Kennt jemand die ABA-Verhaltenstherapie?

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Elvira Immerwir
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Kennt jemand die ABA-Verhaltenstherapie?

Beitragvon Elvira Immerwir » 16.06.2011, 19:43

hallo,
kennt jemand diese theraphie?
und hat sie für ein kind das 8 jahe alt ist angewandt? und wo kann man sie machen?

http://www.aba-parents.ch/was-ist-aba.html

http://www.autismus-ads-behandeln.ch/cm ... 3305&t=Urs

Danke Euch:

LG

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Elvira Immerwir
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Beitragvon Elvira Immerwir » 16.06.2011, 19:53

noch ein weiterer link

http://www.aba-eltern.de/
Sohn 2002 geboren. Wahrnehmungsstörungen, entwicklungsverzögert.

Elvira Immerwir
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Beitragvon Elvira Immerwir » 16.06.2011, 19:59

Sohn 2002 geboren. Wahrnehmungsstörungen, entwicklungsverzögert.

angela
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Beitragvon angela » 16.06.2011, 20:11

unsere Vorstellung: hier
Angela mit Eric (*93) und Franz (*98);
beide Dravet-Syndrom

melpi5480
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Beitragvon melpi5480 » 16.06.2011, 21:41

Hallo ...

ich würde ABA nur in Verbindung mit VB also ABA/VB machen... Motivation , Liebe und Spass für ALLE stehen im Vordergrund...das geht beim Knospe Institut... lg...Mache es mit meinem Sohn ( 4 Jahre) die meisten fangen aber auf Grund von später Diagnose oder Versuche erst andere Sachen, später damit an !! Lg
Melli (1980) mit Jonas ( 2007) Kiss Syndrom, SI, Grob / Feinmotorische Entwicklungsverzögerung, globale Entwicklungsstörung, seit 2011 Diagnose High Functioning Autismus / Asberger
Jette ( 2009 ) gesund, frech und Jonas " Lehrerin" ;-)

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Beitragvon ehemalige Userin » 17.06.2011, 06:24

Hallo,
wenn du das machen willst dann musst du zuerst den Workshop mit machen wo es in Deutschland stattfindet und wann findest du auf ihrer Seite
http://www.autismusaba.de/cms/de/workshops.html
Dann kommst du auf ihre warteliste.Es wir bei euch zuhause gemacht.Wir werden es jetzt auch machen sind bei unserer Therapeutin auf platz 1 und werden bald angerufen.Freuen uns schon!

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 11.02.2012, 15:01

Hallo,

ja ich bin jemand die aba/vb kennt!!!

Ich bin neu hier.... :wink: habe schon seit einigen wochen "still" gelesen und gestöbert in diesem sympathischen Forum...bin ganz angetan von REHAkids und den usern hier: respekt und hochachtung!!!

Die geschichte um meine Tochter hat mich aus der stillen ecke rauskrabbeln lassen...!

Meine tochter ist autistin und hat mit ABA/VB zwar sogenannte fortschritte gemacht aus sicht der therapeuten......aber aus ihrer sicht, als sie dann endlich anfing zu sprechen (sie konnte sprechen, war aber sprachlos) wurde uns sehr schnell klar, dass aba/vb sie mehr geschadet, als geholfen hat. Ich sehe noch die glücklichen gesichter der eltern, lehrer, therapeuten, als unsere tochter Fortschritte zeigte, immer mehr sich anpasste, ihr verhalten "erträglicher" wurde, sie nicht mehr ausrastete bei veränderungen, sondern brav die eingeübte strategie des aushaltens anwandte.

Ich bin schockiert darüber, dass ich mich in meiner damaliger sorge um mein kind, habe verleiten lassen aba/vb zu machen....ich mag garnicht über den materiellen preis nachdenken und schon garnicht über die "menschlichen" folgen, die angerichtet wurden.
noch schlimmer: die familien, die nach wie vor aba/vb anwenden, mit denen ich befreundet bin, mit denen ein reger Austausch stattgefunden hat, sind nach dem outing meiner tochter, also nach den durchaus sehr, sehr negativen äußerungen von ihr, abgewandt von mir; sie unterstellen meiner tochter, dass sie das garnicht beurteilen kann, da sie autist sei....ich kann es nicht fassen, ich bin soooooo fertig. und ich werde geschnitten und gemieden, weil ich zu meiner tochter stehe und ihr glaube.
Meine hochintelligente tochter ist ein abfallprodukt der aba/vb communitiy und wir sind ausgeschlossen und sie, gerade sie, die unter den spaßfaktor tag und nacht analysiert, korrigiert, motiviert mit angeblicher liebe und in spielen verpackt: sie könnte ein buch schreiben (tut sie aber nicht) in dem sie minitiös beschreiben kann, was die dressur mit ihr gemacht hat.
Ich bin wegen ihr nie angeeckt...so lange ich hinter aba/vb gestanden habe, ich war ja fasziniert und begeistert hiervon, habe gemeint......das ist das beste und erfolgreichversprechendste für mein Kind: und nun muss ich erfahren, dass ich sie damit (fast) kaputt gemacht habe, ich habe ihr ein stück ihrer biographie geklaut, ich habe ihre freie entfaltung derart eingeschränkt, dass nun der Psychologe am Werk ist, um sie von den traumatischen erfahrungen zu befreien.
Das schlimme ist, dass wirklich jeder aus der aba/vb-ecke sich angefeindet fühlt. Die kritik meiner tochter "gibt es einfach nicht"; sie könne das ja garnicht beurteilen und noch schlimmer, als sie anfing während dem caoching und bei begleitenden "sitzungen" mit unseren aba/vb-Kamaraden, sich gegen die "fiesen und hinterhältigen" interventionen zu wehren und einfach anfing zu sagen, dass sie "das alles durchschaue" und keine Lust mehr habe sich noch mehr kaputt zu machen....gings rund. Meine Tochter wollte sogar sich beistand einholen, um sich aus der täglichen knebelung zu befreien.
Ich mach mir echt vorwürfe, dass ich diesen blödsinn mit gemacht habe. Hätte ich doch auf mein bauchgefühl gehört....viel viel früher.
Ja, wir sind jetzt alle ziemlich "aufgewacht" und sind wachsam.
Was ich sehr fatal finde, ist, dass viele Autisten bei denen ABA/VB angewandt wird nicht sprechen können..........dafür aber die begeisterten eltern.
Liebe Eltern: beaobachtet ganz genau, wozu und mit welchen mitteln
ihr Euch "einkaufen" lasst, bitte differenziert etwas mehr bei der therapiewahl. Wenn ihr einen hund habt wisst ihr was man erreichen kann und ungterordnung und erztiehung...ein hund ist ein hund und soll sich ja unterordnen. ein kind aber nicht.

Meine Tochter besucht jetzt einen ATZ, sie bekommt eine individuelle, auf sie abgestimmte therapie mit dem ziel, dass SIE dort u.a. Kompensationsmöglichkeoiten aufgezeigt bekommt und sie lernt auch immer mehr verständnis für sich selbst aufzubringen...und ganz wichtig: es soll nichts mehr wegtherapiert werden (aba/vb kreise nennen das natürlich anders); noch wichtiger diese ewige analysis fällt weg.

Ich habe gelernt: hört den kindern genau zu, seid wachsam...wenn sie nicht sprechen...nehmt sie signale wahr.
ich kann aba/vb nicht weiterempfehlen. ich werde dafür wirklich wie eine "ausgestoßene" behandelt und meine Tochter: sie hat in deren Augen nichts zu sagen....man glaubt ihr in diesen kreisen nicht.

Ach ja, meine tochter ist jetzt 11.
Sie ist mein 2. kind und das 3.kind meines mannes.
Sie besucht ein gymnasium mit schulbegleitung.
1x/ woche individuelle autismustherapie im ATZ.
Ihre spezialinteressen: die sprache begreifen, die herkunft der sprache, science fiction, egyptology, biologie.

wenn ich durcheinander geschrieben habe oder mich wiederholt habe: entschuldigung.

lg

charlo

Ute K.
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Beitragvon Ute K. » 11.02.2012, 17:01

Hallo Charlotte,

ich gehöre auch zu den Menschen, die ABA/VB kennen und damit auch ihr Kind fördern. Mit Überzeugung! Aber was du schreibst hat mich doch erschreckt. Ich würde mir da gerne ein genaueres Bild machen. Deshalb würde ich dir gerne ein paar Fragen stellen:
    - Wie hat deine Tochter sprechen gelernt, so dass sie so genau ausdrücken konnte, wie es ihr mit ABA/VB geht? Mein Sohn spricht auch nicht, deshalb machen wir ja unter Anderem ABA/VB, und ich kann mir gar nicht vorstellen, dass er jemals so weit sein wird, seine Gefühle so auszudrücken, wie es deine Tochter offensichtlich kann.

    - Was genau hat sie denn so traumatisiert? Ich dachte immer, genau die Vorgehensweise mit Motivation und Verstärkung verhindert einen Zwang bzw. man versucht damit, dem Kind mit Spaß neue Dinge zu vermitteln.
sie bekommt eine individuelle, auf sie abgestimmte therapie mit dem ziel, dass SIE dort u.a. Kompensationsmöglichkeoiten aufgezeigt bekommt

    - Ich dachte immer, gerade darauf wird bei ABA/VB auch geachtet - zumindest bei uns - dass das Kind auch lernt, wie es seine Bedürfnisse äußern kann, gerade wenn es ihm zu viel wird oder es Rückzugsmöglichkeiten braucht.
Liebe Charlotte, ich möchte die Erfahrungen von dir nicht klein machen. Wenn es so ist, wie du berichtest, dann ist da wohl ziemlich was schief gelaufen. Aber ich glaube, dass man deshalb nicht grundsätzlich die Methode schlecht machen kann. Was sicher wichtig ist: genau darauf zu achten, wie es dem Kind langfristig geht!

ich habe ihre freie entfaltung derart eingeschränkt, dass nun der Psychologe am Werk ist, um sie von den traumatischen erfahrungen zu befreien.
Die freie Entfaltung ist auch bei nicht-autistischen Kindern nicht hunderprozent möglich. Sie sind auch vielen Zwängen ausgesetzt, gegen die sie sich nicht wehren können (Stichwort: Schulpflicht, Familienregeln). Wenn wir unsere Kinder erziehen, muten wir ihnen auch manches zu, was sie von sich aus nicht unbedingt tun würden. Entscheidend ist, dass sie sich dabei immer geliebt wissen. Und das versuchen wir auch unserem autistischen Kind zu vermitteln.

Und eins ist auch sicher: Autismus kann auch ganz schön einsam machen. Was muss das für eine traumatische Erfahrung sein, wenn ein Kind als geistig behindert abgestempelt wird, nur weil niemand sein Potenzial entdeckt hat und es selbst sich verbal nicht äußern kann. Dietmar Zöller ist da ein sehr gutes Beispiel. Er ist nicht-sprechender Autist, der von seiner Mutter auch verhaltenstherapeutisch gefördert wurde. Mit FC lässt er uns an seiner Welt teilhaben. Und er ist froh, dass man ihn nicht "in Ruhe" gelassen hat.
LG Ute mit N. (2004),Tuberöse Sklerose, Epilepsie, epilepsiechirurg. Operation im Januar 05 und August 07, sprachl. und motor. Entwicklungsverzögerung u. autistisch.

Lina Mare 67
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Beitragvon Lina Mare 67 » 11.02.2012, 18:27

Hallo Charlo,

du hast geschrieben :

Ich sehe noch die glücklichen gesichter der eltern, lehrer, therapeuten, als unsere tochter Fortschritte zeigte, immer mehr sich anpasste, ihr verhalten "erträglicher" wurde, sie nicht mehr ausrastete bei veränderungen, sondern brav die eingeübte strategie des aushaltens anwandte.

Weiter schreibst du , dass ihr durch ABA die freie Entfaltung eurer Tochter gehemmt habt. Anpassung gehört aber doch zum sozialen miteinander dazu !
Versteh mich bitte nicht falsch, niemand soll bei der Erziehung erniedrigt werden. Aber ein gewisser Druck bzw. Zwang ist manchmal eben doch nötig.

Wie Ute oben schon schrieb auch "normale" Kinder müssen sich best. Dingen anpassen.
Ich kann mich jetzt zwar nicht genau zur ABA-Therapie äußern, aber ich habe wohl etwas ziemlich ähnliches mit meinem Sohn gemacht.
Ich habe ihm auch vers. Dinge wie z.B. das Sprechen mehr oder weniger andressiert. Ich habe ihn auch genötigt Speisen zu probieren ( von denen ich wußte, dass sie seinen Vorlieben entsprechen) und zu essen, sonst würde er wahrscheinlich heute noch Babybrei essen.
Manchmal hatte ich dadurch auch fast ein schlechtes Gewissen, aber nur so konnte mein Sohn seine Grenzen erweitern und seinen Horizont ausdehnen.
Heute sind die meisten Dinge für ihn ganz selbstverständlich, die für alle Teenies in seinem Alter normal sind.
Ich weiß nicht, wo er heute stünde, wenn ich ihn in Ruhe gelassen hätte und ob er dann glücklicher wäre- wage ich zu bezweifeln.

Mich würde auch interessieren was bei euch genau vorgefallen ist. Du hast geschrieben, du hast ihr einen Teil ihrer Biographie geklaut.
Naja das mag stimmen, aber du bist ihre Mutter und trägst als Elternteil doch auch Verantwortung und bestimmst so oder so einen Teil der Biographie deiner Kinder mit.
Du wolltest wahrscheinlich eurer Familie und deiner Tochter helfen, was meinst du hättest du in der damaligen Situation anders machen können, bzw hattest du wirklich die Wahl in diesem Moment anders zu handeln?

Interessierte Grüße Petra

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ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 11.02.2012, 19:08

Guten abend ute,

danke für deinen beitrag :wink:

ich habe aba/vb auch mit überzeugung angewandt.....ohne überzeugung geht das garnicht.

meine tochter hat einfach so sprechen gelernt, ohne spaß.
sie hat gesagt, dass sie wusste wie es geht aber der zeitpunkt noch nicht da war.
dieses junge mädchen sagt mir ins gesicht, dass niemand sie gefragt hätte, ob die zeit bei ihr zu sprechen reif war, sondern, dass andere einen ziemlichen zirkus gemacht hätten (verstärkung, manding, punishment ). sie hat uns gefragt: was macht es euch aus, dass ich nicht gesprochen habe.....wir habe ihr die schlüssigen antworten geliefert und sie sagte, wir sollten endlich aufhören die "festzulegen". sie fühle sich doch so gefangen und das gefangen sein ist auch ihr schutz, sie muss doch so viel entwirren und sortieren. sie hat gesagt, dass sie auch niemanden zwingt zu sprechen. und sie hat auch gesagt, dass "der blöder spass und das blöde gehabe der leuten, die kamen, (um zu beraten ubnd anregungen zu geben) haben ihr immer mehr nicht sprechen lassen wollen.

ich habe lange gebraucht, um wirklich zu hinterfragen, was da schief gelaufen ist, weil ich eben soooooooo überzeugt war von aba/vb. ich habe fortbildungen besucht, habe bücher verschlungen, habe die heftigsten disskussionen geführt....allesamt PRO aba/vb. ich habe gekontert und immer ausgefeilschtere argumente für also pro aba/vb und inzwischen ist es so: ich habe mich blenden lassen, ich habe mich in ein aba/vb aura reinziehen lassen ich war wie gehirngewaschen, ich habe mein kind mit einer dreistigkeit die verschiedenen punishs zugefügt habe wild an den diversen verstärkern, die immer ausgeklügelter wurden, gefeilscht, ich habe sie mit gutem gewissen eigentlich hintergangen, habe sie mit den künsten des aba/vb mit allem spaß und der besten laune zur motivation gebracht, ich habe unserern alltag, in der aba/vb wie ein weiteres familienmitglied (oder besser gespenst) mitlebte auf videos aufgezeichnet und zu supervisionen , beratung und analyse eingeschickt: von verschiedenen stellen wurde uns bescheingt, dass wir die optimale förderung machen...und wir waren stolz. oh, wie mich das jetzt nach meinem bösen erwachen erschreckt, was haben wir da bloß abgezogen. jetzt, nachdem ich abstand habe und mir die (kommentierten) Videos ansehe: ich muss gehirngewaschen gewesen sein, um so einen schmarrn an meinem kind ausgelebt zu haben.

Nein, nein: wir haben aba/vb "bilderbuchmäßig" durchgeführt, wir haben alles beachtet, was zu beachten war. ich kann das wort spaß in zusammenhang mit aba/vb nicht mehr hören.
es wäre besser gewesen ich hätte dieses programm an unseren hunden angewendet und nicht an einer klienen kinderseele.

Wenn es so ist, wie du berichtest, dann ist da wohl ziemlich was schief gelaufen. Aber ich glaube, dass man deshalb nicht grundsätzlich die Methode schlecht machen kann. Was sicher wichtig ist: genau darauf zu achten, wie es dem Kind langfristig geht!
...da ist nichts schief gelaufen. wir waren doch einer der repräsentative aba/vb familien, vorzeigemodell!! selbst namhafte kjp-praxen und andere zentren/institute/praxen nahmen uns als erfolgsbeispiel. und aus spaß wurde ernst, als meine tochter sich wehrte und weigerte mit der lustigen quälerei, wie sie es nannte weiter zu machen. oh oh oh: da wurden aber bestimmte leute sehr unangenehm und aba/vb hat bei verweigerung und sich wehren eine ganze batterie an analysis und eine ausgeklügelte palette an verstärkern und punishments. aber sämtliche löschversuche und interventionen zogen nicht mehr. und da fragte ich mich: um wem geht es hier eigentlich.

natürlich liegt es nahe, im nachhinein zu sagen, dass wir etwas versäumt oder falsch gemacht haben. komisch nur, dass diese aussage erst dann geäußert wurde, nachdem wir anfingen aba/vb zu hinterfragen und von einem tag auf den anderen damit aufgehört haben!!! (das war sooooooo gut, so entspannend, meine tochter hat den üblichen blödsinn gemacht, hat "herausfordernden Verhalten" an den Tag gelegt, hat die Vorhänge zu gezogen, um sich nicht mehr blenden zu lassen, ist nicht zum essen gekomnmen, nachdem wir sie gerufen hatten, sie hat mit den Fingern geschnippt und die Lippen gepuhlt, hat trockenes brot gegessen und die rinde abgerissen, hat sich über die blöde haustürglocke beschwert und den lautsprecher zugeklebt....und viele andere dinge gemacht .......... and so what!!!! wir haben die dinge eben ohne aba/vb gelöst und konnten mit viel geduld und ohne aufgesetztem spaß an sie herankommen,
sie fühlt sich seit dem vogelfrei. sie muss nicht mehr etwas von uns einfordern, nein wir sind wir und sie ist wieder sie selbst und dieses ganze getue mit motivation, spaß am lernen, kinder wollen dies und jenes,...ich mag es garnicht alles aufzählen, aber aba/vb anwender kennen ja die ganze palette...all das spielt keine rolle mehr und es ist alles entspannter.

Ich dachte immer, gerade darauf wird bei ABA/VB auch geachtet - zumindest bei uns - dass das Kind auch lernt, wie es seine Bedürfnisse äußern kann, gerade wenn es ihm zu viel wird oder es Rückzugsmöglichkeiten braucht.
....ja ja ja, daran habe ich auch mal geglaubt. ich habe ohne sch..... gedacht, dass ich stellvertretend die bedürfnisse meines kindes äußern kann, kann ich zum teil auch, aber ich habe die macht, sie zu lenken und die macht sie zu deuten und die macht sie verstärken und die macht mittels reine zu bestarfen und zuverfstärken.....alles mit viel spaß und vergnügen.
um die bedürfnissen meines kindes zu erkennen und zu vermitteln und um rückzugsmöglichkeiten anzubieten brauche ich aba/vb nicht (mehr).

ist dir schon aufgefallen, dass aba/vb-therapeuet / consultants für alles, aber auch alles eine erklärung und eine ausrede haben, sie wissen immer noch was drauf zusetzen, es gibt für alles eine schlüssige erklärung und eine schlüssige interventionsmöglichkeit.

ich habe leider den kontakt zu der aba/vb community abbrechen müssen, da es für mich unerträglich war, wie eine abtrünnige behandelt zu werden.

Die freie Entfaltung ist auch bei nicht-autistischen Kindern nicht hunderprozent möglich.
....ich habe damit gemeint, dass ich und die therapeuten schon geschaut haben, was ist wie, wo und wann verträglich, wann hat sie was wie und wo auszuhalten.....das kennst du bestimmt auch: es wird doch dann stellvertretend für das kind entschieden...

Und eins ist auch sicher: Autismus kann auch ganz schön einsam machen. Was muss das für eine traumatische Erfahrung sein, wenn ein Kind als geistig behindert abgestempelt wird, nur weil niemand sein Potenzial entdeckt hat und es selbst sich verbal nicht äußern kann.
....naja: leider sind diese Feststellungen richtig, aber in zusammenhang mit aba/vb ganz schön raffiniert.
meine tochter ist viel alleine und sie will es so, auch wenn ich der meinung bin, dass sie darunter zu leiden hat und nicht gesellschaftstauglich ist....und und und: sie aber fühlt sich gut damit und ist nicht einsam (auch wenn sie alleine ist). das potential kann man auch ohne aba/vb entdecken....das habe ich jetzt wirklich nach meinem erwachen gemerkt.

hat dietmar zöllers mutter mit aba/vb therapiert????

Ich lehne "die Verhaltenstharapie" nicht grundsätzlich ab; ich lehne nach eigenem lern-, erfahrungs-und reifungsprozess für mich und für meine tochter aba/vb ab, für unsere hunde kann ich aba/vb allerdings wirklich mit bestem gewissen empfehlen ....aber nicht als therapie. Es fällt mir ungeheuer schwer nach meinen erfahrungen aba/vb "an autisten" weiterzuempfehlen.
Liebe ute, du wirst sicher gute erfahrungen und erfolge mit aba/vb erzielen, das haben wir auch, die erfolge erzielt unsere tochter jetzt auch, ohne integration der analysis im altag 25-40 Stunden/ Woche und es geht auch ohne (teuere!!!!) aba/vb.
Wir machen vieles nach dem TEACCH ansatz, mit social stories, sozialtrainingsübungen....aber nur da, wo sie es auch wirklich will. ich hoffe, dass sich die gesellschaft mehr und mehr auf einander abstimmt und nicht immer verlangt wird, dass die , die "anders" sind und denken, sich unter z,t. schmerzhaften umständen abstimmen müssen.

freundliche grüße

charlo


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