Eigenes Wohnheim gründen?

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Engrid
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Beitrag von Engrid »

Nachtrag: das hier ist dieser Verein.
http://incloudot.de/willkommen.html
Engrid
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Sabine
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Re: Eigenes Wohnheim gründen?

Beitrag von Sabine »

Hallo,

viewtopic.php?f=21&t=117231&p=2179361&h ... n#p2179361
Hier gehts zum Thread, der hier auch erwähnt wurde. Die Eltern haben über das PB rund um die Uhr Assistenz für ihren schwer behinderten Sohn organisiert. Die Mutter ist auch hier Userin im Forum.

LG
Sabine
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Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
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Inga
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Re: Eigenes Wohnheim gründen?

Beitrag von Inga »

Hallo Sabine,

Wir machen was ähnliches.
Wir haben ein altes Haus in unserem Wohnort gekauft, dort werden unsere 2 Ältesten über das PB rund um die Uhr betreuut. Nächstes Jahr im Sommer zieht dann noch unsere Michelle dazu. In der nächsten Zeit werden da dann noch das eine oder anderer Kind von uns hort hin ziehen.
Super ist, dass wir da total flexibel sind. Steven hat wirklich 24-h-Assistenz, Danielo braucht nur nachtmittags / abends und am Wochenende Jemanden da, nachts reicht eine Bereitschaft. In ein paar Jahren wird evtl. noch ein Kind von uns dort hin ziehen und dann dort eine kleine eigene Wohnung haben. Da reicht dann wahrschienlich eine leichte Hilfe (vielleicht +/- 10 h pro Woche).
Das Ganze läuft bei uns jetzt knapp über ein Jahr und bis jetzt sind wir alle super glücklich damit.

Ach ja, das Haus haben wir auf Kredit gekauft und dieser zahlt sich mit den Mieteinnahmen ab.

Gruß, Inga
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Sabine
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Re: Eigenes Wohnheim gründen?

Beitrag von Sabine »

Hallo Inga,

das klingt ja echt super! Bekommt man denn auch genügend Personal? Das ist hier derzeit das große Problem. Davon waren wir ja schon vor zehn Jahren stark betroffen und es wird ja nicht besser. Auch den Schulen mangelt es an Personal. Im Pflegedienst-Bereich sieht es ja auch ziemlich schlimm aus.

LG
Sabine
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Inga
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Re: Eigenes Wohnheim gründen?

Beitrag von Inga »

Hallo Sabine,

Ja, erstaunlicher weise ging es recht einfach. Denke es liegt zum großen Teil an den perfekten Arbeitsbedingungen, die ein solches Model bietet.
Als wir mit Danielo gestartet haben, waren wir ganz entspannt, wir wußten ja, dass es kein Problem ist, falls mal eine Schicht nicht abgedeckt ist, da Danielo dann einfach hoch zu uns kommen kann.
Jetzt bei Steven war die Sorge schon ungleich größer. Ihn muß man in einem reizarmen Umfeld 1zu1 Betreuuen, da war klar, wenn eine Schicht nicht abgedeckt ist, müssen wir ran, nicht einfach, wenn man zuhause auch noch 6 Kinder hat...
Da aber keine Einrichtung die Möglichkeit hatte, Steven auf zu nehmen, war dies die einzigste Alternative zu einer "Geschlossenen".
Stolz können wir berichten, dass Steven zum 1.9. eingezogen ist und zum 15.11. sind dann alle Stellen besetzt.
Der erste Monat war hart, alle Angestellten mußten +/- 20 Überstunden machen und wir haben einige Schichten übernommen.

Wir leben mittlerweile auch von unserem guten Ruf. Wir haben ja nicht nur bei den 2 Jungs ein PB, sondern auch bei Joleen (Behandlungspflege) und bei Joshua (I-Kraft in der Kita). Heißt jetzt bei der Suche für Personal von Steven haben wir einige Bewerbungen auf Empfehlung von anderen Angestellten von uns bekommen. Michelle zieht ja im Sommer 20 auch dort hin und wir haben jetzt schon 4 Bewerbungen dafür, bzw. eine Person möchte dann von 30 auf 40 h erhöhen, eine Person hat bei Steven hospitiert, aber es passte einfach nicht, die Person möchte aber gerne bei Michelle arbeiten, eine Bekannte möchte einen Minijob bei Michelle haben und ein junger Mann, ehemaliger Au-Pair einer Bekannten und FSJ´ler an unserer Förderschule beginnt im Sommer ein duales Studium in Deutschland und möchte währenddessen bei uns arbeiten.

Daher sehen wir aktuell recht entspannt in die nahe Zukunft und arbeiten nun an einem Konzept, was auch dann noch tragfähig ist, wenn wir irgendwann keine Kraft mehr für das Projekt haben oder nicht mehr sind.

Gruß, Inga
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Biancamit2
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Re: Eigenes Wohnheim gründen?

Beitrag von Biancamit2 »

Also die größten Probleme werden sein, dass du von Anfang an genug Bewohner haben musst, denn du planst ja mit den Mieteinnahmen. Du brauchst von Beginn an Personal, das muss bezahlt werden, egal ob da einer oder 10 Bewohner da sind. Wenn also nicht gleich genug Leute da wohnen gehst du in die Miesen.
Ausserdem brauchst du von Anfang an genug Personal. Was natürlich eine gute Alternative zum sehr raren Pflegepersonal wäre, wäre eine ambulant betreute WG. Das heißt, rund um die Uhr sind Präsenzkräfte da, die weniger kosten, und wo notwendig, da wird ein Pflegedienst dazu gerufen...
Ich arbeite in einer solchen WG für alte Menschen, das ist ein tolles Konzept!
Grüßle
Bianca mit Sohn (2004, Skoliose, LRS) und Tochter (02.2009 Frühchen 29+0, ICP, PVL, spastische Diparese, und manch anderes) und zwei Sternchen *2003 *2008 fest im Herzen

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