Behindertengerechter Badumbau - steuerlich absetzbar?

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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kati543
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Behindertengerechter Badumbau - steuerlich absetzbar?

Beitragvon kati543 » 04.02.2019, 13:28

Hallo,
hat von euch schon einmal jemand versucht die Mehrkosten eines behindertengerechten Badumbaus steuerlich abzusetzen?

Wenn ja, wie bekomme ich denn die Kosten heraus, die ich absetzen darf? Müssen da die Kosten für das „normale“ Bad vorher abgezogen werden?

LG
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Beitragvon RolliTanteSilvi » 04.02.2019, 14:05

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Beitragvon Ronja-und-Mini » 04.02.2019, 15:14

Hallo, wir sind gerade umgezogen und haben das Bad behindertengerecht umbauen lassen.

Soweit wie ich das verstanden habe (bitte korrigiert mich, falls anders) kann man den Umbau bei der Steuererklärung absetzen WENN man noch keine Zuschüsse der Pflegekasse dafür bekommen hat bzw. alles was über die Bezuschussung der Pflegekasse hinaus geht.

Unser Sohn hat Pflegegrad zwei und unsere Krankenkasse hat den Umbau unter dem Stichwort "wohnumfeldverbessernde Maßnahmen" bezuschusst.

Allerdings gelten dafür bestimmte Voraussetzungen und nicht immer wird der Höchstsatz gewährt, wenn die KK der Meinung ist dass eine Teilrenovierung des Bades für die gegebenen Behinderungen ausreichend ist.

Jedenfalls, wenn ihr einen Pflegegrad habt, würde ich das zuerst versuchen, dafür muss man vorab einen Antrag und Kostenvoranschlag einreichen - der Umbau darf noch nicht begonnen haben.

Alles darüber hinaus oder wenn man nicht von der Pflegekasse bezuschusst wurde, kann man steuerlich absetzen, unter "außergewöhnliche Belastungen". Wir werden das dieses Jahr auch (erstmalig) versuchen, ich weiß aber noch nicht, was dabei herauskommt...
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Beitragvon Engrid » 04.02.2019, 16:14

Hallo Ronja,

darf ich fragen, was konkret die KK für Mini bezuschusst hat? Denn wie meiner ist Deiner ja physisch unauffällig, oder?

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

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Beitragvon monerl » 04.02.2019, 16:15

Hallo,

wir haben auch Bad behindertengerecht umgebaut, haben dafür die 4000,- € bekommen und haben die Handwerkerkosten (den Stundenlohn) aufgeführt und eine Kopie der Rechnung mitgeschickt. Das wird anerkannt. Die Kosten die über den Zuschuss der Pflegekasse gehen, werden nicht anerkannt.
Ein Weg entsteht indem man ihn geht
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Beitragvon Ronja-und-Mini » 04.02.2019, 18:48

Engrid hat geschrieben:Hallo Ronja,

darf ich fragen, was konkret die KK für Mini bezuschusst hat? Denn wie meiner ist Deiner ja physisch unauffällig, oder?

Grüße


Hallo Engrid,

unsere KK hat nur den Einbau einer ebenerdigen Dusche bezuschusst. Allerdings haben wir dabei den Höchstsatz von 4.000 Euro für die wohnumfeldverbessernden Maßnahmen ausgeschöpft, weil der Einbau mehr gekostet hat. Wir mussten das Bad komplett sanieren an der Stelle... alte Möbel raus, neue Rohre verlegen, Dusche rein etc.

Den Rest des Bades (musste ja auch saniert werden) haben wir dann aus eigener Tasche bezahlt. Erst hatten wir das gesamte Bad eingereicht, weil man schlecht nur eine Ecke sanieren konnte ohne den Rest des bades zu zerstören, aber das wurde abgelehnt.

Vorher war in dem kleinen Bad nur eine Wannendusche. Also eine ganz kleine Sitzwanne (halb so groß wie eine normale Wanne) mit einer aufklappbaren Trennwand.

Die Dusche wurde in erster Linie meinetwegen eingebaut, wegen meiner Lähmung, weil ich in eine Wanne nicht mehr einsteigen kann.

Beim Mini habe ich argumentiert, dass er durch seine Ausraster viel Platz benötigt, wenn man ihn "bändigen" muss. Er wäscht sich nicht selber bzw. man muss ihn immer wieder zum Duschen auffordern und dann ist es ein Kampf. Zudem hat er sich partout geweigert, in diese "Miniwanne" einzusteigen, weil er eine Dusche gewöhnt ist und das irgendwie nicht verpackt hat, dass nun eine andere Form der "Waschgelegenheit" vorhanden ist. Da hatte er Angst vor.

Ich gehe davon aus, dass unsere KK unabhängig von der Diagnose diesen Zuschuss gewährt hat, einfach weil ein Pflegegrad (egal ob wegen geistiger oder physischer Einschränkungen) vorliegt. Groß nachgefragt haben die nicht. Im Brief stand nur, dass uns pro Pflegebedürftigem dieser Zuschuss zusteht, und sie dies geprüft haben (mit positivem Ausgang). Und freundlicherweise haben sie das auch tatsächlich gezahlt, wofür wir sehr dankbar sind.
Mama (39) mit Mini-Asperger (6, Vorschulkind)

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sabine und Wolfgang
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Beitragvon sabine und Wolfgang » 04.02.2019, 20:34

Hallo,


das hab ich im Netz darüber gefunden.

https://www.vlh.de/krankheit-vorsorge/b ... en-ab.html

LG Sabine
Jonas mit Phelan Mcdermid Syndrom geb. 03/06
stark hypoton, kein krabbeln, laufen ,keine Sprache.... kann seit 02.04. 2011 frei sitzen

WARTE NICHT AUF GROSSE WUNDER -
SONST VERPASST DU VIELE KLEINE


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