CH - ProInfirmis

Zum Teil unterscheiden sich die rechtlichen und organisatorischen Strukturen zwischen Deutschland und den verschiedenen Nachbarländern erheblich. Hier in dieser Rubrik sammeln wir alle landesspezifischen Infos.

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Annette17
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CH - ProInfirmis

Beitragvon Annette17 » 30.05.2017, 06:53

Hallo

Ich weiss, es lesen nicht allzu viele Schweizer hier mit - aber vielleicht kennt es ja doch jemand....

Wir schaffen es nicht alleine, die Situation stagniert seit mehr als drei Jahren und niemand ist da, der sich noch zuständig für meinen Sohn hält.
Die RAV hat ihn schon längst ausgesteuert (hat überhaupt keine Arbeitsvermittlung gemacht - offiziell natürlich schon, d.h. sie haben keine Jobmöglichkeiten gefunden für ihn -, nur Taggelder gezahlt).
Die IV hat "das Dossier geschlossen". Da gab es Arbeitsvermittlung, es kam zu zwei konkreten Angeboten, aber es kam nicht einmal zu einem Bewerbungsgespräch, weil man das Foto (also sein Aussehen) kritisierte. Der Bearbeiter hatte das sehr "unschön" meinem Sohn mitgeteilt, so dass sich dieser nie wieder dort gemeldet hatte, weil er sehr verzweifelt über diese Bemerkung war. Er hat eine schwere Schlafstörung, damalig noch nicht so gut medikamentös eingestellt und sah entsprechend aus. Er sieht heute noch ziemlich "extrem" aus, schon aufgrund seines massiven Untergewichts; schlimme Augenränder, bleich.
Die IV hat seine Schlüsse daraus gezogen, so hiess es, er hätte kein weiteres Interesse an der Arbeitsvermittlung und ihn kurzerhand aus dem "Programm" herausgeworfen, ohne überhaupt mal persönlich bei ihm nachzufragen, was los ist.

Er ist Autist - zu diesem Zeitpunkt konnte er kaum telefonieren und über/für sich selbst zu sprechen bereitete ihm sehr grosse Schwierigkeiten. Er war somit nicht in der Lage, sich selbständig wieder bei der IV zu melden. Dies wurde aber von ihm erwartet - der Sachbearbeiter hatte keine Erfahrung bezüglich Autismus.

Lange Zeit war er fest davon überzeugt, dass er es schaffen würde ohne Untestützung. Nun hat er aufgegeben.
Wie geht man nun weiter vor?
Ein neuer IV-Antrag?
ProInfirmis?
Oder?

Ich habe mein Möglichstes versucht, ihm auch einen Temporärjob vermitteln können. Aber vier Monate Teilzeitbeschäftigung seit 3.5 Jahren reicht einfach nicht aus. Wie es in meinem Sohn aussieht, wird sich jeder Langzeitarbeitslose vorstellen können....
Er ist doch noch so jung eigentlich, und hat so gar keine Chance.

Nun bin ich auf ProInfirmis gekommen. Aber wären die überhaupt für meinen Sohn zuständig? Was machen sie genau, nur beraten? Das wäre ja auch schon mal gut.

Vielleicht kann mir jemand etwas über ProInfirmis berichten, da wäre ich sehr dankbar.

LG Annette
Autistin

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Beccy mit Emilia
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Beitragvon Beccy mit Emilia » 30.05.2017, 07:09

Hallo Annette, ich habe Dir gerade ein PN geschrieben. LG
Beccy (*1975) und Emilia (*07/2012;), NBIA - BPAN durch Mutation auf dem WDR45-Gen. Globale psychomotorische Entwicklungsstörung mit Myelinisierungsverzögerung, Absence-Epilepsie, Muskelhypotonie. Pflegegrad 5. GdB 100, H, G, aG, B. Ausserdem ein sehr ausgeprägtes KKKQS (Knutsch-, Knuddel-, Kuschel- und Quengelsyndrom :) www.millys-mission.de

Annette17
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Beitragvon Annette17 » 30.05.2017, 13:03

Liebe Beccy, ich habe dir per PN geantwortet - lieben Dank dafür. :)
Autistin

AndreaR
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Beitragvon AndreaR » 30.05.2017, 17:31

Liebe Annette

Ich bin mir nicht so sicher, ob die ProInfirmis die ideale Anlaufstelle für Euer Problem ist.
Schau doch mal unter www.autismus.ch , dort gibt es unter der Rubrik "Adressen, Sonstige" Kontakte zur Rechtsauskunft und zu beruflichen Massnahmen.

Alles Gute und lG

Andrea
Lucia (2004), mehrfachbehindert (spastische Tetraparese) wegen multipler de novo Mikrodeletionen, Isabelle (2006) fit und munter

Annette17
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Beitragvon Annette17 » 31.05.2017, 06:44

Danke für deine Nachricht, Andrea.

Von manchen der dort genannten Stellen wurden wir sogar schon betreut in den letzten Jahren.
Das alles endete aber dann mit dem Ende der IV-Leistungen.
Seither fühlten sich auch die Autismusstiftungen etc. unseres Wohnkantons nicht mehr zuständig.

LG Annette
Autistin

r.bircher
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Beitragvon r.bircher » 03.06.2017, 22:19

Hallo Annette

Also ich hatte positive Erfahrungen mit ProInfirmis. Aber ob die Euch helfen können, weiss ich nicht.

Ich weiss nicht, was du für ein Autist zu Hast, und ob er für Computer/Programmierung geeignet wäre. Ich habe zwar kein Job, aber vielleicht doch etwas interessantes für Euch.

Vielleicht muss man erst mal von bezahlter Arbeit etwas abstand nehmen. Wichtig ist aber dass er was sinnvolles zu tun hat. Im Computer Bereich gibt es Open Source Projekte. Da kann jeder mitmachen. Ich bin seit nun 6 Jahren bei der Apache Software Foundation dabei. Momentan mache ich nicht alles Ehrenamtlich. Das muss aber nicht so bleiben.

Die Anforderungen: Englisch (da das die Arbeitssprache der Apache Software Foundation ist)
Gute Computekenntnisse/Programmierkenntnisse von Vorteil.
Motivation.

Die Kommunikation ist alles online. und die Projekte sind reelle Software Projekte die auch wirklich im Einsatz sind.

Falls er Interesse hat, meldet Euch bei mir.

Gruss Raphael
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Annette17
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Beitragvon Annette17 » 04.06.2017, 10:29

Hallo Raphael

Danke für deine Nachricht.

Englisch wäre kein Problem, das spricht er besser als deutsch (obwohl dies eigentlich seine Muttersprache ist :wink: )

Aber Programmierung ist ein Buch mit tausend Fragezeichen. Er hatte es im Fachstudium ansatzweise gelernt, aber nie wirklich verstanden, er kann es einfach nicht.
Er ist ein 3D-Artist (Modelling, Rendering, Texturing etc.).
Genau die fehlende Fähigkeit zu programmieren führt leider immer dazu, dass er von den Studios Absagen erhält.

Somit fällt er leider nicht in euren Arbeitsbereich, da geht es ja ausschliesslich um Programmierung, soweit ich das jetzt auf die Schnelle herausfinden konnte.

r.bircher hat geschrieben:Vielleicht muss man erst mal von bezahlter Arbeit etwas abstand nehmen. Wichtig ist aber dass er was sinnvolles zu tun hat.


Dazu möchte ich noch gerne etwas sagen. Du kannst das natürlich nicht wissen, da du uns/die Situation meines Sohnes nicht kennst, ist also nicht als Vorwurf zu sehen.

Mein Sohn arbeitet seit Ende der Studienzeit (und er hat mit gerade 17 Jahren als jüngster Student an dieser Schule begonnen, heute ist er 23) in unbezahlten kleinen Projekten. Meist haben sich all diese Projekte in Luft aufgelöst wegen fehlender Finanzierung, Absprung von anderen Mitwirkenden usw. Oder er hat online unterrichtet, also Studenten (international) während ihres Studiums unterstützt und ihnen seine Techniken erklärt, sein Wissen weitergegeben. Alles nur für ein nettes Dankeschön.
Er macht das gerne, aber es bringt ihn nicht weiter. Er kann es ja nicht mal als Referenz verwenden.

Ich meine schon, dass auch ein junger Mensch mit gewissen Einschränkungen trotzdem das Recht haben sollte, mal etwas für seine Leistung zu erhalten.

Sein Ziel ist es selbständig leben zu können, sich seinen Lebensunterhalt selbst finanzieren zu können, nicht von Mutter abhängig zu sein. Er wird nicht staatlich unterstützt, keine Sozialhilfe, keine IV-Leistungen, er lebt von und bei mir.
Und das will er einfach nicht mehr - nachvollziehbar und absolut richtig!


Ich habe mir die Apache Software Foundation angesehen - das ist wirklich eine gute Sache. Deshalb vielen Dank für deinen Hinweis.

LG Annette
Autistin

Beatrice1967
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Beitragvon Beatrice1967 » 27.11.2017, 20:03

Liebe Annette

Gerade lese ich Deine Zeilen. Ich kann Dir zu Pro Infirmis was schreiben, wurde selbst von ihnen gecoacht, als ich als sehbehinderte Person auf Jobsuche war und lauter Absagen kassierte, trotz erfolgreichem Abschluss und zweitbester Note (Kaderdiplom)
Pro Infirmis führt unter Profil ein detailliertes Programm, wo u. a. auch Neigungen und Talente herausgefiltert werden und dann gesucht wird, in welchen Jobs man diese einsetzen kann.
Bei autistischen Menschen liegt die Stärke oft im Programmieren, aber auch nicht immer - so wie bei Deinem Sohn.

Persönlich kann ich Dir sehr empfehlen, mal mit Profil Kontakt aufzunehmen. Leider wird das Programm nicht in allen Kantonen angeboten. Ïch war in St. Gallen.
Meine Stelle habe ich zwar schliesslich selber gefunden, aber Profil hat den neuen Arbeitgeber umfassend beraten, sich dafür eingesetzt, dass mir die IV Einarbeitungsgeld bezahlt hat usw.
http://www.profil.proinfirmis.ch/46/

Die IV ist leider für viele ein rotes Tuch. Ich kam mit meiner Arbeitssuche gerade um jene Zeit, als die IV gross in den Medien trompetete, sie wolle nun 17`000 bestehende Rentner wieder in den Arbeitsprozess bringen.
Aber um mich scherten sie sich keinen Deut und als ich dann tatsächlich ohne IV-Hilfe eine Stelle gefunden hatte und die IV darüber informierte, kam auf der anderen Seite der Leitung kein "Herzlichen Glückwunsch" sondern die irritierende Aussage, dass das Jobangebot, das ich erhalten habe, nun gerade ungelegen komme.
Und als ich verständnislos nachfragte, hiess es, sie seien grad dabei, meine Rente auszurechnen!

Und als es um die Hilfsmittel ging, die ich als Sehbehinderte nun mal brauche, um an einem PC überhaupt was zu sehen, wurden die nicht per sofort gesprochen, sondern ich musste über 3 Monate warten, bis die mal endlich den Finger aus dem Allerwertesten brachten.
Jeder andere Arbeitgeber hätte das Ganze abgeblasen und jemand genommen, der per sofort verfügbar ist - aber sie haben auf mich gewartet, fast 5 Monate lang.

Die Sache mit dem Selbstständig leben wollen, kenne ich auch. Doch das hat nicht geklappt. Ich habe nur noch ein Auge (das andere wurde kaputtoperiert von einem Professor (Pfusch - aber leider nicht anerkannt -daher kein Schmerzensgeld und nichts). Mit diesem einen Auge sehe ich nicht gut genug, um 100% am PC zu arbeiten, die Vergrösserung verschlingt viel Zeit, weil man dauernd scrollen muss. Heisst, ich habe in 40% Arbeitszeit eine Leistung von 25% - also 25% Lohn - und eine Geburtsbehinderten-Vollrente von 1568 Franken, dazu eine kleine HE (Hilflosenentschädigung), wie sie alle Sehbehinderten bekommen. Etwas über 400 Franken. Fertig. Basta. Der Lohn ist 1000 Franken brutto und mehr darf mir die Firma von der IV her auch nicht zahlen. Pensionskasse darf man übrigens dann auch keine einbezahlen - rechtlich nicht möglich.
So sind die Schweizer Gesetze - für Menschen, die unverschuldet nicht voll arbeiten können - sind sie eine Strafe. Stichwort 3. Säule - auch da darf ein Mensch, der leider nur 25% verdienen darf - dann nicht mehr etwas mehr als 6000 Franken im Jahr einzahlen (auch wenn er das könnte), sondern nur noch ein Drittel davon.
Auch ich lebe aus all diesen Gründen noch bei meiner Mutter.
Auch noch schön, Krankenkassenverbilligung und so bekomme ich auch keine, obwohl das Einkommen praktisch unter Existenzminimum liegt.

Das bedeutet, selbstständig leben mit einer gravierenderen Behinderung geht in der Schweiz nur dann, wenn man das Glück hatte, einen Unfall zu haben und dann von der SUVA finanziell und im Job gecoacht zu werden.
Mit der IV geht es nicht.

Leider zählt Dein Sohn mit Autismus auch zu der Sorte Mensch, die in der Schweiz zur IV muss. Und wenn er keine adäquate Arbeit leisten kann, dann muss die IV einspringen - Autismus ist eine anerkannte Diagnose.
Notfalls muss er zur MEDAS - Abklärungsstelle, bevor eine Rente gesprochen wird.
Das musste sogar ich - obwohl alles mit Augenhintergrund-Bildern und zig mal bestätigt worden ist.

Aber dass er nur von Dir als Mutter unterstützt wird, das geht nicht. Damit ist auch keinem geholfen. Er hat staatliche Unterstützung zugute.

Vorerst aber rate ich Euch zu Profil zu gehen. Ich musste da einen Betrag einzahlen - hat sich aber gelohnt - es ging mehr darum zu zeigen, dass es mir ernst ist und ich es wichtig nehmen werde.

Seid Ihr bei Procap? Das könnte sich auch lohnen, denn Procap agiert mehr zugunsten von Menschen mit Behinderung als die IV, die eigentlich vor allem an den Behinderten sparen will. Und so was nennt man dann Versicherung - bzw. Invaliden-Versicherung. Allein das Wort Invalid gehört für unsereins abgeschafft - es ist absolut diskriminierend und man muss nicht Autist sein, um Angst zu haben, dort anzurufen - die können einen richtig beleidigend behandeln, abkanzeln geradezu - habe es selber erlebt.
Auch ich bekomme immer das grosse innere Beben, wenn mir ein Anruf dort bevorsteht. Traurig, aber wahr.

Ich wünsche Euch alles Gute

Liebe Grüsse

Bea

PS: Besprecht das alles auch mal mit dem Hausarzt - oft melden Ärzte betroffene erwachsene Menschen bei der IV an - dann geht es rascher vorwärts, als wenn man das als Privatperson tut.
selbstbetroffen von Cerebralparese und kongenitaler Amblyopie, hochgradiger Kurzsichtigkeit und Makuladegeneration,
-------------------------------------
Bücher-und Homepage-Fee im Schweizer Forum für Eltern behinderter, chronisch kranker oder mit Fehlbildung geborener Kinder
www.dasanderekind.ch

Annette17
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Beitragvon Annette17 » 02.12.2017, 21:05

Liebe Bea

Herzlichen Dank für deine sehr ausführliche Antwort.
Es betrübt mich wirklich sehr, wie das bei dir abgelaufen ist. Leider hört man immer wieder davon, es ist einfach so ungerecht. :(

Mein Sohn ist sehr herzlich von der Pro Infirmis Beraterin aufgenommen worden. Es lief alles sehr gut an. Leider machte uns ein gesundheitlicher Notfall einen heftigen Strich durch die Rechnung...

War er zuvor (also vor den Ereignissen ab Ende September) schon nur eingeschränkt arbeitsfähig aufgrund Autismus und gesundheitlicher Faktoren, so ist er zum heutigen Zeitpunkt (stabil auf niedrigem Niveau) geschätzt 20 - 30 % arbeitsfähig. Nun hat die weitere gesundheitliche Stabilisierung höchste Priorität und sämtliche Bemühungen betreffend Arbeitsvermittlung mussten von uns auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

Keine Ahnung, wie es weitergehen soll.....
Wir haben beide keine Reserven mehr übrig und auch kaum mehr Hoffnung gerade.
Ich wünsche meinem Sohn einfach nur noch Lebenswillen zurück und hoffe, dass er sich wieder etwas stabilisieren kann - mehr Wünsche an seine Zukunft gestehen wir uns schon gar nicht mehr zu.


Warum bekommst du keine Prämienverbilligung zugesprochen?

Mein Sohn hatte das für 2015 beantragt und auch zugesprochen bekommen, da er kein Einkommen hat. Da er bei mir lebt, musste ich natürlich meine Lohnzettel vorlegen, nunja, mein Einkommen ist nicht gerade hoch, somit ging das dann durch.
Was mich sehr verärgert und verunsichert hatte, war, dass es hiess, man würde für 2016 das automatisch prüfen über die Steuererklärung. Die hatte ich selbstverständlich zeitgerecht gemacht - auf die Prämienverbilligung warteten wir vergebens....
Dann hatten wir es erneut beantragt für 2017 - sie haben uns auf Februar/März 2018 vertröstet (klar sie warten wieder auf meine Steuererklärung).

Man wird doppelt bestraft - krankheitsbedingt UND behinderungsbedingt nicht arbeitsfähig oder kaum arbeitsfähig + keinerlei Unterstützung = Leben?? Jo geht schon alles irgendwie, man lebt halt von Tag zu Tag...
Nun denn - ich kann gerade meinen Frust nicht unterdrücken, sorry.

Diese MEDAS Abklärungen hat er ja schon hinter sich. Damals ging es aber ausschliesslich um seinen Autismus, d.h. lediglich psychiatrisch und neuropsychologisch.
Im Prinzip müsste eine neue Anmeldung stattfinden und dann ein interdisziplinäres - also internistisch, kardiologisch und psychiatrisch - Gutachten gemacht werden.
Wir warten nun die kardiologische Diagnostik und Behandlung ab und dann werden wir uns womöglich nochmals an die IV wenden müssen. Aber dieses Procedere kann dann natürlich wieder monatelang dauern, bis man dann Leistungen erhält (sofern überhaupt Leistungen gutgeheissen werden, was bei uns ja eher nicht erfolgversprechend ist).

Mit Procap hatten wir uns jetzt noch gar nicht beschäftigt. Muss ich mir mal genauer ansehen, danke.

Dir auch alles Gute,
glg Annette
Autistin

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Marc6892
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Beitragvon Marc6892 » 25.12.2017, 15:01

Annette17 hat geschrieben:L

Warum bekommst du keine Prämienverbilligung zugesprochen?



Ich vermute mal wegen Haushaltseinkommen und Haushaltsvermögen.

Als kleinen Ausgleich könnte man (also jeweils die Eltern) den Unterstützungsabzug in der Steuererklärung machen. (Sofern es zutrifft und von der Mutter tatsächlich finanzielle Hilfe geleistet wird - hängt also auch von Vermögen und Einkommen der unterstützen Person ab).

Ist ja in jedem Kanton anders- Hier als Beispiel der Kt. Zürich: Siehe u. a. Absatz 33:
https://www.steueramt.zh.ch/internet/fi ... r-34-1.pdf

Alternativ zu procap.ch fällt mir noch insieme.ch ein.

Zum autistischen Sohn...
Eine Möglichkeit mit Vor- u. Nachteilen wäre noch ein Beistand oder einfach beratende Unterstützung vom Amt für Soziale Dienste.
Vorteil wäre, dass i. d. R. IV-Anträge von diesen eher durchkommen (sofern diese den machen würden)...
Nachteil wäre natürlich eine mögliche Einmischung, je nach dem wie der Beistand so als Mensch drauf ist.

Leider ist auch in einem angebliche sozialen Staat nicht immer alles gerecht. Wünsche trotzdem weiterhin das Beste
Gruss
Marc
"Das Tolle daran, die einzige zwischen richtig und falsch unterscheidende Art zu sein, ist, daß wir uns immer genau die Regeln ausdenken können, die uns gerade in den Kram passen. - Die letzten ihrer Art, Douglas Adams


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