Sertralin - Kind verändert

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

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Sandra F
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Sandra F »

Hallo,

Druck rausnehmen.
Bei unserem Sohn waren Tics, Zwänge und Stimmings bei Stress und Überforderung am häufigsten zu beobachten.
Und wir Eltern haben versucht, so gut wir konnten, ihm ein gewisses Maß auch zu lassen.
Das fällt in der Situation schwer, aber ich bin mit ihm besser durch diese Situationen gekommen, wenn ich ihm die Zeit gegeben habe, die er brauchte.

Die Depression haben wir mit Unterstützung durch Tabletten von DHU in den Griff bekommen. Nennen sich Manuia.
Zusätzlich ist er einmal die Woche bei einer Psychotherapeutin.

Lg
Sandra
Christopher 09/2006 Asperger + ADHS

Anjali
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Anjali »

Hallo,

habt ihr denn eine Ahnung von den Ursachen der Zwänge?
Und falls ja, könnte man diese Ursachen beseitigen oder verbessern?

Welche Funktion könnten die Zwänge erfüllen?

Zwänge könnten z.B. ein Mittel zur Selbsthilfe sein.
Könnten u.a. Sicherheit und Halt geben.
Oder mit magischem Denken korrespondieren:
„Wenn ich das tue, dann verhindere ich dadurch das und das...“

Gäbe es z.B. Alternativen, Sicherheit und Halt zu geben?
Vielleicht durch die Einführung alternative Rituale, Vermittlung einer positiven Perspektive, Ermöglichung von Erfolgserlebnissen durch Setzung von kleinschrittigen, realistischen Zielen?
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (19 Jahre / Asperger-Autist)

Anjali
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Anjali »

...Nachtrag:

bei dem Brummen könnte es sich auch um Stimming handeln.
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (19 Jahre / Asperger-Autist)

Katrinchen*
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Katrinchen* »

Anjali hat geschrieben:
19.06.2020, 12:04
Hallo,

habt ihr denn eine Ahnung von den Ursachen der Zwänge?
Und falls ja, könnte man diese Ursachen beseitigen oder verbessern?

Welche Funktion könnten die Zwänge erfüllen?

Zwänge könnten z.B. ein Mittel zur Selbsthilfe sein.
Könnten u.a. Sicherheit und Halt geben.
Oder mit magischem Denken korrespondieren:
„Wenn ich das tue, dann verhindere ich dadurch das und das...“

Gäbe es z.B. Alternativen, Sicherheit und Halt zu geben?
Vielleicht durch die Einführung alternative Rituale, Vermittlung einer positiven Perspektive, Ermöglichung von Erfolgserlebnissen durch Setzung von kleinschrittigen, realistischen Zielen?

Anfangs dachten wir, das er durch die Schule überlastet sei. Denn mit Schließung vor den Osterferien, hatte er beispielsweise auch keine Kopfschmerzen mehr (vorher täglich). Da die Zwänge in der schulfreien Zeit nicht nachgelassen haben, sind wie total rastlos. Wir machen ihm keinerlei Druck, er sich selber aber extrem! Nachmittags haben wir kaum Programm, außer 1x pro Woche therapeutisches Reiten und 1x pro Woche Autismustherapie. Ansonsten gehen wir immer viel im Wald, das tut ihm enorm gut.

Zugern wüsste ich den Auslöser.
Katrin mit P. Asperger Autist geb. 2011

Anjali
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Anjali »

Druck zu machen, wollte ich (euch) gar nicht unterstellen.
Womit macht er sich denn selbst Druck, wenn ich fragen darf?

Könnten die Zwänge u.a. auch eine Reaktion auf die Pandemie und die damit einhergehenden Unsicherheiten und Veränderungen sein?
Die Zwänge traten ja zum ersten Mal in/um den Februar herum auf, wenn ich es richtig überblicke.
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (19 Jahre / Asperger-Autist)

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Regina Regenbogen
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Regina Regenbogen »

Katrinchen* hat geschrieben:
20.06.2020, 14:33
Zugern wüsste ich den Auslöser.
Vielleicht habe ich es überlesen, du schreibst immer nur allgemein von Zwängen, welche Zwänge hat er denn entwickelt?
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Alexandra2014 »

Regina Regenbogen hat geschrieben:
21.06.2020, 08:18
Katrinchen* hat geschrieben:
20.06.2020, 14:33
Zugern wüsste ich den Auslöser.
Vielleicht habe ich es überlesen, du schreibst immer nur allgemein von Zwängen, welche Zwänge hat er denn entwickelt?
Beispiek:
unser Sohn muss alles mehrmals berühren, bevor er daran vorbei gehen kann. Bis er abends ins Bett kommt, das ist der wahnsinnig. Er brummt den ganzen Tag und das fast konstant
.“
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Alexandra2014
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Alexandra2014 »

Sandra F hat geschrieben:
18.06.2020, 22:59

Die Depression haben wir mit Unterstützung durch Tabletten von DHU in den Griff bekommen. Nennen sich Manuia.
Zusätzlich ist er einmal die Woche bei einer Psychotherapeutin.
Ich kann nur davor warnen, sich bei schwerwiegenden Erkrankungen auf die Behandlung mit Homöopathie zu verlassen.
Homöopathie wirkt nicht über den Placeboeffekt hinaus.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Regina Regenbogen
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Regina Regenbogen »

OK. Habe ich auch überlesen, was die/der Autismustherapeut/in zu der Ursache oder Ursachenbeseitung sagt?

Wir haben immer zugesehen, dass wir Therapeuten und KJP gleichermaßen in die "Behandlung" einbezogen haben, besonders bei einer möglichen medikamentösen Behandlung.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
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Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

Sandra F
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Sandra F »

Liebe Alex,

leichtfertig gehen wir Eltern hier alle nicht damit um.
Es ist frei verkäuflich.
Im Gegensatz zu den wie ich finde manchmal sehr schnell verabreichten Medikamentn, die oft nur im Off Label Use an kleine Kinder gegeben werden dürfen, halte ich die Nebenwirkungen von Globuli für sehr gering.

Wir haben eine Heilpraktikerin in der Familie.
Mit ihr besprechen wir, falls wir unsicher sind.

Und zusätzlich macht unser Sohn eine Psychotherapie.

Vg Sandra
Christopher 09/2006 Asperger + ADHS

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