Sertralin - Kind verändert

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

Moderator: Moderatorengruppe

rena99
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1898
Registriert: 28.04.2012, 16:34

Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von rena99 »

Hallo Katrinchen,
Katrinchen hat geschrieben:Zugern wüsste ich den Auslöser.
Es kann gut sein, dass es gar keine(n) Auslöser/Ursache gibt. Die oder den findet man bei Zwängen nicht unbedingt und es macht daher auch nicht so viel Sinn, seine Energie darauf zu richten. Eines ist jedoch richtig: bestehende Zwänge verstärken sich unter Stressbedingungen, d.h. mit viel Stress wird es in der Regel schlimmer. Leider ist es aber nicht so, dass die Zwänge grundsätzlich aufhören, wenn das Stresslevel weniger ist. Ein gewisses Anforderungsniveau im Alltag, also "Normalität" kann sogar ganz nützlich sein, für Autisten z.B. eine verlässliche Alltagstruktur ohne Überraschungen aber auch nicht mit zu viel Leerlauf.

Von Zwängen redet man dann, wenn sie von demjenigen, der sie hat, selbst als sehr unangenehm erfahren werden, wenn der Betroffenen sie also ausführen "muss", obwohl er das eigentlich gar nicht will und es im Alltag mehr und mehr Zeit in Anspruch nimmt. "Stimming", also das wiederholende Ausführen bestimmter Bewegung bei Autisten, wird hingegen als positiv erfahren, da läuft also die Unterscheidungslinie, die zugegebenermaßen nicht immer einfach zu erkennen ist. Bei dem was du schreibst, Katrinchen, gehe ich tatsächlich aber auch von Zwängen aus.

Wie einige bereits geschrieben haben, gehören Zwänge unbedingt in eine kompetente Behandlung. Homöopathie wird da auf Dauer nicht helfen. Und genau in der Behandlung seid ihr gerade. Bei so jungen Kindern ist die Kombination aus medikamentöser und Psychotherapie eigentlich immer der erste Schritt. Die Idee dabei ist ja, den Leidensdruck, der einfach sehr hoch ist bei Zwangserkrankungen, vergleichsweise schnell soweit zu senken, dass ein zielgerichtete Verhaltenstherapie möglich ist. Soweit ich die Literaturlage richtig im Kopf habe, erfordert die Behandlung von Zwängen höhere Blutserumspiegel als Depressionen. Besprich als unbedingt mit den behandelnden Ärzten seine Beobachtungen und berechtigten Sorgen bezüglich der Nebenwirkungen. Uns wurde damals gesagt, dass es nicht das eine Medikament gibt und dass man ggf. sogar verschiedene ausprobieren muss, leider immer mit einer Aufdosier- und einer Ausschleichphase. Da braucht man, wie bei einer Zwangserkrankung grundsätzlich, sehr serh viel Geduld.

Was würde ich also tun: ich würde schauen, ob ich einen früheren Termin bei den Ärzten bekomme als in zwei Wochen und mit ihnen absprechen, ob man das Medikament ausschleicht und ein neues aufdosiert. Eigenmächtig würde ich das wegen der komplizierten Stoffwechselvorgänge nicht tun. Aber warten würde ich auch nicht unbedingt. Versuch bei den Gesprächen rein sachlich zu bleiben und schreibe deine Beobachtungen ggf. vorher auf.

Grunsätzlich ist eine Behandlung von Zwangserkrankungen auch ohne medikamentöse Hilfe möglich und im weiteren Verlauf auch notwendig, da die Medikamente nicht dauerhaft gegeben werden sollen, da sie nicht nachhaltig wirken. Besprich ggf. auch diese Option mit den Ärzten, wenn ihr euch bei Medikamenten nicht sehr wohl fühlt und nicht weiter ausprobieren wollt oder könnt. Der Weg ist aber ein sehr steiniger, weil die Verhaltenstherapie in dem Alter eine große Herausforderung ist und mit dem Autismustherapeuten gut abgesprochen werden muss. Verhaltenstherapie ist bei Zwängen allerding die einzige langfristig wirksame Behandlungsoption.

Zwänge sind immer ein fehlgeleiteter Mechanismus, um mit negativen Emotionen und Ängsten umzugehen. Sie geben Sicherheit und der Betroffenen gerät daher in Panik, wenn er die Zwänge nicht ausleben kann, da dann die Sicherheit fehlt. Ich würde daher zur Unterstützung einen verlässlichen und "unaufgeregten" Alltag versuchen herzustellen mit Tagesplänen, an denen sich dein Sohn orientieren kann. Gerade in den unstrukturierten Corona-Zeiten, die aus sich selbst heraus ja auch schnell zu weiteren Ängsten führen.

LG
Rena
Rena mit (mittlerweile erwachsener) Tochter (V.a. Autismusspektrumsstörung, Zwangsstörung, HB)

Benutzeravatar
Alexandra2014
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3822
Registriert: 04.12.2014, 14:04

Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Alexandra2014 »

Sandra F hat geschrieben:
21.06.2020, 09:53
Liebe Alex,

leichtfertig gehen wir Eltern hier alle nicht damit um.
Es ist frei verkäuflich.
Im Gegensatz zu den wie ich finde manchmal sehr schnell verabreichten Medikamentn, die oft nur im Off Label Use an kleine Kinder gegeben werden dürfen, halte ich die Nebenwirkungen von Globuli für sehr gering.

Wir haben eine Heilpraktikerin in der Familie.
Mit ihr besprechen wir, falls wir unsicher sind.

Und zusätzlich macht unser Sohn eine Psychotherapie.

Vg Sandra
Von leichtfertig habe ich nicht gesprochen. Globuli haben keine Nebenwirkungen, weil sie abgesehen vom Placeboeffekt auch keine Wirkung haben. Du könntest genauso gut Gummibärchen stattdessen geben.

„Heilpraktiker“ kann jeder werden, der älter als 25 Jahre ist und mindestens einen Hauptschulabschluss hat.
Es gibt keine geregelte Ausbildung, an der man teilnehmen muss. Es kann sich jeder zur Überprüfung anmelden und die Ankreuzfragen (Multiple choice) beantworten. Besteht man diese (45 von 60 Fragen richtig), geht es in die mündliche.
Danach wird man auf die Menschheit losgelassen, ohne vorher je einen Patienten gesehen zu haben.

Im besten Fall sind das vorher Krankenschwestern oder Physiotherapeuten gewesen. Oft sitzen in den (freiwilligen) Kursen aber auch Elektriker, Kosmetikerinnen, Büroangestellte usw.

Wenn man das mal sacken lässt, kann man nicht guten Gewissens die Gesundheit des eigenen Kindes in solche Hände geben. Schon mal gar nicht, wenn es um ernsthafte physische oder psychische Erkrankungen geht.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

Sandra F
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 780
Registriert: 14.06.2013, 10:22
Wohnort: Burscheid

Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Sandra F »

Liebe Alex,

ich habe dies hier schon mehrfach erlebt.
Du hast deine Meinung, der ich mich allerdings nicht anschließen muss.

Die Tante meines Mannes ist gelernte Apothekerin und hat eine mehrjährige Ausbildung zur Heilpraktikerin gemacht.
Und es gibt sehr wohl auch Heilpraktiker, die vorher ein Medizinstudium abgeschlossen haben.
Alle Heilpraktiker kann man nicht in einen Topf werfen.

Vg Sandra
Christopher 09/2006 Asperger + ADHS

Benutzeravatar
Alexandra2014
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3822
Registriert: 04.12.2014, 14:04

Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Alexandra2014 »

Sandra F hat geschrieben:
21.06.2020, 12:08
Liebe Alex,

ich habe dies hier schon mehrfach erlebt.
Du hast deine Meinung, der ich mich allerdings nicht anschließen muss.

Die Tante meines Mannes ist gelernte Apothekerin und hat eine mehrjährige Ausbildung zur Heilpraktikerin gemacht.
Und es gibt sehr wohl auch Heilpraktiker, die vorher ein Medizinstudium abgeschlossen haben.
Alle Heilpraktiker kann man nicht in einen Topf werfen.

Vg Sandra
Das ist rein gesetzlich gar nicht möglich. Einige Ärzte arbeiten naturmedizinisch oder auch homöopathisch, dürfen sich aber nicht Heilpraktiker nennen. Das würde auch jeder Logik entbehren.

Umgekehrt geht das. Man kann erst Heilpraktiker sein und dann noch Medizin studieren. Und nur dann darf man sich auch „Arzt und Heilpraktiker“ nennen. Davon gibt es aber nur eine handvoll, wenn überhaupt. Persönlich kenne ich nur einen.

Das ist auch nicht meine Meinung, sondern die aktuelle Studienlage.
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

Anjali
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3072
Registriert: 15.02.2008, 11:15

Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Anjali »

Hallo Katrinchen,

darf ich fragen, was aus der Idee, einen Hund anzuschaffen, geworden ist?
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (19 Jahre / Asperger-Autist)

Katrinchen*
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 58
Registriert: 08.06.2019, 08:20

Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Katrinchen* »

Anjali hat geschrieben:
21.06.2020, 13:01
Hallo Katrinchen,

darf ich fragen, was aus der Idee, einen Hund anzuschaffen, geworden ist?
Gerne :-)
Leider erstmal auf Eis. Unser Sohn möchte nicht und dann macht es keinen Sinn. Ich bin nach wie vor der Meinung, das es ihm gut tun würde, möchte ihn aber keinesfalls zwingen.
Katrin mit P. Asperger Autist geb. 2011

Katrinchen*
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 58
Registriert: 08.06.2019, 08:20

Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Katrinchen* »

rena99 hat geschrieben:
21.06.2020, 10:11
Hallo Katrinchen,
Katrinchen hat geschrieben:Zugern wüsste ich den Auslöser.
Es kann gut sein, dass es gar keine(n) Auslöser/Ursache gibt. Die oder den findet man bei Zwängen nicht unbedingt und es macht daher auch nicht so viel Sinn, seine Energie darauf zu richten. Eines ist jedoch richtig: bestehende Zwänge verstärken sich unter Stressbedingungen, d.h. mit viel Stress wird es in der Regel schlimmer. Leider ist es aber nicht so, dass die Zwänge grundsätzlich aufhören, wenn das Stresslevel weniger ist. Ein gewisses Anforderungsniveau im Alltag, also "Normalität" kann sogar ganz nützlich sein, für Autisten z.B. eine verlässliche Alltagstruktur ohne Überraschungen aber auch nicht mit zu viel Leerlauf.

Von Zwängen redet man dann, wenn sie von demjenigen, der sie hat, selbst als sehr unangenehm erfahren werden, wenn der Betroffenen sie also ausführen "muss", obwohl er das eigentlich gar nicht will und es im Alltag mehr und mehr Zeit in Anspruch nimmt. "Stimming", also das wiederholende Ausführen bestimmter Bewegung bei Autisten, wird hingegen als positiv erfahren, da läuft also die Unterscheidungslinie, die zugegebenermaßen nicht immer einfach zu erkennen ist. Bei dem was du schreibst, Katrinchen, gehe ich tatsächlich aber auch von Zwängen aus.

Wie einige bereits geschrieben haben, gehören Zwänge unbedingt in eine kompetente Behandlung. Homöopathie wird da auf Dauer nicht helfen. Und genau in der Behandlung seid ihr gerade. Bei so jungen Kindern ist die Kombination aus medikamentöser und Psychotherapie eigentlich immer der erste Schritt. Die Idee dabei ist ja, den Leidensdruck, der einfach sehr hoch ist bei Zwangserkrankungen, vergleichsweise schnell soweit zu senken, dass ein zielgerichtete Verhaltenstherapie möglich ist. Soweit ich die Literaturlage richtig im Kopf habe, erfordert die Behandlung von Zwängen höhere Blutserumspiegel als Depressionen. Besprich als unbedingt mit den behandelnden Ärzten seine Beobachtungen und berechtigten Sorgen bezüglich der Nebenwirkungen. Uns wurde damals gesagt, dass es nicht das eine Medikament gibt und dass man ggf. sogar verschiedene ausprobieren muss, leider immer mit einer Aufdosier- und einer Ausschleichphase. Da braucht man, wie bei einer Zwangserkrankung grundsätzlich, sehr serh viel Geduld.

Was würde ich also tun: ich würde schauen, ob ich einen früheren Termin bei den Ärzten bekomme als in zwei Wochen und mit ihnen absprechen, ob man das Medikament ausschleicht und ein neues aufdosiert. Eigenmächtig würde ich das wegen der komplizierten Stoffwechselvorgänge nicht tun. Aber warten würde ich auch nicht unbedingt. Versuch bei den Gesprächen rein sachlich zu bleiben und schreibe deine Beobachtungen ggf. vorher auf.

Grunsätzlich ist eine Behandlung von Zwangserkrankungen auch ohne medikamentöse Hilfe möglich und im weiteren Verlauf auch notwendig, da die Medikamente nicht dauerhaft gegeben werden sollen, da sie nicht nachhaltig wirken. Besprich ggf. auch diese Option mit den Ärzten, wenn ihr euch bei Medikamenten nicht sehr wohl fühlt und nicht weiter ausprobieren wollt oder könnt. Der Weg ist aber ein sehr steiniger, weil die Verhaltenstherapie in dem Alter eine große Herausforderung ist und mit dem Autismustherapeuten gut abgesprochen werden muss. Verhaltenstherapie ist bei Zwängen allerding die einzige langfristig wirksame Behandlungsoption.

Zwänge sind immer ein fehlgeleiteter Mechanismus, um mit negativen Emotionen und Ängsten umzugehen. Sie geben Sicherheit und der Betroffenen gerät daher in Panik, wenn er die Zwänge nicht ausleben kann, da dann die Sicherheit fehlt. Ich würde daher zur Unterstützung einen verlässlichen und "unaufgeregten" Alltag versuchen herzustellen mit Tagesplänen, an denen sich dein Sohn orientieren kann. Gerade in den unstrukturierten Corona-Zeiten, die aus sich selbst heraus ja auch schnell zu weiteren Ängsten führen.

LG
Rena

Rena ganz lieben Dank für diesen wahnsinnig ausführlichen und netten Beitrag.
Unser Sohn war ein Schreibaby und wir haben recht früh angefangen, ihm einen strukturierten Alltag zu bieten. Bis heute und so weit es ging/geht auch während der Corona Zeit.

Wir versuchen seit einer Woche die Vertretungsärztin zu erreichen, nix. Am Montag habe ich einen Termin bei der Therapeutin in der Klinik, spätestens da werde ich dass alles ansprechen und erst gehen, wenn ich eine klare Antwort erhalten habe. Weißt du, seit das Thema da ist, werde ich von A nach B geschickt. Ich klopfe überall an, man öffnet die Türe, aber niemand lässt uns herein. Wir haben Hilfe bei der Autismustherapie gesucht, haben einige Tips im Umgang und Verhalten bekommen. Das half nichts und wir wurden zur Klinik geschickt, die vor zwei Jahren die Diagnose stellten. Da zu diesem Zeitpunkt Corona seinen Höhepunkt hatte, ging alles telefonisch. Auch hier bekamen wir Ratschläge und auch diese brachten uns nicht weiter. Wir wurden weiter zur medikamentösen Einstellung geschickt, zeitgleich wurde eine stationärenAufnahme empfohlen.. Zwischendurch Gespräche mit der Lehrerin und der I-Helferin. Wirklich geholfen hat uns niemand und wir fühlen uns ziemlich alleine gelassen.

Wir geben täglich unser Bestes, gehen zur Reittherapie und versuchen es mit Yoga. In drei Wochen fahren wir ein paar Tage nach Holland ans Meer, ich hoffe sehr es bringt ein wenig Ruhe rein.

Ich habe ja einen Verdacht, unser Sohn wird seid längerer Zeit von einem Jungen aus der Schule ziemlich geärgert. Das geht ihm sehr nah und er leidet. Er ist sensibel und voller Selbstzweifel. Dieses Kind geht unglücklicherweise in seine Klasse und wohnt nebenan....
Katrin mit P. Asperger Autist geb. 2011

Katrinchen*
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 58
Registriert: 08.06.2019, 08:20

Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Katrinchen* »

Regina Regenbogen hat geschrieben:
21.06.2020, 08:18
Katrinchen* hat geschrieben:
20.06.2020, 14:33
Zugern wüsste ich den Auslöser.
Vielleicht habe ich es überlesen, du schreibst immer nur allgemein von Zwängen, welche Zwänge hat er denn entwickelt?


Oje das war von nur gar nicht bis gemeint, ich wollte wirklich nur ohne Kritik sagen, das wir keinen Druck ausüben.
Er hat viele Selbstzweifel und möchte z.B. in der Schule alles richtig machen. Macht er einen Fehler (Hausaufgaben), flippt er sofort aus. Er akzeptiert für sich keinem Fehler!
Katrin mit P. Asperger Autist geb. 2011

Benutzeravatar
Regina Regenbogen
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7705
Registriert: 12.07.2008, 18:37
Wohnort: Ostfriesland

Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Regina Regenbogen »

Katrinchen* hat geschrieben:
22.06.2020, 22:48
Er hat viele Selbstzweifel und möchte z.B. in der Schule alles richtig machen. Macht er einen Fehler (Hausaufgaben), flippt er sofort aus. Er akzeptiert für sich keinem Fehler!
Das wird als Zwang bezeichnet von der KJP? DIesen Hang zum Perfektionismus hatte unser Jüngster auch in dem Alter, die Autismustherapie hat dem gut entgegengewirkt.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

rena99
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1898
Registriert: 28.04.2012, 16:34

Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von rena99 »

Regina Regenbogen hat geschrieben:
23.06.2020, 05:23
Katrinchen* hat geschrieben:
22.06.2020, 22:48
Er hat viele Selbstzweifel und möchte z.B. in der Schule alles richtig machen. Macht er einen Fehler (Hausaufgaben), flippt er sofort aus. Er akzeptiert für sich keinem Fehler!
Das wird als Zwang bezeichnet von der KJP? DIesen Hang zum Perfektionismus hatte unser Jüngster auch in dem Alter, die Autismustherapie hat dem gut entgegengewirkt.
Hallo Regina,
das hatte Katrinchen schon mal weiter oben zu den Zwängen geschrieben:
Katrinchen* hat geschrieben:Beispiek:
unser Sohn muss alles mehrmals berühren, bevor er daran vorbei gehen kann. Bis er abends ins Bett kommt, das ist der wahnsinnig. Er brummt den ganzen Tag und das fast konstant.
Das mehrmalige Berühren, das mehr und mehr Zeit in Anspruch nimmt, ist vermutlich ein Zwang. Das Brummen könnte auch Stimming sein, das muss man mit dem Kind gemeinsam herausfinden. Zur Abgrenzung hatte ich hier ja schon mal was geschrieben. Das Zitat oben mit den Selbstzweifeln dreht sich wohl eher um die Ursachenforschung. Überpeferktionismus und niedriges Selbstwertgefühl ist ja etwas, was Zwangserkrankte und Autismen gleichermaßen haben können.

Katrinchen, Ausgrenzungserfahrungen machen die Sache sicherlich nicht besser. Versuch dran zu bleiben an dem Arzttermin. Die Behandlung von Zwängen ist leide sehr langwierig und hat zwischendurch viele Aufs und Abs. Und man braucht Geduld und muss auch viel ausprobieren. Ich wünsche dir die Kraft dazu. Wichtig ist, dass du auch auf deine Kräfte achtest und deinem Sohn in einer ruhigen Art ein sicherer Hafen sein kannst. Meist reagieren die Kinder ja auch auf die Verunsicherung der Eltern.

Alles Gute!
Rena mit (mittlerweile erwachsener) Tochter (V.a. Autismusspektrumsstörung, Zwangsstörung, HB)

Antworten

Zurück zu „Krankheitsbilder - Autismus“