bitte wehrt Euch - für eine selbstbest.Zukunft Eurer Kinder!

Kontakte zu anderen Eltern mit besonderen Kindern gewünscht? Kein Problem - Kontaktgesuche könnt ihr hier unter Angabe eurer E-Mail-Adresse einstellen.
Wer möchte, kann auch auf Krabbel- und Spielgruppen für besondere Kinder aufmerksam machen und wichtige Termine (z. B. von Selbsthilfegruppen, Fernsehsendungen über besondere Kinder etc.) angeben.

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monika61
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Beitrag von monika61 »

Hallo zusammen,

der Countdown läuft....

Nur noch Bild Zeit
um mit seiner Unterschrift diese wichtige Petition:


Hilfe für Menschen mit Behinderung
https://epetitionen.bundestag.de/conten ... 67028.html

zu unterstützen. :wink:


LG
Monika

mamavonsarah
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Beitrag von mamavonsarah »

Hallo,

ich habe auch hier wieder - wie bei den anderen Petitionen auch - das Problem, dass mir im Detail überhaupt nicht klar ist, wo denn nun genau das Problem ist.

Was konkret verschlechtert sich zum jetztigen Zustand?
Welch negativen Auswirkungen sind im Generellen zu erwarten?
Warum soll ein Auszug aus einer Einrichtung nicht mehr möglich sein? Wie ist das denn jetzt? Geht es denn im Moment nach Wunsch und Gusto?

"Für Betroffene bedeutete dies, dass sie ihr Leben nicht mehr individuell gestalten könnten, sondern die Tagesplanung, aber auch Freizeitgestaltung an den Planungen anderer Menschen mit Behinderung ausrichten müssten, ihre Assistenten/-innen nicht mehr selbst auswählen könnten und in räumlicher Nähe zu anderen Betroffenen leben müssten, um Versorgungsengpässe zu vermeiden. Ein zwangsweises „Poolen“ Persönlicher Assistenz außerhalb von Einrichtungen ist deshalb abzulehnen"

Wie ist das heute geregelt? Wie soll der oben beschriebene "Soll"Zustand anders geregelt werden?
Über 1:1 Betreuung?

Was wird stattdessen gefordert?

Ich möchte zu einer Petition nicht noch zig andere Publikationen lesen. Ich erwarte vom Ersteller, dass es so geschrieben ist, dass es jeder (!) verstehen kann.

Ansonsten gibt es von mir keine Unterschrift und möglicher Weise ist genau das der Grund, warum noch so viele Unterschriften fehlen.

LG Sandy

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Inge
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Beitrag von Inge »

Hallo Sandy,

Die "Ganz-Kurz-Fassung"

Für Menschen mit hohem Hilfebedarf besteht ein sehr hohes Risiko, zuerst ("vorrangig") und ausschließlich auf Pflegeleistungen verwiesen zu werden. Es besteht ein sehr hohes Risiko, dass ihnen eine pädagogische Förderung und die soziale Teilhabe am Leben in der Gesellschaft vollkommen verweigert werden.

Bei Menschen mit weniger hohem Hilfebedarf (weniger als 5 von 9 Hilfebereichen) beteht die Gefahr, dass sie "nicht behindert genug" sind, um ein Anrecht auf Leistungen der Eingliederungshilfe zu haben.



Wenn dir das zu wenig Infos sind: hier sind ein paar Links, in denen die Kritik und die Forderungen kurz und verständlich beschrieben wurden:
http://www.kobinet-nachrichten.org/de/1 ... rungen.htm
http://www.kobinet-nachrichten.org/de/1 ... bedarf.htm (Links am Ende des Artikels öffnen und lesen)

und in diesem Thema hier reichen eigentlich schon die letzten Beiträge: http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... 31#2049531

Sie ist anders als die andern, und ihre Sprache geht weit an uns vorbei.
Doch wenn sie lächelt, lächelt sie mit Leichtigkeit dir dein ganzes Herz entzwei.

'Sommerkind' von Wortfront


Viele Grüße
Inge

Helena*
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Beitrag von Helena* »

Hallo Sandy,
es beginnt schon damit, dass man in Zukunft mindestens 5 von neun Kriterien erfüllen muss, um überhaupt einen Rechtsanspruch auf Eingliederungshilfe zu haben.

Was wird zum Beispiel aus einem blinden oder hörbehinderten jungen Menschen der gerne studieren möchte und dafür auf Assistenz angewiesen wäre? Genau, der fällt schon mal heraus aus dem System.

Eingliederungshilfe beginnt übrigens nicht erst mit Volljährigkeit, auch Leistungen wie Schulbegleiter oder Einzelfallhilfen oder die Frühförderung gehören ja dazu.

Auch heute schon ist es meist ein grosser Kampf, dass behinderte Menschen in betreuten Wohn-Wgs oder in eigener Wohnung leben können in Zukunft wird das wohl fast unmöglich werden, wenn der jetzige Grundsatz ambulant vor stationär abgeschafft wird.

Sehr schlimm finde ich, dass künftig Leistungen zur Pflege (ja , auch Pflegegeld gehört dazu) Leistungen der Eingliederungshilfe vorgehen und den Rechtsanspruch ausschliessen bzw. auf reines Ermessen reduzieren kann. Bedeutet dann wohl lebenslang als Eltern auch für die Teilhabe am Leben und Gesellschaft selber organisieren, bezahlen bzw. erbringen neben der anstrengenden Pflege. Ich habe übrigens noch NIE erlebt, dass bei einer Ermessungsentscheidung etwas freiwillig bewilligt wurde!

Wenn das Kind in einer Einrichtung oder Heim untergebracht ist läuft es dort eh auch leider immer mehr nur auf satt und sauber hinaus, weil viel zu oft kein oder zu wenig Personal übrig ist für Freizeit und Teilhabe am Leben.

Es gibt übrigens auch nicht genügend Behinderteneinrichtungen, oftmals wird das dann auf Abschiebung in ein Seniorenheim bedeuten,wird ja schon heute praktiziert, auch bei jungen Menschen!

Ein Beispiel: http://www.kobinet-nachrichten.org/de/1 ... platz!.htm

Zwangspoolen bedeutet: Der Träger könnte Betroffene auffordern zwangsweise in eine WG zu ziehen statt eigener Wohnung und sich Assistenz zu teilen. Das dies in der Praxis hochproblematisch bis unmöglich würde ist egal. Oder wie stellt ihr euch das dann vor, vier Leute mit Assistenzbedarf, einer möchte daheim bleiben und lesen, der eine ins Kino, der andere Freunde besuchen und der vierte schwimmen gehen. Alle zwangsweise zum schwimmen, ins Kino ob der Film interessiert oder nicht, zwangsweise alle mit zu den Freunden (ob die das möchten?) oder müssen dann alle eben daheim bleiben?
Schon wenn alle daheim bleiben und Assistenz brauchen und ein gleichzeitiger Bedarf da ist kann sich eine Person ja nicht vierteilen. das bedeutet von menschenunwürdigen bis lebensbedrohlichen Zuständen ist alles drin , wäre aber gleichzeitig "rechtmäßig".

Um sich zu informieren wird es immer nötig sein zu lesen. Und ein Petitionstext kann weder unbegrenzt lang sein, noch alle Details aufführen. Das Wichtigste steht drin: es darf nicht sein, dass die Bundesregierung ein Gesetz erlässt, dass der UN-Behindertenrechtskonvention, die ratifiziert wurde und deren Inhalt damit zwingend auch umzusetzen ist, widerspricht.

Hier gibt es meiner Meinung nach einen guten Überblick:
https://www.lebenshilfe.de/bthg/index.php

Wenn man etwas ändern möchte bedeutet das leider auch Mühe und Arbeit, aber das sind mir meine Kinder und alle anderen betroffenen Menschen wert!
Ich danke allen Mitstreitern und Unterstützern hier noch einmal ganz herzlich ausdrücklich!

Das man gemeinsam etwas erreichen kann sieht man ja übrigens auch an der Sache mit der Regelbedarfstufe 3 versus 1 in der Grundsicherung. Nur durch hartnäckigen Widerstand, kämpfen vor Gericht, diese Tatsache öffentlich machen und anprangern auch unter den Bundestagsabgeordneten war der Erfolg zu erreichen, von denen nun alle nachfolgenden profitieren.

Ich würde mir -besonders von Eltern behinderter Kinder- mehr Solidarität und Weitblick wünschen, auch wenn man selber noch nicht direkt betroffen ist .

Andererseits freue ich sehr, dass ich in meinem Umfeld viel Verständnis und Unterstützung erfahren habe und meine Liste schnell voll bekommen habe obwohl ich durch meine Kinder "behinderungsbedingte Isolation" nicht viele Kontakte pflegen kann.

Bitte nutzt diese Möglichkeit noch heute und das Wochenende, ich werde meine Listen dann direkt an den deutschen Bundestag faxen und schicken.
Jede Unterschrift zählt und ist wichtig.

LG, helena

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Inge
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Beitrag von Inge »

Bild Helena. Das hast du sehr treffend und verständlich geschrieben!

Sie ist anders als die andern, und ihre Sprache geht weit an uns vorbei.
Doch wenn sie lächelt, lächelt sie mit Leichtigkeit dir dein ganzes Herz entzwei.

'Sommerkind' von Wortfront


Viele Grüße
Inge

Rike04
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Beitrag von Rike04 »

Dem schließe ich mich an, Danke Helena!
Viele Grüße
Rike

silnaja
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Petition Bundesteilhabegesetz

Beitrag von silnaja »

Liebe alle,
schaut mal hier:
https://epetitionen.bundestag.de/petiti ... 67028.html

Wer das Ganze unterstützen möchte, kann es auf der Seite tun.

LG Silnaja
Silnaja mit unserer Grossen A. (11/2008, 24+2 SSW, 390g), im Sehen eingeschränkt und entwicklungsverzögert und Bruder J. (11/2011 27+0 SSW, 830g) ...mal sehen

monika61
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Beitrag von monika61 »

Hallo Silnaja,
hallo an alle,

ja....unbedingt unterstützen und das geht nur noch bis 12.9.2016... :wink:
bitte wehrt Euch - für eine selbstbest.Zukunft Eurer Kinder!
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic123853-0-asc-0.html

LG
Monika

monika61
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Beitrag von monika61 »

Liebe Helena,

Du hast es wirklich gut beschrieben.... Bild

LG :D
Monika

monika61
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Beitrag von monika61 »

Liebe Sandy,

ich denke auch das uns Eltern nichts anderes übrig bleibt
als uns möglichst gründlich zu informieren und zu belesen.

Seit unsere Tochter (28) erwachsen ist führen wir einen endlosen Kampf
ob Grundsicherung, Eingliederungshilfe usw.
Damit dieser endlose Kampf für uns und für alle zukünftigen Generationen
nicht noch schwieriger wird müssen wir uns heute einsetzen für gute
Vorraussetzungen.

Deshalb müssen wir jetzt unbedingt aufpassen das dieses neue Bundesteilhabegesetz sich an die Behindertenrechtskonvention hält:
------------------------------------------------------------------------------------
Text der Petition
Der Deutsche Bundestag möge ein Bundesteilhabegesetz beschließen, welches die Bestimmungen der UN-Behindertenrechtskonvention beachtet.
https://epetitionen.bundestag.de/petiti ... 67028.html
-------------------------------------------------------------------------------------

Das ist für mich eine klare Aussage die ich unbedingt unterstütze
und nur unter Einhaltung der Bestimmungen in der
UN-Behindertenrechtskonvention kann es ein gutes Bundesteilhabegesetz werden. :wink:

Die von Helena verlinkte Seite:
https://www.lebenshilfe.de/bthg/index.php
finde ich auch gut.
Auch diese:
5 Kurzgeschichten zu Teilhabe statt Ausgrenzung
https://www.lebenshilfe.de/bthg/inhalte ... e-bthg.php


Liebe Grüße
Monika

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