Sertralin - Kind verändert

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rena99
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von rena99 »

Hallo Katrinchen,

ja, leider stimmt es schon, es hilft nur Ruhe und Gelassenheit und dass man genau das ausstrahlt. Zusammen mit einem verlässlichen Rahmen für das Kind mit wenigen aber nachvollziehbaren und auch durchzusetzenden Regeln.

Genau wie Simone denke ich, dass eine therapeutische Begleitung für euch Eltern gut wäre. Mir zumindest hat es ind er schlimmsten Zeit sehr geholfen. Das klärte meinen Standpunkt und half mir immer wieder einen Schritt weiter.

Du weißt ja leider, dass das eine Marathon-Strecke ist. Lass auch ruhig hier im Forum Dampf ab, das hilft ja auch schon mal.

LG
Rena
Rena mit (mittlerweile erwachsener) Tochter (V.a. Autismusspektrumsstörung, Zwangsstörung)

Anjali
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Anjali »

Hallo Kathrinchen,

für mich klingt das Brummen nach Stimming.
Stimming kann durch negative und durch positive Emotionen verstärkt werden.
Du selbst hast ja Weihnachten und den Familienzuwachs als aktuelle (positive) Verstärker in Verdacht.
Überdies steht Morgen ein nicht unproblematischer Arztbesuch an.

Ich würde versuchen, mich nicht zu sehr auf das Brummen als Problem zu fokussieren.
Es könnte sich durchaus in ein paar Tagen wieder abschwächen.
Ganz verschwinden wird es wohl nicht so schnell, das es ja ein Symptom ist, dessen Ursachen sich nicht so einfach identifizieren und beseitigen lassen.

Ich verlinke mal einen Blogbeitrag zum Thema Spinning:

https://ellasblog.de/stimming-was-ist-das-eigentlich/
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (19 Jahre / Asperger-Autist)

Katrinchen*
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Katrinchen* »

Ach Ellas Blog vielen Dank!!
Ja ihr habt alle auf jedenfall Recht und ich schäme mich schon langsam, das ich es nicht schaffe. Unsere Therapeuten sind hilflos und überfordert und würden uns damit liebsten in der Klinik sehen.
Katrin mit P. Asperger Autist geb. 2011

Anjali
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Anjali »

Guten Morgen Kathrinchen,

Du brauchst dich überhaupt nicht zu schämen. Bitte gehe nicht so hart mit Dir ins Gericht.
Ich wollte mit meinem letzten Beitrag eigentlich etwas Last von Deinen Schultern nehmen.

Liebe Grüße,
Anja
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (19 Jahre / Asperger-Autist)

rena99
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von rena99 »

Also wirklich, Katrinchen, warum solltest du dich schämen? Den Hinweis auf das Stimming finde ich übrigens ziemlich wichtig. Ich war nach deinen Beschreibungen bisher davon ausgegangen, dass ihn das Brummen auch selbst stört, d.h. dass er weiß, dass er das eigentlich nicht will, aber machen muss, damit er keine Ängste und Panikattacken bekommt. Wenn das Brummen für ihn aber nicht negativ ist, er das also wirklich gerne macht und als positiv empfindet, dann ist es kein Zwang, sondern eben Stimming. Die Unterscheidung ist nie ganz einfach von außen, aber wichtig und die Betroffenen selbst können das sehr wohl unterscheiden. Und dann müsste man auch anders damit umgehen.

Wahrscheinlich kannst du schon gar nicht mehr weghören, wenn er brummt. Versuch mal, etwas Musik oder ein Hörbuch über Kopfhörer zu hören, damit du davon etwas los kommst und selbst wieder ruhiger werden kannst.

LG
Rena
Rena mit (mittlerweile erwachsener) Tochter (V.a. Autismusspektrumsstörung, Zwangsstörung)

Katrinchen*
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Katrinchen* »

Ihr seid so unglaublich lieb, vielen vielen Dank!!
Es ist leider schon so, das es meinen Sohn stört, für ihn fühlt es sich nicht gut an und er sagt selber, das er darunter leidet.

Wißt ihr, im Moment haben wir was Hilfe angeht resigniert. Da ist niemand. Man gibt uns das Gefühl zu stören, man ist genervt oder überfordert.

Ist nicht so einfach.....aber aufgeben tun wir nicht.
Katrin mit P. Asperger Autist geb. 2011

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Mango(Anna)
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Mango(Anna) »

Dann klingt das für mich nicht nach Stimming.
Stimming empfinde ich als angenehm, beruhigend etc. Im Gegensatz zu Tics und Zwängen hat mich Stimming auch noch nie am Schlafen gehindert.

Ich habe z. B. beim Baden und Singen keine Tics, vielleicht könnte ihm das etwas Erleichterung bringen, wenn es für ihn etwas geben sollte, was bei ihm so klappt. Beim Singen kann man ja z. B. nicht brummen. Oder Wörter aufsagen, die man gerne mag. Ist zwar auch anstrengend aber ggf. nicht so unangenehm. Keine Ahnung ob er das nicht schon probiert hat und kann natürlich auch sein, dass es nicht klappt, wenn es ein Zwang ist, ist es ja dann ggf. noch unangenehmer.
Selbstbetroffen:
2005- zentrale Koordinationsstörung m. Störung der Motorik R27.8 G
2017- Asperger Syndrom F84.5
2020- Tic-Störung, nicht näher bezeichnet F95.9
2020- Schallempfindungsschwerhörigkeit bds. H90.5 G B
2021- Sehnervenhypoplasie

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Regina Regenbogen
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Re: Sertralin - Kind verändert / Update

Beitrag von Regina Regenbogen »

Katrinchen* hat geschrieben:
27.12.2020, 23:31
Wir gaben eine zeitlang Melatonin geben, damit unser Sohn endlich in den Schlaf findet. Es hat gut geholfen, ihn aber tagsüber auch sehr müde gemacht. Seit dem 2. Lockdown haben wir es abgesetzt - einige Tage ist unser Sohn sehr gut zurecht gekommen, was den Schlaf angeht. Nun brummt er wieder und brummt...ich liege nebenan im Bett und höre es.
Entschuldige bitte, falls ich etwas überlesen habe, aber brummt er denn nur bzw. überwiegend abends/nachts? Könnte etwas an den Rahmenbedingungen seines Zimmers oder des Abendablaufs geändert werden bzw. nicht passend sein?
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

Katrinchen*
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von Katrinchen* »

Hey, du musst dich doch nicht entschuldigen. Er brummt hauptsächlich abends im Bett, das beginnt schon beim Geschichte vorlesen und auch meist beim Abendfernsehen. D.h. TV ist zuviel, lässt sich aber total schwer verbieten, wir haben es auf ein minimum runterhrfahren. Am Tablet hat er es nicht, da scheint die Konzentration überwiegen.

Tagsüber kommt es auch vor, aber dann meist nach der Schule wenn er überlastet ist. Wir versuchen ihn so wenig Reizen wie möglich auszusetzen, aber das ist nicht immer leicht und manches muss sich sein.

Ganz eindeutige Ursachen konnten wir bisher auch leider nicht ausmachen.
Katrin mit P. Asperger Autist geb. 2011

SimoneChristian
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Re: Sertralin - Kind verändert

Beitrag von SimoneChristian »

Vielleicht ist es weniger das TV oder das Tablet, sondern die Akustik, die damit verbunden ist? :think:

Oder es liegt an dem visuellen Wahrnehmung... *grübel*
(Was ich denke, kann ich gerade nicht viel besser beschreiben.)
Kleines Bild nah - großes Bild weiter weg ergibt auf jeden Fall völlig andere Seh-Eindrücke. Und auch beim Vorlesen entstehen ja Bilder im Kopf.
Macht er denn inhaltlich das gleiche an TV und Tablet? Oder spielt er auf dem Tablet eher?

LG
Simone
C. (*9/11) Sprachentwicklungsverzögerung, Regulationsstörungen des Kindesalters
atypischer Autismus (Diagnose 07/15)

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