Grundsicherung und eigenen Mietvertrag im Elternhaus

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Mellie
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Beitragvon Mellie » 09.10.2016, 17:41

Hallo,

ich hätte auch noch einmal eine Frage zu diesem Thema. :D

Wie sieht es aus, wenn man die Miete anteilig ohne Mietvertrag (kein Eigenheim) bekommt. Wie verrechnet es ihr auf dem Konto? Es muss doch irgendwo ersichtlich sein, dass dieses Geld an den Vermieter gegangen ist. Theoretisch bezahlen die Eltern ja die Komplettmiete und würden dann das anteilige Geld vom Kind nehmen. Und muss man es dann trotzdem als Einnahme bei der Steuer einreichen, obwohl das Mietgeld für den Vermieter ist und es einem selbst nicht gehört?
Viele Grüße,
Mellie

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Helena*
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Beitragvon Helena* » 09.10.2016, 23:51

Hallo Mellie,
die Miete wird komplett von mir an den Vermieter überwiesen.

Der Mietanteil der in der Grundsicherung anteilig ausgewiesen ist sowie die Warmwasserpauschale und anteilige Stromkosten werden per Dauerauftrag auf mein Konto vom Konto meines Kindes überwiesen.

Da ich das Geld lediglich weiterleite und keinerlei Einkommen erziele besteht keine Einnahme und ich gebe das auch nicht bei der Steuer an.
Wir haben auch keinen Untervermietsvertrag mit unserem Kind, die anteilige Miete wird trotzdem vom Sozialamt übernommen.

LG, helena

Michaela W.
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Beitragvon Michaela W. » 10.10.2016, 09:04

Hallo Mellie,

ich habe auch keinen Untermietsvertrag mit meinem Sohn. Er bekommt seinen Mietsanteil vom Grundsicherungsamt. Die gesamte Miete überweise ich dann an meinem Vermieter. In der Einkommensteuererklarung lege ich eine Kopie vom Bewilligungsbescheid des Grundsicherungsamt bei, wo der Mietsanteil ja draus hervor geht. Aber direkt angeben, also ein extra Formular ausfüllen, tue ich auch nicht. Wie Helena schon schreibt. Es ist ja kein Einkommen nach dem Einkommensteuergesetz, da es ja keinen Untermietsvertrag gibt. Aber wie gesagt, ich lege bei jeder Einkommensteuererklarung eine Kopie des Bewilligungsbescheid bei. Obwohl ich das glaub ich, gar nicht müsste.

LG Michaela
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Beitragvon Mellie » 10.10.2016, 11:45

Hallo ihr beiden,

vielen Dank für die Antwort. Das ist schon mal gut zu wissen, wie es gehandhabt wird. :D
Viele Grüße,

Mellie

Karin D.
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Beitragvon Karin D. » 10.10.2016, 13:08

Hallo,

wir haben eine Mietwohnung, und einen Untermietvertrag mit meinem Sohn geschlossen. Dazu wurde eine Freundin unserer Familie als Ersatzbetreuerin benannt, und sie hat den Untermietvertrag mit unterschrieben.
Das Grundsicherungsamt hat die Zahlung entsprechend erhöht. Nicht viel, aber immerhin übernehmen sie die von mir veranschlagten Mietkosten.
Auf dem Grundsicherungsamt hat man uns empfohlen, Wohngeld für meinen Sohn zu beantragen.

Erhalten eure Kinder Wohngeld? Gibt es das sowieso für unsere "Kinder", wenn sie Grundsicherung erhalten? Ich habe es versucht, aber der Antrag wurde abgelehnt. Das war allerdings bevor das GruSi-Amt den Untermietvertrag akzeptiert hatte und die Zahlung angepasst hatte.

Liebe Grüße

Karin
Karin (06/67) mit Zwillingen (12/96)
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Beitragvon monika61 » 10.10.2016, 13:14

Karin D. hat geschrieben:
Auf dem Grundsicherungsamt hat man uns empfohlen, Wohngeld für meinen Sohn zu beantragen.

Erhalten eure Kinder Wohngeld? Gibt es das sowieso für unsere "Kinder", wenn sie Grundsicherung erhalten? Ich habe es versucht, aber der Antrag wurde abgelehnt. Das war allerdings bevor das GruSi-Amt den Untermietvertrag akzeptiert hatte und die Zahlung angepasst hatte.

Liebe Grüße

Karin



Hallo Karin,


..."Ausschluss vom Wohngeldanspruch
Nicht wohngeldberechtigt sind die Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung"....

Auf Seite 2:
...."Das Wohngeldgesetz schließt einen Wohngeldanspruch bei Bezug von Leistungen nach dem SGB II
oder XII grundsätzlich aus. Begründet ist dieser Ausschluss mit dem Sinn und Zweck des
Wohngeldes: es stellt – im Gegensatz zu dem ALG II – keine Fürsorgeleistung dar. Somit trifft das
Wohngeld nur für Menschen zu, die ihren Lebensunterhalt ohne Inanspruchnahme von Leistungen
nach dem SGB II oder XII decken können."...


Komplette Info:
http://www.harald-thome.de/media/files/ ... SGB-II.pdf


LG
Monika

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Beitragvon Karin D. » 10.10.2016, 13:17

Ach, was?!? Das überrascht mich, weil die Frau in der Behörde beim Beantragen von GruSi dazu geraten hatte.

Danke für den Hinweis. Dann lohnt sich ein Widerspruch also überhaupt nicht. Kann ich mir die Zeit sparen.

Liebe Grüße

Karin
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Beitragvon Mikah » 10.03.2017, 16:38

Karin D. hat geschrieben:Hallo,

wir haben eine Mietwohnung, und einen Untermietvertrag mit meinem Sohn geschlossen. Dazu wurde eine Freundin unserer Familie als Ersatzbetreuerin benannt, und sie hat den Untermietvertrag mit unterschrieben.
Das Grundsicherungsamt hat die Zahlung entsprechend erhöht. Nicht viel, aber immerhin übernehmen sie die von mir veranschlagten Mietkosten.
Auf dem Grundsicherungsamt hat man uns empfohlen, Wohngeld für meinen Sohn zu beantragen.


Das verstehe ich nicht. Das Sozialamt übernimmt im Rahmen der GruSi die Miete und Warmwasser/Heizung - das ist aber was anderes als Wohngeld?

monika61 hat geschrieben:"Ausschluss vom Wohngeldanspruch
Nicht wohngeldberechtigt sind die Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung"

monika61
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Beitragvon monika61 » 10.03.2017, 17:25

Hallo Mikah,

ausführliche Infos zur Grundsicherung
(und den damit verbundenen Unterkunftskosten)
findest Du hier:
Merkblatt zur Grundsicherung
http://bvkm.de/wp-content/uploads/GM-2017online.pdf

Zum 1. Januar 2017 wurden die Regelsätze bei der Grundsicherung erhöht. Menschen mit Behinderung, die bei ihren Eltern leben, werden außerdem ihre Wohnkosten ab 1. Juli 2017 leichter geltend machen können. Einzelheiten erfahren Sie hier:
http://bvkm.de/wp-content/uploads/Regel ... kosten.pdf


Infos zum Wohngeld:
http://www.betanet.de/betanet/soziales_ ... d-474.html

LG
Monika

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Mikah
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Beitragvon Mikah » 10.03.2017, 17:34

Danke Monika,

aber was ich nicht verstanden habe: Wenn das Sozialamt schon die Kosten für Unterbringung und Heizung übernimmt, warum dann noch die Empfehlung Wohngeld zu beantragen. (Wobei ich nicht wusste, dass das 2 verschiedene Dinge sind.)


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