Notfallmedikament - und dann Notarzt?

Hier geht es um Epilepsie und die Behandlung verschiedener Epilepsie-Formen mit Medikamenten.

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ClaudiaSp
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Notfallmedikament - und dann Notarzt?

Beitragvon ClaudiaSp » 27.10.2018, 14:56

Hallo zusammen,

leider hatte Junior vor einigen Tagen wieder einen größeren Anfall und wir waren kurz davor, das Notfallmedikament (Diazepam) zu geben, es ging dann gerade so ohne.

Aber eine Frage bewegt mich seitdem....ich habe mir den Beipackzettel vom Diazepam durchgelesen und gesehen, dass es auf den Kreislauf und die Atmung gehen kann, also das Kind im Anschluss überwacht werden muss. Bedeutet das de facto dass ich dann gleich mit Notarzt ins KKH fahren muß wenn Diazepam gegeben wurde? Besonders wenn es das erste Mal ist und man nicht weiß wie das Kind reagiert?
Überwachungsmonitor etc. haben wir nicht zu Hause und brauchen wir auch eigentlich nicht

Wie handhabt ihr das?

Viele Grüße
Claudia
Claudia mit M, * 09/2008, ehemaliges Zwillings-Frühchen, 520g (SSW 25+0) nach FFTS, schwerhörig, Autismusspektrumsstörung, Absencen-Epilepsie, seit 09/2015 ein Schulkind Förderschule Motorik, und Zwillingsbrüderchen T fest im Herzen

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Anna-Nina
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Beitragvon Anna-Nina » 27.10.2018, 15:20

Hallo Claudia,

das würde ich auf alle Fälle mit dem Arzt besprechen, der das Diazepam verschrieben hat.

Denke da sind Fallbeispiele anderer nicht wirklich sinnvoll. Das muss auf alle Fälle individuell abgeklärt werden.

Liebe Grüße

Angela77
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Beitragvon Angela77 » 27.10.2018, 15:57

Hallo Claudia,
oh je, nicht schön :(
ich würde in diesem Fall auf jeden Fall immer zumindest beim erste Mal den Notarzt rufen, nachdem das Diazpam gegeben wurde.
Wenn er nicht mehr krampft, wenn der Notarzt kommt, ist die Chance auch groß, dass er dann zuhause bleiben kann. Schließlich ist die Epilepie ja bekannt!
Wir haben immer noch die Anweisung nach Medikamentengabe sofort den Notarzt zu rufen, weil Bene vor drei Jahren auf ein Benzodiazepin eingestellt wurde und seitdem nicht mehr gekrampft hat. Es ist einfach nicht klar, wie er auf unter Benzo auf das Notfallmedi reagieren würde.
Wenn er zeitnah wieder krampft, würde ich eueren Sohn aber vielleicht vom Notarzt mitnehmen lassen. Es ist dann oft der schnellste Weg, eine aktuelles EEG zu kriegen.
Liebe Grüße
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

Mama Ursula
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Beitragvon Mama Ursula » 27.10.2018, 16:31

Hallo Claudia,

ich selber bin Kinderkrankenschwester und habe schon sehr viele Kinder krampfende erlebt und auch mit Notfallmedis versorgt.

Als unsere Jessy das 1. Mal im Status gekämpft hat und Diazepam zur Unterbrechung brauchte, bin ich"freiwillig" mit ihr eine Nacht in der Klinik geblieben, eben weil ich nicht einschätzen könnte wie SIE darauf reagiert.

Also, selbst ich würde beim ersten Mal mit dem Krankenwagen in die Klinik fahren und über Nacht bleiben. :wink:

Ich drücke die Daumen, dass Euch das erspart bleibt!

Heute geben wir übrigens Buccolam, was bei Jessy zum einen etwas besser wirkt und was sie bislang gut verträgt. So bleiben wir inzwischen eigentlich immer zu Hause, allerdings mit Pulsoxy-Überwachung für 24 Stunden.

Grüßle
Ursula
Kinderkrankenschwester mit Fachweiterbildung Palliativ Care und Außerklinische Beatmung.
Pflegemutter von Jessy (16 J., schwerster Hirnschädigung wegen Sauerstoffmangel), kl.Bub (1 Jahr mit schwerster Hirnschädigung, Reflux, Spastisch-steife Knie), 2 gr. Jungs - ausgezogen.

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 27.10.2018, 18:36

Hallo!
Wenn es dazu kommen sollte, dass ihr Diazepam geben müsst, würde ich erst den Notarzt rufen, dann das Diazepam geben - je nachdem wie lange der Rettungsdienst bis zu euch benötigt.
Im schlimmsten Fall hört dein Kind auf zu atmen und wenn man nicht gerade selbst vom Fach ist, hat man doch gerne Fachpersonal dabei.

Unsere erste Diazepamgabe ging auch nach hinten los. Wir waren da bereits im Rettungswagen unterwegs. Die Sauerstoffsättigung fiel bis auf gut 40 und die BGA in der Klinik war grottenschlecht, obwohl Kind sofort 4 l Sauerstoff bekam.
Bei den darauffolgenden Anfällen haben wir nur noch die halbe Dosierung Diazepam (5 mg) gegeben, damit ging es dann problemlos.

Inzwischen sind wir auf Buccolam umgestiegen und auch da benötigt Kind weniger als „normal“.

Das muss bei euch nicht auch so sein, aber man weiß es eben vorher nicht.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

Angela77
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Beitragvon Angela77 » 27.10.2018, 18:39

Hallo Alex,
danke für den Hinweis! Im Fall des Falles werde ich in Zukunft auch zuerst den Notarzt rufen und dann das Medi geben!
Liebe Grüße
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin

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ClaudiaSp
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Beitragvon ClaudiaSp » 27.10.2018, 19:08

Danke an alle!
Wir wohnen quasi neben der Rettungswache, aber das ist auf jeden Fall sinnvoll den Notarzt zuerst zu rufen.
Ich fürchte sowieso wir müssen Junior bald nochmal neurologisch durchchecken, irgendwas stimmt da im Moment nicht. Leider toleriert Junior das EEG überhaupt nicht....selbst unter Sedierung .....

LG Claudia
Claudia mit M, * 09/2008, ehemaliges Zwillings-Frühchen, 520g (SSW 25+0) nach FFTS, schwerhörig, Autismusspektrumsstörung, Absencen-Epilepsie, seit 09/2015 ein Schulkind Förderschule Motorik, und Zwillingsbrüderchen T fest im Herzen

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Beitragvon Raphaels Mama » 27.10.2018, 19:13

Hallo!

Wir sollten auch nur 1xgeben und wenn es nicht wirkt direkt den Notarzt. Bei uns waren die zum Glück auxh immer schnell da weil die Wache am KH nicht weit ist.
Gruß
Raphaels Mama
Raphael (07/2013): Hemimegalenzephalie, Armbetonte Hemiparese links, Komb. Entwicklungsstörung; Hemisphärotomie 09/14 und seither Anfallfrei, Medikamentenfrei seit 08/17; VP-Shunt 12/14; . 2 Brüder (11/2011), (04/2017)

Und wir halten fest an der angebotenen Hoffnung, die wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele haben.

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Sheila0505
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Beitragvon Sheila0505 » 22.01.2019, 15:08

Hi der Thread ist zwar schon eine zeitlang „still“, aber bei uns ist Diazepam als Notfall-Medikament jetzt auch verschrieben worden.

Unsere Ärztin sagte uns ganz klar, dass wir unbedingt den Notarzt verständigen müssen, eben weil es sich auf die Atmung/Kreislauf auswirken kann und das gefährlich werden kann. Ich hoffe wir werden es nie benötigen (bisher anfallsfrei - toitoitoi), aber für den Fall der Fälle haben wir ein Handout mit Anweisungen, Verhaltenstips und Rufnummer mitbekommen - also klare Struktur was zu tun ist, was man beachten muss usw.

Liebe Grüße Sheila


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