Sertralin - Kind verändert

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Anna-Nina
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Anna-Nina »

Ja, Sertralin ist in erster Linie ein Antidepressivum.

Wenn du so haderst mit deinem Bauchgefühl, dann sagt es dir ja schon, dass du dir nicht sicher bist, ob die Verschlechterung vom Medikament kommt oder von woanders. Gerade die Aktuelle Lage macht diese Entscheidung nicht leichter. Könnte ja auch an der Gesamtsituation im Moment liegen (Corona).

Ich kann nicht beurteilen, wie schlecht es deinem Kind geht. Ist die Situation denn untragbar wie sie jetzt ist.

Viele Nebenwirkungen verschwinden auch erst nach ein paar Wochen - der Körper muss sich manchmal auch länger an die Medis gewöhnen. Da Sertralin ein Medikament ist, welches bei Depressionen sein volles Potential erst nach einigen Wochen entfaltet wäre ich Vorsichtig mit zu schnellem wieder absetzten.

Wir hatten bei Valproat auch erst eine Besserung nach über zwei (fast drei) Monaten obwohl in der Literatur eher vier Wochen angegeben werden. Schlagartig war sie wie ausgewechselt....Trotzdem ging es ihr dann später mit zwei Medikamenten erstmal wieder schlechter, weil die Kombi ihr auf dem Magen schlug - dann haben wir das andere falsche Medikament noch ausgeschlichen und jetzt geht es ihr erst wieder richtig gut.

Wie wäre es denn mal mit einer Kontrolle der Blutwerte oder des Blutdrucks, (EEG wurde bestimmt schon gemacht)?

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Alexandra2014
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Alexandra2014 »

Katrinchen* hat geschrieben:
17.06.2020, 19:39
Regina Regenbogen hat geschrieben:
17.06.2020, 15:36
Katrinchen* hat geschrieben:
17.06.2020, 13:32
Vor ein paar Wochen habe ich hier erzählt, das mein Sohn auf Sertralin eingestellt wird. Er ist 8 Jahre alt, Asperger Autist und hat vor ca. vier Monaten ein Zwangsverhalten entwickelt.
Was sagt denn der Beipackzettel zur Verabreichung an Kinder im Alter von nur 8 Jahren?

Alle Informationen, die ich darüber finde, sagen nur aus, dass Sertralin für Kinder eher ungeeignet ist. Ist sich eure Ärztin ganz sicher, dass dein Sohn nicht (auch) eine versteckte Depression hat? Dann wäre Sertralin erst recht falsch.

Sertralin wird auch bei Depressionen eingesetzt! Das hat man mir auch gesagt, da es stimmungsaufhellend sei.
Das was du nennst, was er an Nebenwirkungen hat, sind die häufigsten zu Beginn. Seid ihr vielleicht ein bißchen schnell beim Aufdosieren gewesen, dann könnte man auch wieder einen Schritt zurückgehen und schauen, ob es ihm damit besser geht.
Die stimmungsaufhellende Wirkung tritt erst später im Verlauf ein, deshalb muss man da etwas Geduld aufbringen.

Ich würde nochmal mit der Ärztin sprechen und nach einer Dosisreduktion fragen. Dann könnt ihr beim Termin gleich besprechen, ob es was gebracht hat. Auf der aktuellen Dosis würde ich so jetzt aber auch erstmal nicht bleiben.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

Katrinchen*
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Katrinchen* »

Wir wollten morgen eh anrufen und nachfragen. Unsere Ärztin ist im Urlaub, aber eine zweite Meinung der Vertretung finde ich gar nicht schlecht.

Wir sind mit 25mg gestartet, eine Woche später auf 50mg und mich eine Woche später auf 75mg. Dann hat sich unser Sohn so verändert und wurde zunehmend unruhig, so das wir bis jetzt bei 75mg geblieben sind und nicht weiter erhöht haben.
Katrin mit P. Asperger Autist geb. 2011

Katrinchen*
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Katrinchen* »

Anna-Nina hat geschrieben:
17.06.2020, 20:41
Ja, Sertralin ist in erster Linie ein Antidepressivum.

Wenn du so haderst mit deinem Bauchgefühl, dann sagt es dir ja schon, dass du dir nicht sicher bist, ob die Verschlechterung vom Medikament kommt oder von woanders. Gerade die Aktuelle Lage macht diese Entscheidung nicht leichter. Könnte ja auch an der Gesamtsituation im Moment liegen (Corona).

Ich kann nicht beurteilen, wie schlecht es deinem Kind geht. Ist die Situation denn untragbar wie sie jetzt ist.

Viele Nebenwirkungen verschwinden auch erst nach ein paar Wochen - der Körper muss sich manchmal auch länger an die Medis gewöhnen. Da Sertralin ein Medikament ist, welches bei Depressionen sein volles Potential erst nach einigen Wochen entfaltet wäre ich Vorsichtig mit zu schnellem wieder absetzten.

Wir hatten bei Valproat auch erst eine Besserung nach über zwei (fast drei) Monaten obwohl in der Literatur eher vier Wochen angegeben werden. Schlagartig war sie wie ausgewechselt....Trotzdem ging es ihr dann später mit zwei Medikamenten erstmal wieder schlechter, weil die Kombi ihr auf dem Magen schlug - dann haben wir das andere falsche Medikament noch ausgeschlichen und jetzt geht es ihr erst wieder richtig gut.

Wie wäre es denn mal mit einer Kontrolle der Blutwerte oder des Blutdrucks, (EEG wurde bestimmt schon gemacht)?
Wir sind letzte Woche zur Blutabnahme gewesen, in erster Linie um zu schauen ob sich schon ein Spiegel gebildet hat. Leider hat die Ärztin versäumt uns zu sagen, das unser Sohn an diesem Tag nichts nehmen darf. Daher ist der Wert nicht aussagekräftig.

Genau das ist ja kein Problem, ich bin total verunsichert. Gebe ich zu schnell auf oder muss ich einschreiten. Ist es die Medikation oder die komplette Situation. Drei Monate zu Hause, dann 1x pro Woche Schule, nun wieder jeden Tag....dort ist ja auch vieles verändert. Darf man natürlich nicht vergessen.
Katrin mit P. Asperger Autist geb. 2011

ehemalige Userin

Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von ehemalige Userin »

Kennt sich eure Ärztin mit Autismus aus? Viele Autisten reagieren empfindlicher auf Antidepressiva (sowohl erwünschte Wirkung als auch Nebenwirkung) und benötigen weniger als üblich. Auch sollte mit einer niedrigeren Dosis als normal angefangen werden.

Und noch eine Bitte aus eigener Erfahrung: achtet nicht nur auf die sichtbaren (körperlichen) Nebenwirkungen. Ich hatte bei nur 5 mg Cipralex täglich zuerst Besserung (gleich am nächsten Tag) und dann kam Gefühllosigkeit bis hin zur starken Abspaltung. Nach 4 Wochen habe ich abgesetzt.

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Regina Regenbogen
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Regina Regenbogen »

Anna-Nina hat geschrieben:
17.06.2020, 20:41
Ja, Sertralin ist in erster Linie ein Antidepressivum.
Ja, aber in erster Linie für Erwachsene. Bei Kindern steht Sertralin im Verdacht eines erhöhten Suizidrisikos.

Ich habe nicht ohne Grund nach dem Beipackzettel gefragt.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

Karina H BS
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Karina H BS »

Katrinchen,
Du stellst keine Verbesserung für dein Kind fest, aber heftige Nebenwirkungen. Daher ist doch eigentlich ziemlich deutlich, dass das Medikament nicht das Richtige ist.
Ich hab mal nachgelesen, das scheint nicht harmloses Zeug zu sein- ich selber habe eine zeit lang Citalopram genommen. Aber wie so oft, man bekommt das Rezept und niemand sagt einem, wie lange man es nehmen soll und was so passiert. Das Zeug wirkt wie das von Dir genannte Medikament.
Für unseren Sohn haben wir (auch AS) zwei mal eine Zeit mit Risperdal gehabt. Es gab eine sehr schnell erkennbare Wirkung- er war in der Lage meine Frage zu beantworten und auch die Impulskontrolle und die Konzentration verbesserte sich. Was wir beim ersten Mal hatten war- die Wirkung war schlagartig wohl weg, anders kann ich mir nicht erklären, dass er das Medikament früh morgens bekommen hat und dann so gegen 17 Uhr komplett durch war- also aggressiv, verwirrt etc.... Das hat sich nach einigen Wochen dann gelegt. Risperdal soll aber nach Aussage des KJP ohne Ausschleichen absetzbar sein. Was mein Sohn dann vor einigen Monaten zum Anlass genommen hat sich der Tablette zu verweigern.

Mamamarti
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Mamamarti »

Hallo,
Unsere Erfahrung mit Sertralin sind unterirdisch.
Mein Sohn bekam es gegen seine Spastik.
Von Anfang an war er schneeweiß, hatte extreme Übelkeit, hat sich 4 bis fünfmal am Tag übergeben.
Wir haben es abgesetzt. Leider hat sich eine chronische Magenentzündung entwickelt. Das Kind hat sich weiter übergeben, auch Monate später. Konnte nicht mehr essen. Als er mit 17 nur noch 22 Kilo wog, haben wir uns schweren Herzens für eine PEG Sonde entschieden.
Er hat sich weiter übergeben. Erst Omeprazol half halbwegs.
Vorher war er ein fröhlicher Junge.
Jetzt hat er zweimal Omeprazol, PEG Sonde und eine Magen Entzündung, die vermutlich nie mehr weg geht.
Wir haben damals relativ schnell abgesetzt, soweit ich weiß jeden zweiten Tag reduziert, natürlich mit Absprache mit der Ärztin.
Hoffentlich geht es deinem kleinen bald wieder besser.
LG Marti

Katrinchen*
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Katrinchen* »

Mamamarti hat geschrieben:
18.06.2020, 08:54
Hallo,
Unsere Erfahrung mit Sertralin sind unterirdisch.
Mein Sohn bekam es gegen seine Spastik.
Von Anfang an war er schneeweiß, hatte extreme Übelkeit, hat sich 4 bis fünfmal am Tag übergeben.
Wir haben es abgesetzt. Leider hat sich eine chronische Magenentzündung entwickelt. Das Kind hat sich weiter übergeben, auch Monate später. Konnte nicht mehr essen. Als er mit 17 nur noch 22 Kilo wog, haben wir uns schweren Herzens für eine PEG Sonde entschieden.
Er hat sich weiter übergeben. Erst Omeprazol half halbwegs.
Vorher war er ein fröhlicher Junge.
Jetzt hat er zweimal Omeprazol, PEG Sonde und eine Magen Entzündung, die vermutlich nie mehr weg geht.
Wir haben damals relativ schnell abgesetzt, soweit ich weiß jeden zweiten Tag reduziert, natürlich mit Absprache mit der Ärztin.
Hoffentlich geht es deinem kleinen bald wieder besser.
LG Marti

Oh mein Gott, das ist schrecklich und euer Erlebtes zur mir unendlich leid.....
Mein Mannhat heute den ganzen Tag über versucht die Ärztin zu erreichen. Wir wollen nicht mehr, können aber nicht eigenmächtig mit dem Ausschleichen beginnen.
Katrin mit P. Asperger Autist geb. 2011

Katrinchen*
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Katrinchen* »

Welche Alternativen gibt es, die Zwänge zu unterbrechen?

Beispiek:
unser Sohn muss alles mehrmals berühren, bevor er daran vorbei gehen kann. Bis er abends ins Bett kommt, das ist der wahnsinnig. Er brummt den ganzen Tag und das fast konstant.

Wir wollen diese Tabletten nicht mehr. Ich habe kein gutes Gefühl. Aber wie kann ich meinem Kind helfen?
Katrin mit P. Asperger Autist geb. 2011

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