Sertralin - Kind verändert

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Regina Regenbogen
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Regina Regenbogen »

SimoneChristian hat geschrieben:
30.12.2020, 09:52
Vielleicht ist es weniger das TV oder das Tablet, sondern die Akustik, die damit verbunden ist? :think:

Oder es liegt an dem visuellen Wahrnehmung... *grübel*
(Was ich denke, kann ich gerade nicht viel besser beschreiben.)
Geht mir genauso, ich bekomme meine Gedanken gerade nicht klar formuliert. Die Ursachensuche war bei meinem eigenen Kind schon extreme Detektivarbeit gepaart mit viel Intuition. In einem Forum ist das für mich fast unmöglich.

Manchmal lag es bei meinen Kind nur an einer "Kleinigkeit", wie zum Beispiel der vorhandenen oder fehlenden Beleuchtung, kaum merkbaren Hintergrundgeräuschen oder etwas völlig anderem. Als mein Jüngster 4 oder 5 Jahre alt war, bin ich durch Zufall dahinter gekommen, dass er etwas braucht um abends/nachts zur Ruhe zu kommen, was seine Geschwister zuletzt als Baby brauchten: einen fast geschlossenen Himmel an seinem Bett - er brauchte den Höhlencharakter. Als wir das umgesetzt hatten mit dem Betthimmel Rainbow von Ikea konnte das Kind endlich zur Ruhe kommen. Der Betthimmel wurde im Laufe der folgenden Jahre überflüssig, das Tempo hat aber mein Jüngster vorgegeben.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

Anjali
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Anjali »

Hallo,
Stimming ist ein Mittel zur Selbstregulation und Selbstberuhigung als solches muss es nicht immer als positiv empfunden werden.
Wenn es keinen Anlass dafür gäbe, bräuchte man nicht zu „stimmen“. Insofern kann das Stimming auch als ein „Muss“ empfunden werden.
Aber das soll keine Wortklauberei sein.
Ich denke nur, dass es ein Ansatz sein könnte, das Brummen möglichst im Vorfeld zu verhindern.
Das stelle ich mir aber als sehr schwierig vor.
Ein paralleler Ansatz könnte sein, das Brummen in ein anderes selbstregulierendes Verhalten umzulenken.
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (19 Jahre / Asperger-Autist)

Anjali
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Anjali »

...dass das Brummen besonders abends auftritt - könnte das nicht auch damit zusammenhängen, dass abends die (positiven wie negativen) Eindrücke des Tages verarbeitet werden wollen oder die (positiven wie negativen) Eindrücke des nächsten Tages antizipiert werden? Dein Kind hatte doch z.B. die Schule betreffende Ängste, in den letzten Tagen stand ein unangenehmer Arztbesuch vor etc. .
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (19 Jahre / Asperger-Autist)

Anjali
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Anjali »

...
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (19 Jahre / Asperger-Autist)

Katrinchen*
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Katrinchen* »

Hallo Anja, ja ich denke auch, das abends verarbeitet. Ich beobachte ihn gut und handel immer nach Intuition. Mein Bauchgefühl hat mich bisher sehr gut geleitet.

Am Tablet macht er Spiele und ich glaube das er in diesen Augenblicken konzentriert ist. In der Schule beispielsweise brummt er kaum.

Ich kann im Moment gar nicht erklären was ich eigentlich sagen möchte, kann es nicht greifen. Es tut mir so leid! Ihr gebt euch soviel Mühe und ich danke euch sehr dafür!!

In deiner letzter Nachricht sollte ein Anhang sein!?
Katrin mit P. Asperger Autist geb. 2011

Anjali
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Anjali »

Hallo Katrinchen,

...ja, ursprünglich hatte ich noch einen Nachsatz geschrieben, ihn dann aber wieder löschen wollen.
(Nachdem ich den gesamten Thread noch einmal durchgelesen hatte, hatte sich der Nachsatz doch erledigt gehabt)
Löschen ging leider nicht mehr, weshalb ich dann den ursprünglichen Text durch Pünktchen ersetzt habe.

Mir fehlen oft die passenden Worte (auch gerade in diesem Beitrag). Habe vollstes Verständnis für Dich und schicke Dir einen virtuellen Drücker.
Wünsche Dir und Deinen Lieben (und allen Mitlesern) ein gutes und glückliches Neues Jahr.

Liebe Grüße,
Anja
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (19 Jahre / Asperger-Autist)

Katrinchen*
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Katrinchen* »

Liebe Anja und auch ihr anderen Lieben,
Ich wünsche euch auch ein schönes neues Jahr mit vielen kleinen Glücksmomenten.

Manchmal ist es schwer sich auszudrücken, ich habe es ja auch gerade. Unser Sohn hat nun noch ein weiteres Geräusch dazu bekommen, mal schauen wie es für uns weitergeht.
Katrin mit P. Asperger Autist geb. 2011

Katrinchen*
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Katrinchen* »

Hi ihr, da bin ich leider noch einmal.
Unserem Sohn geht es nicht gut, er brummt so stark wie nie zuvor - hauptsächlich am Abend, wenn er im Bett liegt. Ich weiß einfach nicht weiter, niemand kann uns helfen und die Aussage des Kinderpsychiaters - wir sollen uns in Gelassenheit üben - hat auch seine Grenzen.
Vor einem Jahr begannen die Zwänge, diese wandelten sich dann in das Brummen, mittlerweile ist noch ein Räuspern hinzu gekommen.

Letzte Woche hat sich Paul erstmalig zum Thema Corona geäußert. Was heißt geäußert, er hat geweint, geschrien, getobt und war extrem verzweifelt. Bisher hat er das alles so angenommen, die Masken in der Schule, Abstand usw. Natürlich haben wir über die Thematik gesprochen, aber ich habe nicht gesehen, dass das evtl der Auslöser oder die Spitze des Eisberges gewesen ist. Durch den Unterricht zu Hause, kam nun einiges aus ihm heraus. Zwar würde er lieber in der Schule lernen (Stichwort Alltag), sagt aber auch, das es ihm zu Hause gut tut. Weniger Kinder (er lernt mit einer Mitschülerin), weniger Lautstärke.

Ist es ein Zusammenspiel? Der Alltag fehlt, aber dennoch geht es vom Grundsatz her Zuhause besser?

Ich hoffe es nicht allzu durcheinander..

Danke fürs zuhören.
Katrin
Katrin mit P. Asperger Autist geb. 2011

Anjali
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Anjali »

Liebe Katrin,

Das tut mir sehr Leid für euch.

Ich habe nicht mehr auf dem Schirm, ob Dein Kleiner bereits Autismustherapie oder andere Therapien erhält.
Ich vermute/hoffe, dass es hilfreich sein wird, wenn von möglichst vielen „Stellen“ aus Ursachenforschung betrieben werden könnte.

Meinem damals elfjährigen Sohn hat eine ganz liebe Autismustherapeutin (zu der er eine gute, vertrauensvolle Beziehung hatte) mit relativ einfachen Mitteln (auf die ich nie selbst gekommen wäre) dabei geholfen, einen ihn ziemlich einschränkenden Zwang loszuwerden.

LG
Anja
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (19 Jahre / Asperger-Autist)

Katrinchen*
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Katrinchen* »

Liebe Anja,
danke dir!! Paul bekommt 1x pro Woche Autismustherapie. Ehrlich gesagt bin ich mir aber nicht mehr sicher, ob wir dort noch richtig sind. Die Therapeuten arbeiten mehr mit Erlebnispädagogik....
Paul geht gerne hin, aber es gibt halt keine wirkliche Ursachenforschung.

Viele Grüße
Katrin
Katrin mit P. Asperger Autist geb. 2011

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