Ab wann bekommt man das Pflegegeld?

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Lesslo
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Ab wann bekommt man das Pflegegeld?

Beitragvon Lesslo » 28.01.2019, 17:36

Hallo,

Nachdem wir wirklich lange gewartet und überlegt haben, haben wir Ende November doch Pflegegrad für Isa beantragt.

Ehrlich gesagt hätte ich nie gedacht einen Anspruch darauf zu haben und war dann echt überrascht, auf Anhieb Pflegegrad 2 zu bekommen.

Nun haben wir für Dezember und Januar das volle Pflegegeld erhalten, für November aber nur 10%. Da ich hier immer gelesen habe, dass das Pflegegeld für den ganzen Monat gezahlt werden muss, bin ich davon ausgegangen, dass es einfach einen Fehler bei der Überweisung gegeben hat.

Die Pflegegeldkasse hat mich nun ("versucht") eines besseren zu belehren. Der eine Sachbearbeiter sagte, da das Pflegegeld erst Ende des Monats beantragt wurde, wurde für November nur anteilig Pflegegeld gezahlt. Ein anderer Sachbearbeiter sagte, da in dem Bewilligungsbescheid kein Datum angegeben wäre, ab wann das Pflegegeld bewilligt wurde, wurde nur anteilig gezahlt. (Im Bescheid steht lediglich dass im vorraus gezahlt wird und im MDK Gutachten steht ab 11'18. Aber auch kein genaues Datum.)

Gibt es da irgendwie neue Richtlinien?

Wie ist das eigentlich mit der 5 Wochen Frist bis der Bescheid da sein muss? Ab wann zählt das?

LG Lesslo
Tochter * 09.07 mit Epilepsie, Pinealiszyste, ADS, F83, LRS...
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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 28.01.2019, 18:08

Hallo!

„Versicherte erhalten das Pflegegeld ab dem Tag ausgezahlt, an dem sie ihren Antrag auf Pflegegeld gestellt haben. Ein voller Kalendermonat wird bei der Berechnung des Pflegegeldes laut Pflegeversicherung mit 30 Tagen angesetzt. Die Anspruchstage seit Antragsstellung im Vormonat ergeben sich entsprechend anteilig auf dieser Grundlage.“

Hier gelesen:
https://www.pflege.de/pflegekasse-pfleg ... flegegeld/

Wann also habt ihr den Antrag gestellt? Ab da wird bewilligt...

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

kati543
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Beitragvon kati543 » 28.01.2019, 18:23

Hallo Lesslo,
ja, ich kenne das Gefühl. Mir ist es mit meinen Jungs damals ähnlich ergangen. Ich war auch mal der Meinung, (damals noch) die Pflegestufe ist nur etwas für alte, bettlägerige Menschen...meine Kinder haben heute PG2 bzw. PG4 - ich habe meine Meinung geändert. Beide haben damals auch sofort auf Anhieb die PS bekommen. Ich musste noch nicht einmal in Widerspruch gehen. Aber die Frühförderung hat 1 Jahr gebraucht um mich zu überzeugen, das doch zu beantragen... irgendwie sind wir eben doch betriebsblind und übersehen zu leicht, wieviel wir noch für unsere Kinder tun.

Die Frist zählt ab Antragsstellung bis der Bescheid kommt. Jedoch ist die Kasse nur Schuld, wenn sie oder der MdK auch die Verzögerung zu verantworten hat. Wenn Ihr Termine des MdK absagen musstet, das Kind im Krankenhaus war,... das zählt nicht.

Das Pflegegeld im ersten Monat ist taggenau berechnet.

LG
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O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

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Re: Ab wann bekommt man das Pflegegeld?

Beitragvon MichaelK » 28.01.2019, 19:32

Lesslo hat geschrieben:…. haben wir Ende November doch Pflegegrad für Isa beantragt....Nun haben wir für Dezember und Januar das volle Pflegegeld erhalten, für November aber nur 10%. Da ich hier immer gelesen habe, dass das Pflegegeld für den ganzen Monat gezahlt werden muss, bin ich davon ausgegangen, dass es einfach einen Fehler bei der Überweisung gegeben hat....


Hallo,

das Gesetz: Die Leistungen werden ab Antragstellung gewährt, frühestens jedoch von dem Zeitpunkt an, in dem die Anspruchsvoraussetzungen vorliegen. Wird der Antrag nicht in dem Kalendermonat, in dem die Pflegebedürftigkeit eingetreten ist, sondern später gestellt, werden die Leistungen vom Beginn des Monats der Antragstellung an gewährt.

bedeutet demnach: Der Leistungsbeginn richtet sich nach dem Datum des Beginns der Pflegebedürftigkeit- würde Pflegebedürftigkeit schon ab Oktober vorgelegen haben, wäre der Leistungsbeginn der 1. November (verspätete Antragstellung) - würde Pflegebedürftigkeit erst ab November vorgelegen haben, wäre das Datum der Antragstellung maßgebend.

LG Michael
Michael für den Liebling der Familie: Lars, geb 04/03 Lumbale Spina bifida mit HC (v-p-Ableitung), Arnold-Chiari-Malformation Typ 2
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(Martin Luther King)

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Beitragvon JennyK » 28.01.2019, 19:39

Bei uns wurde ab Antragstellung gezahlt, auch wenn wir den ersten Terminvorschlag des MDK nicht wahrnehmen konnten, da wir zu der Zeit in Kur waren. Ich müsste jetzt mal schauen, ob wir den vollen Monat bekommen haben oder nur anteilig... Edit: es war anteilig, aber ich hatte den Antrag auch Anfang des Monats gestellt, so dass es nicht so gravierend war.
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Beitragvon Lesslo » 29.01.2019, 09:12

Ah, dann habe ich das falsch verstanden. :oops:

Vielen Dank euch allen.



LG Lesslo
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Beitragvon Sandra_mit_Rasselbande » 02.02.2019, 07:59

Wir haben auch anteilig bekommen, haben dann Widerspruch eingelegt, mit der Begründung das bei PG4 wohl klar ist das die Situation schon länger bestand. Und dann haben wir rückwirkend ab dem 1. des Antragsmonats Pflegegeld erhalten.

Auch gerade wieder erlebt bei einem Kind das ich begleite. Er hat PG3 bekommen. Und eben dann im Widerspruch ab dem 1. des Antragsmonats
Sandra mit Zirkusfamilie
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Sohn (13) massiv 84.5 + leicht ausgeprägt 90.1+ leicht ausgeprägt 81.1 (PG4 nach Klage) 70GdB, B+H
Sohn (12) massiv 84.5 + massiv ausgeprägt 90.1, massiv ausgeprägt 81.0 (PG4)80GdB (nach Klage) B+H
Tochter (10)
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Beitragvon AnjaSche » 12.03.2019, 16:09

Jetzt muss ich nochmal genau nachfragen!!
Wir haben am 21.11.18 die Feststellung des Pflegegrades beantragt. Der MDK war jetzt im Februar bei uns und hat im Gutachten Pflegebedürftigkeit ab dem 1.11.2018 festgestellt.
Ausgezahlt wurde uns das Pflegegeld aber nur rückwirkend ab dem 21.11. Auf Nachfrage bei der Barmer GEK wurde mir gesagt dies sei korrekt so- Zahlung erst ab Antragsstellung. Unsert Sohn hat PG 3- also lag die Bedürftigkeit definitiv bereits vor Antragstellung vor.

Wer ist im Recht? Die Barmer oder ich? Und wie kann ich vorgehen, wenn ich Recht habe?

Danke und LG Anja

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Beitragvon Sandra_mit_Rasselbande » 12.03.2019, 16:17

Sandra_mit_Rasselbande hat geschrieben:Wir haben auch anteilig bekommen, haben dann Widerspruch eingelegt, mit der Begründung das bei PG4 wohl klar ist das die Situation schon länger bestand. Und dann haben wir rückwirkend ab dem 1. des Antragsmonats Pflegegeld erhalten.

Auch gerade wieder erlebt bei einem Kind das ich begleite. Er hat PG3 bekommen. Und eben dann im Widerspruch ab dem 1. des Antragsmonats


So gehts. Sie probieren es halt erst mal.

Regel Nr 1 mache alles schriftlich

Regel Nr 2 probieren geht über studieren. Wenn’s abgelehnt wird gehts in den Widerspruchsausschuss. Usw

Selbst der MdK sagt ja: 1.11 ;) das sieht doch gut aus

Aber sie werden nach dem ersten Widerspruch einlenken.
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Beitragvon AnjaSche » 12.03.2019, 16:44

Ich habe es schriftlich gemacht- per Email. Heute dann- auf meine telefonische Nachfrage- einen Rückruf bekommen von einer Sachbearbeiterin, die mir sagte: Nein, das sei alles korrekt ab dem 21.11 und nicht ab 1.11.
Jetzt bin ich unsicher, ob ich wirklich im Recht bin.... :oops:


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