Ausbildung im Berufsbildungswerk - Antragsdauer, Ablauf

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Mellie
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Beitragvon Mellie » 09.08.2016, 14:45

Hallo zusammen,

heute bekam mein Sohn noch einmal Post. :D

Wieso muss es immer alles so kompliziert und aufwändig sein?! Erst wird einem von Seiten der Schule und der Arbeitsagentur versucht, das Berufbildungswerk schmackhaft zu machen und man beantragt die Leistung und das scheint dann auch nicht richtig zu sein. Jetzt muss nämlich alles noch einmal geprüft werden. :roll: Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben werden erbracht, wenn festgestellt wird, ob und ggf. in welchem Umfang Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben erforderlich sind. Dazu gibt es einen schönen beigefügten Vordruck, der erst einmal ausgefüllt werden muss. :wink: Das ist aber dann noch nicht alles. Es muss jetzt von Seiten der Schule und dem IFD eine Einschätzung (Eignungstest bzgl. Ausbildungsreife/Leistungsfähigkeit für Ausbildung gegeben werden. Man verweist auch auf einen Termin in der Schule im September, wo man meinem Sohn noch einmal über alternative Einstiege im Beruf , die auch den Aspekt der Berufsfindung und Erprobung informieren möchte.

Ach ja..... :think:
Viele Grüße,
Mellie

Iris15
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Mir graut es schon jetzt

Beitragvon Iris15 » 09.08.2016, 15:33

Hallo ihr,

gestern hab ich mir mal diese ganzen Seiten hier in diesem Thread durchgelesen und ehrlich gesagt, ich hab das kalte Grauen bekommen. Ich will gar nicht (aber muss ja wohl) darüber nachdenken, was uns da auf diesem Weg noch erwartet. Mein Sohn kommt nun nach den Ferien in die Klasse 9 und bisher dachte ich "klopf-auf-meine-Schulter" grins ich hätte mich schon gut informiert.... aber was ihr hier berichtet, was ihr schon erlebt habt, das schlägt dem Fass doch den Boden aus! Ich habe hier Anfang des Jahres durch Zufall auch ein Kolpinghaus gefunden im Netz, das hört sich alles sehr gut an und vor allem passend für den Jungen. Ich habe dann vor den Sommerferien da mal angerufen und hatte einen sehr netten Leiter an der Strippe, der mir quasi erstmal entspannend zugeredet hat, weil wir lt. ihm noch alle Zeit der Welt haben. Ich soll beizeiten bei der Agentur für Arbeit nach dem zuständigen Bearbeiter fragen. ICH habe mir dieses Gespräch für diesen Herbst in den Kalender geschrieben. In unserer Schule werden alle Schülerinnen (egal ob I-Kind oder nicht) in der 10. Klasse auf Berufsfähigkeit etc. untersucht. Das wurde mir von der Sonderpädagogin gesagt. Das scheinen die von euch angesprochenen physischen und psyschischen Untersuchungen zu sein. Ich finde nur, dass das in Klasse 10 absolut zu spät ist! Da haben doch alle anderen schon ihre Lehrstellen etc. ... oh mann oh mann, ich mach mindestens 3 ach was sag ich 300 Kreuze, wenn diese Ausbildungsgeschichte gut gelöst ist... alles Gute Euch! Toi toi toi!

LG
Iris
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Petra62
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Beitragvon Petra62 » 09.08.2016, 20:25

Mellie@ Was machen die denn mit euch ????? :shock: Wenn dein Sohn in ein BBW soll, dann hat das doch seinen Grund. Warum soll er noch andere Wege ins Berufsleben kennenlernen ? Die Untersuchungen wurden bei uns VOR dem Antrag gemacht. Erst auf diese Ergebnisse wurde das BBW vorgeschlagen.
Der Bescheid, das Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben gezahlt werden, kam erst, als die Anmeldung im BBW erfolgreich war. Oh man, Kopf hoch und ärgere dich nicht. :)
Viele Grüße
Petra
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Petra ( 1962 )
Sohn (1998) Asperger Autist ( Diagnose 2016 ), ADS Träumer, Scoliose, Rechtsschenkelblock, fehlender Brustmuskel.
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Mellie
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Beitragvon Mellie » 10.08.2016, 13:29

Hallo Petra,

keine Ahnung, was das jetzt alles noch soll. :roll: Ich bin ganz schön angesäuert, dass man nicht vorher darüber informiert wurde. Die Lehrerin hat mich dazu gedrängt für die Herbstferien eine Arbeitserprobung für meinen Sohn in dem Berufsbildungswerk zu organisieren. Da sie schon seit Jahren Abschlussklassen hat und mit dem IFD und der Arbeitsagentur zusammen arbeitet, hätte sie ja wohl den genauen Ablauf wissen müssen. Gut, dass die Schule noch nicht anfängt. Man muss ja leider immer die Zähne zusammen beißen und freundlich sein/bleiben, obwohl ich ihr eigentlich mal ordentlich meine Meinung dazu sagen würde. :roll:

Untersuchungen gab es doch schon. Es wurde u. a. auch ein Hamet-Test durchgeführt und mein Sohn war schon 3 Tage in dem Berufsbildungswerk mit einem guten Ergebnis. Der psychologische Test bei der Arbeitsagentur liegt schon zwei Jahre zurück. Wahrscheinlich muss dieser Test nun auch wieder wiederholt werden. Es lebe die Bürokratie. In den Herbstferien wird es wohl nichts mehr werden, zumal der nächste Gesprächstermin mit der Arbeitsagentur erst Ende September ist. Ja, bei der Behörde müsste man arbeiten. :lol:
Viele Grüße,
Mellie

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Beitragvon Petra62 » 10.08.2016, 19:59

Oh je, das nennt man wohl gutes arbeiten. :wink: Ich bin auch froh, wenn es nächste Woche endlich losgeht. Uns sagte man, das die Untersuchungen auf jeden fall wiederholt werden. Bei uns ist es auch zwei Jahre her. Mich ärgert, wenn die Maßnahme eigentlich in zwei Wochen beginnen soll, das man noch zum Hausarzt muss, wegen Arbeitsschutz. Der Orthopäde sollte auch noch draufschauen und nächste Woche noch der Kardiologe. Ich mach mir schon wieder einen Kopf, weil ich so blöd war und nach den Befunden gegoogelt habe. :shock:
Halten wir die Ohren steif, es kann nur besser werden.
Viele Grüße
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Beitragvon Mellie » 11.08.2016, 10:50

Hallo Petra,

Deinem Sohn wünsche ich einen guten Start im Berufsbildungswerk. :D

Ich habe das Gefühl, dass es immer schlimmer wird je Älter die "Kinder" werden. Immer taucht eine neue Baustelle auf. :o

Ich melde mich dann mal wieder, wenn sich etwas Neues ergeben hat. :roll:
Viele Grüße,
Mellie

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Beitragvon sandy29 » 12.08.2016, 18:20

Hallo,

ich klinke mich ml ein....

Das BVB unseres Großen ist vorbei. Er beginnt im September eine Ausbildung - Teilhabe am Arbeitsleben. Wir sind im Hartz 4 Bezug. Die Fahrtkosten wurden als Einkommen angerechnet, dass ist doch nicht zulässig - oder?

Des Weiteren es sind ja neue Reglungen da bezüglich Hartz 4 seit dem 1.8. - haben die wirklichen den Mehrbedarf bei Teilhabe am Arbeitsleben von 35% abgeschafft?

LG Sandy
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Beitragvon Helena* » 13.08.2016, 00:17

Hallo,

ich klinke mich ml ein....

Des Weiteren es sind ja neue Reglungen da bezüglich Hartz 4 seit dem 1.8. - haben die wirklichen den Mehrbedarf bei Teilhabe am Arbeitsleben von 35% abgeschafft?

LG Sandy
Hallo miteinander,
ich möchte mich auch mit einklinken und habe eine ähnliche Konstellation bzw. Frage.

Sohn bekommt Leistungen der Grundsicherung wegen dauerhafter Erwerbsminderung nach SGB XII und bekam bisher noch einen Mehrbedarfszuschlag weil er Leistungen der Eingliederungshilfe bezieht (Einzelfallhelfer=Hilfen zur Teilhabe am gemeinschaftlichen und kulturellen Leben und Hilfen zum Erwerb praktischer Kenntnisse und Fähigkeiten, die erforderlich und geeignet sind, behinderten Menschen die für sie erreichbare Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen).

Ab 1. Oktober wird er Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben erhalten (er wird in eine WfbM aufgenommen in den Eingangsbereich).

Gibt es dafür einen Mehrbedarfszuschlag, wenn ja in welcher Höhe?
Meiner Meinung nach sind Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben doch eine Leistung der Eingliederungshilfe und rechtfertigen den Mehrbedarfszuschlag i. H. von 35 % der Regelleistung .

Was mich verwirrt ist aber, dass ich dem Sachbearbeiter die Zusage des Arbeitsamtes wegen der Teilhabe am Arbeitsleben in Kopie zugesandt habe (allerdings sind dort noch nicht die einzelnen Leistungen konkret aufgeführt ) und den Aufnahmetermin in die WfbM zum 1. Oktober mitgeteilt, dieser jedoch schrieb, dass der Mehrbedarfszuschlag wegfällt ab 1.11.16 falls nicht weiterhin Eingliederungshilfe gewährt wird (der Einzelfallhelfer ist bislang bis zum 30.10.16 bewilligt worden).

Hat sich etwas gesetzlich verändert oder befinde ich mich ansonsten irgendwie im Irrtum oder liegt der Fehler beim Sachbearbeiter?

Für Eure Hilfe beim entwirren meines gedanklichen Knoten bin ich sehr dankbar,
liebe Grüße,
helena

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Beitragvon Olli-Fee » 13.08.2016, 01:06

Hallo,
ich würde sagen warte die nächsten Schreiben erst einmal ab, das Problem ist es gibt keine einheitslösung sondern es gibt soo viele Dinge die berückscihtig werden.

Ich kann dir jedoch folgende Aussage geben. Der Freund meiner Freundin arbeitet ebenfalls in der WfbM und bekommt neben der Grundsicherung und seinem Arbeitslohn der WfbHm einen Mehrbedarf. So weit ich informiert bin, wird deiser Mehrbedarf gewährt wenn Leistungen zur Arbeitseingliederung vorliegen.

LG
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Louis 07/92
Frühchen im 6. Monat
Tetraspastik, BNS-Krämpfe, wohnt im Erwachsenenwohnheim, arbeitet in der WfbM, 03/14 PEG

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Beitragvon Mellie » 17.08.2016, 13:18

Hallo,

wurden bei Euren "Kinder" bevor die Bewilligung für ein Berufsbildungswerk ausgesprochen wurde, ein Diagnoseverfahren der Arbeitsmarktfähigkeit besonders betroffener behinderter Menschen (DIA-AM) durchgeführt?
Viele Grüße,
Mellie


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