Frage zur Autismusdiagnostik

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Lesslo
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Frage zur Autismusdiagnostik

Beitragvon Lesslo » 17.01.2020, 15:05

Hallo,

Nachdem, zum Einen, bei einem unserer letzten Gespräche bei der KJP als auch beim Kinderarzt der Verdacht dann doch Richtung Autismus ging, befinden wir uns nun in der Diagnostik.

Letztens war der ADOS. Leider hat Isa nicht wirklich mitgemacht. Ohne mein Beisein saß die nur auf dem Stuhl, Kapuze auf dem Kopf und hat gesagt das sie nicht mit dem Diagnostiker redet. Als ich dann mit im Raum war, hat sie zwar auf Fragen geantwortet, aber ein richtiger Dialog kam nicht zu Stande. Teilweise hat sie sich auch bei den Antworten widersprochen und oft nur mit eins zwei Wörtern geantwortet. Die Aufgaben hat sie sehr widerwillig gelöst.

Der Diagnostiker wollte mehrmals den Test, aufgrund ihres Verhaltens, abbrechen.

Ich weiß nun gar nicht was ich davon halten soll. Waren eure Kinder beim ADOS kooperativ oder kennt auch jemand so unkooperatives, teils bockiges Verhalten beim Test?

LG Lesslo
Tochter * 09.07 mit Epilepsie, Pinealiszyste, ADS, F83, LRS...
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Engrid
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Beitragvon Engrid » 17.01.2020, 15:27

Hallo,

ein Diagnostiker für ASS sollte eigentlich mit Verweigerung oder sonstwie auffälligem Verhalten klar kommen, immerhin ist das ja oft genug mit Anlass der Diagnostik ... :icon_scratch:

Unkooperativer als Junior damals bei seiner Diagnostik könnte man gar nicht sein. Unsere damals schon sehr erfahrene KJP hat das Relevante dennoch gesehen und abgeklopft.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
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AnnalenaO
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Re: Frage zur Autismusdiagnostik

Beitragvon AnnalenaO » 17.01.2020, 16:56

Hallo!

Also bockig war mein Sohn jetzt nicht, aber auch nicht wirklich kooperativ. Ein Dialog kam jedenfalls auch nicht zustande, er hat kurz und knapp geantwortet, teilweise auch erst nachdem er ein 2. Mal gefragt wurde. Ansonsten war er damit beschäftigt einen Klettstreifen zu befummeln. Irgendwann hat er die Frau dann auch einfach stehen gelassen und ist durch den Raum gelaufen und hat sich alles angesehen. Das hat nichts ausgemacht.

Viele Grüsse
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Re: Frage zur Autismusdiagnostik

Beitragvon SimoneChristian » 17.01.2020, 22:56

Hallo Lesslo!

Da muss wohl der Diagnostiker noch einiges lernen.
Gerade Besonderheiten in der Kommunikation sind doch Kernthema des Tests.
Sohnemann war auch immer eher unkooperativ, allerdings auch deutlich jünger.

LG
Simone
C. (*9/11) Sprachentwicklungsverzögerung, Regulationsstörungen des Kindesalters
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Re: Frage zur Autismusdiagnostik

Beitragvon Lesslo » 18.01.2020, 08:27

vielen Dank euch.

vielleicht schätze ich das auch falsch ein und er hat versucht sie aus der Reserve zu locken ?

Ich weiß es nicht. Der Diagnostiker gilt als erfahren und arbeitet in einer Praxis für Autismustherapie.

Mal schauen was rauskommt.

LG lesslo
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Re: Frage zur Autismusdiagnostik

Beitragvon Regina Regenbogen » 18.01.2020, 08:58

er hat versucht sie aus der Reserve zu locken ?
Könnte gut sein. Es ist definitiv auch für erfahrene Diagnostiker nicht einfach, die Verweigerungshaltung eines 12/13-jährigen Mädchens zwischen Autismus und pubertärer Bockigkeit einzuordnen. Das erfordert oftmals andere Vorgehensweisen als bei 5- und 6-jährigen Kindern.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
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Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

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Beitragvon Engrid » 18.01.2020, 09:24

Hallo,
er hat versucht sie aus der Reserve zu locken ?
Könnte gut sein. Es ist definitiv auch für erfahrene Diagnostiker nicht einfach, die Verweigerungshaltung ... einzuordnen.
Denke ich auch. Und auch sonst ist es sicherlich eine anspruchsvolle Aufgabe, hängt ja auch einiges dran.

Grüße
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Re: Frage zur Autismusdiagnostik

Beitragvon maikeb » 18.01.2020, 14:37

Also, wenn ein "richtiger Dialog" zustande käme, wäre das wohl auch ein Kriterium gegen die Diagnose.

Lisaneu
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Re: Frage zur Autismusdiagnostik

Beitragvon Lisaneu » 18.01.2020, 19:25

Mein Sohn (ASS und ADHS) hat Teile vom WISC-IV verweigert, weil sie ihm "zu blöd" waren - Fragen, die er mit links hätte beantworten können. Und das war bei seiner Kinderpsychologin, die er zu dem Zeitpunkt schon ein halbes Jahr aus der regelmäßigen Therapie kannte.

Dialoge zwischen meinem Sohn und Personen, die nicht zur Familie gehören, sind generell sehr selten. Mein Sohn ist zwar sprachlich sehr begabt (sprachlicher Bereich vom WISC-IV gedeckelt, was bedeutet sprachlicher IQ von 150+), aber kaum zu wechselseitiger Kommunikation imstande. Wenn er gut drauf ist kann er auf Fragen antworten, ansonsten hält er Monologe zu seinen Themen und geht gar nicht darauf ein, was das Gegenüber spricht. Er kann ad hoc zu allen möglichen und unmöglichen Themen Referate halten (in deutsch oder englisch), sich aber nicht "normal" unterhalten. Ist Teil seine Besonderheit :wink: .

Wie ist es mit deiner Tochter sonst in Sache Kommunikation? Hast sie Freunde, mit denen sie wechselseitig kommuniziert. Also sich gegenseitig was erzählen, zuhören, Kommentare dazu abgeben,...? Woran glaubst du dass ihre ablehnende Haltung der Therapeuten gegenüber gelegen hat? War sie mit der Diagnostik generell nicht einverstanden? Oder war ihr der Therapeut unsympathisch? Konntest du das nachher herausfinden? Du kennst deine Tochter ja besser als irgend jemand sonst, daher gehe ich mal davon aus, dass du schon eine Vermutung hast, bzw. dass deine Tochter zumindest dir gegenüber kundgetan hat, was für sie nicht gepasst hat.
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)


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