Erfahrungen und tipps zum Thema Adipositas gesucht

Hier geht es um genetische Syndrome und Stoffwechselerkrankungen.

Moderator: Moderatorengruppe

Lisaneu
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 2088
Registriert: 27.01.2017, 08:24

Re: Erfahrungen und tipps zum Thema Adipositas gesucht

Beitrag von Lisaneu »

Hallo Nadine!

"Low Carb" zeigt gute Erfolge bei Menschen, die eher "Eiweiß-Typen" sind. So, wie Mellie das in ihrem Erfahrungsbericht von sich beschreibt.

Ich hatte bei jeder bisher probierten Low-Carb-Variante nach spätestens 3 Tage Heißhunger auf Kohlehydrate. Meine Mutter hingegen war nie so der Beilagen (Reis, Nudeln, Kartoffeln,..)-Typ, die hatte mir Low Carb keine Schwierigkeiten. Vielleicht ist Low Carb auch für dich geeignet, aber das hängt in erste Linie damit zusammen, was SIE PERSÖNLICH satt und zufrieden macht. Und das KÖNNEN Ballaststoffe, Eiweiß und gesunde Fette sein, müssen aber nicht. Wenn Du aber (wie ich) ein "Kohlehydrat-Typ" bist, kann du genauso schauen, eben gesündere und länger sättigende Kohehydrate zu essen. Kartoffeln z.B. haben von allen Lebensmittel den höchsten Sättigungswert überhaupt. Und was Nudeln betrifft gibt es ballaststoffreiche Vollkorn-Variationen, die kaum anders schmecken als konventionelle Nudeln, aber dem Darm mehr Arbeit geben und auch länger satt machen.

Darum ist ja auch die Ernährungsberatung sinnvoll: weil sie gemeinsam mit Dir schauen kann, was man konkret bei der momentanen Ernährung verändern kann.

Und ob man mehr Gewicht "über Bewegung" oder "über Ernährung" verliert ist ebenso individuell. Wichtig ist dabei in erster Linie dass weniger Kalorien in den Körper reinkommen als er verbraucht. Ich vergleich das gerne mit einem Budget. Ob ich mir Geld ersparen kann, weil ich weniger ausgebe als bisher oder weil ich mehr einnehme, oder beides, spielt keine Rolle. Und es ist für abnehmen auch völlig egal wie kurz oder lange die Pausen zwischen den Mahlzeiten sind, wie viele Mahlzeiten du zu Dir nimmst und ob du eher morgens oder abends mehr isst. So, wie es keine Rolle spielt, ob ich mein Geld morgens oder abends ausgebe oder einnehme :wink: .

Ich kenne Leute, die echt NUR über Bewegung abgenommen haben und die Ernährung blieb unverändert. Für Dich ist das vermutlich nicht der Weg, weil mit Kleinwüchsigkeit und hohem Ausgangsgewicht die Motivation zur Bewegung vor allem am Anfang begrenzt sein wird. Noch dazu schreibst du ja selbst, dass du ziemlich bewegungsfaul bist und auch deine Blindheit macht ja auch einiges schwieriger bis unmöglich.

Dabei kann schon z.B. mit 15min täglich spazieren gehen eine deutliche Verbesserung bringen. Damit (ohne Ernährungsveränderung) nimms Du zwar übers Jahr nur 2,3kg ab (sofern du bei gleichbleibender Ernährung das Gewicht halten würdest), aber dafür ist es alltagstauglich, ohne viel Aufwand (teure Ausrüstung) machbar, regt den Kreislauf an und schont die Gelenke. Wenn dann z.B. noch 1x pro Woche 30min gemütliches schwimmen dazu kommen, beträgt die Abnahme allein durch die Bewegung 4kg pro Jahr.

Bei täglich 2 Stunden Bewegung wäre das natürlich viiiiiel mehr, nur ist da sehr wahrscheinlich, dass Dein Körper damit hoffnungslos überfordert ist und Du nach kurzer Zeit frustriert aufgibt. Wenn Du hingegen langsam mit regelmäßigen, kurzen Bewegungseinheiten beginnst, kann sein, dass du bald fitter wirst und die "Lust auf mehr" dann selber kommt.

Was mir bei deinen Beiträgen noch auffällt ist, dass dein Hauptgrund, abnehmen zu wollen, das meckern deiner Mutter ist. Und das "allein" wird für dauerhafte Motivation zu wenig sein. Frag dich mal selbst, was der Unterschied ist zwischen damals, als deine Mama für die die Ernährungsberatung organisiert hat, und jetzt. Was hat sich verändert? Was glaubst du könnte es DIR SELBST bringen, Gewicht zu verlieren?

Einer meine Lieblingssprüche von Paul Watzlawik (österreichischer Psychotherapeut, Philosoph, Wissenschaftler und Autor) ist übrigens: "Reife ist, wenn man die richtigen Dinge tut, OBWOHL die Eltern sie empfohlen haben". In dem Sinn alles Gute von mir!
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

Nadine94
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1165
Registriert: 31.01.2013, 15:15
Wohnort: Österreich

Re: Erfahrungen und tipps zum Thema Adipositas gesucht

Beitrag von Nadine94 »

Hallo Lisa. Auch dir danke für deine Antwort. Ja damals als das mit der Ernährungsberatung war da war ich 13 und selber noch nicht soweit für sowas bzw. das überhaupt einzusehen dass ich zu viel wiege, wie gesagt das Übergewicht besteht schon seit ich Kind bin, ich habe aber keine Ahnung ab wann das anfing. Ja mit 2 Stunden Bewegung am Tag wär ich sicher überfordert, ich bin motorisch nicht die beste und ich mir geht oefter mal die Puste aus beim schnelleren laufen oder wenn ich mich anstrenge, das auch schon als Kind also hab mich auch als Kind nie gerne bewegt. Aber merke halt auch dass es mit mehr Gewicht schwieriger wird. Ja es ist schon vor allem wegen meiner Mama aber ich hab jetzt auch eingesehen dass es nicht gut ist. In manchen Situationen bin ich ja ziemlich vernünftig, aber manchmal wieder nicht und dann seh ich das oft nicht ein wenn meine Mama das sagt.

LG
Nadine
1994, blind, leicht autistisch, kleinwüchsig und andere Besonderheiten

Antworten

Zurück zu „Krankheitsbilder - Syndrome / Stoffwechselerkrankungen“