Wie Schlauchsystem hygienisch verschließen?

So manches Kind muss aufgrund seiner Behinderung besonders intensiv betreut werden - z. B. mit Hilfe eines Pflegedienstes. Viele Kinder werden von einer Krankenschwester in Kindergarten oder Schule begleitet, um optimal versorgt werden zu können. Das gilt beispielsweise für viele tracheotomierte Kinder. In dieser Rubrik können sich Eltern von so genannten Intensivkindern über die besonderen Bedürfnisse ihrer Kinder austauschen.

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Elisabeth85
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Wie Schlauchsystem hygienisch verschließen?

Beitragvon Elisabeth85 » 27.09.2018, 15:14

Hallo liebe Heimbeatmungserfahrene,

Unser Kind wird ist seit diesem Sommer mit einem Einschlauchsystem beatmet und bekommt vom Versorger ein Leckageventil, dass wir zwischen feuchter und trockener Beatmung hin- und herwechseln sollen. Wir haben jedoch das Problem, dass wir das feuchte Schlauchsystem ohne das Ventil nicht verschlossen bekommen, also keinen Anschluss an die Testlunge haben und auch keine Kappe. Unser Versorger meinte, wir sollen in der Zeit einfach einen sterilen Handschuh über den offenen Schlauch ziehen. Unser PD ist nicht überzeugt. Wie macht ihr das?

Danke schon einmal und viele liebe Grüße!
Mama von A.

PS: Beatmungsgerät ist Astral 150 von Resmed

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Mama Ursula
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Beitragvon Mama Ursula » 27.09.2018, 19:13

Hallo Elisabeth,

darf ich nochmal nachfragen.

Ihr habt also einen trockenen und einen feuchten Schlauch und wechselt nur das Leckageventil?

Dieses Problem hat sich mir noch nie gestellt und so überlege ich, was ich für "hygienischer" halten würde.

Tatsächlich denke ich, dass durch eine Testlunge... vermutlich eher Keime an die Konnektionsstelle des Schlauchs geraten würden, als durch die "offene" Lagerung im sterilen Handschuh - oder stelle ich mir das falsch vor?

Warum ist Dein PD skeptisch?
Was hätten der PD für einen Vorschlag? 2. Leckagesystem?

Dann argumentiert in die Richtung! :wink:

Grüßle
Ursula
Kinderkrankenschwester mit Fachweiterbildung Palliativ Care und Außerklinische Beatmung.
Pflegemutter von Jessy (16 J., schwerster Hirnschädigung wegen Sauerstoffmangel), kl.Bub (1 Jahr mit schwerster Hirnschädigung, Reflux, Spastisch-steife Knie), 2 gr. Jungs - ausgezogen.

Pia L. 2013
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Beitragvon Pia L. 2013 » 27.09.2018, 19:19

Ich hab es an einer bestimmten Stelle getrennt und zwar da, wo ein blauer Stopfen dran passt. Ich hab die Ausatmung noch am Beatmungsschlauch gelassen, dann der blaue Stopfen (dieser wird immer bei der Neulieferung mitgeliefert).
Den restlichen Teil (Tubus plus cpap) tue ich in eine saubere Zipp-Tüte.
Lg

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Elisabeth85
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Beitragvon Elisabeth85 » 27.09.2018, 21:45

Liebe Ursula, liebe Pia,

Vielen Dank für eure schnellen Antworten. Ja, der PD (und ich im Endeffekt auch) würde sich am liebsten ein zweites Leckageventil wünschen. Das bekommen wir aber nicht. Was meinst du mit "dann argumentiert in die Richtung", Ursula? Beim Versorger (da haben wir es ja schon versucht), oder gleich bei der Kasse? Zwischen Testlunge und Schlauchsystem ist bei uns noch ein Bakterienfilter (Wechsel einmal im Monat) und ein HME (der vom Vortag vom trockenen System... wenn das mal nicht endgültig für Verwirrung sorgt :? ). An diese bekommen wir das System aber nur angeschlossen, wenn mindestens noch das Leckageventil oder die Gänsegrugel (beides müssen wir aber zum anderen System mitnehmen, bzw letzteres passt auch gar nicht direkt an den Schlauch) dran ist. Einen blauen Stopfen haben wir leider nicht. Kann man den extra bestellen, Pia?

Viele liebe Grüße! E.
Theo *2016, schwere Mehrfachbehinderung durch Gehirnfehlbildung, Epilepsie, Tracheostoma mit nächtlicher Beatmung, PEG, freundlich und fröhlich

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Elisabeth85
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Beitragvon Elisabeth85 » 27.09.2018, 21:52

PS: zu deiner Eingangsfrage Ursula :) Wir haben das feuchte System für zu Hause und das trockene für unterwegs. Leckageventil und Gänsegurgel müssen wir zum jeweils anderen mitnehmen. Schlauch-und Leckageventilwechsel ist einmal wöchentlich, Gänsegurgel und HME (vom trockenen System) werden täglich erneuert.
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Mama Ursula
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Beitragvon Mama Ursula » 27.09.2018, 22:13

Hallo!

Ich würde von Eurem Doc und PD ein Schreiben aufsetzen lassen, dass der Anschluss an die Testlunge vor jedem Wechsel eben für den Funktionstest unumgänglich ist. Deshalb kann nicht erst das System umgebaut werden und dann getestet...

Wie lange würde es (an schlechten Tagen) ohne Beatmung gehen?
Könntet Ihr argumentieren, dass der ständige Umbau nicht immer überbrückt ist.
Außerdem birgt so ein Umbau auch immer die Gefahr eines "Einbau-Fehlers"...

Hmmm, weiß nicht, ob das wirklich hilft, aber ja! Ich würde mit der Krankenkasse und nicht mit dem Versorger verhandeln!

Im Notfall muss der Doc 2 Ventile verordnen, dann MUSS der Versorger dies leisten und schauen, ob er mit der KK eine Zusatzvereinbarung abschließen kann oder dies aus der Pauschale leisten muss.

Viel Erfolg!
Grüßle
Ursula
Kinderkrankenschwester mit Fachweiterbildung Palliativ Care und Außerklinische Beatmung.

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Beitragvon Elisabeth85 » 28.09.2018, 14:24

Hallo Ursula,

vielen lieben Dank. Dann versuchen wir das mal. Überbrückung ist bei uns kein Problem und kann deshalb auch nicht zur Argumentation eingesetzt werden. Einbaufehler passieren ständig... HME an der falschen Stelle oder ganz vergessen wieder dazwischen zu bauen, zum Beispiel. Ich berichte dann, wie es weiter ging.

Liebe Grüße,
E.
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Beitragvon Elisabeth85 » 04.11.2018, 21:48

Hallo,
ich will mich nun mal berichten, was wir als Lösung gefunden haben. Unsere PDL hat noch einmal mit dem Versorger gesprochen. Wir bekommen halbjährlich ein zusätzliches Leckageventil, dass wir in Kombination mit einer roten Kappe als Schlauchverschluss verwenden sollen. Damit sind jetzt erstmal alle zufrieden.

Viele liebe Grüße!
Theo *2016, schwere Mehrfachbehinderung durch Gehirnfehlbildung, Epilepsie, Tracheostoma mit nächtlicher Beatmung, PEG, freundlich und fröhlich


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