Sohn kommt nicht mehr aus dem Bett

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

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Sibylleplus5
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Beitragvon Sibylleplus5 » 13.09.2018, 23:06

Ich denke ja letztendlich so wie ihr. Der Druck kommt vor allem vom Jugendamt, bzw. fühlt sich die Leitung der WG dahingehend unter Druck. Die Schule ist da eigentlich das kleinste Problem, da die entscheidenden Personen Verständnis für die Situation haben und daher sehr entgegenkommend sind.
In der WG ist es zurzeit auch deswegen so schwierig, weil mein Sohn leider verbal sehr heftig austeilt, wenn es Konflikte gibt. Das habe ich auch schon oft erlebt und ist wirklich sehr verletzend.

Die Erwartung dieser Anpassungsleistung ist wirklich ein Problem. Ich stehe da irgendwie zwischen den Betreuern und meinem Sohn. Ich glaube auch, dass die teilweise zuviel erwarten, denke aber andererseits, dass er mehr könnte, als er es oftmals tut. Immerhin hat dieser aufreibende Kampf, ihn irgendwie zur Schule zu bewegen und seine Leistungen da dazu geführt, dass er den Realschulabschluss mit Q-Vermerk bekommen hat. Und das haben wir eben auch den Betreuern mit ihrer Unerbittlichkeit zu verdanken.

Michaela44
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Beitragvon Michaela44 » 14.09.2018, 06:17

Mit dem Ergebniss, dass er durch den ständigen Druck und die hohe Anpassungsleistung eine Depression entwickelt hat.....

Ist er mittlerweile an eine Autismusambulanz angebunden, die auch die WG und das JA beratend unterstützen kann?
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Sibylleplus5
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Beitragvon Sibylleplus5 » 14.09.2018, 21:36

An eine Autismusambulanz ist er nicht angebunden. Ich muss mal nachfragen, inwieweit das von der WG aus möglich ist. Eigentlich ist es ja eine WG speziell für Asperger-Autisten. Ein Argument für das E-Geräte-Verbot war, etwas verkürzt dargestellt, die anderen (Mitbewohner) stehen ja auch um sechs auf, die E-Geräte-Zeit ist für alle an die gleichen Bedingungen gebunden, also musst du auch früh aufstehen. Ich will die WG und die Betreuer aber auch nicht in ein zu negatives Licht stellen. Mein Sohn macht es einem mitunter wirklich nicht leicht, Verständnis für ihn zu haben mit seiner arroganten, beleidigenden Art. Aber ich werde nächste Woche, wenn wir ein gemeinsames Gespräch mit der Psychotherapeutin meines Sohnes, einem/einer der BezugsbetreuerInnen, ihm und mir das, was ihr hier angesprochen habt habt, thematisieren. Ich denke ja auch, dass er erstens wirklich so müde ist und sich eben nicht einfach zusammenreißen kann, dass er Ausgleich und Rückzug braucht und dass zuviel Druck ohne das Vermitteln von Zutrauen in ihn alles nur noch schlimmer macht. Wir werden auch checken, inwieweit es noch irgendwelche körperlichen Ursachen geben könnte, die bei den Standarduntersuchungen außer Acht gelassen werden.
Mein größtes Problem ist meine Unsicherheit. Deshalb bin ich sehr froh über die Möglichkeit des Austauschs hier und danke euch für eure Gedanken und Hinweise. Es wäre schon sehr fragwürdig und haarstreubend, wenn wegen dieser Schlaf- und Müdigkeitsproblematik das Jugendamt die Maßnahme wegen mangender Mitwirkung beenden würde, wie es die Leitung von Silas WG angemahnt hat.
Sibylle mit Sohn Jg. 2001 Asperger, Sohn Jg. 2010 neurotypisch Förderschwerpunkt ESE, Sohn Jg. 2013 atypischer Autist, Tochter Jg. 2018 bis jetzt nichts Auffälliges

Michaela44
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Beitragvon Michaela44 » 14.09.2018, 22:20

Das habe ich noch nie gehört: dass eine Wohngruppenunterbringung aufgrund mangelnder Mitwirkung eingestellt wird. Dein Sohn benötigt Hilfe, deswegen ist er dort. Er ist doch kein Stipendiat auf einem Sportgymnasium. Ich frage mich, ob euer JA wirklich so ist, wie beschrieben, oder ob sich die WG hilflos fühlt und den Druck an dich weiter reicht, damit du das Problem löst (was eigentlich deren Aufgabe ist), oder ob sie ihn schlicht loswerden wollen.

Auch ohne Depression ist mangelnder Antrieb übrigens ein typisches Autistenproblem (außer es geht um Dinge, die wirklich interessieren).

Falls dir JA und WG tatsächlich drohen, dass die Maßnahme beendet wird, kannst du den Druck zurückgeben in dem du sagt, er kann nicht zurück nach Hause. Du seist nicht in der Lage, dich angemessen um ihn zu kümmern, neben deinen drei anderen Kindern. Das hört sich hart an und ist es auch. Ich bin einen ähnlichen Weg gegangen, damit mein Sohn endlich Hilfe bekommt. Es hat geholfen.
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Beitragvon ulrikez » 17.09.2018, 17:50

Hallo, mein Sohn (16) wird auch sehr schwer wach. Ich wecke in zum Beispiel um 6:00 Uhr , um 7:30 bekommt er es mit und beschwert sich , dass ich ihn erst so spät wecke. Er ist durch das frühe wecken aber pünktlich.
Also früh genug anfangen ihn zu wecken .
Er ist auch ziemich erschöpft, wenn wir etwas unternehmen. Nach dem letzten Hansa Park besuch hat er 16 Stunden geschlafen. Er hat schon als Baby sehr früh durchgeschlafen.


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