Kann Sprache egal wann erlernt werden?

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Sprachverzögerung/Sprachstörung austauschen und Erfahrungen bezüglich UK (unterstützter Kommunikation) weitergeben. Logopäden dürfen natürlich auch gerne hier Tipps geben!

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mamavonsarah
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Beitragvon mamavonsarah » 12.09.2014, 12:10

Hallo,

fachlich kann ich nichts versiertes beitragen...
mir ist nur spontan eingefallen, wenn jemand nach einem Schlaganfall das Sprechen durch eine Schädigung des Hirns neu erlernen kann, müsste doch theoretisch Spracherwerb jederzeit möglich sein.

Ansonsten denke ich auch, dass es außer Sprache noch so viele andere Wege gibt zu kommunizieren, dass man sich dann eben eher darauf konzentrieren sollte.

LG Sandy

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Silvia & Iris
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Beitragvon Silvia & Iris » 12.09.2014, 13:08

Liebe Sandy,

nach einem Schlaganfall kann ich davon ausgehen, dass das Sprachmuster im Gehirn vorhanden ist, alles da ist und bereits in Gebrauch war... - es ist also nichts Neues...
bei einem Baby, einem Menschen, der noch nie gesprochen hat, ist es etwas "Neues"!
wobei auch nach jedem Schlaganfall mehr verloren geht...

Man darf auch nicht außer Acht lassen, dass der Erwerb einer Kommunikationsfähigkeit auch eine gewisse Gehirnstruktur erfordert - nicht vorhandene Gehirnabteile verhindern damit den Spracherwerb, allerdings ist unser Gehirn ein Wunderwerk - und man kann heute noch nicht einmal sagen, warum manche Menschen etwas können, obwohl genau dieses Areal, was diese Funktion normalerweise übernimmt - gar nicht angelegt ist...

Hier stehen die Mediziner noch vor einigen Rätzeln...
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

Anna69
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Beitragvon Anna69 » 13.09.2014, 22:28

Hallo Yvonne,

Ich kann deine Sorge gut verstehen. Unser kleiner Spatz spricht auch noch nicht. Er ist bereits sechs Jahre alt. Mir schwirrt zur Zeit immer die Aussage irgendeines Fachmanns im Kopf rum: Wenn ein Kind mit sieben Jahren noch nicht sprechen kann, sind die Chancen sehr gering, dass es jemals noch aktive Sprache erwerben wird.
:(
Klasse. Dann haben wir ja noch ein Jahr...
LG, Anna

"Wenn die Nächte hell und klar sind, dann kommen die Elfen auf die Erde und schauen sich die Kinder der Menschen an. In das schönste dieser Nacht verlieben sie sich so sehr, dass sie es mitnehmen in ihre Welt. In die leere Wiege legen sie ein Kind von sich, ein Elfenkind".

Angela77
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Beitragvon Angela77 » 13.09.2014, 23:31

Hallo Anna,

dein Sohn ist auch autistisch, oder? Jedenfalls legt dass das Zitat in deiner Signatur nahe...
Falls es so ist, würde ich mir wegen der Sieben-Jahre-Aussage keine Sorgen machen ...
Ein Autist kann jederzeit anfangen zu sprechen (oder auch nie ...) Autismus ist so speziell - da wäre ich als Arzt mit JEDER Prognose sehr vorsichtig ...

LG
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

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MartinaM.
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Beitragvon MartinaM. » 14.09.2014, 07:53

Der autistische Sohn einer Freundin ist 9 Jahre alt und beginnt grad erste Worte zu sprechen :D
"ach wie gut, dass ich dich gerettet habe, beinahe wärst du ertrunken" sagte der Affe und setzte den Fisch in den Baum.

me: F 84.5 AspergerAutismus

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Beitragvon Eliotsmama » 14.09.2014, 08:09

Hallo ihr lieben,

na hier ist ja reger austausch, das freut mich. :-)

Eliot hat lt. Aden Ärzten und auch nach unserer Meinung, keine authistischen Züge.

Na wir warten mal ab. Demnächst bekommen wir so einen Button zum Besprechen für den KiGa. Damit soll dann mit Eliot geübt werden, nur 1 mal auf den Button zu drücken. Und nicht tausend mal. Ob das funktioniert, bezweifle ich noch. Abwarten.

LG
Yvonne
Yvonne & Eliot Liam *12/2010, SBA 100% GBH, PG 4,
Frühkindlicher Autismus mit geistiger Behinderunh, Alternierende Hemiplegie im Kindesalter (AHC), schw. allg. Entwicklungsst. und fehl. expressiver Sprache, Umschr, Entwicklungsst. der Mundmotorik, extrem kurze Aufmerksamkeitsspanne und hohe mot. Unruhe, Muskelhypotonie etc.

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Beitragvon Anna69 » 17.09.2014, 12:49

Hallo Angie,

Ja, unser Spatz ist FKA und ein kleines Elfenkind :D .
LG, Anna

"Wenn die Nächte hell und klar sind, dann kommen die Elfen auf die Erde und schauen sich die Kinder der Menschen an. In das schönste dieser Nacht verlieben sie sich so sehr, dass sie es mitnehmen in ihre Welt. In die leere Wiege legen sie ein Kind von sich, ein Elfenkind".

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Beitragvon NiJoBe » 17.09.2014, 16:27

Hallo Silvia,
„Mir hat man damals weis gesagt, dass Kinder mit einem Mikrocephalus, wenn sie mit 4 Jahren nicht frei gehen können, auch keine Sprache erwerben...
- das hat bei uns gestimmt... “
das stimmt definitiv nicht. a) Kenne ich Kinder mit Mikrozephalie, die mit 4 Jahren nicht frei laufen konnten, aber sprechen können b) hat das eine auch nicht zwangsläufig etwas mit dem anderen zu tun. Mikrozephalie ist ja nur eine statistische Beschreibung für „kleiner Kopfumfang“. Vielleicht meinte der Mensch, der Dir das sagte, eine spezielle Ursache der Mikrozephalie. Auf Menschen, die aufgrund von Hirnblutungen Mikrozephalie haben, trifft das jedenfalls nicht pauschal zu.

Sandy, nach einem Schlaganfall, den man nach der frühen Kindheit hatte, sprechen zu lernen, ist etwas anderes, als wenn man nie sprechen konnte: Wenn Du etwas lernst, sind Bestandteile des Gelernten (z.B. wie roch es, wie sah es aus, wie fühlte es sich an, zu welcher Uhrzeit, Assoziationen…) an vielen Stellen im Gehirn verteilt gespeichert. Zusammen ist dieses Netz „das Gelernte“. Wenn durch einen Schlaganfall ein Teil der Speicherorte verloren geht, bleiben andere Teile des Gelernten noch da. Dadurch hast Du beim „Wiederlernen“ eine andere Basis, als wenn es dieses Netz nie gegeben hat (auch wenn das Wiedererlernte nicht 1:1 das ist, was vorher da war).

Yvonne, Zum Sprechenlernen von FKA kann ich nichts sagen. Bei Autisten geht es meines Wissens weniger um die Sprache (Grammatik und Lexikon im Gehirn) oder die Sprechmotorik (Gehirn zu Muskeltätigkeit), sondern vor allem um das Sprechen als sozialer Akt (Kommunizieren). Der Vergleich mit einem Schlaganfallpatienten, bei dem die Sprachzentren oder die Sprechmotorik betroffen sind, ist für einen „reinen“ Autisten eher nicht passend.

Von einem Asperger Autisten weiß ich, dass er sich als junger Erwachsener mit „Selbstdesensibilisierung“ selbstmotiviert immer wieder überwunden hat, zu sprechen und das die Situation verbessert hat. Er spricht jetzt eher mit Menschen, auch wenn es nicht weniger schwer fällt (im sozialen Sinne). Die eigentliche Sprache (im Gehirn) war ja schon da. Also gehe ich davon aus, dass bei Autisten per se die Chance besteht, irgendwann im Leben anzufangen, zu sprechen.

Alles Liebe!

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Beitragvon Eliotsmama » 17.09.2014, 17:23

Irre ich mich oder kam es meinerseits vielleicht falsch rüber? 😱

Eliot ist kein Autist und hat auch keine autistischen Züge. 😉😉
Yvonne & Eliot Liam *12/2010, SBA 100% GBH, PG 4,
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NiJoBe
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Beitragvon NiJoBe » 17.09.2014, 17:54

Entschuldige bitte Yvonne, ja, Du hast das ja sogar ausdrücklich geschrieben!


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