Kaiserschnitt oder doch natürliche Geburt?

Mit einem besonderen Kind sind Eltern oft Dauergäste beim Kinderarzt. Hinzu kommen Krankenhausaufenthalte und Besuche bei Spezialisten und im Sozialpädiatrischen Zentrum.
Welche Untersuchungen machen Sinn? Wo ist mein Kind in guten Händen? Zahlt die Krankenkasse alle Behandlungen? Fragen über Fragen...

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Bastelia
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Kaiserschnitt oder doch natürliche Geburt?

Beitrag von Bastelia »

Hallo,

bräuchte dringend eure Meinungen!
Unser Sohn hat ja massive Entwicklungsprobleme und auch Epilepsie - offiziell ungeklärter Ursache!
Geburt war zwar fürchterlich (lang, Dammschnitt, Saugglocke,..), aber APGAR Werte waren 9,10,10 und offiziell auch kein Sauerstoffmangel oder sonst etwas beunruhigendes!
Nachdem vor kurzer Zeit bei einem weiteren Schädel MRT (allerdings in einem anderen KH) unsere neue Ärztin meinte, es sehe auf den Bildern schon so aus wie ein klassischer Sauerstoffmangel, ob da wirklich nichts gewesen wäre - hab ich unseren Kinderarzt darauf angesprochen. Er sagte mir dann, dass der ph- Wert bei der Geburt wohl nicht so toll gewesen sei (ich wusste nur, dass ein 7ér Wert normal ist, aber es geht anscheinend um die Kommastellen) -unserer war 7,12!
Daraufhin war ich mal schockiert und auf mein Nachfragen, warum mir in vier Jahren nie jemand gesagt hätte, dass dies ein schlechter Wert sei - meinte er halt, dass bei so ein Wert nicht heißen muss, aber trotzdem allesmögliche sein kann. In Verbindung mit guten APGAR Werten würde man diesen "nicht-so-tollen" ph Wert sozusagen nicht (ausschlaggebend) "bewerten"!

Hm, - also ob die ganzen Probleme meines Kindes von der Geburt herrühren - kann man ja nun anscheinend nicht genau sagen! :?:
Könnte aber durchaus möglich sein, wenn nicht soagr wahrscheinlich...

Jetzt ist die Situation so, dass ich wieder ein Kind bekomme und bisher war ein Kaiserschnitt kein Thema für mich!
Nun ist das Baby aber minimal wachstumsretardiert (auf der untersten 5% Perzentile) - also sehr sehr klein und zart!
Nun, bei meinem allerletzten Frauenarzttermin, "überraschte" mich meine Ärztin damit, dass sie meinte in Kombination der Fakten (Vorgeschichte der ersten Geburt + der "Probleme" beim jetzigen Baby) würde sie schon zu einem Kaiserschnitt tendieren! :shock:
Bisher war ich immer so "naiv" oder gutgläubig, dass ich mir gedachte habe, die zweite Geburt wird sicher einfacher und problemloser!
Aber es könnte ja womöglich wieder so laufen oder noch schlimmer...
Ich bin jetzt eigentlich kein Fan von einem Kaiserschnitt, möchte aber natürlich für unser Kinder nichts riskieren!
Noch dazu habe ich nicht mehr sehr viel Zeit mich zu entscheiden und ich weiß im Moment echt nicht weiter....

Wäre dankbar, wenn ihr mir eure Meinungen schreiben würdet!!
Ist es unverantwortlich, nochmal eine vaginale Geburt zu "versuchen", wenn man überzeugt ist, dass die Behinderung des ersten Kindes von der Geburt herzuleiten sind???
Bastelia mit Sohn (geb. Mai 2011) , kombinierte Entwicklungsstörung, myoklonische Epilepsie (erkannt Jänner 2015) und seit 2017: Störung des Knochenstoffwechsels - idiopathische Osteoporose
Tochter (geb. August 2015)

Mama Ursula
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Beitrag von Mama Ursula »

Hallo!

Mit Deiner Vorgeschichte und den jetzigen Überlegungen würde ich eine gute Geburtsklinik auswählen und dort alle Beteiligten sensiblisieren und mich zu einer "sicheren" vaginalen Geburt unter enger Überwachung durchringen. Mit der Option eines raschen Kaiserschnitts im Rücken!

Frag doch mal in Eurer Geburtsklinik nach, was die Dir raten würden :wink:

Wünsche Dir ein gutes Gefühl bei Eurer Entscheidung und eine traumhaft unkomplizierte Geburt!

Grüßle
Ursula
Kinderkrankenschwester mit Fachweiterbildung Palliativ Care und Außerklinische Beatmung.
Pflegemutter von Jessy (18J., Asphyxie-ICP, Baclofenpumpe in Mannheim bei Dr. Kunkel, trotz schwerster Skoliose, dank CBD anfallsfrei), kl.Bub (2J. SHT-ICP, Baclofenpumpe, trotz OP-Gewicht < 15kg, dank CBD anfallsfrei), 2 gr. Jungs - ausgezogen.

HollysAnne
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Beitrag von HollysAnne »

Hallo,

Ursulas Gedanken finde ich erstmal gut.

Es ist ja jede Geburt anders. Die Geburt meiner Süßen war auch fürchterlich. 31 Stunden, vermurkste PDA. Mausi kam zwar mit exzellenten Werten zur Welt, war auch zur U2 supergesund entlassen, aber im Alter von 2 Wochen dann doch dem Tode nah mit einer Sepsis (bis heute) ungeklärten Ursprungs. Ich selbst habe nun von mir aus gedacht, irgendeinen trifft sowas halt mal und das war eben unsere Maus. Ein riesiges Unglück, doch ungerichtet wie das Wetter. Meine Oma aber, die Kinderkrankenschwester ist und lange auf einer Entbindungsstation gearbeitet hat, hadert ohnehin mit der Tatsache, dass sich die Hebammen bei mir die Klinke in die Hand gegeben haben. "Sowas hats früher nicht gegeben." Man hätte etwas unternehmen müssen, damit es schneller geht (wird ja heute gern vermieden), weil eine lange Geburt auch für das Kind ungeheuer anstrengend ist. Auch die Neugeborenengelbsucht sieht sie kritisch. Auch das sei ein Zeichen dafür, dass dem Kind zu viel zugemutet wurde. Ob Mausi sich die Sepsis vielleicht gefangen hat, weil sie geschwächt war ? Wir werden es nie erfahren.

Nun erzähle ich dir das nicht, weil ich darüber schon lange mal jammern wollte oder um dir Angst zu machen. Ich erzähle das, weil ich deinen Gedankengang gerade deshalb voll verstehen kann. Wenn ich jemals nochmal in die Situation kommen würde, wüsste ich auch nicht, wie ich mich entscheiden sollte. Frau will so viel Sicherheit, wie nur irgend möglich.

Ich halte es keinesfalls für unverantwortlich, wenn du (auch bei der Vorgeschichte) nochmal eine vaginale Geburt versuchen willst. Es stand ja nicht im Raum, dass es etwa an dir gelegen hätte, dass die Geburt schwierig war. Jede Geburt ist anders, es kann so oder so oder noch anders laufen. Dass du an die Sache mit großen Sorgen herangehst, ist klar. Wie Ursula schon sagte: Halte dir möglichst mehrere Optionen offen.

Ich wünsche dir alles Gute für die Geburt und dem kleinen Erdenbürger einen gesunden Start ins Leben. :)

LG Anne
Anne (*83, Logopädin) mit Holly (*3/2012) Abszess zerstörte 2. HW, heute Dystrophie, beinbetonte Spastik, Skoliose,u.v.m. Fröhliche Rollipilotin und meine größte kleine Heldin, Labertasche und Dramaqueen :)
There are still faint glimmers of civilisation in this barbaric slaughterhouse that was once called humanity.

27ronja10
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Beitrag von 27ronja10 »

Hallo Bastelia,

bei 4 Frühchen bin ich dankbar keinen Kaiserschnitt :D :D :icon_flower: :icon_sunny:

Wenn muss dann muss aber Kaiserschnitt nie freiwillig :!:

Gruss Ronja

ein Kaiserschnitt wäre mein Albtraum aber in 27.. SSw ,,, eigentlich normal :wink:
Nur wenige Menschen sind wirklich lebendig und die, die es sind, sterben nie.
Es zählt nicht, dass sie nicht mehr da sind.
Niemand, den man wirklich liebt, ist jemals tot.
Ernest Hemingway

* 31. 05. 1952 † 15. 02. 2010

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Beitrag von Chrissie64 »

Hallo,
ich würde - wenn es Dir und dem Baby gut geht - eine natürliche Geburt versuchen. Wenn es dann wirklich notwendig ist, einen Kaiserschnitt zu machen, kann man dies immer noch tun.
Das geht dann doch recht zügig. Würde aber vorher vielleicht mit der Klinik sprechen und meine Bedenken mitteilen. Alles Gute!
LG Christiane
Ich 1964
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Sascha 1995, lernbehindert

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Engrid
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Beitrag von Engrid »

Hallo,

was Anne bzw Annes Oma dazu sagt, finde ich sehr interessant, und passt gut auf Juniors Geburt (Geburtsstillstand, mehrere Hebammenschichten, Kind leicht blau bei Geburt, Neugeborenengelbsucht) Die Schwester wurde dann auch spontan geboren, völlig problemlos.

(Autismus ist genetisch, aber mir kommt es so vor, als hätte diese Alptraumgeburt Junior noch extra eins mitgegeben)

Ich würde es so machen, wie die anderen hier auch schreiben. Und ich würde versuchen, eine Beleghebamme zu bekommen, die den ganzen Geburtsverlauf dabei ist.

Alles Gute, Grüße

Anne2612
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Beitrag von Anne2612 »

Hallo,

da Mika unter der Geburt einen heftigen Sauerstoffmangel erlitten hat, habe ich mich bei meiner Tochter frühzeitig für einen Kaiserschnitt entschieden. In dieser Situation war es für mich die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Ich hätte mich nie entspannt auf eine natürliche Geburt einlassen können.
Nun bin ich mit unserem 3. Kind schwanger und dieses Mal weiß ich noch nicht, wie ich die Geburt angehen werde. Mal schauen, bin auf jeden Fall offener für beide Alternativen. Liegt vielleicht auch an den guten Erfahrungen, die ich im der 2. Klinik gemacht habe.
Für die Entscheidung ist ja zum Glück noch ein bisschen Zeit.
Ich denke, man muss die medizinischen Gründe berücksichtigen, darf aber seine persönlichen Gründe und Gefühle nicht vernachlässigen.

Lieber Gruß
Anne
Sohn (*2010), Z.n. präpartale Asphyxie, mit allem drum und dran, stolzer E-Rolli-Fahrer

ehemalige Userin

Beitrag von ehemalige Userin »

Hallo Bastelia,
ich habe meine Zwillinge auch "normal" zur Welt gebracht (am Termin, 40+0 ), obwohl mir von verschiedenen Seiten mehrfach ein geplanter Kaiserschnitt angeboten wurde. - ein Kind lag verkehrt herum, ist also Popo voraus zur Welt gekommen.
Ich habe schon zu Beginn der Wehen einen Zugang gelegt bekommen, war in dem Kreißsaal der am Besten für einen Kaiserschnitt eingerichtet ist, hatte (Wochen) vorher Gespäche wegen der möglichen Narkose und das komplette Team für Kaiserschnitt war informiert und einsatzbereit (haben sogar im Nebenraum gewartet, wie ich hinterher erfahren habe, nachdem direkt nach der Geburt Leute zum Gratulieren gekommen sind die ich überhaupt nicht kannte....).

Ich bin froh, dass ich mich für eine normale Geburt entschieden habe. Es ging relativ schnell und problemlos - ganz anders als beim ersten Kind, da hat es eine gefühlte Ewigkeit gedauert.

Wie schon oben geschrieben, jede Geburt / Kind ist anders. Und niemand kann dir die Entscheidung abnehmen. Wenn du dich für eine normale Geburt entscheidest, würde ich auch dafür sorgen, dass alles gut vorbereitet ist für einen möglichen Kaiserschnitt.

lg Ina

Mamamarti
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Beitrag von Mamamarti »

Hallo,
Mann darf die Psyche und die unbewusten Ängste nicht unterschätzen. Meine zweite Schwangerschafft war super und trotzdem hatte ich kurz vor dem Geburtstermin plötzlich Panikattaken, so das wir uns mit der Frauenärztin und der Geburtsklinik für einen geplanten Kaiserschnitt entschieden hatten. Ich hätte es körperlich sicher geschafft, aber psychisch nicht.

Sollte es bei dir einen KS geben, versuche bitte zu stillen, den Kaiserschnittkinder kommen mit einem sterilen Darm auf die Welt. Bei einer Vaginalen Geburt steckt sich das Kind mit den Mütterlichen Bakterien an, die anschließend den Darm besiedeln. Ein KS Kind bekommt die Bakterien von der Muttermilch. Es ist wichtig wegen Allergien usw.

Liebe Grüße und viel Glück Martina

Thea-OS
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Beitrag von Thea-OS »

Ich bin so glücklich das ich mich in der zweiten Schwangerschaft doch noch gegen den Kaiserschnitt entschieden habe.
Ich würde es spontan versuchen und dir aber im Vorgespräch ein Veto-recht einräumen falls du am Tag selbst doch so voll mit Angst bist das du dich umentscheidest.
Thea *84 mit Birte *04/10 Frühchen 28.SSW nach Blasensprung in 21.SSW, PVL, ICP-beinbetont, 3/16 erste freie Schritte!! :) Inklusionskind in der Regelschule
Räuberkind *1/14 gesund, fröhlich, und anstrengend

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