Wer hatte schon ein Gutachten nach Widerspruch Pflegegrad?

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Ronja77
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Wer hatte schon ein Gutachten nach Widerspruch Pflegegrad?

Beitragvon Ronja77 » 23.12.2018, 23:49

Hallo und frohe Weihnachten an alle.

Am 03.01. kommt nun eine Gutachterin weil ich Widerspruch einlegte.
Wir haben Pflegegrad 2 bekommen, sind nur 5 Punkte von der 3 weg.
Einige Kreuze sind falsch, unter anderem entscheidene, die die Punkte auch holen.

Ein Beispiel:
Pflege des Kopfes ist als überwiegend unselbstständig angekreuzt, was richtig ist. Naja, eher ganz unselbstständig, aber ok.
Waschen des Körpers inklusive Haare ! ist dann aber als überwiegend selbstständig gezeichnet.

Ich habe also einen zuerst langen Widerspruch geschrieben, dann aber korrigiert auf die 3 wesentlichen Modulpunkte, die entscheidend sind.

Nun kommt jemand am 03.01. und ich habe echt Angst sogar die 2 zu verlieren. Unbegründet hoffe ich, denn es ist ja wie es ist, aber bei so Ämtern weiß man ja nie.

Kann man das vorhandene überhaupt verlieren? Ich las hier davon.
Ist es ein komplett neues Gutachten welches bei 0 anfängt, oder baut es auf dem alten auf und konzentriert sich auf die Punkte die ich bemängelte?
Die ganzen Unterlagen hat die erste Gutachterin ja schon mitgenommen, muss ich das alles noch einmal kopieren?

Mich macht das alles nervös, weil bei uns schon so viel schief gegangen ist.

Vielen Dank an alle die mir antworten und schöne Feiertage an alle

Gruß,
Ronja

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Ainslie2009
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Beitragvon Ainslie2009 » 24.12.2018, 12:03

Also wir sind 5 Punkte vom PG 4 entfernt. Ich hatte auch Widerspruch eingelegt, weil auch viel falsch war. Die Gutachterin hat hier ganz anders gesprochen als es dann im Widerspruchsgutachten stand. Es blieb bei PG 3. Wenn man nach ihren Worten hier gegangen wäre, hatte man den Eindruck es wird sogar PG 5 (übertrieben gesagt).

Vergiss nicht, die Gutachter arbeiten für die Pflegekasse nicht für dich. Ja ihr könnt auch PG 2 ganz verlieren oder auf 1 runtergestuft werden.

Das Gutachten wird komplett neu gemacht und nicht nur deine Widerspruchspunkte neu begutachtet.
Es kommt auch auf das Alter des Kindes an. Ainslie war bei der letzten Begutachtung 8 und da wurde auch viel "überwiegend selbständig" angekreuzt, weil sie auf Grund ihres Alters das noch gar nicht allein kann.

Ainslie wird im Mai 10 und dann wird nichts mehr abgezogen und dann hoffe ich auf PG 4.
Arlett 8/78 starke Störung der Grob- und Feinmotorik, Sehstörung (GdB 50) mit Marc Fabian 7/07 ADHS, GdB 30, PG 3 und Ainslie Lucy 5/09 Kombinierte Entwicklungsstörung, ADHS, Atypischer Autismus, AVWS, Sprachentwicklungsstörung, Epilespie, GdB 60 mit Mz. H, B, PG 3

PetraV
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Beitragvon PetraV » 24.12.2018, 13:04

Hallo,
ich will dir ein wenig Mut machen.
Wir sind das letzte Mal nach der Pflegestufe begutachtet worden. Vieles war falsch und vor allem falsch berechnet. Einiges wurde überhaupt nicht bewertet.
Wir waren damals 45 Minuten von der Pflegestufe 3 entfernt.
Ich habe lange überlegt ob ich Widerspruch einlege.
Die andere gutachterin kam zu einem völlig anderen Ergebnis wir waren danach 120 Minuten über die Pflegestufe 3 drüber.
Ich war damals entsetzt wie unterschiedlich begutachtet werden kann.

Ich wünsche Euch viel Glück und eine faire Begutachtung

Beate139
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Beitragvon Beate139 » 24.12.2018, 14:05

Hallo,

wir hatten eine Wiederholungs- Gutachterin, die fernab von Gut und Böse war. Ich wollte meinen Sohn von Pflegegrad 1 auf Pflegegrad 2 hochsetzen lassen, was bei seinen vielen Baustellen auch angebracht ist.
Ich habe der Gutachterin zig Gutachten und Berichte vorgelegt, die sie beiseite geschoben hat mit den Worten : Sie macht sich lieber ein eigenes Bild von meinem Sohn....
... und ist zu dem Ergebnis gekommen, mein Sohn wäre lediglich PC-süchtig und hat entschieden, das Pflegegrad 1 gerade mal mit 13 Punkten erreicht wäre. Das erste Gutachten war 2 Punkte unter Pflegegrad 2 entfernt gewesen.
Dagegen habe ich natürlich auch Widerspruch eingelegt, aber es wurde nur noch per Aktenlage entschieden und es blieb bei den 13 Punkten Pflegegrad 1. Selbst nach Aktenlage waren alle eingereichten Gutachten der Ärzte und Institute lediglich "persönliche Meinungen der Ärzte" und damit keine für einen höheren Pflegegrad relevanten Berichte.

Nun gehts eben vors Sozialgericht, denn dann wird ein vom Gericht beauftragter Gutachter kommen, der unabhängig entscheidet.

Ich wünsche euch einen Gutachter, den die Gutachten und Berichte, die ihr vorlegt, interessieren und der nicht nach 10 Minuten anschauen sein Urteil fällt.

Juli2014
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Beitragvon Juli2014 » 24.12.2018, 15:35

Hallo Ronja,

auch von mir frohe Weihnachten!

Ja, wir haben auch Widerspruch eingelegt; Situation war wie bei Dir!
Ich wollte eigentlich per Aktenlage eine neue Entscheidung wegen Sohnemann und geänderter Tagesablauf. Nein, muss jemand Neues kommen, hieß es.
Es war schon mal eine andere Gutachterin und kannte sich besser mit Kindern aus als ihre Vorgängerin. Sie wollte die Berichte nochmal sehen und hat auch etwas mitgenommen. Wir sind Punkt für Punkt das alte Gutachten bzw. meinen Widerspruch durchgegangen und sie hatte für fast alles Verständnis. Ihre mündliche Bewertung war in jedem Fall deutlich besser wie vorher, wobei dann im schriftlichen Gutachten wich auch so manches ab. Trotzdem sind wir von 36,25 Punkten (PG 2) auf 47,5 Punkten (PG 3) hochgestuft worden. Damals war mein Sohn noch keine 4 und sie hat schon gesagt, dass ich dann mit 4 eine neue Begutachtung machen lassen könnte. Da er sich aber auch entwickelt (ob besser oder schlechter) und älter wird, warte ich bis (spätestens) 2021; oder aber jetzt 2019 wegen KK-Wechsel. Ich habe auch PG 4 ausgerechnet, aber wir sind ja als Eltern nicht objektiv und sehen halt unsere Kinder anders als Fremde.

Ich drücke Dir die Daumen, dass alles klappt! Und ich glaube nicht, dass man so ohne Weiteres den PG verlieren kann. Es sei, das Kind hat im Alter einiges aufgeholt und ist nicht mehr so stark pflegebedürftig! Wie alt ist Dein Kind und welche Einschränkungen habt ihr?

Gruß Stephy
Stephanie (1976) und Julian (2014) , ASS, ADHS, expressive Sprachstörung; PG 3, SBA 80 mit B, G und H; Integrationskindergartenkind...ein begnadeter Sänger und ein süßer, "kleiner" Junge mit einem tollen Lachen!

Ronja77
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Beitragvon Ronja77 » 13.01.2019, 11:49

Hallo

Ich wollte Euch ein Update geben.
Die zweite Gutachterin war toll, sehr sympathisch.
Sohnemann verweigerte sich aus seinem Zimmer zu kommen, das war für sie ok und sie hat mich ihn nicht zu holen, wenn er nicht alleine mag.

Er kam dann mit dem großen Bruder nach einer Weile und drehte von Minute zu Minute immer mehr auf. Provozierte Aufmerksamkeit, machte Blödsinn, hörte kein Stück...
Mir war das unangenehm, aber genau darum ging es ja, und sie sagte immer wieder es sei alles ok, genau darum sei sie ja da,

Lange Rede kurzer Sinn: Wir haben nun rückwirkend zu September Pflegegrad 3 bekommen, neue Begutachtung ist im Januar 2021.

Ich bin so erleichtert und möchte jeden ermuntern das Gutachten zu studieren, selbst die Punkte zu rechnen und ggf. den Widerspruch versuchen.

Viele erleichterte Grüße
Ronja

Sinale
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Beitragvon Sinale » 13.01.2019, 23:20

Hallo Ronja,

ein gutes Ergebnis! Vielen Dank für die Rückmeldung!
Viele Grüße
Sinale

Diagnose: Tetraspastik
Rollstuhlnutzerin


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