Verdacht auf Absencen

Hier geht es um Epilepsie und die Behandlung verschiedener Epilepsie-Formen mit Medikamenten.

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*Simone*
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Verdacht auf Absencen

Beitragvon *Simone* » 22.01.2019, 11:06

Liebes Forum,
unser Sohn, gerade drei geworden, hatte im Dezember täglich kurze Abwesenheitszustände. Ich habe sie vor allem morgens bemerkt, aber auch die Erzieherin im Kindergarten fand ihn öfter abwesend ("schläft er mit offenen Augen?"). Bei der Testung im SPZ hatte er auch so einen Zustand. Nun, in den letzten Tagen kann ich die Abwesenheitszustände nicht sehen. Auf Ansprache reagiert er öfter nicht, er ist geistig behindert.
Vor einem guten Jahr hat er auch mal den Kopf überstreckt und die Augen nach oben gerollt, auch so ein "komischer" Zustand, aber nur einmalig, so dass der Kinderarzt sagte, dass wir nichts weiter untersuchen müssen.
Ich frage mich, ob das überhaupt Epilepsie sein kann (EEG ist geplant). Weiß jemand von euch, ob Absencen regelmäßig auftreten müssen? Oder spricht die Beschreibung gegen Epilepsie? Gibt es hier jemand, der/ die ein Kind mit Absencen hat?
Viele Grüße
Simone

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 22.01.2019, 11:57

Hallo Simone,

das klingt schon nach Epilepsie (vor allem das Kopf nach hinten überstrecken und Augen nach oben verdrehen). Ich würde es unbedingt abklären lassen.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

Sophie*
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Beitragvon Sophie* » 22.01.2019, 12:08

Klingt ähnlich wie bei uns. Wir haben jetzt ganz frisch die Diagnose atypische Absencen. (Atypisch, weil das Kind fokale Anfälle im Bereich der Sehrinde hat, und Absencen meist generalisiert auftreten, also mit Beteiligung aller Gehirnregionen.)

Manchmal macht er es ein paar Tage nicht, dann wieder mehrmals am Tag, das schwankt schon.
Sophie* mit Mini *2015 (Muskelhypotonie, globale Entwicklungsverzögerung, Knick-Senkfüße, Makrozephalus, myoklonische Epilepsie, atypische Absencen, V. a. ASS, GdB 50)

EvaHH
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Beitragvon EvaHH » 22.01.2019, 12:26

Hallo Simone,

so etwas Ähnliches haben wir jetzt auch. Allerdings nur wenn mein Sohn einen Infekt oder Fieber hat. Aber auch nicht immer. In der Kita haben die nie was beobachtet.
Da sein EEG allerdings schlecht ist, hat der Neurologe uns jetzt einen Saft gegen die Absencen verschrieben. Gegeben haben wir ihm diesen noch nicht.
Ich tue mich auch schwer damit, wenn ich sehe, dass er jetzt nicht hat.
Diese Absencen können bis zu 100 mal täglich auftreten, wie ich es gelesen habe.
Es ist aber wenn, eine milde Form von Epi.
Abklären würde ich es auf jeden Fall. Vor allem wenn das auch von anderen beobachtet wird.
ich drücke die Daumen.
LG
Eva
Eva mit Sohn 2012 (MRD7 bei Mutation im DYRK1A-Gen, ASD II, Veränderung der weißen Substanz mit Hypomyelinisierung, ASS, expressive Sprachstörung, Krampfanfälle...)

lisa08
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Re: Verdacht auf Absencen

Beitragvon lisa08 » 22.01.2019, 13:46

*Simone* hat geschrieben:Liebes Forum,
unser Sohn, gerade drei geworden, hatte im Dezember täglich kurze Abwesenheitszustände. Ich habe sie vor allem morgens bemerkt, aber auch die Erzieherin im Kindergarten fand ihn öfter abwesend ("schläft er mit offenen Augen?"). Bei der Testung im SPZ hatte er auch so einen Zustand. Nun, in den letzten Tagen kann ich die Abwesenheitszustände nicht sehen. Auf Ansprache reagiert er öfter nicht, er ist geistig behindert.
Vor einem guten Jahr hat er auch mal den Kopf überstreckt und die Augen nach oben gerollt, auch so ein "komischer" Zustand, aber nur einmalig, so dass der Kinderarzt sagte, dass wir nichts weiter untersuchen müssen.
Ich frage mich, ob das überhaupt Epilepsie sein kann (EEG ist geplant). Weiß jemand von euch, ob Absencen regelmäßig auftreten müssen? Oder spricht die Beschreibung gegen Epilepsie? Gibt es hier jemand, der/ die ein Kind mit Absencen hat?
Viele Grüße
Simone


Hallo Simone,

ich würde auch auf eine gründliche Diagnostik bei einem erfahrenen Neurologen bestehen. Ich hatte als Teenager auch Absencen und die nur morgens. Auch das Augen Rollen trat bei mir auf.

LG,
Lisa
Selbstbetroffen: Faktor VII-Mangel, heterozygote Faktor V-Leiden-Mutation, von-Willebrand-Syndrom (Typ 1), strukturelle Epilepsie, Autismus, SBA 80 GdB

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Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 22.01.2019, 14:04

Hallo Simone, ich habe ein Kind mit atypischen Absencen (und anderen Anfällen).
Das mit dem Augenverdrehen kenne ich bei meinem Kind nicht, er ist eher wie versteinert, reagiert länger nicht und guckt ins Leere. Die Absencen die du beschreibst habe ich letztens bei einem anderen Kind gesehen.
Auch wenn es nicht regelmäßig vorkommt, führe Tagebuch mit Uhrzeit darüber. Wir haben sehr lange zu einer Diagnose gebraucht,
aber irgendwann wurden die Absencen häufiger und deutlicher.
Beim Kind bin ich froh, dass er jetzt ein Medikament bekommt, da er noch einige Probleme hatte/hat die wohl auch mit Epilepsie in Zusammenhang stehen und scheinbar besser werden.
Lg LovisAnnaLarsMama
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

*Simone*
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Beitragvon *Simone* » 23.01.2019, 21:36

@alle
Vielen Dank für die hilfreichen Antworten. Ich werde auf jeden Fall bei der Neuropädiaterin nachfragen und Tagebuch führen. Wie wurde bei Euren Kindern die Epilepsie nachgewiesen? Unser Sohn hatte bis jetzt zwei EEGs (das letzte im Sommer), aber jeweils kurz (halbe Stunde), bei dem er mittels "Schlafsaft" eingeschlafen ist. Die waren wohl unauffällig. Ich frage mich, ob so ein EEG ausreicht (bzw. frage die Ärztin :D ).
Viele Grüße
Simone


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