Gute Erfahrung mit Intensiv Therapie Wochen

Hier könnt ihr euch über die unterschiedlichsten Therapiemöglichkeiten (Logopädie, Petö, Cranio Sacrale) für eure Kinder austauschen und Fragen rund ums Thema Krankengymnastik und Frühförderung stellen.

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PaulaW
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Gute Erfahrung mit Intensiv Therapie Wochen

Beitrag von PaulaW »

Ihr Lieben,

ich schreibe diesen Beitrag, weil ich lange nicht wusste, dass es sowas überhaupt gibt.
Unser Sohn (10) hat jetzt zweimal 3 bzw 4wöchige Intensiv Therapien gemacht und wir merken richtig gute Fortschritte.

Beide Male waren wir zu einer Intensiv Logo und er hatte mehrere Std Logo pro Tag.
Zusätzlich darauf abgestimmt Ergo und Physio.

Wir sind vor 3 Wochen zurückgekommen und plötzlich kann er Sachen, die er vorher nicht konnte.

Kleine Lieder auf dem Klavier, in Ruhe an die Terrassentüre setzen und durch ein Fernglas schauen. Letzteres mangelte immer an der zu schwachen Augenmuskulatur. Auch waren alle Vögel schon weg wenn er angerannt kam. 😀

Wir hatten dem Therapieteam vorher einen Wunschzettel geschickt, woran Sie bitte mit ihm arbeiten sollen.

Nach dem ersten Aufenthalt haben wir eine deutliche Besserung der Stotter Symptomatik festgestellt und er konnte plötzlich das "sch".

Vielleicht ist das ja auch was für Euch.

Zumal es mit den Nachmittags Therapien bei uns zu Hause nicht immer so gut klappt,, da ist einfach die Luft raus.

Fragen immer gerne.

Liebe Grüsse

Paula
Autismus, PG3, 70% GdB, GBH
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Rita2
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Re: Gute Erfahrung mit Intensiv Therapie Wochen

Beitrag von Rita2 »

Hallo Paula,

toll das dein Sohn solche Fortschritte gemacht hat.
Sagst du uns bitte auch, wo du mit deinem Sohn gewesen bist. Denn sonst nutzt dieser Hinweis nicht allzu viel.

LG
Rita
Rita mit Sohn *Dezember 1995, ohne Diagnose,
cerebrale Koordinations- und Tonusregulationsstörung mit Zehenspitzengang, kognitive und sprachliche Entwicklungsstörung, süßer Bengel

PaulaW
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Re: Gute Erfahrung mit Intensiv Therapie Wochen

Beitrag von PaulaW »

Hallo Rita!
Ich wollte zuerst mal darüber informieren, dass es überhaupt diese Intensivtherapien im Block gibt. Wusste ich vorher nicht.

Ich habe Lindlar nicht dazu geschrieben, obwohl wir dort waren. Und wir waren sehr zufrieden.
Die Therapeuten dort sind auch auf Wahrnehmungsprobleme spezialisiert. Gibt allerdings zwei kleine Haken an der Sache. Der eine ist, dass man die Unterkunft selber bezahlen muss. Es gibt allerdings Stiftungen, die finanzielle Unterstützung dabei bieten. Hat leider bei uns nicht geklappt weil zu kurzfristig und wir zum Glück nicht bedürftig sind.
Der zweite ist, dass dort nicht viele Kinder zum Spielen sind. Es gibt dort viele Erwachsene Schlaganfallpatienten und die Anzahl der Kinder hält sich glaube ich ihm Grenzen.
Für uns war das kein Problem.

Natürlich ist es nicht sicher, dass die Fortschritte daher kommen, aber es wäre doch ein großer Zufall.

Herzliche Grüße

Paula
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kati543
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Re: Gute Erfahrung mit Intensiv Therapie Wochen

Beitrag von kati543 »

Hallo Paula,
mein Ältester hatte auch einmal eine 4-wöchige Intensivtherapie. Er war übrigens in Frankfurt in einer Kinderklinik damals (dort waren also ausschließlich minderjährige Kinder mit ihren Eltern), allerdings ist das schon viele Jahre her und ich weiß nicht, ob die das noch anbieten.
Seine sprachlichen Fortschritte, die man eigentlich erst nach der Therapie richtig gesehen hat, waren enorm. Als damals 6-jähriger konnte er keine „W-Fragesätze“ richtig formulieren, er sprach üblicherweise in grammatisch falschen 3-Wort-Sätzen. Die Autismusdiagnose hatte er noch nicht (das SPZ stellte eine falsche Negativ-Diagnose aus) - während der Zeit dort fiel sein „spezielles“ Verhalten auf. Schon in der ersten Woche wurde der dringende Verdacht auf Autismus gestellt und die weitere Logopädie wurde diesem Verdacht angepasst ... und er hat so davon profitiert. Kurze Zeit nach Beendigung der Therapie konnte er W-Fragen korrekt stellen und seine Sätze wurden bedeutend länger. Es gab (und gibt auch heute) nur noch das Problem der zufällig gewählten Artikel, Vor- und Nachsilben.
Bei meinem Sohn gab es täglich eine Stunde Logopädie (Einzeltherapie), dazu kamen Ergotherapie und Physiotherapie in Einzeltherapie und Kleinstgruppen. Musiktherapie fand in Gruppen bis 8 Kinder statt. Die Kinder wurden den ganzen Tag von Pädagogen und Therapeuten betreut, die den Anweisungen der hauptsächlich behandelnden Therapeuten Folge leisteten. Ein Elternteil wurde kostenlos mit aufgenommen.
Ich bin auch schon am Überlegen, ob wir soetwas nochmal machen sollten...
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

UrsulaK
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Re: Gute Erfahrung mit Intensiv Therapie Wochen

Beitrag von UrsulaK »

Hallo Paula,
wie hat sich bei Euch die Anzahl der Therapien über den Tag verteilt?
Also wieviel Stunden, hattet Ihr Logo, Ergo und Physio am Tag?
VG, Ursula
Eric, (März 2005), Autismus Spektrum Störung, Verbale Dyspraxie, Dysgrammatismus

Silvia & Iris
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Re: Gute Erfahrung mit Intensiv Therapie Wochen

Beitrag von Silvia & Iris »

Hallo Paula,

Intensivtherapien kenne ich seit mein Kind 21 Monate alt ist... das ist auch die einzige Form der Therapie die ihr von Seiten des Landes finanziert wird (wir müssen uns schon anteilig beteiligen, also einen Therapietag pro Woche zahlen wir, 4 das Land) - und ja, da hier zwischen 8 und 16 Uhr wirklich an den Baustellen des Kindes gearbeitet wird, es geht was weiter...
- vor allem auch die Anpassung der Hilfsmittel wird in dieser Zeit auch vorgenommen, ausprobiert und man versucht Lösungen zu finden für aktuelle Probleme - so kenne ich das...

Zwischen den einzelnen Blöcken kann ich auch die von der KK möglichen 40 Therapieeinheiten (z. B. Physoptherapie) verschrieben erhalten...

Im Adelizentrum wird auch nach diesem Prinzip gearbeitet, da aber dort - wenn die Schilderungen hier stimmen - sogar mehr als 1 Therapeut mit einem Patienten beschäftigt ist, geht sicherlich mehr weiter... das große Problem ist nur, dass man zwischen diesen Blöcken weiter machen muss, das gelernte vertiefen soll, die gezeigten Hilfen im Alltag einsetzen soll... (Massagen, Handführung beim Essen, gewisse Gehtechniken, Aufdehnen...)
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

PaulaW
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Re: Gute Erfahrung mit Intensiv Therapie Wochen

Beitrag von PaulaW »

Die reguläre Therapie Stundenzahl pro Woche ist meines Wissens 25. Wir hatten ca die Hälfte, Junior ist nicht so belastbar und wir wollten erstmal klein anfangen. Die Therapeuten haben uns bestätigt, dass mehr vermutlich zuviel gewesen wäre. Stichworte Überreizung Konzentration Muskelhypotonie.
So konnten wir nachmittags noch auf den Spielplatz oder den Tobe Keller den es dort gibt.
Oder was erledigen.

Ob auch Unterstützte Kommunikation angeboten wird, weiß ich nicht sicher.

Junior hatte nicht immer alle (2-4) Stunden tgl am Stück sondern teilweise Pausen zwischen den Stunden. 

https://www.logozentrumlindlar.de/thera ... er-kinder/

Wie ich es verstanden habe, wäre es auch kein Problem bei den Stunden dabei zu sein. Wir haben es so gehandhabt, dass ich in den ersten Stunden zur Sicherheit dabei war und er mich dann weggeschickt hat wenn er sich sicher gefühlt hat.

Insgesamt habe ich die Therapeuten als sehr sachkundig und flexibel erlebt. 
Sie hatten auf alle Fragen eine Antwort. Das war nicht immer so bei uns, vorher hatten wir allerdings Logopäden, die nur gesunde Kinder behandelt haben.

Die Therapeuten in Lindlar haben es geschafft, unser Kind optimal zu motivieren und ihn da abzuholen wo er steht.
So haben sie z.b. innerhalb kürzester Zeit erkannt, wie junior sich entspannen kann. Nach 20 Minuten war mal die Luft raus, die Logopäden ist da mit ihm rausgegangen und eine Runde um den Block gelaufen. Das fand ich klasse. Junior auch.

Man kann dort im Vorfeld ein Mail hinschreiben und sich erkundigen, die sind sehr nett und antworten auch.

Insgesamt habe ich das Gefühl, dass der Aufenthalt bei Junior etwas angeschoben hat.
Kann wir gesagt natürlich auch Zufall sein. Glaube ich aber nicht.

Liebe Grüße Paula
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