Spracherkennungsprogramm

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milenakatze
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Spracherkennungsprogramm

Beitragvon milenakatze » 30.09.2016, 21:56

Halli Hallo
hat jemand Erfahrung mit einem Spracherkennungsprogramm?
Nun soll meine Tochter noch in der 13.ten Abitur Klasse umlernen!!!
Das Ministerium will das Profil-Fach Deutsch nicht gestatten an 2 Tagen zu schreiben.
Deshalb bestehen die drauf, das noch schnell zu erlernen. Die begleitenden Lehrer sind super, aber dagegen, weil das zusätzlicher Stress bedeutet für meine Tochter (19) Ehemaliges Frühchen 30.zigste Woche mit Cerebralparese. Rechtsseitig betont.
Ich sehe das genauso, das wird zu anstrengend für sie.
Es sind auch noch wöchentliche Therapien und dann auch noch Übungen für das Programm.
Ich streite schon mit dem Ministerium, den Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen in S-H, habe ich auch schon mit auf den Plan gerufen.
Mal schauen , wie das nun umgesetzt wird?
Der Nachteilsausgleich wird uns schon als Bevorteilung ausgelegt!
Wer weiss was?
Gruß DorisW.

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Jörg75
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Beitragvon Jörg75 » 30.09.2016, 22:10

Moin,

ich habe selber Erfahrung mit Spracherkennung und kenne Kollegen, dies es nutzen.

Es gibt letztlich heute ein vernünftiges Spracherkennungsprogram auf dem Markt, das ist Dragon Naturally Speaking von Nuance, früher Dragon Dictate.

Ich kenne die DragonVersion aus 2005 und die aus 2016 ... der Unterschied ist frappierend. Die Erkennungsgenauigkeit ist - vor allem mit Training und Gewöhnung - schon SEHR gut. Aber auch sehr gut heißt, dass pro DinA4-Seite immer noch bis zu 10 Fehler korrigiert werden müssen - vermutlich mehr.

Der größte Unterschied ist m.E. in der Arbeitsweise zu sehen:
- wenn ich selber tippe, dann denke ich, was ich gleich schreiben will, und tippe gerade das, was ich dann schreibe. Das ist quasi Gegenwart und Zukunft, die ich im Blick haben muss.
- wenn ich normal diktiere (und später schreiben lasse), dann denke ich, was ich gleich diktieren will, und spreche das dann - auch hier quasi Gegenwart und Zukunft.
- wenn ich mit Spracherkennung diktieren, dann denke ich, was ich gleich sprechen will, spreche, was ich gerade spreche, und muss gleichzeitig am Bildschirm kontrollieren, was der PC aus dem gemacht hat, was ich eben gerade diktiert habe ... damit kommt zu Gegenwart und Zukunft quasi die Vergangenheit dazu. Stelle ich dann Fehler fest, untebreche ich und korrigiere den Fehler - am besten per Spracheingabe, da so das Programm lernt. Das ist m.E. arg gewöhnungs- und trainingsbedürftig!

Dazu kommt, dass das Programm unso besser ist, je "standardisierter" der Wortschatz ist. Mediziner und Juristen, die mit relativ begrenzten Wortschätzen mit viel Fachvokabular arbeiten, haben wesentlich bessere Aussichten fürt die erfolgreiche Nutzung von Spracherkennung als Schriftsteller oder Leute, die sehr viel mit Eigennamen/ Namen/ sehr stark wechselnden Worten zu tun haben ... da muss das Programm irre viel lernen und hört damit quasi nicht auf.

Insofern halte ich gerade das Fach Deutsch in der Oberstufe, wo dann vielleicht irgendwelche Geschichten/ Gedichte interpretiert werden müssen mit "komischen" Namen, Begriffen aus der Schriftstellerfanatasie oder so, für die Nutzung einer Spracherkennung für eher ungeeignet.

Und es MUSS trainiert werden - insbesondere für eine Nutzung in einer Prüfungssituation!

Gruß,
Jörg
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Beitragvon milenakatze » 01.10.2016, 20:56

Hallo Jörg,
Was machst Du beruflich?
Das was Du schreibst, ist dass was der Deutschlehrer auch argumtiert hat vor der Frau vom Ministerium.
Milena muss das Profilfach Deutsch und Erziehungswissenschaften damit schreiben, laut Ministerium.
Im Dezember laufen schon die Vorklausuren. Sie ist letzte Woche erst angefangen 1x zu üben mit der Lehrerin, die nur selten an der Schule ist.
Milena soll für jeden PC ein eigenes Programm installieren.Das heißt doppelt kaufen.
Die Lehrerin hat ihr von Nuance Dragon NaturallySpeaking die Software besorgt.
Da sie Konzentrationspropleme hat und nicht dieses umswitschen beherrscht, sehe ich jier schwarzin Kürze der Zeit. Das Programm hat nicht einmal die gesprochenen Endlaute erkannt.
Danke für die Antwort, freue mich über Argumente, mit denen ich das Ministerium davon überzeugen kann, das Milena an 2 Tagen schreiben darf am PC. Das wird schon mühseelig qerden.
Viele Grüße DorisW.

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Beitragvon Rita2 » 02.10.2016, 18:39

Hallo Doris,
milenakatze hat geschrieben:...
Milena soll für jeden PC ein eigenes Programm installieren.Das heißt doppelt kaufen.
...


wenn die Schule möchte, daß sie dieses Programm verwendet und sie es privat nicht benötigt, dann muß das Programm auch über die Schule (wahrscheinlich Eingliederungshilfe) bezahlt werden. Es darf nicht sein, daß ihr das bezahlen müßt.

Eine Freundin arbeitet seit Jahren mit solchen Programmen. Sie meint, diese Programme wurden in den letzten Jahren viel besser. Aber man muß immer noch viel verbessern.
Ich würde auch darauf drängen, daß sie es an 2 Tagen schreiben kann.

Viel Erfolg
Rita
Rita mit Sohn *Dezember 1995, ohne Diagnose,
cerebrale Koordinations- und Tonusregulationsstörung mit Zehenspitzengang, kognitive und sprachliche Entwicklungsstörung, süßer Bengel

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Beitragvon milenakatze » 03.10.2016, 09:25

Hallo Rita,
Das mit den 2 Tagen wollen die ja gerade nicht!!!
Das heißt sie darf an einem Tag nicht 5,5 Stunden schreiben, sondern evtl. 8 Stunden als Nachteilsausgleich.
Nun weiß ich, dass das Programm für 80,- euro auch noch die Billigversion ist!
Und sie muss wohl, wenn sie an verschiedenen PC arbeitet, jedesmal neu alles besprechen.
Sie wird esnicht in 5,5 Stunden schaffen, also in 8 erst recht nicht!
Sie erschödpft schnell und hat Konzentrationschwierigkeiten.
Auf einer DIN A 4 Seite sollen bis zu 10 Fehler auftreten, sie wird dass niemals durchhalten.
Also kann ich sie gleich zum Abitur abmelden!!,
Werde evtl. NDR un Bezug auf Inklusion einschalten. Beim Behinderbeauftragten habe ich schon alles hingeschickt.
Sie hat eine Cerebralparese , rechtsseitig betont (Hemiplegie)
Bin total angesäuert.
L.G. DorisW.

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Beitragvon Rita2 » 03.10.2016, 10:55

Hallo Doris,

macht der Schule/dem Amt das Sprachprogramm so unattraktiv wie möglich. Besteht auf der besten Software in der Vollversion. Das kostet dann mal richtig Geld, welches die bezahlen müssen. Besteht darauf, daß ein PC verwendet wird. Zwei Systeme anzulernen ist nicht zumutbar.

Vielleicht wird es dem Amt dann zu blöd/teuer und sie genehmigen dann doch noch das schreiben an 2 Tagen. Beim schreiben an 2 Tagen sehe ich das Problem (den Vorteil), daß sie den ganzen Abend/die Nacht Zeit hat über das Thema nachzudenken. Das ist schon ein Vorteil den anderen gegenüber. Zudem kann sie sich in dieser Zeit mit anderen darüber unterhalten und Ratschläge bekommen.

Nochmal zu dem Thema zwei Computer anlernen. Es sollte möglich sein, einen Computer anzulernen und dann die Datei mit den Infos des Anlernens auf den zweiten Computer zu übertragen.

Es gab doch schon sicher andere Schüler mit dem Problem. Versuche herauszufinden wie dort verfahren wurde. Gibt es in eurem Bundesland eine Sonderschule mit Gymnasium. Vielleicht können die dir weiterhelfen. Dort haben Schüler doch sicher das gleiche Problem.

Mir fällt noch eine andere Lösung ein. Warum kann deine Tochter statt einem Computer nicht eine Person diktieren was sie schreiben will. Diese würde fehlerfreier Tippen. Diese müßte aber schnell und gut genug tippen können.

LG
Rita
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Beitragvon Jörg75 » 03.10.2016, 12:10

Moin,

das Anlernen von zwei Computern ist nicht das Problem - man kann das Sprachprofil auf dem einen Rechner ex- und den auf dem anderen Rechner wieder importieren.
Tatsächlich ist es sogar so, dass man eine Lizenz von Dragon auf zwei Rechnern installieren darf - man muss also für zwei Computer nicht zwei Lizenzen kaufen - vorausgesetzt, die Version wird von der gleichen Person auf den beiden Computern genutzt.

Das eigentliche Problem ist aber m.E. die Arbeitsweise, die man trainiert haben muss, vor allem, wenn man das Programm in einer Prüfungssituation einsetzen will/ soll/ muss.

Gruß,
Jörg
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Beitragvon milenakatze » 03.10.2016, 20:10

Hallo Rita,

Wenn sie an 2 Tagen schreiben darf, bekommt sie 2 verschiedene Themen, alles andere als ein Vorteil. Hier sehe ich sogar einen Nachteil, da sie sich in 2 unterschiedliche Themen rein arbeiten muss.
Sonder schulen sind hier abgeschafft. Die Wenigsten mit einer Behinderung machen Abitur, deshalb so wenig Infos und Erfahrungen.
Sollte sie mit Spracherkennung arbeiten an 1 Tag, darf sie als Nachteilsausgleich länger schreiben, heißt , sie kann 8,5 Std. schreiben. Welcher Gesunder schafft das schon ? !
Sie wird es so nicht schaffen.
Und das Amt und das Ministerium/Sclhleswig-Holstein vsind 2 paar verschiedene Schuhe.
Die Behinderung ist so individuell, das das Ministerium sich da nicht so richtig drauf'einlässt. Die haben m.E. keine Ahnung und wissen nicht , das Ganze richtig einzuorden. Was ich auch unmöglich finde, ist das das Ministerium sich nicht auf die erfahrenen Lehrkräfte einlässt, nicht auf dessen aVorschläge eingeht
Ich werde nun ganz penetrant auftreten und kämpfen wie ein Löwe, werde auch den NDR auf den Plan rufen, ddrt geht es ab und zu um Inklusion.
Habe nun Erfahrungen eingeholt und festgestellt, das das Ministerium anscheinend nicht viel Erfahrungen mit diesen Spracherkennungsprogramm hat.
Eigentlich haben die mich angelogen, jedenfalls mit dem Wissen über das ich nun verfüge.
Jetzt geht es rund.
Danke für eure Unterstützung,
Eingeschult wurde sie in die Vorschule, man wollte ihr nur ein paar Buchstaben beibringen , so das sie sich wenigstens einen Einkaufszettel schreiben kann. Sie wurde integrati an einer Regelschule beschult. Die Schule "musste "sie nehmen, es gab keine Behinderten
Schule bei uns. Das haben die Lehrer uns spüren lassen, mehr Arbeit, das 2ollten die damals nicht. Als die Lehrer merketen, das sie anscheinend doch ganz intelligent ist, da änderte sich das. Tja, das Mädel hat schon ganz schön gelitten.Nun wird es Zeit, das sie zeigen kann, das auch Menschen mit Behinderungen etwas schaffen können, wenn Sie RICHTIG unterstützt werden. Und vielleicht sitzt sie mal irgendwo und kann etwas für Menschen mit Behinderungen entscheiden, im positiven Sinne.Für uns Eltern sollte sie kein Abitur machen , aber SIE will es unbedingt
Viele Grüße
DorisW

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Beitragvon milenakatze » 08.10.2016, 20:58

Hallo ihr Lieben,
Juhu ich habes durch!
Milena darf nun ihr Abi an 2 Tagen schreiben!
Auch schon die Vorklausuren.
Hat das Gespräch mit dem Ministerium und mir Wunder bewirkt.
Suuuppppie!!, Ich freue mich so für meine Milena
Viele Erfolge auch für euch.
Es lohnt sich immer wieder zu kämpfen, auch wenn man denkt es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her...
Liebe Grüße DorisW. :lol: :hand:

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Beitragvon Jörg75 » 08.10.2016, 21:20

Hallo Doris,

herzlichen Glückwunsch zu diesem Ergebnis! Das ist - bei allen Nachteilen, die auch das hat - die bessere Lösung als ein "Übers-Knie-brechen" der Spracherkennung.

Gruß,
Jörg
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