Fragen zur Lebensqualität

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

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Tinka2019
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Fragen zur Lebensqualität

Beitrag von Tinka2019 »

Hallo ihr Lieben,

sind frühkindliche Autisten im Leben wohl genauso zufrieden wie NTs und erleben sie genauso viele Glücksmomente? Ist Autismus nicht häufig mit Ängsten verbunden? Sind Stereotypien im Gegensatz zu Zwängen wirklich angenehm? Ansonsten könnten sicher Medikamente gegen Ängste und Zwänge eingesetzt werden, oder? Wie könnte ich die Lebensqualität meiner Tochter verbessern?

Danke
Tinka2019

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Regina Regenbogen
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Re: Fragen zur Lebensqualität

Beitrag von Regina Regenbogen »

Tinka2019 hat geschrieben:
26.08.2020, 01:14
Wie könnte ich die Lebensqualität meiner Tochter verbessern?
In Anbetracht der Tatsache, dass deine Tochter gerade mal ein Jahr alt ist, von mir nur ein gut gemeinter Rat: Liebe sie wie sie ist. Liebe und Vertrauen sind die besten Grundlagen für ein glückliches Leben.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

rena99
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Re: Fragen zur Lebensqualität

Beitrag von rena99 »

Tinka, natürlich sind auch Autisten zu Glücksgefühlen fähig und leiden eher unter den Umgebungsbedingungen als unter sich selbst. Mach dich nicht verrückt, man wächst als Mutter auch an seinen Aufgaben.. wie Regina schreibt: liebevolle Begleitung ist das Beste und ein Löwenmama Kämpferherz.

Ganz wichtig: dein Kind ist noch klein, dränge du es nicht in eine vorgefertigte Ecke, alles kann, nichts muss. Und Geschichte wiederholt sich nicht, selbst wenn deine Tochter deinen Gendefekt geerbt hat. Es ist daher gar nicht vorgegeben, dass sie Ängste entwickelt. Lass ihr Raum zur Entwicklung.

LG
Rena
Rena mit (mittlerweile erwachsener) Tochter (V.a. Autismusspektrumsstörung, Zwangsstörung, HB)

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Mango(Anna)
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Re: Fragen zur Lebensqualität

Beitrag von Mango(Anna) »

Hallo,

ich bin zwar Asperger und nicht frühkindlich, aber ich antworte trotzdem mal:

Ja, ich habe Schwierigkeiten und Ängste in Leben, aber welcher NT hat das nicht?
Wenn ich die Unterstützung bekomme, die ich brauche um zu Wohnen, zu Arbeiten und ein paar Menschen zu treffen, die mich auch mögen, bin ich zufrieden.

Ich würde sagen ich erlebe mindestens so viele Glücksmomente wie NT und oft sprudele ich dann richtig über vor Fröhlichkeit. Das ist auch das Feedback, was ich von den NT um mich herum bekomme, dass ich zufrieden und fröhlich wirke.

Es gibt viele Methoden mit Ängsten und Zwängen umzugehen, von Atmung über autogenes Training bis zu Medikamenten. Die meisten Autisten, die ich kenne, managen das gut ohne Medikamente. Ich nehme welche gegen meine Tics und es hilft mir.

Stereotypien sind toll und wichtig. Sie helfen mir meine Reizverarbeitung zu unterstützen und ja sie sind sehr angenehm für mich bzw. verhindern Overloads und Meltdowns schon mal.

Liebe deine Tochter, akzeptiere sie wie sie ist, verbiete ihr die Stereotypien nicht und geh den Weg mit ihr gemeinsam um herauszufinden, was sie sich im Leben wünscht. (Gilt für alle Kinder glaube ich.)

LG Mango
2005- zentrale Koordinatiosstörung m. Störung der Motorik R27.8G
2017- Asperger Syndrom F84.5
2020- Ticstörung, nicht näher bezeichnet F95.9

steffimoppel
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Re: Fragen zur Lebensqualität

Beitrag von steffimoppel »

Liebe Tinka,
wenn Du die Lebensqualität Deines Kindes wirklich verbessern willst, dann geht das nur mit Deiner eigenen Einstellung.
Wichtig ist, dass es Dir gut geht, dass Du auf Dich selber achtest, dass Du selbst glücklich bist. Wenn Du selbst akzetieren kannst, dass Dein Kind Autist ist und Dein Kind als Bereicherung für Dein Leben verstehst, dann fühlt sich Dein Kind bei Dir geliebt. Versuche das Kind zu verstehen, dem Kind zu geben, was es braucht und achte dabei auf Dich selbst. Eine Selbstaufgabe nutzt dem Kind nichts.
Medikamente können Menschen zwar unterstützen und helfen, aber die Lebensqualität kommt von der Liebe, die das Kind erfährt.
Gruß Steffi

Tinka2019
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Re: Fragen zur Lebensqualität

Beitrag von Tinka2019 »

Danke euch allen für die guten Tipps und insbesondere den Erfahrungsbericht :)

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