Angst vor dem eigenen Kind

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

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SimoneChristian
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Re: Angst vor dem eigenen Kind

Beitragvon SimoneChristian » 11.06.2019, 12:52

Hallo Natascha!

In Thaddäus Alter war hier, gerade abends, auch oft die Hölle los.
Und zwar oft aus einer Entwicklungsphase heraus.
"Ich hasse dich. Verlass mich nicht."

Grundsätzlich fallen mir 2 getrennte Punkte ein, die in der Situation aber ähnlich aussehen und sich auch vermischen.
Einmal Engrids Einwand:
Das Kind sucht inneren Halt. Es braucht von dir klare Gefühle.
Das ist der Punkt, der mir meist am schwersten fällt.
Dafür ist aber auch wichtig, gewisse Grenzen körperlich durch zu setzten.
Ich kann mir vorstellen, dass dir genau der Punkt schwer fällt.
Aber fest halten, um sich selbst zu schützen, wird kein Trauma verursachen. Du schlägst ihn nicht und du bist emotional bei ihm.
Sag es ihm auch! "Ich luss dich fest halten, damit du mich nicht verletzt. Ich kann mich nicht gut um dich kümmern, wenn ich verletzt bin"

Und zum anderen:
Körperliches Unwohlsein, evtl Wunsch nach mehr Grenzen spüren.
Vielleicht könnte da fest ins Oberbett einrollen helfen oder vorsichtig an den Beinen durchs Bett ziehen

Vielleicht könnte dein Mann euch unterstütuen, in dem er Material bastelt, um visuell Struktur vor zu geben.

Alles Gute und starke Nerven
Simone
C. (*9/11) Sprachentwicklungsverzögerung, Regulationsstörungen des Kindesalters
atypischer Autismus (Diagnose 07/15)

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Kaati
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Re: Angst vor dem eigenen Kind

Beitragvon Kaati » 11.06.2019, 21:07

Puh Bianca, halt dich mal raus du hast keinen Autisten also ruhe jetzt.
Denn auch ich hatte von meinem 3 Jährigen damals eine Gehirnerschütterung wegen Ausraster beim zu Bett bringen.
Und ich habe immer aufgepasst das er mich nicht erwischt und auch ich habe mich zurückgezogen und bin raus gegangen.
Aber gegen plötzliche Ausraster kann auch keine Mutter sich schützen.

Und auch ich finde es toll das Natascha sich hier gerade traut sich so zu öffnen.

Leider habe ich keine anderen Tips für dich Natascha als alle anderen.

Vlg Kaati
L. 2.4.13 Autismus Spektrum
Frühkindlicher Autist
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Nicht alle Kinder lernen das Gleiche zur gleichen Zeit auf die gleiche Weise
(Kath Walter)

toto35
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Re: Angst vor dem eigenen Kind

Beitragvon toto35 » 11.06.2019, 22:18

Hallo,
es ist doch so, dass Natascha ganz genau weiss dass es so nicht weitergehen kann. Das steht doch gar nicht zur Frage. Ich denke, sie weiss ganz genau, dass sie Hilfe brauchen zumal es ja noch viel schwieriger wird wenn der Junge älter wird.

Jemand der kein Kind hat welches in diese Richtung beeinträchtigt ist, ist entsetzt . Auch ich bin entsetzt - obwohl ich ein Kind habe welches ADHS/ADS hat- wo es auch viele Klischees gibt- welche mein Junge aber überhaupt nicht bedient.

ABER: ich weiss, dass auch hier Kinder gibt wie Nataschas Sohn. Gar keine Zweifel.

Natascha- du brauchst jetzt dringend Hilfe. Bekommt dein Kind Medikamente? Wieso ist dein Mann dir keine Hilfe? Du musst deinem Sohn zeigen, dass du ihn lieb hast aber dass du dich nicht von ihm angehen lässt.
LG

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Sohn (16,5 Jahre): ADHS/ADS (Mischform), Fructoseintoleranz, v.a. Migräne, Kiss-Kind (Therapie endlich erfolgreich beendet!)

Biancamit2
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Re: Angst vor dem eigenen Kind

Beitragvon Biancamit2 » 11.06.2019, 22:20

Kaati hat geschrieben:Puh Bianca, halt dich mal raus du hast keinen Autisten also ruhe jetzt.
Denn auch ich hatte von meinem 3 Jährigen damals eine Gehirnerschütterung wegen Ausraster beim zu Bett bringen.


Vlg Kaati


Ich lass mir nicht den Mund verbieten. Ausserdem, woher willst du denn wissen was ich habe oder weiß?
Du hast keine Ahnung von mir, also Ruhe jetzt!
Bianca mit Sohn (2004, Skoliose, LRS) und Tochter (02.2009 Frühchen 29+0, ICP, PVL, spastische Diparese, und manch anderes) und zwei Sternchen *2003 *2008 fest im Herzen

AnnalenaO
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Re: Angst vor dem eigenen Kind

Beitragvon AnnalenaO » 11.06.2019, 22:56

Bianca es ist einfach so dass autistische Kinder gewisse Verhaltensweisen haben die Eltern von nicht autistischen Kindern schwer bis gar nicht nachvollziehen kann. Und als Mutter eines autistischen Kindes bekommt man IMMER WIEDER erklärt dass das so gar nicht sein kann und wenn doch dann macht man etwas ganz schlimm falsch.
Leider habe ich mit meinem Sohn auch sehr schwierige Zeiten durch gemacht. Einschlafen war im Alter von 4-6 Jahren der Horror pur und ich hatte auch immer ein Angstgefühl vorm zu Bett bringen.
Klar soll und darf das so auf Dauer nicht sein. Aber autisische Kinder sind da nunmal ganz speziell und es braucht enorme Selbstbeherrschung und Fingerspitzengefühl um gut zurecht zu kommen.
Hier im Unterforum Autismus ist Nataschas Geschichte eben nicht „völlig unvorstellbar, das muss ein Fake sein“. Daher reagieren Mütter hier mitunter empfindlich auf solche Aussagen, und da nehme ich mich nicht aus.
Ich hab so oft zu hören bekommen dass entweder ich wirklich alles falsch mache oder aber das was ich sage so sicher nicht stimmt, das zermürbt einfach total und man fühlt sich als wär man reif für die Klapse obwohl man als reflektierter Mensch eigentlich weiss dass man so verkehrt nicht liegen kann mit seiner Erziehung und dass das was man sagt ganz sicher so stimmt. Warum das so ist, das versteht man aber leider nicht und bekommt auch nur im grossen Glücksfall die Hilfe die man benötigt.
Daher ist es mitunter angebracht erstmal zurückhaltend mit Vorhaltungen zu sein beim Thema Autismus und Erziehungsprobleme wenn man selber kein autistisches Kind hat.
Liebe Grüsse, AnnalenaO
Sohn 5/2009 Asperger Syndrom
Tochter 10/2012 Topfit

Biancamit2
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Re: Angst vor dem eigenen Kind

Beitragvon Biancamit2 » 11.06.2019, 23:26

Nochmal, wer sagt euch denn was für Kinder ich habe?
Das ist für mich alles klar. Ich weiß wie irre schwierig ein autistisches Kind oder auch Erwachsener zu Händeln sein kann. Mir ist auch klar dass man je nach Phase „Angst hat“.
Aber trotzdem ist das, was hier beschrieben wird eine ganz andere Liga. Da wird ein Kind, laut Beschreibung, zur blutrünstigen Bestie, dass die Mutter so verprügelt, dass Blutspritzer auf der Wand sind, dass Ihr Zähne ausgeschlagen werden. Vater und Fachleute greifen nicht ein, und die Mutter lässt es monatelang mit sich machen und sagt „ich will doch einfach nur wieder kuscheln“? Das ist, wie wenn sie versehentlich in den Tigerkäfig fällt und einfach sitzen bleibt. Nur dass sie beim Tiger echt keine Chance hat sich zu wehren, sie es bei nem 3 jährigen aber sowohl kann als auch muss. Und wenn sie ihm wirklich keinerlei Einhalt bieten kann, und der Vater auch nicht, dann muss da was geschehen. Was soll denn aus diesem Kind werden? Der jüngste Killer aller Zeiten?
Und das tut mir leid, aber ich kann und werde nicht glauben dass Psychologe und Psychiater das Wissen und untätig die Hände in die Luft strecken. Und wenn das wirklich so ist, gehören die verdammt schnell angezeigt wegen unterlassener Hilfeleistung.
Und dabei ist es egal, welche Diagnose ein Mensch hat. Wenn er regelmäßig andere schwer verletzt kann man ihn nicht einfach in den Arm nehmen und kuscheln, weil er nix dafür kann. Man muss handeln.
Als der Sohn von Simone damals ein Kind in der Schule geohrfeigt hat, da haben alle zugestimmt dass das so nicht sein darf, und man die Eltern des Opfers verstehe. Jetzt gibt es nicht eine Ohrfeige sondern regelmäßige Prügelattacken....
Bianca mit Sohn (2004, Skoliose, LRS) und Tochter (02.2009 Frühchen 29+0, ICP, PVL, spastische Diparese, und manch anderes) und zwei Sternchen *2003 *2008 fest im Herzen

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Re: Angst vor dem eigenen Kind

Beitragvon NataschaSte » 11.06.2019, 23:55

Hallo,
Nein so lass ich meinen kleinen nicht hin stellen.

Ich hab mehrfach geschrieben das die letzten Monate viel besser waren.

Ich hab die Tipps von hier umgesetzt indem ich mich zu seinen Beinen gesetzt habe etc. Daraufhin veränderte sich die einschlafsituation.

Alles andere hab ich schon geschrieben.

Mein Mann macht auch Therapie. Also wir schauen schon auf uns.

Nachdem Thaddäus heute gestürzt ist und ein leichtes schürfi am Knie hat, weiß ich sicher, der hat ein absolutes Problem mit Blut.

Was auch vielleicht sein absolutes ausrasten erklärt.

Danke euch allen die mir Mut machen.

Ist da so schwer nachzuvollziehen das ich wieder ruhig und entspannt mit ihm einschlafen möchte?

Ich finde es schade das ich das Gefühl bekomme es läuft hier in eine komplett andere Richtung.

Grüße
Natascha und Thaddäus, geb 12/15, atypischer Autismus

Ein guter Schulabschluss ist kein Indikator für Intelligenz, sondern von guter Anpassungsfähigkeit. - Gerald Hüther

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Regina Regenbogen
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Re: Angst vor dem eigenen Kind

Beitragvon Regina Regenbogen » 12.06.2019, 06:01

NataschaSte hat geschrieben:Ist da so schwer nachzuvollziehen das ich wieder ruhig und entspannt mit ihm einschlafen möchte?


Nein, aber ist es auch das, was dein Sohn möchte? Also das mit dir kuschelnd einschlafen? Mein Jüngster wurde schon früh rebellisch, wenn man ihm körperlich zu nahe gerückt ist. Da er das nicht mit Worten ausdrücken konnte, sahen seine Abwehrversuche für Aussenstehende schon aus wie Wut - es war aber definitiv mehr Panik und Angst als Zorn.

Biancamit2 hat geschrieben:Was soll denn aus diesem Kind werden? Der jüngste Killer aller Zeiten?


Bei sowas kocht aber echt was in mir hoch. Das ist echt das letzte. :evil:
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

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Re: Angst vor dem eigenen Kind

Beitragvon NataschaSte » 12.06.2019, 06:54

Regina Regenbogen hat geschrieben:
Nein, aber ist es auch das, was dein Sohn möchte? Also das mit dir kuschelnd einschlafen? Mein Jüngster wurde schon früh rebellisch, wenn man ihm körperlich zu nahe gerückt ist. Da er das nicht mit Worten ausdrücken konnte, sahen seine Abwehrversuche für Aussenstehende schon aus wie Wut - es war aber definitiv mehr Panik und Angst als Zorn.


Hallo,

Ja bin ich mir.

Er sucht die Nähe beim schlafen, wenn ich jetzt in der Nacht aufstehe rutscht er immer zu meinem Mann rüber und sucht dort irgendwie die Nähe.

Ich hab mich auch schon versucht durch Gegenstände zu ersetzen... Aber diese Versuche sind länger her...

Liebe Grüße
Natascha und Thaddäus, geb 12/15, atypischer Autismus

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toto35
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Re: Angst vor dem eigenen Kind

Beitragvon toto35 » 12.06.2019, 07:25

AnnalenaO hat geschrieben:Bianca es ist einfach so dass autistische Kinder gewisse Verhaltensweisen haben die Eltern von nicht autistischen Kindern schwer bis gar nicht nachvollziehen kann. Und als Mutter eines autistischen Kindes bekommt man IMMER WIEDER erklärt dass das so gar nicht sein kann und wenn doch dann macht man etwas ganz schlimm falsch.
Leider habe ich mit meinem Sohn auch sehr schwierige Zeiten durch gemacht. Einschlafen war im Alter von 4-6 Jahren der Horror pur und ich hatte auch immer ein Angstgefühl vorm zu Bett bringen.
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Hier im Unterforum Autismus ist Nataschas Geschichte eben nicht „völlig unvorstellbar, das muss ein Fake sein“. Daher reagieren Mütter hier mitunter empfindlich auf solche Aussagen, und da nehme ich mich nicht aus.
Ich hab so oft zu hören bekommen dass entweder ich wirklich alles falsch mache oder aber das was ich sage so sicher nicht stimmt, das zermürbt einfach total und man fühlt sich als wär man reif für die Klapse obwohl man als reflektierter Mensch eigentlich weiss dass man so verkehrt nicht liegen kann mit seiner Erziehung und dass das was man sagt ganz sicher so stimmt. Warum das so ist, das versteht man aber leider nicht und bekommt auch nur im grossen Glücksfall die Hilfe die man benötigt.
Daher ist es mitunter angebracht erstmal zurückhaltend mit Vorhaltungen zu sein beim Thema Autismus und Erziehungsprobleme wenn man selber kein autistisches Kind hat.
Liebe Grüsse, AnnalenaO


Danke, das trifft es genau.

Bianca, in einem anderen Thread habe ich mal geschrieben, dass man nicht überall mitschreiben muss. Und dann bockig mit "ich lass mir den Mund nicht verbieten" und "Ruhe jetzt" gerade in so einem Thread dann zu antworten hilft keinem weiter.

Natascha schreibt extra hier- und ja, hier gibt es durchaus Eltern die kennen ähnliche Situationen - sei es durch eine ADHS Problematik oder sei es durch eine Autismus Problematik. Du schreibst, dass wir ja nicht wissen welche Probleme ihr habt, das stimmt, aber wenn du solche beschriebene Verhaltensweisen in keinster Weise auch nur annähernd kennst dann hast du keine Ahnung von Autismus und ADHS. Und dann schreibt man nicht mit.

Natascha, ich gehe nochmals auf Reginas Frage ein: mein Sohn hasst bis heute Nähe. Trotzdem konnte er als Säugling nur einschlafen wenn ich neben seinem Bettchen gesessen habe (dazulegen durfte ich mich nicht- er brauchte den Abstand) und ihm meinen Finger in den Mund gehalten habe (nein, Schnuller ging nicht- brachte die schlimmsten Wutanfälle). Hat er nachts bei mir geschlafen durfte ich ihm nicht zu nahe kommen, war er dann aber am Schlafen, rutschte er von sich aus ganz eng an mich.
All das liess ich lange zu einfach um auch mal zur Ruhe zu kommen (mein Kind schlief den ganzen Tag nicht und wollte immer Action - sonst sehr unzufrieden) - trotzdem- war das wirklich Nähe die unsere Kinder brauchen? Wie gesagt bis heute hasst mein Sohn Nähe und kann da auch sehr abweisend werden wenn es ihm zuviel wird.

Hinterfrag das mal nochmals.
LG



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