Petition gegen schädliche Autismustherapien

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

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ehemalige Userin

Beitrag von ehemalige Userin »

Hallo !

Auch ich bin raus hier.

Ich habe "echtes ABA" gemacht - sogar die "harte Tour" nach Lovaas...

(Allerdings später, nachdem Timo bereits aus der Muschel heraus war, verbal - und in der Lage, sich zu Wehr zu setzen, wenn es ihm nicht passt)

Timo hat keine Gummibärchen bekommen, sondern Seifenblasen... Ich hab's gehasst, er hat's geliebt... tja... ich habe es ihm schlussendlich verweigert, er war sehr enttäuscht... :cry:

Danke Lisa, für Dein tolles Statement!

Gruß
Kirsten

e.Lke
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Beitrag von e.Lke »

ich hab nur eine petition eingestellt... dann kommen 10 oder 11 seiten diskussion. für und wider.
der name esh fällt des öfteren und ich erlaube mir dieses hier einzustellen.



Antwort der ESH zu weiteren neuen Beiträgen bei Reha-Kids mit Stand vom
10.3.

Danke auch für die neuen Hinweise auf verschiedene neue Beiträge. Die
ESH ist stets bemüht in geeigneter Weise zu informieren, jedoch sind bei
externen Forendiskussionen irgendwann Grenzen erreicht, zumal im Umfeld
der ESH ein Forum existiert, an das Fragen ohne Umwege gerichtet werden
können: http://autismus.ra.unen.de

Trotzdem noch einige Anmerkungen:

"Genauso ist es mit ABA. Da hat sich in den letzten 20 Jahren so viel
verändert, dass man es nicht mehr 1:1 auf heute übertragen kann. Ich
habe mir vor Kurzem mal ein paar alte Videos von ABA-Therapeuten nach
Lovaas angeschaut, da hat es mir auch gegraut. Das kann man mit dem, wie
wir unser Kind fördern, überhaupt nicht vergleichen."

Die Petition bezieht sich auf ABA, wie es heute unter verschiedensten
Bezeichnungen und Spielarten üblich ist, also z.B. auch "ABA/VB". Es ist
bekannt, daß es in der Folge menschenrechtlicher Bedenken von
verschiedenen Seiten Anpassungen der Praxis gab, die letztenendes nur
kosmetischer Natur sind. Sofern eine ernsthafte Diskussion über das
Thema gewünscht ist, wäre es sicherlich hilfreich, wenn auf die von der
ESH genannten Argumente eingegangen würde.

Allgemein muß leider festgestellt haben, daß alle angegriffenen
schädlichen Methoden einen Kreis von "Fans" haben, der sie energisch
verteidigt.

Es ist sicher so, daß einige dieser Eltern glauben richtig zu handeln.
Nur schützt das auch bei Prügelstrafen nicht vor rechtlicher
Verantwortlichkeit.

In diesem Forum scheint eine auffällige Tendenz zu bestehen zu glauben
Autisten oder gar alle Menschen würden auf gewaltfreiem Weg verkommen:

"Wir Menschen sind doch alle so gestrickt, dass wir den möglichst
bequemen Weg suchen (Vernunft hin oder her) und dann manchmal erst durch
Sanktionen auf einen besseren Weg geführt werden müssen."

Gewalt ersetzt Verständnis jedoch nicht, schon gar nicht Verständnis von
grundlegend anders veranlagten und anders empfindenden Mitmenschen.
Immer wenn jemand Gewalt über Verständnis setzt, kann nichts anderes als
Unheil herauskommen. Gerade das ist eines der Kernprobleme von ABA.

C.E.M.Alma
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Beitrag von C.E.M.Alma »

Hallo e.Lke,

Danke für das Einstellen der Antwort der ESH zu weiteren neuen Beiträgen bei Reha-Kids. In der Antwort geht es, im Gegensatz zu der Petition, um ABA/VB....

Eigentlich wollte ich mich hier ausklinken, da ich ja laut Gertrud alias ... nur ablasse.
Ja ich habe Kritik geäußert. Allerdings wurde überlesen, dass ich sehr wohl auch gute Erfahrungen mit Menschen von der ESH gemacht habe, ich aber lediglich nicht in allem konform gehe und auch nicht in allem konform gehen muss.

Schade finde, dass in der Vorstellung/Begründung zur Petition u.a. das hier steht (ich hatte das bereits zitiert):
Zitat:
Zitat:
Selbst manche Autismusbeauftragte haben sich aktuell davon überzeugen lassen, wohl auch weil der Elternverband "Autismus Deutschland" ebenfalls zunehmend auf diese Methode einschwenkt und sich selbst bis heute tatsachenwidrig als Interessenvertretung von Autisten darstellt, um so bequemer Elterninteressen durchzusetzen, die den Interessen der Autisten in einigen Bereichen unversöhnlich gegenüberstehen - zumindest wenn Eltern sich einer echten Auseinandersetzung mit der Materie Autismus verweigern, etwa weil sie starke emotionale Abneigungen gegen gesunde Autisten hegen, was leider nicht selten ist.
Viele Grüße
C-Micha
Nr.1: ASS, 26+, xx, Studentin
Nr.2: NT, 23+, xx, Studentin
Nr.3: NT, "big brother", xy, kein Student mehr ;), arbeitet :)

Die Menschen beurteilen die Dinge nach dem Erfolg. Jeder sieht, wie du zu sein scheinst, wenige fühlen heraus, wie du bist.

Niccoló Machiavelli (1469 - 1527) Quelle: »Das Buch vom Fürsten«

Ute K.
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Beitrag von Ute K. »

Hallo zusammen,

eigentlich wollte ich gar nichts mehr dazu schreiben. Aber Marion gibt mir jetzt quasi die Schuld dafür, dass diese Diskussion so eskaliert ist. Das kann ich so nicht ganz stehen lassen. Letztendlich habe ich nur auf die aggressive Argumentation der Petition reagiert, denn hier wird Menschen (Eltern, Therapeuten etc.), die nach ABA ihre Kinder fördern, Kindesmisshandlung und Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Und dagegen wehre ich mich. Mir wird außerdem unterstellt, ich würde eine Drohkulisse aufbauen, dass alle Kinder, die nicht mit ABA gefördert werden, ins Heim kommen müssten. Das habe ich nie so gesagt, sondern es wurde von anderen (Dagmar) so hingedreht. Ich weiß aber, dass wir Eltern sehr darum kämpfen müssen, dass wir unsere Kinder entsprechend fördern können. Und bei diesem Kampf bekommen wir nicht nur Gegenwind von den Behörden sondern auch von Autisten, bei denen vermutlich eine solche Förderung nicht notwendig war, weil sie sich auf ihre Weise gut entwickelt haben. Welche Förderung in welcher Intensität notwendig ist, sollten wir Eltern, die unsere Kinder gut kennen und die tagtäglich mit ihnen leben, auch selbst entscheiden können.
Immer wenn jemand Gewalt über Verständnis setzt, kann nichts anderes als Unheil herauskommen. Gerade das ist eines der Kernprobleme von ABA.
Ich wehre mich gegen die unterschwellige Unterstellung, wir würden unseren Kinder Gewalt zufügen. Die Frage ist natürlich immer, was unter Gewalt verstanden wird. Wer erzieht, hat immer eine gewisse Machtposition, da braucht man sich doch nichts vormachen. Wenn das dann als Gewalt angesehen wird, dann müssten wir sämtliche Pädagogen aus dem Verkehr ziehen. Denn in allen Lebensbereichen gibt es auch Sanktionen, die letztendlich als Erziehungsmaßnahme dienen. Bei ABA wird immer versucht, das Verhalten eines Kindes zu verstehen, um dann mit den passenden Konsequenzen darauf zu reagieren. Wenn das Kind, wie es bei uns der Fall ist, nonverbal ist, d.h. nicht erklären kann, warum es sich so und so verhält, sind wir immer auf unsere Interpretation angewiesen. Und auch bei der Reaktion des Kindes, die wir auf unsere Erziehung bekommen, sind wir letztendlich immer darauf angewiesen, dass wir das Verhalten des Kindes richtig interpretieren.

An einem Beispiel möchte ich deutlich machen, dass diese pauschale Verurteilung von ABA einfach nicht gerechtfertigt ist: Ein Kind, das andere Kinder an den Haaren zieht, muss durch entsprechende Konsequenzen daran gehindert werden. Gewalt wäre, wenn man dem Kind als Konsequenz etwas Unangenehmes zufügen würde. Das wird heute von allen Institutionen, die nach ABA arbeiten, strikt abgelehnt. Man würde als allererstes einmal überlegen, warum das Kind sich so verhält und was es damit erreichen möchte (Verhaltensanalyse) und würde dann mit entsprechend wirkungsvollen Konsequenzen versuchen, das negative Verhalten zu stoppen und dem Kind beizubringen, sich angemessener zu verhalten. Wenn man den Eindruck hat, dass das Kind z.B. mit seinem Verhalten einer unangenehmen Situation entkommen möchte (z.B. weil es überfordert ist), dann würde man ihm helfen, seine Bedürfnisse entsprechend zu äußern und sich ohne Fremdaggressionen aus solchen Situationen zu lösen.

Ich frage mich, wo hier "Gewalt" im Spiel sein soll. Wo wird ganz konkret bei ABA Kindern "Gewalt" zugefügt?
LG Ute mit N. (2004),Tuberöse Sklerose, Epilepsie, epilepsiechirurg. Operation im Januar 05 und August 07, sprachl. und motor. Entwicklungsverzögerung u. autistisch.

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Beitrag von dagmar neo frea »

Hallo Ute

In der Petition gibt es die Möglichkeit,Pro und Contra zu diskutieren.
Da haben dann auch die Petenten die Möglichkeit,sich an der Diskussion zu beteiligen.
Mir war das gestern auch garnicht aufgefallen,das so eine externe Forumsdiskussion den Petenten garnicht die Möglichkeit gibt,sich an der Diskussion zu beteiligen.
Im Grunde sollte der Austausch ,wenn man Fragen an die Petnten hat,auch in der Petition stattfinden.

L.G.
Dagmar *1962,Robert *1965,Frea Jakobine *1985, T21,operierter AV- Kanal,Neo Leander*2004, HFA

http://www.institut-fuer-menschenrechte ... rpd_de.pdf
https://www.youtube.com/watch?v=dVrX7Gqjzs0

Ute K.
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Beitrag von Ute K. »

Hallo Dagmar,

ich kann nicht erkennen, wo auf der Petitionsseite eine Diskussion stattfinden kann. Es gibt zwar eine Pro und Contra-Seite, aber da kann nicht wirklich diskutiert werden. Kommentare dürfen nur die Unterzeichner machen, und unterschreiben werde ich definitiv nicht.
LG Ute mit N. (2004),Tuberöse Sklerose, Epilepsie, epilepsiechirurg. Operation im Januar 05 und August 07, sprachl. und motor. Entwicklungsverzögerung u. autistisch.

ehemalige Userin

Beitrag von ehemalige Userin »

Hallo liebe Ute K.,

willst Du jetzt wirklich so weiter machen? Es ist doch nicht schlimm, ich empfinde ABA als etwas für uns unmögliches. Diese Denkweise wird mit vielen geteilt, Deine Denkweise wird auch mit anderen Personen geteilt.

Ich kann persönlich verstehen, wenn man sein eigenes Temperament auslebt, d.h., etwas passt nicht zu der eigenen Meinung, das man das nicht so stehen lassen kann, dennoch ist keine Grundlage der Verhinderung gegeben.

Ich kann wirklich nicht verstehen, was Dein Problem ist. Ich empfinde die ABA-Therapie nicht als die Therapie, die gemäß des 7-Punkte-Plans autismustauglich ist.

Es gibt - ohne Frage - Kommunikationsprobleme zwischen Kind und Eltern, manches mal weiß man nicht wie man sich verständigen soll, dennoch erfährt man einiges über die nonverbale Kommunikation, man kann sich mit Bildern behelfen, ich bin nicht abgeneigt, mich gewisser Hilfsmitteln zu bedienen.

D.h., mein Sohn nutzt auch oft Bildkarten, bzw. dort habe ich ebenfalls Dinge ausgearbetet, wie ich ihm was bildlich erklären kann, des es fassbarer ist. Doch steht es sowohl in der Petition, bei Fragen den Initiator kontaktieren, das kannst Du auch ohne Unterzeichnung - oder die ESH dem bereits erwähnten Runenforum: http://autismus.ra.unen.de/index.php? um Stellungnahme bitten, auch dort musst Du Dich noch nicht einmal richtig registrieren, es gibt die Möglichkeit sich als Gast anzumelden.

Was willst Du denn jetzt bewegen? Das alle ABA gut finden ohne wenn und aber? Das vielleicht es doch angebracht wäre, zu überprüfen, ob Kinder gemäß ABA konditioniert werden dürfen, ist vielleicht doch wirklich angebracht, oder? Die Petition wird das wohl nicht schaffen, doch es gibt einige kritische Beobachter des ganzen.

Es gibt nicht nur körperliche Gewalt,, sondern auch die seelische Gewalt. Ab wann ist es Gewalt? Ich kann es definitiv nicht 100%ig beantworten, vielleicht ist das ein schmaler Grad, zwischen akzeptabel und nicht akzeptabel, doch wenn man etwas für bedrohlich empfindet, darf man mit dem Finger darauf zeigen und aufmerksam machen.

Liebe Grüße

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Beitrag von dagmar neo frea »

Hallo Ute ,stimmt

Aber Deinen contra Kommentar kannst Du ohne Unterzeichung abgeben.
Ich hab das grade ausprobiert.

L.G.
Dagmar *1962,Robert *1965,Frea Jakobine *1985, T21,operierter AV- Kanal,Neo Leander*2004, HFA

http://www.institut-fuer-menschenrechte ... rpd_de.pdf
https://www.youtube.com/watch?v=dVrX7Gqjzs0

Ute K.
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Beitrag von Ute K. »

Es ist doch nicht schlimm, ich empfinde ABA als etwas für uns unmögliches. Diese Denkweise wird mit vielen geteilt, Deine Denkweise wird auch mit anderen Personen geteilt.
Es ist ein Unterschied, ob man sagt: ich persönlich finde ABA für mich nicht das Richtige oder "unmöglich", oder ob man Menschen, die ABA anwenden, Menschenrechtsverletzungen vorwirft und sie als Kindesmisshandler an den Pranger stellt.
Was willst Du denn jetzt bewegen? Das alle ABA gut finden ohne wenn und aber?
Ich habe kein Problem damit, Argumente für und wider auszutauschen und in einen fairen Dialog zu treten. Aber ich frage mich, was diejenigen, die die Petition geschrieben haben, dazu bewegt hat. Sie wollen uns Eltern die Kompetenz absprechen, dass wir selbst in der Lage sind, einzuschätzen, wie wir unsere Kinder erziehen sollen. Und eine solche Anmaßung finde ich einfach unmöglich!
e.Lke hat beim Eröffnen des Threads geschrieben:
sollte bedarf an austausch da sein... ich hab ein offenes ohr.
Es wurde also zur Diskussion aufgefordert, und dieser Aufforderung bin ich nachgegangen. Jetzt ist das auf einmal nicht mehr erwünscht :shock: . Bei den REHAkids sind tendenziell eben doch hauptsächlich Eltern von Kindern, deren Kinder in einem ähnlichen Alter sind wie meines und die auch mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben, wie wir. Warum sollte ich mich bei dieser "militanten Grundstimmung", die beim Forum der Enthinderungsselbsthilfe gegenüber verhaltenstherapeutischen Methoden herrscht (habe gerade schon mal reingeschnuppert), da überhaupt kritisch einbringen? Die würden mich vermutlich virtuell steinigen. Aber vielleicht hast du recht: vielleicht sollten wir Eltern eine "Gegenpetition" einbringen.
LG Ute mit N. (2004),Tuberöse Sklerose, Epilepsie, epilepsiechirurg. Operation im Januar 05 und August 07, sprachl. und motor. Entwicklungsverzögerung u. autistisch.

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Beitrag von dagmar neo frea »

Hallo Ute

Jedenfalls hast Du die Möglichkeit , Dich contra Petition in der Petition zu äußern.
Das mit dem Steinigen wäre ja für die Petition nicht von nutzen.
Ich glaube ehrlich gesagt auch nicht,das es
den Petenten darum geht,Eltern schlecht zu machen,sondern darum,aufzuzeigen,welche ethischen Bedenken vorhanden sind.
Und da kannst Du bezüglich Deiner Fragen nur den oder die Petenten persöhnlich bemühen.
Wenn es Dir nicht sachlich genug ist,kannst Du Dich ja ausklinken.
L.G.
Dagmar *1962,Robert *1965,Frea Jakobine *1985, T21,operierter AV- Kanal,Neo Leander*2004, HFA

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