Lärmempfindlichkeit

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

Moderator: Moderatorengruppe

Antworten
SandraV
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 533
Registriert: 03.10.2007, 19:43
Wohnort: NRW

Lärmempfindlichkeit

Beitrag von SandraV »

Hallo,

aktuell ist es mal wieder schwierig, nicht nur Hause, sondern auch in der Schule.

Nach einem Gespräch in der Schule habe ich jetzt erfahren das aktuell neben der starken Müdigkeit (Kind schläft teilweise im Unterricht ein) vor allem die Lärmempfindlichkeit ein Problem ist.
Das geht so weit das mein Kind den Lärm wohl als sehr heftigen Schmerz empfindet und dann gar nichts mehr kann.

Wie kann ich da helfen und unterstützen?
Kopfhörer sind vorhanden, werden aber wohl nicht immer aufgesetzt.
Eine Abklärung beim HNO oder Kinderarzt?
Bringt das was?
In der Pädaudiologie waren wir vor Jahren mal, alles ok.

Ich suche Ideen oder Tipps wie ich helfen kann.
Auch bzgl schlafen. Trotz Slenyto (Melatonin) scheint der Schlaf nicht sehr erholsam zu sein.

Lg Sandra

Benutzeravatar
Engrid
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 15009
Registriert: 24.10.2011, 10:36

Beitrag von Engrid »

Hallo Sandra,

der HNO kann da nicht helfen, das Problem liegt ja in der Hörverarbeitung (Gehirn also), die übersensitiv ist. Mein Sohn hat das auch, das ist wie eine übersteuerte Musikanlage - einfach viel zu laut, und vor allem auch zuviel, „Hörbrei“, weil das Gehirn ja nichts wegfiltert.
Ein Besuch beim Pädaudiologen macht schon Sinn.

Wenn normaler Kaspelgehörschutz nicht hilft, dann vielleicht einen Versuch machen mit Noise-Cancelling-Kopfhörern (Over-ear, nicht in-ear).
Ein guter Ansatz ist auch, das was dann immer noch durchdringt zu neutralisieren, zb mit Weißem Rauschen, oder auch Musik auf dem Kopfhörer.

Das andere ist, mehr verlässlichen und regelmäßigen Rückzug einzubauen in den Schulalltag.

Kann durchaus sein, dass ihn die überfordernde Wahrnehmung und/oder das soziale Kompensieren so anstrengen, dass er deshalb einschläft (ausgeknockt wird).

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

steffimoppel
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 168
Registriert: 28.12.2018, 16:35
Wohnort: Berlin

Re: Lärmempfindlichkeit

Beitrag von steffimoppel »

Hallo,

ich würde beim Schlaf ansetzten und gucken, ob er genauso lärmempfindlich ist, wenn er ausgeschlafen ist, wie wenn er müde ist. Von Müdigkeit kann man Kopfschmerzen und Überempfindlichkeit bekommen. (Bei meinem Kind würde in Eurer Situation vermutlich nur eine verkürzte Schulzeit helfen, also er geht nach der z.B. nach 4. Stunde nach Hause). Im Februar hatten wir so eine Zeit, da habe ich mein Kind hingebracht und die Lehrerin hat angerufen, wenn ich ihn wieder holen sollte. Hat super geklappt, aber nur, weil ich die Zeit hatte, ihn flexibel abzuholen.
Gehörschutz ist toll und gut und ein Pädaudiologe bestimmt auch gut, aber bei uns hilft oft nur "echte" Ruhe.

Unsere Ergotherapeutin hat empfohlen, dass er viele Dinge tun sollte die Kraft kosten. Also Sport oder ähnliches, aber auf der Kraftebene. Z.B. den Garten gießen und dabei die schweren Kannen tragen ect. Ich habe festgestellt, dass fast jede Form von Bewegung und viel frischer Luft hilft. Für ihn ist es optimal, wenn er sich am Tag 2 bis 3 h draußen bewegt. Als wir z.B. im Urlaub am Meer waren, täglich geschwommen sind, zum Meer laufen mussten mit Gepäck und auch noch im Sand Fußball gespielt habe, hat er geschlafen wie ein Stein. Die Wochen davor zu Hause hat er 3h zum Einschlafen gebraucht und fast nie durchgeschlafen. Leider fehlt uns im Alltag oft die Möglichkeit zu so viel Bewegung.

Maike_0019
Neumitglied
Neumitglied
Beiträge: 7
Registriert: 01.06.2020, 01:34

Re: Lärmempfindlichkeit

Beitrag von Maike_0019 »

Unser Sohn trägt in der Schule Otoplastiken und nachts einen angepassten Gehörschutz, damit er besser schlafen kann. Damit kommt er gut zurecht. Der Lärm in der Schule ist erträglicher für ihn und nachts findet er endlich in einen erholsamen Schlaf.

LG

Antworten

Zurück zu „Krankheitsbilder - Autismus“