I-Helfer und Vertretung

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

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SimoneD.
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I-Helfer und Vertretung

Beitrag von SimoneD. »

Unser I-Helfer hat mir gestern schon per SMS angekündigt, das er wohl krank ist und prompt kam heute die Nachricht das er nicht kommt.
Toll finde ich das natürlich nicht, da N. Montag wegen pädagogischem Lehrertag und gestern zuhause bleiben musste, da er am Freitag wieder fremdgefährdend gehandelt hat....
Jetzt wird die Kluft zwischen ihm und der Schule wieder groß, vorallem wenn der i-Helfer jetzt auch noch krank ist.
N. hasst Schule. Ihn freut es natürlich, wenn er zuhause bleiben kann.
Er braucht aber die Regelmäßigkeit, um sich an den Schulalltag immer wieder "neu zu gewöhnen". Da ist es natürlich schlecht, wenn er den Rest der Woche zuhause bleibt.
Montag haben unsere Kinder keinen Brückentag. Das wird auch eine durcheinander Woche, da Dienstag der Feiertag ist.

Jetzt aber zur eigentlichen Frage.

Wie ist das bei euch, wenn der I-Helfer krank ist??
Kommt dann eine Vertretung? Und wie klappt das??

Bei N. klappt das überhaupt nicht. Wir hatten bisher nur eine Vertretung, bei der es super geklappt hat, aber die arbeitet nicht mehr beim Träger :-(
Mit allen anderen war es eine Katastrophe.

Als ich N. heute morgen sagte das Herr XY krank sei sagte er; aber ich geh nicht wieder mit diesem "Oppa". Mit der Vertretung vom letzten Mal...

Kann ich erwirken, das mein Sohn ebenfalls zuhause bleibt, wenn der I-Helfer krank wird?
Die Schule ist der Meinung N. müsse lernen auch mit anderen I-Helfern zurecht zukommen. Im Prinzip haben sie recht, aber es bringt ja nichts wenn N. dann steil geht...
Liebe Grüße von Mönchen :-)
Sohn (10 Jahre) Asperger Autist

ehemalige Userin

Beitrag von ehemalige Userin »

Die Schule irrt. Ein Ersatz-SB für 1 oder 2 Tage ist für einen Autisten megastressig, es ist eine fremde Person und Autisten benötigen Zeit, um jemanden kennenzulernen. Da sieht man mal, dass die Schule Autismus noch nicht verstanden hat.

Die SB ist ja auch dafür da, Stabilität im sich ständig ändernden Umfeld der Schule zu geben, dafür muss sie konstant sein.

Mein Sohn geht allein zur Schule, wenn die SB krank ist. Es gibt aber auch andere Modelle, das ist in der Hauptsache vom Kind abhängig. Zum Beispiel haben einige zwei SB, die sich abwechseln und gegenseitig vertreten. Oder das Kind bleibt zu Hause. Manche Schulen geben auch vor, dass das Kind ohne SB nicht zur Schule kommen darf.

rena99
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Beitrag von rena99 »

Hallo Simone,

ich nehme mal an, dass die Schule euren Sohn vom Unterricht ausschließt, wenn kein I-Helfer da ist. Da werden sie sich auf das Gefährdungspotential berufen.

Inwieweit eurem Sohn ein I-Kraft-Wechsel für nur wenige Tag zuzumuten ist, das solltest du mit euren Therapeuten klären. Ich wäre da aber skeptisch bei allen Veränderungen, die nur wenige Tage betreffen.

Inwieweit man die Aussage "so ein Oppa" mit euem Sohn thematisieren muss, müsst ihr auch vor Ort mit den Therapeuten klären. Lehnt er ihn ab, weil die Veränderung zu plötzlich kommt, oder ist er ihm zu langsam/alt/inflexibel/uncool/intellektuell weniger leistungsfähig etc.? Schlecht ist natürlich, wenn dein Sohn die Autorität eines Helfers nicht anerkennt, weil er denkt, er sei ihm "über". Man wird daher die Anforderungen an den I-Helfer auch noch mal mit den Träger besprechen müssen.

LG
Rena
Rena mit (mittlerweile erwachsener) Tochter (V.a. Autismusspektrumsstörung, Zwangsstörung)

SimoneD.
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Beitrag von SimoneD. »

Der "alte I-Helfer" hat kein Pokémon (ist momentan sein Thema neben Minecraft) mit N. gespielt, weil er es nicht kannte. Das ist zumindest die Erklärung die man von N. bekommt, wenn man ihn danach fragt..

Für ein paar Tage halte ich es auch nicht für sinnvoll N. einen anderen i-Helfer vor die Nase zu setzen.
Ein Telefonat beim Träger hat heute auch ergeben, das eh keine Vertretung da wäre aufgrund von krankheitsständen..
Liebe Grüße von Mönchen :-)
Sohn (10 Jahre) Asperger Autist

lilli227
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Beitrag von lilli227 »

Hallo,
Bei uns kommt keine Vertretung. Es wäre nicht möglich sich in so kurzer Zeit auf jemand anderen einzustellen.
Letztes Jahr hat er ein paar Wochen ohne den Schulbegleiter verbracht. Es hat gut geklappt. Aber er war recht stabil in der Zeit!
Derzeit würde eine Vertretung hier nicht funktionieren. Ist auch so abgesprochen mit Schule, Träger und JA.

Lg
________________________
Sohn 09 -- Asperger und ADHS
Tochter 13

MamaMonika0912
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Beitrag von MamaMonika0912 »

Bei uns kommt bei kurzfristiger Krankheit keine Vertretung. Mein Sohn ist allerdings auch nicht fremdgefährdend, maximal "unterrichtsgefährdend". Da unsere SB sehr zuverlässig ist finde ich es auch ok wenn er nur wenige Tage ohne ist. Er ist sogar froh mal in der Masse unterzugehen. Es kommt allerdings vor, dass er ohne seine SB keine Hefteinträge mitmacht, nicht mitkommt und dann verzweifelt oder einfach den Unterricht "verschläft". Da wir noch nie eine Vertretung hatten könnte ich auch gar nicht sagen wie das klappen würde.

Annileinchen
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Beitrag von Annileinchen »

Bei uns: Ohne Vertretung auch keine Schule.
Bei mehreren Tagen Ausfall schafft der Träger meist das Organisieren einer Vertretung. Allerdings ist das dann nur „Stundenabsitzen“, denn mit einer Vertretung kann mein Kind nicht arbeiten, da sie noch nicht aufeinander eingespielt sind.

Sharima003
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Beitrag von Sharima003 »

Bei meiner Tochter war letztes Jahr die Schulbegleitung sehr oft krank. Sie musste am Knie operiert werden und hatte nach der OP noch sehr viel Probleme mit dem Knie. Die ersten drei Monate hatte meine Tochter drei verschiedene Vertretungen. Das klappte reibungslos, da die OP der "Stamm" Schulbegleitung ja vorhersebar war und sich so meine Tochter darauf einstellen konnte. Danach war sie ein paar Wochen ohne Schulbegleitung, da ich weder ihr, noch der Schulklasse noch eine vierte zumuten wollte. Das klappte auch sehr gut. Es war aber auch abgesprochen, dass ich selber im Notfall einspringen würde, damit meine Tochter keinen Unterrichtstag verpasst.
Könntest du nicht selber für die paar Tage einspringen?

IlonaN
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Beitrag von IlonaN »

was bin ich froh, das ich von Anfang an auf zwei sich Vertretene I-Helfer die sich die Woche teilen und im Notfall einspringen wenn einer ausfällt, bestanden habe. Denn genau ds war es vor was ich Angst hatte, das mein Kind nicht beschult wird wenn einer ausfällt.
Ich 1961 Ösophagusatresie
Großfamilie mit leibl.Kindern/Ado-Kind und Pflegekindern mit FASD, ADHS, Autismus, Bindungsstörung mit Enthemmung ,Asthma, Neurodermitis u.v.m.

Annileinchen
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Beitrag von Annileinchen »

IlonaN hat geschrieben:was bin ich froh, das ich von Anfang an auf zwei sich Vertretene I-Helfer die sich die Woche teilen und im Notfall einspringen wenn einer ausfällt, bestanden habe. Denn genau ds war es vor was ich Angst hatte, das mein Kind nicht beschult wird wenn einer ausfällt.
Das heißt aber, dass sich zwei I-Helfer eine Stelle teilen, ja?
Dürfte sich aber für die meisten Integrationshelfer dann finanziell kaum noch lohnen...

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