Warum ist das so?

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Bianca41
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Warum ist das so?

Beitragvon Bianca41 » 11.11.2016, 18:47

Guten Abend!!

Ich komme einfach nicht dahinter warum das so ist :?: ZB sagt er mir schimpfend wenn wir zum KJP fahren ,da will ich nicht hin,da mach ich nicht mit, die sind alle blöd,und ich werd heute nix machen .Aber wenn wir dann da sind,dann geht er ohne murren mit macht schön mit,und soblad wir wieder draussen sind gehts mit schimpfen wieder los es war blöd und und und. :?: :?: Morgens bevohr der schulbus kommt das gleiche erst theater machen sobald der schulbus um die ecke kommt steigt er ohne murren ein.Das sagt selbst die busfahrein,das er sobald er in den bus steigt total friedlich ist.In der schule ist er vorbildlich immer smilies in seinem Mitteilungsheft. auch mal kleine aufreger aber nix was ihn richtig wütend macht.Und zu hause regt er sich über alles so auf. Mit der schwester und den Bruder spielt er gesselschaft spiele oder geht mit denen mal einkaufen und mit meinem Mann und mir nicht. :think:
Das bringt mich oft zum nachdenken,ob ich vileicht doch was falsch mache oder gemacht habe. :cry:
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simoner
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Beitragvon simoner » 11.11.2016, 19:18

Übergänge sind oft sehr grosse Herausforderungen. Man weiss nicht genau, was einem erwartet - z.B. hinter der Türe des KJP (sieht alles noch gleich aus wie letztes Mal? Was machen wir? ...). Man weiss nicht genau, wann es so weit ist (wann kommt der Schulbus?). Am Ende der Therapie wieder ein Übergang - was kommt danach? Und vielleicht auch Entspannung, was sich durchaus in Schimpfen äussern kann.

Mir machen Übergänge immer noch grosse Schwierigkeiten und ich kann z.B. sehr schlecht bei einer Türe anklopfen und eintreten, weil ich nie weiss, in welche Situation ich reinkomme. Wenn irgend möglich, schaue ich immer zuerst zum Fenster rein (dafür nehme ich auch einige Umwege in Kauf) um einschätzen zu können, was im Raum drin ist.
Warten ist für mich auch schwierig und bringt mich in Spannung.

Schule ist oft sehr viel strukturierter und daher vorhersehbarer als Alltag zu Hause. Da kann es gut sein, dass es dort besser läuft. Oder aber er nimmt sich in der Schule zusammen und zu Hause kann ers "rauslassen".

Ist doch toll, dass es mit den Geschwistern gut klappt!

KayK
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Beitragvon KayK » 22.11.2016, 17:19

Hi Bianca,
hier bei uns ist es dasselbe Spiel!
Aufbrechen zu Schule, Schuhe anziehen, ins Auto einsteigen...Riesenkatastrophe!
Ist er erstmal in der Schule, bekomme ich nur die beste Rückmeldung. Dasselbe beim KJP, bei Kinderarzt ( "was haben Sie denn...ist doch alles bestens"! :evil: ). Kaum sind wir auf der Starße, kommt der Meltdown.
Und das in tausend verschiedenen Situationen.
Er kann sich kurzzeitig zusammenreißen, aber generell sind Anforderungen jeglicher Artund das Umsetzen eben dieser ein riesen Problem!

Du bist nicht allein !


VG Kay

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 22.11.2016, 18:53

Ich denke grade über dasselbe nach ...

Es hat vielleicht auch damit zu tun, dass sie sich mit der Schimpferei eine Art Routine verschaffen. Weiß grade nicht, wie ich das besser beschreiben soll ...

Es ist ja immer "die gleiche Leier", und man gerät auch sehr leicht in den Strudel, mit einer Leier ("jetzt hör doch mal auf mit dem Gemotze" usw) zu antworten. Schön verlässlich.
Vielleicht sind auch manchmal negative Gefühle einfacher als ambivalente? (ich will nicht brav "funktionieren", ich will doch brav "funktionieren", ...) :think:

Mit den Übergängen hat es sicherlich zu tun, wie Simone schreibt, denn wir haben das Problem aktuell genau in den Situationen (morgens beim Fertigmachen für den Bus, abends beim Zubettgehen - Abendroutine - doppelt schade, grade für Junior, denn das hat immer so gut getan, diese friedliche Routine, wie am Schnürchen)


Edit: Ich hatte sehr ähnlich schon mal gefragt, muss selber erst mal nachlesen, wie das damals war ...
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic105912.html

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

Lija
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Beitragvon Lija » 22.11.2016, 19:31

1 zu 1 das gleiche bei uns!
Als ob du von meinem Sohn erzählst :D
Er bekommt es auch einfach nicht hin die tausend positiven Erfahrungen auf das nächste mal zu übertragen, weiß der Geier warum....

Aber interessante Ansätze die ihr die ihr da erwähnt!
Mutter eines ganz besonderen Kindes

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IrisB
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Beitragvon IrisB » 22.11.2016, 21:27

Hallo,

das kenne ich von unserem Jüngeren auch. Klassiker: Aufbruch um irgendwohin zu gehen, wenn es nicht ein Ziel ist, das ganz regelmäßig angesteuert wird. Er schimpft durch, bis wir da sind (Höhepunkt war mal ein Ausstellungsbesuch, bei dem er durchschimpfte, bis wir wieder zu Hause waren - und dann erklärte, dass es ganz supertoll war...) Er sagt selbst, dass er sich das so schlimm vorstellt und wenn es dann passiert, ist es viel besser - aber beim nächsten Mal stellt er es sich wieder schlimm vor. Und tatsächlich ist das Anziehen und Losgehen die größte Hürde
Was manchmal hilft: er macht sich gehfertig bevor er seine tägliche Ration Computerspiel bekommen hat; dann kommt das geliebte Computerspiel; dann geht es erst los.
Was ganz schlimm ist: späte Ankündigungen, Hektik beim Start, unklare Situationen (gehen wir jetzt oder in 10 Minuten) - letzteres kommt manchmal vor, wenn die ganze Familie gemeinsam aufbrechen will.

Ich finde es auch oft schwierig, bei der Schimpferei gelassen und humorvoll zu bleiben - gleichzeitig ist es auch ungerecht, denn der große Bruder bricht bei denselben Situationen in Tränen aus, da reagieren alle viel verständnisvoller.

Am einfachsten ist es für ihn, wenn ich komplett das Steuer übernehme ("Das muss dir jetzt auch keinen Spaß machen, du kommst einfach mit.")

Und natürlich schimpft er bei mir und meinem Mann am meisten - da kann er sich schließlich fallenlassen. Wenn ich es mir energisch verbitte, bringt ihn das manchmal so sehr aus dem Gleichgewicht, dass klar wird, dass er dieses Ventil tatsächlich braucht.

LG Iris
Iris mit Johannes (Herbst 2003), Asperger Syndrom, und Konstantin (Frühling 2006), HFA
Vorstellung

Inselheike
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Beitragvon Inselheike » 23.11.2016, 11:05

Hallo,
unser Große kann sich auch außerhalb bestens zusammen reißen! Alles klappt supergut. Zu Hause dann quasi der Zusammenbruch: alles fällt von ihm ab und er muß sich nun nicht mehr verstellen.
Ich finde es eine tolle Leistung, wie er den Alltag "da draußen" bewältigt und dann darf er zu Hause inn seinem "Schutzraum" fast alles machen was er will. Es gibt natürlich Regeln :wink: , aber er muß auch einfach einige Sachen raus lassen dürfen um die Spannungen abzubauen.
Wenn es überhand nimmt, dann mache ich es wie Iris: Kommando übernehmen und Schluß!
LG Heike
Heike (02/68)mit Lars (06/97), Asperger Autist

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lilli227
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Beitragvon lilli227 » 23.11.2016, 12:34

Hallo,

wir haben das hier auch. Schon lange beobachten wir das bei ihm und zwar auch für positive Situationen, bei denen ich weiß, dass er sich über das Vorhaben mit Sicherheit freut.
Unsere Erklärung war immer, dass er mit der Umstellung der Situation schlecht klar kommt (schon bevor wir von ASS wußten). Ich denke das auch heute noch. Da ist er gerade in einer guten Situation und die soll geändert werden. Da blockt er dann.
Mittlerweile wird es aber besser bei uns. Warum kann ich aber nicht sagen.
________________________
Sohn 09 -- Asperger und ADHS
Tochter 13


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