Pubertierenden Autisten zum Arztbesuch bewegen

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

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AnnaMaria72
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Re: Pubertierenden Autisten zum Arztbesuch bewegen

Beitrag von AnnaMaria72 »

Da fällt mir doch direkt wieder ein, wieso ich so lange gezögert habe, mich hier anzumelden. Man sollte wohl wirklich nur um Hilfe fragen, wenn man eigentlich keine Probleme hat. Ist ja im wahren Leben auch so, dass man erst mal Vorwürfe dafür bekommt, dass man gerade nicht weiter weiß.
Es war wohl zu erwarten, dass sofort unterstellt wird, dass ich bisher überhaupt nichts getan habe, nur weil ich die erfolglosen und deswegen hier irrelevanten Therapien und Maßnahmen nicht aufgezählt habe. Es würde hier den Rahmen sprengen. Nur soviel: wenn Therapeuten hören, dass der junge Patient Autist ist, wollen sie erfahrungsgemäß ausschließlich an Sozialkompetenzen und Schulfähigkeit arbeiten. Und sein Gang wurde als autismustypische Auffälligkeit eingeordnet und dadurch über die Jahre verschlampt.
Wir hatten auch über die Jahre mit vielen verschiedenen Sozial- und Sonderpädagogen zu tun gehabt, die zuerst absolut sicher waren, dass sie den Autismus wegbekommen, weil das ja nur eine Mode-Diagnose ist. Und am Ende waren sich alle einig, dass er wirklich nur mit Einzel-Unterricht überhaupt eine Chance hat, Schulstoff zu lernen und einen Schulabschluss erreichen zu können.
Die in erreichbarer Nähe liegenden Sportvereine kennen meinen Sohn von "Probetrainings" in den verschiedensten Sportarten. Die sind auch überfragt, wenn das Kind jegliche Geselligkeit ablehnt, was bei Autisten durchaus öfter vorkommen soll. Wir gehen fast überall zu Fuß hin, das ist die einzige Bewegung, die er toleriert.

Wieso erzähle ich das jetzt alles? Es wird weiterhin Menschen geben, die glauben, was nicht erwähnt wird, ist nicht passiert.

Vielen Dank an die Antwortenden, die konstruktiv und freundlich geblieben sind. Schön, dass es euch gibt.

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Regina Regenbogen
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Re: Pubertierenden Autisten zum Arztbesuch bewegen

Beitrag von Regina Regenbogen »

AnnaMaria72 hat geschrieben:
11.07.2020, 17:08
Wieso erzähle ich das jetzt alles?
Keine Ahnung. Offenbar denkst du, hier hat niemand gleiche oder wenigstens ähnliche Erfahrungen mit seinen autistischen Kindern gemacht.

Ich habe -eben um dir nichts zu unterstellen- gleich zu Anfang Fragen zum besseren Verständnis gestellt. Die du leider nicht beantwortet hast.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

grace
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Re: Pubertierenden Autisten zum Arztbesuch bewegen

Beitrag von grace »

Hallo Annamaria,

Wenn 72 für dein Geburtsjahr steht, dann bist du fast so alt wie ich und du solltest eigentlich gelernt haben mit Kritik umzugehen und nicht gleich beleidigt zu reagieren; das bringt dir und deinem Sohn nähmlich gar nichts.

Ich habe dir zwar nicht geantwortet, habe aber das Gleiche verstanden wie alle anderen User hier; daraus folgt:Du hast dich nicht richtig und/oder ausführlich genug erklärt!

Anstatt jetzt hier die beleidigte Leberwurst zu spielen, solltest du das jetzt nachholen und erwachsen und erklärend reagieren.

Das hier ist ein sehr tolerantes und hilfsbereites Forum, auch wenn nicht alle der gleichen Meinung sind und es sehr verschiedene Ansetze im Umgang mit Autismus gibt.

Versuche einfach nochmal die Sache besser zu erklären.

LG

Grace

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Alexandra2014
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Re: Pubertierenden Autisten zum Arztbesuch bewegen

Beitrag von Alexandra2014 »

Ich habe keine einzige unfreundliche Antwort gelesen. Alle waren sachlich.

Mir persönlich ging es auch nicht um die Dinge, die du nicht geschrieben hast, sondern um die, die du geschrieben hast.
Auf „mehr“ kann man sich in einem Forum auch nicht beziehen.

Ein „geh mir weg mit Ärzten“ signalisiert schon deine eindeutige Einstellung und da wundert es nicht, dass dein Kind das übernimmt.

Du hast auch noch dieses geschrieben:

„Als das vor 5 Jahren mit Schmerzen angefangen hat, waren wir tatsächlich mal bei einem Orthopäden. Der hat meinen damals 8jährigen Sohn ohne Untersuchung weggeschickt, weil dieser Arzt von einem Kind ein respektvolleres Verhalten erwartet hat. Artig aufstehen und höflich grüßen, wenn der Arzt reinkommt, Blickkontakt, sofortige Antwort auf eine Frage. Kam nicht, mein Sohn wurde als Patient abgelehnt, und seitdem weigert er sich, zu Orthopäden zu gehen. Aus den ursprünglichen Schmerzen ist inzwischen eine Muskelverkürzung geworden, die meinen Jungen aber nicht stört. Es macht ihm nichts, und er versteht nicht, was es andere Menschen angehen könnte, wenn nicht daran herumtherapiert wird.


Das ist doch schon recht offensichtlich und hat auch nichts damit zu tun, was irgendwelche Therapeuten mal versemmelt haben.
Es ist an dir, ihm zu vermitteln, dass das „Herumtherapieren“ anderen im Grunde völlig egal ist, aber für sein weiteres Leben, seine Gesundheit wichtig ist. Er macht das für sich und für niemanden sonst. Das wird von allein ja nicht wieder besser, sondern immer schlimmer.

Wie ist denn dein Plan? Für das Jugendamt mal einen Orthopäden drüber gucken lassen und danach ist es egal? Haltungsschäden, Hüftschaden, chronische Schmerzen, die man hätte verhindern können?
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

rena99
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Re: Pubertierenden Autisten zum Arztbesuch bewegen

Beitrag von rena99 »

Ich versuche es mal anders. Meine Tochter hat auch eine Arztphobie und meidet Arztbesuche. Das hat unter anderem damit zu tun, dass sie sich überhaupt sehr vor Krankheiten fürchtet. Ich habe das wie folgt halbwegs in den Griff bekommen. Erst einmal habe ich mir eine gute verständnisvolle und einfühlsame Hausärztin für sie gesucht, erst als Kinderärztin, dann später auch eine normale Hausärztin. Zu denen sind wir erst mal nur gegangen, ohne, dass da mehr passiert wäre als Blutdruckmessen. So konnte sich ein halbwegs vernünftiges Vertrauensverhältnis aufbauen. Und diese Ärzte haben dann die geeigneten Fachärzte für uns ausgesucht. Alleine hätte ich die nie gefunden. Das war ja schon mit den "Einstiegsärzten" schwierig. Und weil die Hausärztin diesen Fachärzten vertraut, kann sich auch meine Tochter auf die einlassen. Einfach so zu nem Facharzt wäre für sie auch schwierig. Aber so geht sie nun halbwegs entspannt zur Hausärztin, die sie mittlerweile ganz gut kennt und der sie vertraut.

Gruß
Rena
Rena mit (mittlerweile erwachsener) Tochter (V.a. Autismusspektrumsstörung, Zwangsstörung)

der kleine kurt
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Re: Pubertierenden Autisten zum Arztbesuch bewegen

Beitrag von der kleine kurt »

Interessant, dass Du das so siehst.

Ich frage mich eher: Warum erzählst Du das alles jetzt erst? Warum sollen Menschen hier Aspekte, die nicht erwähnt werden und von denen sie somit gar nichts wissen können, in ihre Antworten einbeziehen?

Meiner Meinung nach sind bisher versuchte Ansätze wesentlich als Kontext und Grundlage für Tipps, Ansätze und Ideen, woran man anknüpfen könnte. Da ist es meiner Meinung nach schon sinnvoll, als TE ein halbwegs komplettes Bild zu zeichnen, und nicht hinterher zu suggerieren, dass die Leute hier zu wasauchimmer sind um sich den Rest "zu denken", weil das für dich wohl irgendwie klar ist. So kommt es für mich rüber.

Im ersten Post hast Du geschrieben, dass es Dir nur darum geht, für das Jugendamt aktiv zu werden und nachzuweisen, dass Du ihn einem Orthopäden vorgestellt hast. Deine Wortwahl und Formulierungen haben für mich nicht darauf schließen lassen, dass Du in der Sache eine andere Haltung hast als dein Sohn. So habe ich Deine Formulierungen verstanden.

Ihr hattet also schon (erfolglose?) Physio? Erfolglos, weil die Therapeuthen dann nicht am körperlichen, sondern am Sozialverhalten arbeiten wollten? Die Sportvereine haben sich geweigert, ihn mitmachen zu lassen, weil er nicht gesellig ist? Oder wollte er nicht dabeibleiben nach der Probestunde? Wie war es bei anderen Orthopäden? Der Kinderarzt (?) hat die Gangproblematik "abgetan" und Euch falsch beraten? Es gibt also kein Vertrauensverhältnis zum Kinderarzt oder sonst einem Arzt? Oder doch?

Tut mir leid, aber ich habe das immer noch nicht verstanden: Wenn ihr - wenn auch erfolglose - Therapien bereits hattet, und das Thema auch ärztlich bereits besprochen und dokumentiert ist, dass aus ärztlicher Sicht kein gesonderter Handlungsbedarf bestand (selbst wenn das rückblickend falsch war), und ihr auch - zwar erfolglos, aber dennoch - schon beim Orthopäden gewesen seid sowie der Sportverein die Aufnahme in offenbar verschiedene Angebote abgelehnt hat, dann hast Du doch schon Nachweise, dass Ihr Euch um das Thema gekümmert habt, auch wenn das zeitlich dann schon zurückliegt.


AnnaMaria72 hat geschrieben:
11.07.2020, 17:08

Wieso erzähle ich das jetzt alles? Es wird weiterhin Menschen geben, die glauben, was nicht erwähnt wird, ist nicht passiert.

AnnalenaO
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Re: Pubertierenden Autisten zum Arztbesuch bewegen

Beitrag von AnnalenaO »

Hallo!

Ich hab einen Tip was du vielleicht an Sport noch ausprobieren könntest.
Ich hab ein ähnliches Problem, mein Sohn sitzt viel am PC und es gibt nichts, was er an Sportangeboten wirklich annimmt. Bis ich jetzt mit ihm in einer Boulderhalle war. Das hat ihm tatsächlich Spass gemacht und es ist ein sehr ganzheitlicher Sport. Ich habe jetzt für die Ferien einige Termine für ihn und seine Schwester gemeinsam bei einem Trainer ausgemacht. Ich hoffe, damit mal einen Sport gefunden zu haben, den er vielleicht wenigstens alle 2 Wochen mal regelmässig ausübt.
Vielleicht mag dein Sohn das auch. Könnt ihr ja mal ausprobieren.
Zum Thema Arztbesuch: wir hatten mal einen sehr unglücklich gelaufenen Arztbesuch bei einem Hautarzt, der hat permanent an meinem Sohn rumgemäkelt er solle sich nicht so anstellen und hat schliesslich mir unterstellt mein Kind nicht erzogen zu haben. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass wir da nicht wieder hin sind. Beim nächsten Hautarzt hab ich im Vorfeld geklärt was es mit der Überempfindlichkeit meines Sohnes auf sich hat, und das lief dann gut. Er hatte Verständnis, auch dafür, dass es manchmal 2 Termine gebraucht hat für etwas, was normalerweise in einem Termin erledigt ist. Beim Kieferorthopäden hab ich auch gute Erfahrung damit gemacht, vorher anzukündigen, was mein Sohn hat. Auch im Mundbereich ist er extremst empfindlich. Der Arzt hat ihm viel Verständnis und Geduld entgegengebracht. Ich würde also auf jeden Fall empfehlen, vorher mit dem Arzt zu sprechen.
Wie du deinen Sohn überzeugen kannst, da hab ich jetzt nicht so die zündende Idee, denn das Problem kenne ich zum Glück nicht von meinem Sohn. Vielleicht hilft es, wenn du ihm erklärst, was für Folgen es haben kann, wenn ihr gar nichts macht. Das ist jetzt die einzige Idee die ich dazu hab....

Viele Grüsse, Annalena
Sohn 5/2009 Asperger Syndrom
Tochter 10/2012 Topfit

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Regina Regenbogen
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Re: Pubertierenden Autisten zum Arztbesuch bewegen

Beitrag von Regina Regenbogen »

AnnalenaO hat geschrieben:
12.07.2020, 11:14
Wie du deinen Sohn überzeugen kannst, da hab ich jetzt nicht so die zündende Idee
Ich leider auch nicht. Da mir bewusst war, dass Autisten große Probleme mit der eigenen Körperwahrnehmung haben, habe ich eben versucht, meinem Sohn (ebenso wie allen anderen meiner Kinder) von klein auf beizubringen, auf sich und seinen Körper zu achten, sich darum zu kümmern, in jungen Jahren mit meiner Unterstützung. Dazu gehören nunmal auch regelmäßige (und ggf. auch aussergewöhnliche) Arztbesuche. Er wird im Januar 18, hat aber bis vor kurzem noch darauf bestanden, dass ich zu den jeweiligen Terminen mit gehe, als seelische Unterstützung oder auch als Sprachrohr bei einem Anfall von Sprachlosigkeit seinerseits - die möglichen dummen Blicke von Sprechstundenhilfen oder auch (fremden) Ärzten haben wir immer gekonnt übersehen, die Praxen, wo wir regelmäßig hingehen (Hausarzt, Zahnarzt, Kieferorthopäde) hatten nach einer anfänglichen kurzen Erklärung kein Problem damit. Mittlerweile hat er das gut alleine im Griff, auch wenn er sich vorher noch bei mir vergewissert, was es bei dem jeweiligen Termin zu sagen geben könnte.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

der kleine kurt
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Re: Pubertierenden Autisten zum Arztbesuch bewegen

Beitrag von der kleine kurt »

Vielleicht hilft es ja auch sich vom Gedanken zu lösen, dass das Kind überzeugt werden muss. Mein Credo zum Beispiel ist: Du musst es nicht gern machen, Du kannst es auch ungern machen. Aber machen musst Du es.
Wir haben das Thema momentan auch bzgl. Kieferorthopäde: Ihm ist das im Grunde völlig gleichgültig, wie die Zähne stehen (er hat da null Leidensdruck), aber für mich ist klar: Wenn 2 Ärzte sagen, dass es medizinisch notwendig ist, und die Krankenkasse bescheinigt, dass es medizinisch notwendig ist, dann wird es gemacht. Wir haben diese Mechanismen (etwas ungern tun, aber es trotzdem tun) in ganz vielen Bereichen. Für mich ist das auch ein wichtiges Lernziel, solche Dinge nicht wegzuschieben und zu vermeiden, sondern sich dem zu stellen und das dann hinzunehmen. Ich finde sowas zieht sich durchs ganze Leben, angefangen vom Bügeln ;-) bis hin ins Erwerbsleben.

Da jetzt hier im Fall der TE ja scheinbar schon ganz viele Dinge gelaufen sind, kann ich mir nicht vorstellen, dass der Orthopäde nicht über die Behinderung informiert wurde. Überhaupt liegt es außerhalb meiner Vorstellungskraft, dass sich ein Arzt im Beisein der Eltern vor einen 8-Jährigen Autisten hinstellt und ihm sagt: Du hast mich nicht gegrüßt und mir nicht die Hand geschüttelt, daher behandle ich Dich nicht und man dann einfach die Praxis verlässt. Aber falls mir sowas jemals passieren sollte, würde ich spätestens dann die Behinderung erklären und den Rahmen deutlich abstecken: Dass ich mir darüber bewusst bin, dass die Untersuchungssituation etwas erschwert wird und ICH die Kommunikation mit dem Kind und für das Kind übernehme und dem Arzt unterstützend zur Seite stehe.

Gleichzeitig habe ich meinem Sohn auch immer schon vermittelt, dass manche Situationen einfach blöd laufen, weil Menschen eben verschieden sind und sich manchmal schlicht und einfach falsch verhalten, aber dass das in einer anderen Situation völlig anders sein kann und zwar sogar in einer anderen Situation mit der gleichen Person.

AnnalenaO
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Re: Pubertierenden Autisten zum Arztbesuch bewegen

Beitrag von AnnalenaO »

Regina Regenbogen hat geschrieben:
12.07.2020, 12:04
AnnalenaO hat geschrieben:
12.07.2020, 11:14
Wie du deinen Sohn überzeugen kannst, da hab ich jetzt nicht so die zündende Idee
Ich leider auch nicht. Da mir bewusst war, dass Autisten große Probleme mit der eigenen Körperwahrnehmung haben, habe ich eben versucht, meinem Sohn (ebenso wie allen anderen meiner Kinder) von klein auf beizubringen, auf sich und seinen Körper zu achten, sich darum zu kümmern


Das hab ich definitiv auch gemacht. Also falls ihr da noch nicht vertieft darüber gesprochen habt, dann wäre das sicher ein erster Ansatz.
Bei meinem Sohn hat sich das allerdings etwas verselbständigt. Ich hatte ganz prinzipiell mit ihm darüber gesprochen, was bei der Ernährung wichtig ist und was passieren kann wenn man sich nicht ausgewogen ernährt (Übergewicht, Nährstoffmangel) und auch darüber, dass man den Körper durch Bewegung gesund halten sollte, weil man das sonst später vielleicht mal bereut.
Seit dem isst mein Sohn wirklich extremst gesund, möglichst keinen Zucker, möglichst wenig Fett, Fastfood oder Chips gar nicht mehr, keine Süßigkeiten, kein Eis, kein Kuchen außer er backt selber mit etwas Honig als Süssungsmittel und eben auch möglichst gesund mit Dinkelmehl und Mandeln, keine Fertiggerichte. Das ist mir eigentlich echt zu extrem, da hab ich allerdings keinen Einfluss mehr drauf, das hat sich wie gesagt verselbständigt. Mit der Bewegung ist es nicht so extrem, aber einen Spaziergang am Tag mit den Hunden macht er auf jeden Fall immer mit, einen ganzen Tag komplett ohne Ausgleich und frische Luft, das würde er wohl nicht machen. Er sitzt auch oft mit seinem Laptop auf dem Balkon um an der frischen Luft zu sein, gute Idee finde ich, dadurch hat er tatsächlich auch etwas Farbe im Gesicht bekommen :)
Naja lange Rede kurzer Sinn: wenn dein Sohn auch zu Extremen neigt, dann relativiere das mit der gesunden Ernährung vielleicht von Anfang an, also dass Genuss auch nicht zu kurz kommen darf ;) davon will mein Sohn jetzt nämlich nichts mehr wissen....

Viele Grüsse
Sohn 5/2009 Asperger Syndrom
Tochter 10/2012 Topfit

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