1965
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Beitragvon Susanne1965 » 07.02.2019, 11:14

Wir haben in unserem Haus 2016 ein Bad barrierefrei komplett umgebaut: bodengleiche Dusche, alles neu verfliest, neues WC, neuer unterfahrbarer Waschtisch mit Becken, neue Heizung - wirklich alles neu. Kosten rd. 21.000 € - davon 10% Erstattung über KfW.
Das Bad hat eine Grundfläche von lediglich 3,5 qm.

2017 dann die Komplettsanierung unseres Gäste-WC im Erdgeschoss.
Fläche hier: Nur 1,4 qm ....
Vorher nur WC und Handwaschbecken bekam es nun eine 80 cm-Duschwanne flach, neues WC und Mini-Handwaschbecken, ein komplettes Duschbad also. Kosten gesamt etwa 13.000 €. Kein Zuschuss.

Das soll lediglich verdeutlichen, was so ein Umbau kostet, wenn es Fachfirmen umsetzen.


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