Therapierad abgelehnt

Hier könnt ihr die Hilfsmittel eurer Kinder vorstellen, z. B. Reha-Buggy, Pflegebett, Stehtrainer, Therapieliege usw. - gerne auch mit Foto.
Ihr könnt hier übrigens auch Fragen bezüglich Technik und Anwendung verschiedener Hilfsmittel stellen.

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EvaHH
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Therapierad abgelehnt

Beitragvon EvaHH » 25.07.2018, 10:44

Ihr Lieben,

ich brauche Eure Hilfe. bei uns wurde gerade das Therapierad abgeleht bzw. an das Bezirksamt weitergeleitet, da die KK angeblich nicht zuständig sei.
Mein Sohn kann das Rad fahren, hat auch Spaß dabei (wir haben es ausprobiert) aber natürlich muss ich eingreifen, damit er manchmal nicht in die Büsche fährt oder so.
Der Herr von der KK hat mir gesagt, dass die KK nur zuständig ist, wenn das Kind das Fahrrad eigenständig fahren kann, also z.B, alleine mit dem Fahrrad auf den Spielplatz.
das kann er natürlich nicht. ich muss dabei sein.
Das kann ich aber auch nicht glauben. Es haben hier bei uns Kinder das Rad, die blind sind oder wie mein Kind niemals alleine irgendwohin fahren können.

bei uns wird alles abgelehnt!

hat jemand einen Tipp für mich bzw. passenden Gesetzestext?

kann ich jetzt noch der Weiterleitung an das Amt widersprechen? die haben es bereits dort weitergeleitet.

ich danke euch!
LG
Eva
Eva mit Sohn 2012 (MRD7 bei Mutation im DYRK1A-Gen, ASD II, Veränderung der weißen Substanz mit Hypomyelinisierung, ASS, expressive Sprachstörung, Krampfanfälle...)

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Jörg75
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Beitragvon Jörg75 » 25.07.2018, 12:20

Moin,

wie habt ihr denn das Rad begründet? Wozu soll es dienen? Wozu wollt ihr es haben?

Wenn es über die KK laufen soll, dann muss es einen medizinisch-therapeutischen Nutzen haben. Habt ihr es als "Teilhabe" begründet, dann dürfte der Antrag in der Tat beim Bezirksamt richtiger sein.

Gruß
Jörg
K., *2013, Extremfrühchen (27. +3 SSW), ICP, GdB 100 G aG H B, PS II+/ PG 4
J., *2016, aktuell keine Besonderheiten

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EvaHH
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Beitragvon EvaHH » 25.07.2018, 13:27

Hallo Jörg,

aufgrund von Gleichgewichtsstörung nach erfolgreicher Erprobung.

Für mich ist es eindeutig medizinisch-therapeutischer Nutzen.

oder liege ich hier falsch?

LG
Eva
Eva mit Sohn 2012 (MRD7 bei Mutation im DYRK1A-Gen, ASD II, Veränderung der weißen Substanz mit Hypomyelinisierung, ASS, expressive Sprachstörung, Krampfanfälle...)

konik
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Beitragvon konik » 25.07.2018, 14:01

Hallo Eva ,


War das Alles also nur die Verordnung mit dem Text?
Kein Gutachten vom Orthopäde , KJP , SPZ ? Auch nichts das du geschrieben hast?
Wundere mich du hattest doch schon mehrere Verordnungen.
Sollte das so sein , ist es kein Wunder das abgelehnt wird.

Wenn es an den Bezirk gegangen ist , dann geht deine KK davon aus das es lediglich dem Behindertenausgleich dient.


Bei unseren Kindern gibt es ganz oft ein böses Argument. : ! nicht Verkehrstüchtig ! Da heißt es dann nein kein Therapierad .
Das ist oft das größte Problem .

Wenn ein Therapierad aber aus gesundheitlichen Gründen genutzt werden soll zb.
Kreislauf anregen , Bewegung = Gesundheitsvorsorge , befriedigen des Bewegungsdranges und alles was man hier im Forum so findet .

Aber auch !!!!! Inklusion ist wichtig.

Aber Gleichgewichtsstörungen sind in der Tat für die KK ein Grund weiter zu leiten.
Jedenfalls kann es sowohl als auch sein und wenn die KK nur das hat als med. Grund sagen die sich sich na das soll mal der Bezirk mache ....


LG

Konik

EvaHH
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Beitragvon EvaHH » 25.07.2018, 14:10

Hallo Konik,

die haben alles von uns. die hat sogar gleich am Telefon gesagt: Weglauftendenz usw. kennen wir aus der Buggygeschicht. also haben die alles.
die haben nicht mal ein Video angefordert.

alle anderen Kinder, die es hier haben, sind auch nicht verkehrstüchig, sogar blind! und haben das Rad.

wir haben wohl einen schlechten Berater...ich dachte immer der ist gut.

aber schon beim Buggy hatten und haben wir ja Probleme.
Das liegt jetzt beim Vorgesetzten der KK...mal sehen wie lange.

von einem Kampf in den nächsten. man hat ja sonst nichts zu tun :shock:


LG
Eva
Eva mit Sohn 2012 (MRD7 bei Mutation im DYRK1A-Gen, ASD II, Veränderung der weißen Substanz mit Hypomyelinisierung, ASS, expressive Sprachstörung, Krampfanfälle...)

Senem
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Beitragvon Senem » 25.07.2018, 15:27

Hallo EvaHH,

kann dein Ärger über die KK verstehen!

Für die notwendigsten und wichtigsten Dinge, ist einfach kein Geld da....

Lass dich nicht unterkriegen!
Gruß

Selbstbetroffen mit einigen Baustellen

konik
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Beitragvon konik » 25.07.2018, 15:38

Hey Eva ,

Okay wenn es zum Therapierad extra Unterlagen gibt ist es doof .
Ich kann ja nur aus meiner Erfahrung sprechen, wenn keine ordentlichen Begründungen dabei sind wird es nichts.

Damit meine ich nicht das der Kasse allgemein bekannt ist was mein Kind hat , sondern tatsächlich zusammen mit der Verordnung ein Schreiben von mir , Therapeuten ec . warum , wiso , weshalb das Hilfsmittel gebraucht wird. Das schicke ich per Fax und Einschreiben. Sobald die Info kommt das der MDK prüft , geht es an den MDK persönlich .

Ich wollte dich nur warnen denn die Sache mit der Verkehrstüchtigkeit kommt fast immer .


Ja und ich erinnere mich an die Buggy Sache , da liegt es dann auf dem Stapel .

Meiner Meinung nach hat man nur dann eine Change in einigermaßen normalen Zeiten ein Hilfsmittel zu bekommen , wenn gleich Alles zusammen verschickt wird .
Immer gut begründen bei jedem Hilfsmittel nur darauf ausgerichtet .
Nie nur ein Rezept einreichen weil die ja wissen was los ist .


Leider gibt es einmal Kinder die es sofort bekommen und andere die es selbst vor Gericht nicht bekommen.
Es kommt auch drauf an was es für ein Therapierad ist !
Ob mit oder ohne Stange , ob es in der Kita , Daheim , der Straße genutzt wird , wo man lebt Stadt oder Land usw all das wissen die Mitarbeiter nicht , was aber schon Unterschiede macht .
Hier bei uns zb Spielstraße , auf dem Dorf wo Alle wissen was mit den Kindern los ist.
Das hab ich natürlich direkt per Bild mit in den Antrag gepackt. Video natürlich auch .
Warum sollten denn die KK Leute was anfordern? Du willst etwas so wird das betrachtet , also musst du alles liefern.

Wenn’s zum MDK geht muss es erst recht sein, denn die KK schickt selten alle Unterlagen mit .

Wie ist euer Sanihaus vorgegangen , haben die denn einen reha und Kind Bogen ausgefüllt bzw ein Beratungsprotokoll gemacht da sind doch Bilder ec üblich beim Therapierad .


Mach alles noch mal fertig , schreibe was dazu als Widerspruch und schicke es ab mit Nachweiss damit du am Ende falls es tatsächlich eine Klage wird Alles belegen kannst , denn ohne fällst du auch vor Gericht durch.
Man muss ja im Widerspruch noch mal einen drauf setzen an Begründung .

Noch ein Paar Stichpunkte
Koordination , rechte Linke Gehirnhälfte anregen , auspowern dadurch ruhiger werden , dadurch besser schlafen können , Muskelaufbau , Spastik Entlastung..... Warnehmungsbesonderheiten fördern ......

Hoffe du bekommst einen guten Text hin .


LG

Konik

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Beitragvon sandy.albert » 25.07.2018, 20:56

Hallo,

es gibt keinen Ablehnungsbescheid von daher macht ein Widerspruch doch noch gar keinen Sinn. Innerhalb von welchem Zeitraum wurde das denn weitergeleitet?

Wenn es innerhalb der Frist weitergeleitet wurde, dann wird es vom Bezirksamt bearbeitet. Du könntest dort anrufen und nachfragen, welche Unterlagen (begründender Erprobungsbericht, Video etc.) dort zur Beurteilung noch benötigt werden.

Edit: Habe noch einmal nachgelesen - gibt es eine Ablehnung oder nur den Bescheid, dass es weitergeleitet wurde?

LG Sandy
Kinderphysiotherapeutin/SPZ

EvaHH
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Beitragvon EvaHH » 25.07.2018, 22:13

Hallo,

Es gibt nur einen Bescheid dass es weitergeleitet wurde.
Ich merke schon! Schlechter Berater. Beratungsprogokoll kenne ich nicht. Ich bin aber morgen vor Ort wg, Autokindersitz (wird wohl das nächste Problem!) dann frage ich nach. Ich lasse von den Therapeuten auch was anfertigen. Mal
Sehen.
Frage ist nur ob ich jetzt noch irgenwid vom Amt wegkomme?!
Lg
Eva
Eva mit Sohn 2012 (MRD7 bei Mutation im DYRK1A-Gen, ASD II, Veränderung der weißen Substanz mit Hypomyelinisierung, ASS, expressive Sprachstörung, Krampfanfälle...)

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Kaja
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Re: Therapierad abgelehnt

Beitragvon Kaja » 25.07.2018, 22:14

Hallo Eva,

EvaHH hat geschrieben: bei uns wurde gerade das Therapierad abgeleht bzw. an das Bezirksamt weitergeleitet, da die KK angeblich nicht zuständig sei.
Mein Sohn kann das Rad fahren, hat auch Spaß dabei (wir haben es ausprobiert) aber natürlich muss ich eingreifen, damit er manchmal nicht in die Büsche fährt oder so.
Der Herr von der KK hat mir gesagt, dass die KK nur zuständig ist, wenn das Kind das Fahrrad eigenständig fahren kann, also z.B, alleine mit dem Fahrrad auf den Spielplatz.

1. Wieviel Zeit ist zwischen Antrag und Ablehnung/Weiterleitung vergangen?

2. Sollte die Weiterleitung an das Bezirksamt formell korrekt sein, muss das Amt nach allen in Betracht kommenden Rechtsgrundlagen prüfen - also nicht nur nach dem SGB XII, sondern auch nach dem SGB V

3. Das SG Fulda hat am 16.12.2010 entschieden (S 11 KR 7/09), dass die KK auch übernehmen muss, wenn Selbst- und/oder Fremdgefährdung vorliegt

https://www.schuchmann-reha.de/fileadmi ... person.pdf

Die soziale Integration in die Gruppe Gleichaltriger wird bei Kindern im Grundschulalter nicht dadurch ausgeschlossen, dass das Hilfsmittel nur bei Anwesenheit von Erwachsenen genutzt werden kann.

Viele Grüße Kaja


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