Pubertier, ADHS, Pflegegrad, Erziehungsberatung.... Ich bin überfordert

Hier könnt ihr euch über ADS und ADHS austauschen.

Moderator: Moderatorengruppe

SaScho
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 10
Registriert: 18.10.2021, 14:23

Pubertier, ADHS, Pflegegrad, Erziehungsberatung.... Ich bin überfordert

Beitrag von SaScho »

Hallo zsm, ich hole mal weiter aus um unsere Situation zu erklären und um vielleicht Tips, Tricks und Gleigesinnte zu finden.

Ich muss zugeben, ich bin auch zu überfordert im Moment, um alles was ich in der Suche gefunden habe, zu lesen. Dieses forum hier wurde mir in einem anderen Forum für Pflegende Angehörige empfohlen.

Ich bin in 2. EHE verheiratet, habe 2 Kinder mit meinem ExMann, die Tochter N ist 12 und der Sohn P 8 Jahre alt. Die Trennung war vor 5 Jahren, dabei blieben die beiden Grossen bei meinem EX, da ich auch psychische Probleme hatte und teilweise auch noch habe. 2019 habe ich neu geheiratet und hier haben wir Tochter H, die jetzt 19 Monate alt ist.

Ich bin nun hier wegen meiner grossen Tochter N, die jetzt in die Pubertät kommt. Sie ist seit sie 4 ist beim KJP im Behandlung. Angefangen hat es mit nächtlichem Schlafwandeln und Unruhe. Dazu brachte sie sich in Gefahr und wusste davon nichts mehr. Wir haben z. Bsp. einen Geist gebastelt, den man am Faden aufhing an so einem Kreuz wie eine Marionetten, ich hoffe ihr versteht mich. Die Nacht drauf wurde ich wach, in der Küche brannte Licht und sie hatte sich ein Messer aus dem Messerblock genommen und wollte damit die Fäden abschneiden. Sie war dabei nicht ansprechbar und wusste davon Morgens auch nichts. Die KÄ schickte mich darauf hin zum KJP.

Dort wurde sie dann lang und breit getestet, auch nochmal als sie dann in die Schule kam. Diagnostiziert wurde dann ADHS, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörung, emotionale und Bindungsprobleme, Kinderdepression, LRS und Dyskalkulie. Sie wurde dann lange therapiert und gefördert, nimmt derzeit an einer Langzeittherapie teil zu der sie 1 x die Woche für 45 Min hingeht. In der Schule hat sie den Benachteiligungsausgleich und geht 2 x die Woche 90 x zur Nachhilfe.

Als sie zur weiterführenden Schule kam, wurden die Noten schlechter und wir haben uns dann für Medikamente entschieden. Sie nimmt1 x am Tag Medikinet 20 mg retadiert, nach der Schule 10 mg Metyphenidat und abends 2 mg Intuniv. Ich habe immer den Eindruck, sie "gewöhnt" sich nach einiger Zeit an die Medikation und es wirkt dann nicht... Kann das sein?

Sie hat bis Mai diesen Jahres bei ihrem Vater gelebt, lebt jetzt bei uns auf eigenen Wunsch. Ihr Vater hat die letzten Jahre nichts getan keine Therapien, keine Medikation, kein nichts und darauf hin wurde das Kind zum Zocker und sass bei ihm nur noch vor der Konsole.

Ich habe mir nun Hilfe beim JA geholt, da finden derzeit monatliche Gespräche statt und wir gehen alle 2 Wochen zur Caritas zur Erziehungsberatung. Dort wurde mir auch geraten einen Pflegegrad zu beantragen.

Den Antrag habe ich im Juli abgegeben, hätte am 10.08. Einen Termin gehabt, den ich aber wegen Urlaub absagen musste und seither warten wir. Dauert das immer so lange? Vor ein paar Wochen habe ich die Kk mal angerufen und gefragt, da heisst es immer warte, warte...

Wenn ihr Fragen habt, fragt gerne... :icon_tongue:
Werbung
 
Benutzeravatar
Regina Regenbogen
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 8160
Registriert: 12.07.2008, 18:37
Wohnort: Ostfriesland

Re: Pubertier, ADHS, Pflegegrad, Erziehungsberatung.... Ich bin überfordert

Beitrag von Regina Regenbogen »

SaScho hat geschrieben: 21.10.2021, 17:53 Als sie zur weiterführenden Schule kam, wurden die Noten schlechter und wir haben uns dann für Medikamente entschieden. Sie nimmt1 x am Tag Medikinet 20 mg retadiert, nach der Schule 10 mg Metyphenidat und abends 2 mg Intuniv. Ich habe immer den Eindruck, sie "gewöhnt" sich nach einiger Zeit an die Medikation und es wirkt dann nicht... Kann das sein?
Ja, das kann gut sein, besonders innerhalb des ersten Jahres der Medikation. Wie lange bekommt sie schon die Medikamente? Wie wirkt sich aus deiner Sicht die Gewöhnung bei ihr aus?
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese
SaScho
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 10
Registriert: 18.10.2021, 14:23

Re: Pubertier, ADHS, Pflegegrad, Erziehungsberatung.... Ich bin überfordert

Beitrag von SaScho »

Regina Regenbogen hat geschrieben: 22.10.2021, 12:10
SaScho hat geschrieben: 21.10.2021, 17:53 Als sie zur weiterführenden Schule kam, wurden die Noten schlechter und wir haben uns dann für Medikamente entschieden. Sie nimmt1 x am Tag Medikinet 20 mg retadiert, nach der Schule 10 mg Metyphenidat und abends 2 mg Intuniv. Ich habe immer den Eindruck, sie "gewöhnt" sich nach einiger Zeit an die Medikation und es wirkt dann nicht... Kann das sein?
Ja, das kann gut sein, besonders innerhalb des ersten Jahres der Medikation. Wie lange bekommt sie schon die Medikamente? Wie wirkt sich aus deiner Sicht die Gewöhnung bei ihr aus?
Sie bekommt die Medikamente im der aktuellen Zusammenstellung seit ca 3 Monaten, medikamentös eingestellt ist sie seit 11/2019.

Es ist so, dass ich ja weiss wie sie ohne Medikamente ist und ich habe den Eindruck, dass die 20 mg die sie morgens vor der Schule nimmt kürzer wirken als noch davor.
SimoneChristian
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1195
Registriert: 12.04.2014, 18:46

Re: Pubertier, ADHS, Pflegegrad, Erziehungsberatung.... Ich bin überfordert

Beitrag von SimoneChristian »

Hallo.
Hat sich denn was am Frühstück geändert?
Bei Medikinet retard hängt die Wirkdauer unter anderem von der Mahlzeit ab.
Evtl hat sich durch das Wachstum auch die Geschwindigkeit der Magen-Darm-Passage verändert.

Eine Möglichkeit wäre es z.B. nach Rücksprache mit dem Arzt auf Ritalin LA zu wechseln. Das ist nicht von der Mahlzeit abhängig.

Ansonsten spielt bei mir auch immer der Zyklus eine Rolle.
In der 2. Zyklushälfte wirken die Medikamente schlechter und kürzer.
In einschlägigen ADHS Foren für Erwachsene wird das Phänomen öfter mal diskutiert.
Davon wollen die meisten Ärzte aber leider nichts wissen.

Dazu kommt evtl., dass pubertätsbedingt die soziale Anpassung deutlich anstrengender wird und somit dann Mittags einfach die Luft raus ist.

LG
Simone
C. (*9/11) Sprachentwicklungsverzögerung, Regulationsstörungen des Kindesalters
atypischer Autismus (Diagnose 07/15)
sandra8374
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1842
Registriert: 09.09.2010, 12:49
Wohnort: Ruhrgebiet

Re: Pubertier, ADHS, Pflegegrad, Erziehungsberatung.... Ich bin überfordert

Beitrag von sandra8374 »

Es passiert ja körperlich einiges in der Pubertät. Und grade in der Pubertät muss man häufiger mal anpassen.
Wenn du also meinst, die 20mg wirken nicht mehr so, wie zu Anfang – Kontakt zum Arzt suchen und benennen.
LG Sandra

S+F mit PT(*00 FAS, Microdelitation 16p11.2, ADHS, GB, Z.n.Absencen?, Sehfehler, Lordierung LWS, Skoliose 17,8%, Beckenschiefstand, Hüftkontraktur, Korsettversorgung, mit SBA 90 HBG) u. PS (*01 ADS, GB, Sehfehler, Knick-Senk-Füße, Z.n.Epilepsie, mit SBA 60)
Benutzeravatar
Sandra B.
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 965
Registriert: 24.11.2005, 21:01
Wohnort: Idstein

Re: Pubertier, ADHS, Pflegegrad, Erziehungsberatung.... Ich bin überfordert

Beitrag von Sandra B. »

Hallo SaScho,

schön, dass Du hierher gefunden hast. Ich denke der Tipp kam von mir, ich bin in dem anderen Forum ebenfalls unter Sandra.B. aktive Nutzerin :wink:

Wie Du siehst, gibt es hier viele, die Deine Probleme kennen. Insofern bist Du hier sicherlich gut aufgehoben.
Ich finde es gut, dass Du Dir Hilfe geholt hast, um Deine Tochter bestmöglich zu unterstützen und zu fördern. Ohne dass ich mir hier ein Urteil erlauben möchte, ist das in den Jahren beim Vater (aus Deiner Sicht zumindest) nicht immer optimal gelaufen.
Wenn Du wirklich das Gefühl hast, dass das Medikinet nicht mehr so lange hält, würde ich mit dem Arzt darüber sprechen. Vielleicht kann man die Dosis entsprechend anpassen. Gerade im Alter Deiner Tochter gibt es durch Größenwachstum und Pubertät ja definitiv auch oft eine Gewichtszunahme, sodass die 20mg vielleicht inzwischen einfach zu wenig sind. Was sagt denn Deine Tochter dazu? Hat sie selbst auch das Gefühl, dass die Dosis nicht mehr ausreichend ist, um gut über den Vormittag zu kommen
Dort wurde mir auch geraten einen Pflegegrad zu beantragen.

Den Antrag habe ich im Juli abgegeben, hätte am 10.08. Einen Termin gehabt, den ich aber wegen Urlaub absagen musste und seither warten wir. Dauert das immer so lange? Vor ein paar Wochen habe ich die Kk mal angerufen und gefragt, da heisst es immer warte, warte...
Das erscheint mir wirklich lang. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass viele Begutachtungen im Winter und Frühjahr wegen Corona ausgefallen sind und nun nachgeholt werden müssen. Vielleicht war der relativ zeitnahe Termin zum Antrag eine Absage einer anderen Person....Immerhin geht Dir kein Geld verloren. Wenn ein Pflegegrad festgestellt wird, erhältst Du das Geld rückwirkend zur Antragstellung.

Wie klappt es denn sonst so mit Euch beiden und Deiner neuen Familie? Ist für das Mädel ja vermutlich auch alles nicht so einfach....

Liebe Grüße
Sandra
Sandra (50) und Max (51) mit Nina, 20, geistig und körperlich schwer behindert nach Frühgeburt. 25.SSW, 530g, sehr starke Sehbehinderung, keine Sprache, autistische Züge, infektabhängige Anfälle und vieles mehr
& Lukas, geb. 19.06.2008 (ADHS)
SaScho
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 10
Registriert: 18.10.2021, 14:23

Re: Pubertier, ADHS, Pflegegrad, Erziehungsberatung.... Ich bin überfordert

Beitrag von SaScho »

Hallo, erstenmal danke für eure Antworten, es ist ja nun einige Zeit vergangen und ich will berichten.

Letzte Woche war unsere Ansprechpartnerin vom Jugendamt hier, haben etwas gesprochen und nun folgendes festgehalten:

Am 16.11.21 haben wir einen Termin bei Kinderpsychologen um da sie Medikation zu besprechen, sie ist gewachsen, dass merke ich ja, dennoch ist sie nicht so entwickelt wie andere Kinder in ihren Alter, denn sie hatte als Baby einen VSD und wurde mit knapp 2 daran operiert. Sie war zuletzt 142 cm gross und wog knapp 31 Kilo.
Mein Sohn ist 8 und hat sie schon eingeholt.

Am 22.11. ist Elternsprechtag, dass werden ich und unsere Jugendamttante nutzen , um gemeinsam dahin zu gehen. Sie möchte wissen, wie sie sich in der Schule macht, vom Sozialverhalten her und wie die Noten sind.

Dann soll sie einen Familienhelfer bekommen nur für sich, der auch mal 1 x die Woche nur mit ihr was unternimmt. Sie hält ja grossartig keine Sozialkontakte und wenn dann muss ich sie immer drängen, was ich eigentlich nicht will.

Ich soll auch beim KPS besprechen, ob es möglich ist, sie so auf Medikamente einzustellen, dass sie nur einmal am Tag was einnehmen muss. Das selbstständige Einnehmen funktioniert so gar nicht, da sie es vergisst und einfach auch zu unzuverlässig ist.

Ich habe mit meiner Tochter eigentlich zu größten Teil keine Probleme, zu mir ist sie nicht frech und sie macht, wenn ich etwas vom ihr möchte. Bei uns gibt es nur Streit wenn es um Geld geht. Sie bekommt 20 Euro Taschengeld und sie hat einen Handyvertrag den ich natürlich auch bezahle.
Kaum hat sie es bekommen, haut sie innerhalb von 3,4 Tagen alles für Quatsch auf den Kopf und steht dann ständig hier und hält die Hand auf, wo ich dann sage, nein gibt's nicht. Das JA sagt natürlich wir sollen sie belohnen für z Bsp gute Noten oder Hilfe im Haushalt. Da sie im Moment aber ständig nur schlechte Noten bringt, gibt es dafür nichts.

Zumal wir eh jeden Pfennig 5 x umdrehen müssen, da mein Mann eine Umschulung macht und ich geringfügig arbeite und wir ergänzend H 4 bekommen.

Einmal die Woche ist Spiekeabend.

Mit meinem Mann gerät sie oft aneinander, d ist sie sehr Respektlos und aufmüpfig. Deswegen gehen wir ja auch zur Erziehungsberatung der Caritas.
Mein Mann erwartet immer alles, begibt sich aber auch auf die Kindliche Ebene. Die haben gesagt, er solle alles mal gelassener sehen wegen der Pubertät.

Und ich sitze dazwischen, manchmal denke ich, ich habe hier 3 Kinder.

LG Sarah
SaScho
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 10
Registriert: 18.10.2021, 14:23

Re: Pubertier, ADHS, Pflegegrad, Erziehungsberatung.... Ich bin überfordert

Beitrag von SaScho »

Hallo zsm, haben heute bescheid bekommen, am 23.11. findet die Begutachtung statt. Lg
Lydiah
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 189
Registriert: 29.01.2019, 21:27
Wohnort: Potsdam

Re: Pubertier, ADHS, Pflegegrad, Erziehungsberatung.... Ich bin überfordert

Beitrag von Lydiah »

Für den Pflegegrad, ja? Wir warten auch auf die Wiederbegutachtung... scheint ja echt zu dauern.
____
Maus *2016 mit 460 Gramm bei 24+6, ICP Stufe 1 oder 2 beinbetont, PVL, operierte Kraniosynostose, operierte Hüftdysplasie und Schielen, sonst fit und ziemlich pfiffig.
Werbung
 
SaScho
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 10
Registriert: 18.10.2021, 14:23

Re: Pubertier, ADHS, Pflegegrad, Erziehungsberatung.... Ich bin überfordert

Beitrag von SaScho »

Lydiah hat geschrieben: 11.11.2021, 21:43 Für den Pflegegrad, ja? Wir warten auch auf die Wiederbegutachtung... scheint ja echt zu dauern.
Ja genau, den ersten Termin musste ich gezwungenermaßen ja absagen
Antworten

Zurück zu „Krankheitsbilder - ADS/ADHS“