Lehrer bestürzt über Medikation

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_Marta
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Lehrer bestürzt über Medikation

Beitrag von _Marta »

Hallo ihr,

erst ist der Lehrer bestürzt - jetzt ich...

wir (Kind und ich) haben gerade ein tolles Telefonat mit der Mathelehrerin gehabt. Sie war sehr, sehr erfreut, dass mein Sohn in der letzten Präsensstunde gleich 2 Tests hintereinander sogar schreiben wollte (er hätte auch einen in einer Woche schreiben können) und sich sehr, sehr lange konzentriert hat. Im Vergleich zu vor einem Jahr: er konnte sich keine 5 Minuten konzentrieren, geschweige denn einen Test schreiben.

Wir probieren seit einiger Zeit zwei MPH-Medikamente. Irgendwie gibt es immer blöde Nebenwirkungen, aber beide haben eine Hauptwirkung: Konzentrationsfähigkeit, deutlich bessere Impulssteuerung (Die autistischen Züge bleiben, aber der Umgang damit ist deutlich besser. Bisher informierten wir die Schule nicht, weil wir eine "Blindkontrolle" wollten: Wie sehen Beteiligte die Entwicklung, wenn sie nichts von der Medikation wissen?

Wir haben uns hier schon wie die Schneekönige gefreut, dass unser aller Leben sich normalisiert und so wunderbar undramatisch wird. Und gestern meinte mein Sohn, er hat ein bisschen ein schlechtes Gewissen, er würde die Lehrer gerne informieren. Schlechtes GEwissen, weil ihn alle so sehr loben, er aber weiß, dass das sie Medikamente sind - nicht er. Natürlich habe ich sofort versucht, ihm jedes schlechte Gefühl zu nehmen. Ihm fällt vor allem die "Heimlichtuerei" so schwer, er würde gerne Vertraute in der Schule haben. Auf keinen Fall die Kinder (die haben "interessante" Vorurteile gegenüber den ADHSlern der Schule), aber die Lehrer.

Also haben wir eben der Fach-Lehrerin davon erzählt. Und sie war total betroffen! Es ist nicht die Klassenehrerin (der Drache...^^, die meinen Sophn (laut eigener Aussage) nicht mag), sondern die wunderbare nette tolle Mathelehrerin. Ich habe sie direkt darauf angesprochen, sie war ganz "seltsam". Sagte so in etwa "ich wünsche dir (dem Kind) viel Glück und Erfolg" - also ich sehe das als große Hilflosigkeit - bevor sie sich wieder fing. Denn sie mag meinen Sohn tatsächlich.
Vielleicht hat sie sich so etwas wie "betrogen" gefühlt? Das täte mir leid! Fachlich gesehen fände ich so ein "bnetrogen"-GEfühl auch eher unangemessen/merkwürdig, bei einem Inklusionskind.

Nun bin ich (!) bestürzt. Und ich bin auch etwas fassungslos, wir sind an einer Schwerpunktschule. Unser Drama inklusive Kinderpsychiatrischer Aufenthalt ist ihr bekannt. Wir dachten ernsthaft, sie würde sich mit uns freuen! Und nicht, dass sie in Bestürzung und Trauer ausbricht. Wenn schon die nette, emphatische Lehrerin so reagiert, wie dann erst der Drache, frag ich mich da.

Vielleicht war es nicht richtig, hätten wir die Medikation weiter verschweigen sollen? Aber zumindest für meinen Sohn ist das total schwer...
Was sollen wir nur machen, wenn es nächstes Jahr an die weiterführende Schule geht? Sagen oder Verschweigen?

Wie handhabt ihr das denn?

Gruß von Marta
Sohn *09/10, Frühgeburt
Verschiedene Ärzte, verschiedene Diagnosen:
2018 - F90.0G, F84.1V, F82.1 (KJP)
2019 - F92.8, F82.1 (SPZ) - (hält die KJP für falsch)

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Alexandra2014
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Re: Lehrer bestürzt über Medikation

Beitrag von Alexandra2014 »

Hallo Marta,

ich habe dazu eine ganz eindeutige Meinung: ihr seid die Eltern, ihr entscheidet. Eurem Sohn geht es mit der Medikation besser und offenbar sind die Nebenwirkungen erträglich. Ihr wollt eurem Kind, in Absprache mit den FACHärzten, helfen. Daran kann ich nichts verwerfliches entdecken.
Wenn die Mathelehrerin ein Problem damit hat, dann ist es ihres, nicht eures.
Ich finde es schade und traurig, dass die Lehrerin so reagiert hat, obwohl sie von eurer Belastung weiß.

Es kann aber gut sein, dass der Drache genau andersrum reagiert und quasi froh ist, dass das Kind mit MPH jetzt „in der Spur läuft“. :mrgreen:

Ich würde mich mit dem Gedankenkarussel nicht weiter belasten. Freu dich einfach, dass deinem Sohn geholfen ist.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Inga
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Re: Lehrer bestürzt über Medikation

Beitrag von Inga »

Hallo Marta,

mach dir nicht so viele Gedanken! Wer "Krank" ist braucht Hilfe und wenn die Hilfe nun mal ein Medikament ist, dann ist das so!
Unser Epilepsie-Kind bekommt natürlich Medikamente gegen die Epilepsie, genauso selbstverständlich bekommt unser ADHS-ler Medikamente damit ihm damit geholen wird.
Keiner würde einem Epi-Kind die Medikamente verweigern, warum machen das so viele Leute bei "unsichtbaren" Krankheiten wie ADHS oder Depressionen usw.?
Kopf hoch, Brust raus, du weißt, dass es für euch die aktuell richtige Entscheidung ist, dann zeig deinem Sohn dass du dahinter stehst und vertrete diese bei Bedarf auch vor den Lehrern!
Gruß, Inga
Josephine 05 Albinismus
Emma 07
Nico 09 ADHS,...
Joshua 14 Epi, Hemi, Blind
Joleen 16 Schinzel-Giedion-Syndrom

Betreuer von Danielo 96 (FAS), Steven 98 (gB) & Michelle 02 (Apert-Syndrom)

Unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic2393.html

kati543
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Re: Lehrer bestürzt über Medikation

Beitrag von kati543 »

Hallo,
kann es sein, dass du die Lehrerin falsch verstanden hast?
Wenn ich mich jetzt in die Situation der Lehrerin hineinversetze. Da sagen mir Eltern nachdem ich sie anrufe und die Leistungen des Kindes lobe, dass ihr Kind seit einigen Wochen (?) Medikamente nimmt, die exakt das bewirken. Das ist natürlich grundsätzlich toll das das Medikament so gut wirkt, nur hätte ich das als Lehrerin wahrscheinlich gern eher gewusst. Dann hätte ich im Unterricht besser reagieren können. Außerdem weiß es nun nur die Mathelehrerin, nicht aber der Rest der Lehrer, insbesondere nicht die Klassenlehrerin (der Drache eben), was die Mathelehrerin in eine wirklich unangenehme Situation bringt. Hier solltet ihr echt überlegen, das schnellstens der Klassenlehrerin zu erzählen. Ich will damit sagen, es kam für die Mathelehrerin einfach aus der falschen Richtung. Sie hätte es von der Klassenlehrerin erfahren müssen.
Das ihr es gesagt habt, finde ich richtig und gut. Ich denke auch nicht, dass die Lehrerin damit grundsätzlich ein Problem hat. Damit würde sie einfach ihre Kompetenzen überschreiten.
Das ist nur ein Erklärungsversuch.
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

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Engrid
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Beitrag von Engrid »

Hallo,

also ehrlich gesagt, ich würde die Meinung der Lehrer da nicht so hoch hängen.
Es mag teils sinnvoll sein, die Lehrer über Medikation zu informieren, Dogma ist das sicherlich keins. Und ihr hattet bewusst beschlossen, es erstmal nicht zu sagen.
Schlechtes GEwissen, weil ihn alle so sehr loben, er aber weiß, dass das sie Medikamente sind - nicht er.
Da solltet Ihr aber ganz dringend ansetzen: Natürlich ist ER das, der jetzt so vieles besser macht. Ich würde sagen, das ist für die Psyche ziemlich wichtig, dass er sich die Erfolge nun auch selbst ans Revers heften kann und soll, und nicht dem Medikament. Das Medikament stellt ja nur das Karussell im Kopf ab, und er kann jetzt das zeigen, was sonst noch in ihm steckt.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
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_Marta
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Re: Lehrer bestürzt über Medikation

Beitrag von _Marta »

Alexandra2014 hat geschrieben:
05.06.2020, 16:21
Ich würde mich mit dem Gedankenkarussel nicht weiter belasten. Freu dich einfach, dass deinem Sohn geholfen ist.
Inga hat geschrieben:
05.06.2020, 18:46
mach dir nicht so viele Gedanken! Wer "Krank" ist braucht Hilfe und wenn die Hilfe nun mal ein Medikament ist, dann ist das so!
Ja, ich neige dazu. Ihr habt recht.

kati543 hat geschrieben:
05.06.2020, 22:28
... nur hätte ich das als Lehrerin wahrscheinlich gern eher gewusst. Dann hätte ich im Unterricht besser reagieren können.
Ich glaube, du vergisst die momentane Situation: Wir haben seit gut 3 Monaten Corona, wir haben wenige Wochen davor angefangen, während Corona eingestellt, und jetzt war mein Sohn die Mathelehrerin genau 1 Mal wieder gesehen... In welchem Untericht hätte da wer reagieren wollen :wink:

kati543 hat geschrieben:
05.06.2020, 22:28
... Außerdem weiß es nun nur die Mathelehrerin, nicht aber der Rest der Lehrer, insbesondere nicht die Klassenlehrerin (der Drache eben), was die Mathelehrerin in eine wirklich unangenehme Situation bringt. Hier solltet ihr echt überlegen, das schnellstens der Klassenlehrerin zu erzählen.
Da haben wir das Problem, dass mein Sohn nicht möchte, dass die Klassenlehrerin informiert wird.... (das Schuldrama hab ich hier ja schon öfter beschrieben). Die Klassenlehrerin wechselt nach diesem Jahr, die Mathelehrerin ebenfalls. Nun sind noch 2,5 Wochen Schule - das erspare ich meinem Sohn.

Viel wichtiger für mich: Ich find es so schade für meinen Sohn. hätte er gestern nicht gesagt, er fühlt sich doof, dass niemand (kein Lehrer . Klassenlehrerin ausgenommen :roll: ) in der Schule Bescheid weiß... hätte heute die Mathelehrerin nicht angerufen, dann hätte ich erst im neuen Schuljahr die neue Lehrer informiert. Hätte, hätte, hätte..... Verdammt, eine falsche Bauchentscheidung. Wir sehen das hier zu Hause so positiv. Ich bin gar nicht auf die Idee gekommen, dass das jemand anders sehen könnte, wenn er die Probleme 1:1 erlebt hat.


Ich versuch jetzt mal das Gedankenkarussell zu stoppen. Es wird schon.

LG, Marta
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HeikeLeo
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Re: Lehrer bestürzt über Medikation

Beitrag von HeikeLeo »

Liebe Marta,

mir scheint, die Lehrerin hat die Medikation als Doping interpretiert. Zumindest kommt es bei Dir so rüber. Dann ist aber Essen und Schlafen auch Doping oder Atmen....

Gleichzeitig hat die pädagogische Begleitung in der Schule in sehr großem Umfang versagt. Das darf ruhig betroffen machen.

Wir diskutieren Medikation nicht mit Lehrkräften. Die kennen sich nicht aus, haben dafür aber sehr viel Halbwissen und Vorurteile.

Liebe Grüße
Heike

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Regina Regenbogen
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Re: Lehrer bestürzt über Medikation

Beitrag von Regina Regenbogen »

_Marta hat geschrieben:
05.06.2020, 16:00
Wir haben uns hier schon wie die Schneekönige gefreut, dass unser aller Leben sich normalisiert und so wunderbar undramatisch wird. Und gestern meinte mein Sohn, er hat ein bisschen ein schlechtes Gewissen, er würde die Lehrer gerne informieren. Schlechtes GEwissen, weil ihn alle so sehr loben, er aber weiß, dass das sie Medikamente sind - nicht er.
Ups, da ist bei deinem Sohn offenbar etwas völlig falsch angekommen. Als unsere Söhne auf MPH eingestellt wurden, hat der KJP von Anfang an immer wieder angemerkt, dass jegliche Verbesserung ausschließlich an meinen Jungs liegt, die Medikamente unterstützen nur für einen kurzen Zeitraum das, was die Kinder immer schon in sich hatten. Unserem KJP war es sehr wichtig, dass die Jungs das von Anfang an verstehen. Eben damit sie sich nicht als "gedopt" verstehen und ein schlechtes Gewissen wie dein Sohn entwickeln, sondern stolz und selbstbewusst ihre Leistungen würdigen können.

Übrigens haben meine Söhne von Anfang an in den Schulen nichts von der Medikation sagen wollen, diese Entscheidungen habe ich respektiert. Und wir sind sehr gut damit gefahren, das hatte rein gar nichts mit Heimlichtuerei zu tun. Es gibt leider immer noch viele Lehrkräfte, die keine Ahnung von der Sache haben (auch wenn sie "nett" sind), aber sich trotzdem ein Urteil anmaßen.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

_Marta
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Re: Lehrer bestürzt über Medikation

Beitrag von _Marta »

HeikeLeo hat geschrieben:
06.06.2020, 10:23
Gleichzeitig hat die pädagogische Begleitung in der Schule in sehr großem Umfang versagt. Das darf ruhig betroffen machen.

Wir diskutieren Medikation nicht mit Lehrkräften. Die kennen sich nicht aus, haben dafür aber sehr viel Halbwissen und Vorurteile.
@Heiko
Jetzt, wo du es sagst, fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Wir sind ja eh im "pädagogischen/therapeutischen" Streit: Ärzte und Therapeuten empfehlen komplett andere Sachen, als die Schule macht und richtig findet. Das mag auch am besonderen Konzept unserer Schule liegen - oder an der dogmatischen Haltung. Jedenfalls haben wir mit dem Schritt zur Medikation wieder einmal das, was die Schulpädagogik für richtig hält, ignoriert und ausgehebelt - wenn man es jetzt mal plakativ sagen möchte.

Regina Regenbogen hat geschrieben:
06.06.2020, 10:28
Ups, da ist bei deinem Sohn offenbar etwas völlig falsch angekommen. Als unsere Söhne auf MPH eingestellt wurden, hat der KJP von Anfang an immer wieder angemerkt, dass jegliche Verbesserung ausschließlich an meinen Jungs liegt, die Medikamente unterstützen nur für einen kurzen Zeitraum das, was die Kinder immer schon in sich hatten.
Engrid hat geschrieben:
05.06.2020, 23:16
Schlechtes GEwissen, weil ihn alle so sehr loben, er aber weiß, dass das sie Medikamente sind - nicht er.
Da solltet Ihr aber ganz dringend ansetzen: Natürlich ist ER das, der jetzt so vieles besser macht. Ich würde sagen, das ist für die Psyche ziemlich wichtig, dass er sich die Erfolge nun auch selbst ans Revers heften kann und soll, und nicht dem Medikament. Das Medikament stellt ja nur das Karussell im Kopf ab, und er kann jetzt das zeigen, was sonst noch in ihm steckt.
@Regina, @Engrid
Ihr habe beide absolut recht: Da läuft etwas schief, ich habe deshalb auch schon einen Termin beim Psychiater. Mein Sohn nimmt die Wirkung der Medikamente sehr bewusst wahr und fühlt sich mit Medis oft nicht als "er selbst". Er findet es total Mist, dass er nicht ohne Medikamente seine Gedanken steuern kann. Ich glaube, er wird sich gerade sehr über seine Einschränkung bewusst.

Ich fürchte inzwischen, der Wunsch meines Sohnes, dass die Lehrer Bescheid wissen, ist eine Folge davon, dass er selber in die Richtung denkt, seine Leistungen sind nicht von ihm. Das hätte ich eher erkennen müssen, da muss ich noch mehr dran bleiben. Und ganz sicher ist es nicht einfach, wenn verschiedene Fachrichtungen an einem rumzerren - das bekommt mein Sohn natürlich auch mit.

Gruß von Marta
Sohn *09/10, Frühgeburt
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Engrid
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Beitrag von Engrid »

Hallo Marta,

mir ist eindrücklich die Beschreibung von Userin toto35 im Gedächtnis von der Zeit, wie ihr Sohn mit der ADHS-Medikation begonnen hat. Das kann - grade WEIL die Medikation erfolgreich den ewigen Rummel im Kopf abstellt - schwierig und belastend erlebt werden, man muss sich buchstäblich die neue Wahrnehmung zu eigen machen. Umfassend. Das betrifft viele Ebenen. Vielleicht braucht Dein Sohn da mehr therapeutische Begleitung.

Ich stelle mir das furchtbar vor, wenn man für sich selber die Medikation als Doping interpretiert. Diesen Blick auf sich selber kann man ändern.

Er macht das doch super.

Grüße
Engrid
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