Seltsame Mundbewegungen im Schlaf

Hier geht es um Epilepsie und die Behandlung verschiedener Epilepsie-Formen mit Medikamenten.

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Gabrielsmama
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Seltsame Mundbewegungen im Schlaf

Beitrag von Gabrielsmama »

Guten Abend Miteinander

Ich habe eine Frage zu meinem 7jährigen Sohn. Ab und zu schläft er bei mir im Zimmer. Nun ist mir schon in 2 Nächten aufgefallen, dass er sich mehrmals für wenige Sekunden ziemlich stark bewegt und dabei seltsame Mundbewegungen macht. Es hört sich am ehesten wie ein Schmatzen, manchmal eher nach Grunzen an. Die Bewegungen sind keine krampfenden Bewegungen, sondern "normale" Bewegungen.
Bei seinem letzten EEG wurde sichtbar, dass die epileptische Aktivität im Schlaf zunimmt. Anfälle wurden keine aufgezeichnet. Die Ärztin meinte, ich solle mir keine Sorgen machen.
Nun fragen ich mich aber doch, ob diese Mundbewegungen im Schlaf etwas epileptisches sein könnte.
Kennt das jemand? Danke für Eure Rückmeldungen!
Liebe Grüße Tatjana
Gabrielsmama mit Sohn 2009 (Asperger), Tochter 2011 ADHS, Sohn 2012 (Asperger + Epilepsie ED 06/18 evt Art Panayiotopoulos EEG occipital sehr auffällig, vereinzelt auch Auffälligkeiten frontopolar) zur Zeit 2xtägl 25mg Ospolot und 2xtägl 250mg Petinimid

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Alexandra2014
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Re: Seltsame Mundbewegungen im Schlaf

Beitrag von Alexandra2014 »

Hallo!

Machte mein Kind auch. Dieses Schmatzen, dann fliegt mal ein Arm, dann ein Bein.
Bei uns auch occpital mit Überleitung nach frontozentral. :wink:

Ist dein Sohn denn eingestellt auf Medikamente?

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

Anna-Nina
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Re: Seltsame Mundbewegungen im Schlaf

Beitrag von Anna-Nina »

Hallo,

bei meiner Tochter verzieht sich der Mundwinkel nach unten im Schlaf. Sie schmatzt dann ein bisschen.

Beim einwöchigen Monitorig war das auch auf dem EEG zu sehen und es sind nachweislich Anfälle.

Wir haben eine Mutation auf SLC6A1. Das geht u. A. mit Autismus einher. Es kommt zu einer einzigartigen EEG veränderung (allg. verlangsamung und Deltawelleinlagerung)

Allerdings wird bei uns auch nichts unternommen wegen den Anfällen im Schlaf. Sie bekommt Valproat.

Grüße
Anna

Gabrielsmama
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Re: Seltsame Mundbewegungen im Schlaf

Beitrag von Gabrielsmama »

Liebe Alex und Anna

Herzlichen Dank für Eure Antworten!

Alex: wirklich erstaunlich wie viel ähnliches unsere Kinder haben. Weisst Du, ob es Anfälle sind, wenn dein Kind Schmatz etc, oder macht es das "einfach" so?
Ja, Gabriel ist medikamentös eingestellt. Wir waren nun lange zufrieden, der letzte grosse Anfall war im Dez 18. Seit einigen Wochen hat er aber wieder vermehrt Kopfschmerzen, komische Schmerzen welche aus dem Bauch aufsteigen, manchmal auch Übelkeit, Müdigkeit.
Anna: wie häufig kommen diese Anfälle etwa?
Liebe Grüße Tatjana
Gabrielsmama mit Sohn 2009 (Asperger), Tochter 2011 ADHS, Sohn 2012 (Asperger + Epilepsie ED 06/18 evt Art Panayiotopoulos EEG occipital sehr auffällig, vereinzelt auch Auffälligkeiten frontopolar) zur Zeit 2xtägl 25mg Ospolot und 2xtägl 250mg Petinimid

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Alexandra2014
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Re: Seltsame Mundbewegungen im Schlaf

Beitrag von Alexandra2014 »

Gabrielsmama hat geschrieben:
22.05.2020, 21:36
Liebe Alex und Anna

Herzlichen Dank für Eure Antworten!

Alex: wirklich erstaunlich wie viel ähnliches unsere Kinder haben. Weisst Du, ob es Anfälle sind, wenn dein Kind Schmatz etc, oder macht es das "einfach" so?
Ja, Gabriel ist medikamentös eingestellt. Wir waren nun lange zufrieden, der letzte grosse Anfall war im Dez 18. Seit einigen Wochen hat er aber wieder vermehrt Kopfschmerzen, komische Schmerzen welche aus dem Bauch aufsteigen, manchmal auch Übelkeit, Müdigkeit.
Anna: wie häufig kommen diese Anfälle etwa?
Liebe Grüße Tatjana
Ja leider. Bei uns sind das kleine Anfälle aus dem Frontallappen gewesen, manchmal kamen auch einfache Zuckungen im Schultergürtel (also nur ein isolierter Zucker, manchmal nach ein paar Minuten noch einer).
Komisches Bauchweh und Übelkeit sind wiederum typisch für occipitale Anfälle.
Interessant zu wissen: der Occipitallappen und der Frontallappen sind direkt miteinander verbunden. Bei Occipitallappenepilepsie sieht man manchmal im EEG und in der Klinik sogar nur Auffälligkeiten frontal.

Müsst ihr vielleicht die Dosierung anpassen, weil Gabriel zugenommen hat? Welches Medikament bekommt er?

Gruß
Alex

EDIT: habs gerade in deiner Signatur gelesen. Apydan und Ospolot hatten wir auch 1,5 Jahre als Kombi. Danach hatten wir auch plötzlich wieder vermehrt Anfälle. In Bethel wurde festgestellt, dass der Ospolot Spiegel extrem niedrig war. Eine Erhöhung des Ospolots hat leider nichts mehr gebracht.
2x 25 mg ist aber auch recht niedrig dosiert bei euch.
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

Gabrielsmama
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Re: Seltsame Mundbewegungen im Schlaf

Beitrag von Gabrielsmama »

Liebe Alex

Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort! Nein, ich wusste nicht dass der occipital Lappen mit dem Frontallappen zusammenhängt, dass ist interessant. Früher hatte Gabriel nur EEG Auffälligkeiten im Occipital Lappen, die vorne sind erst seit kürzerem hinzugekommen.
Bei der letzten Konsultation wurde mir gesagt, dass die Ärzte von einem Panayiotopoulos ausgehen, welches sich auswachsen wird. Auch deshalb wurden seine Medis nicht erhöht.
Aber irgendwie mach ich mir doch Sorgen. Gabriel sagt mir nun auch häufig,er habe Schmerzen im ganzen Körper, manchmal auch eine Schwäche in den Beinen. Aufgrund vom Asperger kann er sich nicht sehr klar ausdrücken. Frage mich manchmal, ob es eher ein Ameisenlaufen, bzw ein Unwohlsein anstatt Schmerzen sind.
Das Ospolot verträgt er leider nicht höher dosiert (extreme Kurzatmigkeit). Wollten es schon 3x ganz ausschließen, das klappte aber nicht (Anfälle,Augen).
Habe schon beim Neurologen angerufen, er meinte ich solle einen Monat abwarten. Im Moment seien wegen Corona viele Autisten auffällig im Verhalten. Weiss auch nicht so Recht, was ich von dieser Aussage halten soll.
Liebe Grüße Tatjana
Gabrielsmama mit Sohn 2009 (Asperger), Tochter 2011 ADHS, Sohn 2012 (Asperger + Epilepsie ED 06/18 evt Art Panayiotopoulos EEG occipital sehr auffällig, vereinzelt auch Auffälligkeiten frontopolar) zur Zeit 2xtägl 25mg Ospolot und 2xtägl 250mg Petinimid

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Alexandra2014
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Re: Seltsame Mundbewegungen im Schlaf

Beitrag von Alexandra2014 »

Hallo!

Das ist ja eine grandiose Begründung mit dem Autismus! :shock:
Die meisten Autisten (auch meine Tochter) sind eher entspannt aufgrund der weggefallenen emotionalen/sozialen Kontakte.
Schade, dass man euch damit vertröstet.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

Markus_1974
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Re: Seltsame Mundbewegungen im Schlaf

Beitrag von Markus_1974 »

Hallo,

unsere "Baustelle" ist ein andere.
(Shuntträger aufgrund Hydrozephalus und Spina Bifida)
Aber unser Sohn ( 6 1/2 Jahre) macht das auch manchmal im Schlaf, hört sich an als ob er von Essen träumt.
Dazu kommt noch dass er im Bett auf Wanderschaft geht und man dann ganz gern mal eine Hand oder einen Fuß im Gesicht hat.

Unser Arzt meint, das sei ganz normal.
Die Kinder würden in der Nacht ihre Erlebnisse vom Tag verarbeiten, der Körper reagiert da eben auch mit.
Das würde sich mit den Jahren legen.

Wir geben Oxybutynin, welches zwar teilweise heftige Nebenwirkungen hat, aber nicht in der Richtung.
An Epilepsie habe ich hier noch gar nie gedacht.
Ich spreche das das nächste Mal im SPZ an.

viele Grüße
Markus

Gabrielsmama
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Re: Seltsame Mundbewegungen im Schlaf

Beitrag von Gabrielsmama »

Hallo Markus

Vielen Dank für Deine Antwort!

Liebe Grüße
Tatjana
Gabrielsmama mit Sohn 2009 (Asperger), Tochter 2011 ADHS, Sohn 2012 (Asperger + Epilepsie ED 06/18 evt Art Panayiotopoulos EEG occipital sehr auffällig, vereinzelt auch Auffälligkeiten frontopolar) zur Zeit 2xtägl 25mg Ospolot und 2xtägl 250mg Petinimid

Martina78
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Re: Seltsame Mundbewegungen im Schlaf

Beitrag von Martina78 »

Hallo, Julia hatte als Kleinkind fokale Anfälle. Dabei hat sie auch immer geschmatzt. Als sie bei uns im Zimmer geschlafen hat, habe ich daran immer erkannt, das gerade wieder was ist...
LG
Martina
Martina mit Julia (*1/2012), Pachygyrie und Epilepsie, Pflegegrad 5. Seit 6/15 sehr erfolgreich Ketogene Diät. Kann kurze Strecken laufen. Plus Neuankömmling Franziska (*12/16).
"Das Schicksal mischt die Karten, und wir spielen." (Schopenhauer)

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