Am Flughafen Beförderung verweigert

Mit einem besonderen Kind in den Urlaub zu fahren ist gar nicht so einfach - schließlich müssen tausend Dinge berücksichtigt werden. Welcher Urlaubsort ist besonders behindertenfreundlich?
Wo habt ihr gute Erfahrungen gemacht?
Eure Infos sind für so manche Familie mit einem besonderen Kind sicherlich Gold wert!

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majosu
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Am Flughafen Beförderung verweigert

Beitragvon majosu » 29.10.2017, 15:40

Hallo,

uns ist gestern was passiert, ich dachte, das geht garnicht.
In unserer Familie sind 3 Personen schwerbehindert.

Wir buchten einen Flug aus Athen mit Umsteigeverbindung in Zürich und meldeten uns auch bei dem Behindertenservice an.
Bis Zürich war soweit alles gut.

In Zürich angekommen (dort sollten wir beim Boarding unsere Bordkarten bekommen) wurde uns gesagt, das der Flug ausgebucht sei, und wir nicht mitfliegen können.
Nach einigen Diskussionen haben wir Bordkarten für den nächsten Flug 3,5 Stunden später bekommen.
Aber nur als Standby Passagiere.Das heißt, bis ca. 15 Minuten vor Abflug warten, ob jemand nicht zum Flug erscheint. Zum Glück konnten wir dann mit diesem mitfliegen (aber anderer Zielflughafen)
Der nächste reguläre Flug wäre erst ca. 10 Stunden später gegangen.
Es gab Verpflegungsgutscheine für 60 Franken.
Den Piloten hat man uns nicht sprechen lassen.
Was das für unsere Tochter bedeutet hat, brauch ich nicht erklären.
Wie kann man jetzt dagegen vorgehen, bzw. hat das schonmal jemand erlebt?
Vermutlich wurden unsere Plätze weiterverkauft.
Unser Gepäck war jedenfalls durchgebucht bis Köln.

LG majosu
Tochter hat Juvenile idiopathische Arthritis

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Ullaskids
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Beitragvon Ullaskids » 29.10.2017, 15:59

Hallo,
dass Flüge überbucht sind passiert leider öfter, das ist die normale Praxis. Meistens geht es halt doch am Ende auf, weil es immer Leute gibt, die ihren Flug nicht wahrnehmen.
Dass es dann euch getroffen hat nicht mehr mitzukommen, liegt sicherlich daran, dass es für euch der Anschlussflug war. Alle anderen hatten halt schon eingecheckt.
Ich würde sagen, es ist unsensibel gehandhabt worden, da ja mit euch wegen des Begleitservice fest zu rechnen war, aber dagegen vorgehen werdet ihr nicht können.

Warum du den Piloten sprechen wolltest, verstehe ich nicht. Er hat ja mit der Buchung und der Flugauslastung nicht persönlich zu tun !?
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (15): Gendefekt, Epilepsie, Skoliose etc.

Annileinchen
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Beitragvon Annileinchen » 29.10.2017, 16:35

Google mal nach Deinen Rechten.

Erste Anlaufstelle, z.B. hier:

https://www.test.de/Fluggastrechte-Der- ... 4667375-0/

chrissibaer
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Beitragvon chrissibaer » 29.10.2017, 17:52

Genau, mal nach "Fluggastrechten" suchen. Das wird für die Airline richtig teuer. Lasst euch nicht mit irgendwelchen Gutscheinen abspeisen. Notfalls halt Anwalt einschalten.

Anne-Katharina
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Beitragvon Anne-Katharina » 29.10.2017, 21:11

So einen Vorfall habe ich neulich auch in Zürich erlebt. Ich saß schon in der Maschine, und der letzte Passagier der Einstieg fand keinen Sitz mehr und musste wieder aussteigen. Es wurde noch nachgefragt ob jemand bereit ist auszusteigen - das war niemand - und so musste der Passagier einen späteren Flieger nehmen.
Ich glaube nicht, dass das mit eurer Schwerbehinderung zutun hatte, ihr hattet einfach "Pech".
LG Anne
Zustand nach Pankreatitis, Meningitis und 15 OP´s, Multiple Sklerose

AngieL
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Beitragvon AngieL » 29.10.2017, 22:24

Hallo,

mir ist das vor zwei Jahren bei einem Flug nach Athen von Wien passiert, dass der Flug überbucht war.
Es hiess, dass man uns erst kurz vor Abflug sagen kann, ob wir in diesen Flieger können oder mit dem nächsten (erst am nächsten Tag) fliegen müssen.
Wir hatten dann das Glück, dass wir noch Platz bekamen, allerdings mit einem Upgrade in der Businessclass was uns nichts gekostet hat.
Hätten wir erst am nächsten Tag fliegen können, so hätten wir eine Entschädigung von ca. 250,- bekommen.
Von dem her rate ich dir, da ihr ja warten musstet, euch an die Fluggeselllschaft zu wenden.
M.E steht euch eine Entschädigung zu.
LG
Angie
Angie, seit einem Jahr alleinerziehend mit Daniel (*25.12.2003 - +18.03.2013) Klinefelter-Syndrom, Unterbrochener Aortenbogen, Schrittmacher, komplizierte Fieberkrämpfe, sensomotorische Entwicklungsstörung, sehr stark Sprachverzögert - aber ein süßer Lausbub

HannahKillian
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Beitragvon HannahKillian » 30.10.2017, 08:18

Hallo,

das ist meinem Mann neulich in München auch passiert - der Flug war überbucht, die Airline hat ihm 250 Euro geboten, wenn er eine Maschine später fliegen würde.

Die Maschinen sind wohl grundsätzlich überbucht - will heißen: das kann jedem jederzeit passieren, dass der gebuchte Platz plötzlich weg ist.... Eine böse Absicht gegenüber Schwerbehinderten würde ich da jetzt nicht unbedingt erkennen wollen. Und dass der Pilot für euch nicht zu sprechen war ist doch irgendwo auch logisch - das ist der Letzte, der euch da hätte helfen können und außerdem würde der Flieger dann überhaupt nicht mehr abheben, wenn ihm jeder sein Problem mit der Airline persönlich schildern will... :wink:

Sicher ist das nervig - gerade in eurem Fall - aber das kann wie gesagt jedem passieren und ihr konntet ja letztendlich doch noch fliegen. Sprich nochmal mit der Airline - vielleicht steht euch ja auch noch eine Entschädigung zu, weil ihr einen anderen Zielflughafen akzeptieren musstet.

Viele Grüße
Hannah
"Aufgeben?'" Komisches Wort, kenn ich gar nicht...

Meine Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... hannah+icp

chrissibaer
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Beitragvon chrissibaer » 30.10.2017, 08:42

Noch ein Tipp für den nächsten Flug: Vorher online einchecken, bieten die meisten Airlines an.

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T.Sophie
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Beitragvon T.Sophie » 30.10.2017, 12:40

Hallo!

Ich denke schon, dass das recht normal ist mit diesen Überbuchungen etc.
Allerdings frage ich mich schon, ob man da nicht mehr Rücksicht auf Menschen mit Behinderung nehmen kann.

LG T.Sophie
Baujahr 1988 / diverese Traumafolgestörungen / Tinitus, Dysplasie im Knie / chronische Magen-Darm-Probleme (subtotale Dickdarmentfernung + Entfernung der Galle)
SBA mit 60GdB ohne Merkzeichen

ein.ZIG.Artig

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Anne-Katharina
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Beitragvon Anne-Katharina » 30.10.2017, 14:17

Hallo Sophie!
Ich denke, Rücksicht auf Behinderung in solchen Dingen zu nehmen wird schwierig.
Meine SBA gebe ich bei einem Flug nicht an, aber ich habe ihn. Neulich flog ich nach Spanien und beim Aussteigen kam das Personal mit Rolli hinter mir her gerannt, aber ich hatte keinen Rollitransport gebucht. Einigen sieht man die Behinderung an, anderen nicht. Welche Behinderung schlimmer ist, sichtbar oder unsichtbar - woher soll eine Airline das Wissen wenn man keinen Rolli hat oder Transport gebuchht hat?
LG
Zustand nach Pankreatitis, Meningitis und 15 OP´s, Multiple Sklerose


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